Dresden: Pirnaische Vorstadt/Lingnerstadt

  • Dynamo-Steinhaus soll saniert werden

    SZ-Artikel


    - Steinhaus steht seit 2009 leer, Bausubstanz aber noch gut
    - es soll eine neue Vereinsheimat entstehen mit folgenden Teilen:
    -> Geschäftstelle
    -> Fußballmuseum
    -> Tagungsräume
    -> Büros für den Vermarkter Sportfive
    -> sowie "Fanraum"
    - 2000qm stehen zur Verfügung
    - das Grundstück gehört der Stadt
    - erste Bauplannungen gehen nun los, ein Bauantrag ist noch nicht gestellt
    - Start der Baumaßnahmen in einem Jahr
    - Fertigstellung vorraussichtlich 2018
    - die Fans sollen beim Bau mit helfen können durch Spenden oder direkt durch Arbeit am Bau mit Blaumann ähm Schwarz-Gelbmann (den monster Scherz musst ich aus der SZ übernehmen :-))
    - die Dresden Projektgesellschaft welche das Stadtion betreibt und das Steinhaus gehört ist mit dabei jedoch geben Sie noch keine Zustimmung da noch andere Varianten geprüft werden


    Fazit: Plannungen sind da aber alles in allem noch ne offene Sache


    MfG
    Christian

  • Johannes-Göderitz-Stiftung lobt Preis 2015 aus


    mal wieder wird das Elbufer betrachtet, diesmal in einem studentischen Wettbewerb, wo 4 Unis teilnehmen und je 5 vorausgewählte Entwürfe der Jury vorgelegt werden. Die Stiftung veranstaltet solches jedes Jahr, es sind Aufgaben von städtebaulicher Besonderheit zu lösen und am Ende gibts den Preis. Diesmal sind die TUD, TU Braunschweig, TU Cottbus und die Leibnitz-Uni Hannover am Start.


    Infos: johannes-goederitz-stiftung - elbufer


    Zitat

    Gegenstand des diesjährigen Johannes-Göderitz-Preises ist das Terrassenufer westlich der Dresdner Altstadt sowie die rückwärtig angrenzenden Bereiche der Pirnaischen Vorstadt. Es gilt – nach intensiver Auseinandersetzung mit den planerischen Rahmenbedingungen vor Ort – neue Strategien und räumliche Konzepte für die städtebauliche Weiterentwicklung des Areals zu erarbeiten. Wie kann die Schnittstelle zwischen Stadt und Fluss angemessen definiert werden? Wie könnte man die berühmte Flusssilhouette weiterdenken? Welche Art von Urbanität könnte sich in der Pirnaischen Vorstadt (wieder) entwickeln? Wie kann die Brückenkopfsituation am Übergang zur Altstadt interpretiert werden?


    quelle zitat: ebenda


    unter dem "Auslobung"-Link öffnet sich die PDF zur Aufgabenbeschreibung.
    in der Jury sitzt neben der SG-Leiterin Innenstadt Frau Heckmann (SPA), also die eine Person vom städtischen Amt, auch die Architektin Canan Rohde-Can (Architektin, Rohdecan Architekten GmbH, Dresden).
    Direktlink zur PDF


    Da vorab Fragen geklärt werden konnten, bin ich ja mal gespannt, ob die Herren Hochschullehrer über die aktuelleren "Rahmenbedingungen" ausreichend im Bilde waren, sonst nützt das alles wenig. Aber zunächstmal ist es gut, dass nochmal bissel rumgebastelt wird. Vielleicht ist es auch nur eine Übungssache für Studenten. Jedenfalls ist der Zug der Bearbeitung nun auf dem Weg und kommt im Oktober bei der Jury an. Eine Ausstellung ist bereits beim SPA angefragt, ich denke das wird auch was.


    Zu den Rahmenbedingungen gäbe es jetzt viel zu erzählen, aber ich lass es mal dabei, mal sehen was rauskommt oder hier noch diskutiert wird.
    Was sicherlich einigen sofort einfällt, ist dass es da doch schonmal was gab. Ein Student hatte einen beachtenswerten städtebaulichen Entwurf für den ganzen östlichen Innenstadtrand ausgearbeitet - auch wenns hauptsächlich Raumaufteilungen waren - aber damit könnte man partiell durchaus was anfangen.
    Ach ja, Jäckel hieß der Gute und seine Arbeit ist von ca. 2011. Hier der SäZ-Link aus Post 55.
    Wo ist Herr Jäckel denn nun hinverschlagen worden - damals hieß es, er sei in Dresden, suche aber neue Anstellung und man hoffte er bleibe DD erhalten.


    Ähm, das schöne Bildchen der dortigen Stadtsilhouette hatte ich auch schonmal gemacht, hier ist das Wunderwerk:

    ^ Nein, es ist nicht Magnitogorsk oder Nowosibirsk, es ist "Elbflorenz"-Nebenlage. Scheint Handlungsbedarf zu geben, oder?

  • Lingnerstadt im Planungsstadium


    dies, aber sonst nicht wirklich viel Neues - in der SäZ.


    Nächster Schritt ist also die frühzeitige Beteiligung zum Vorentwurf des B-Plans, welcher bald fertig werden soll.
    Wenn der Vorentwurf durch ist, kann mit dem Flächenmanagement begonnen werden.
    Erst dann werden mE die Grundeigner entlang der Lingnerallee Angebote zum Flächentausch bekommen. Da die Grundeigner gleichwertige Bauflächen in den künftigen Quartieren bekommen sollen, könnte das Umlegungsprozedere konfliktlos über die Bühne gehen. Schaun mer mal.

  • Wohnhochhaus am Pirnaischen Platz


    derweil dümpelt das Hochhaus in runtergeranztem Zustand und entgegen vieler Versprechungen weiter ohne ersichtliche Perspektive vor sich hin.
    Je nach Wetterlage und Lichteinfall kündet es nach wie vor (unbeabsichtigt) vom Sieg des Sozialismus.

    Derzeit kam eine temporäre Kunstinstallation namens "SIEG" hinzu, die zu Diskussionen anregen soll.


    ^ Nunja, ganz so groß ist die Installation, die abends auch in Rot leuchtet, doch nicht.

  • Deutsches Hygiene-Museum

    Da passen ja thematisch gleich die Resultate meines gestrigen abendlichen Bilderrundgangs um das Deutsche Hygiene-Museum. Besonders rückwärtig kann man nur hoffen, das in absehbarer Zeit ein Geschwader ziemlich großer Bulldozer anrücken wird und die momentanen, nennen wir es mal euphemistisch "städtebaulichen Missstände", samt und sonders zusammenplaniert. Eine richtige Zinzendorfstraße, oh wie wär' das schön...


    Der monumentale Bau des Museums, errichtet 1927 bis 1930 nach Plänen von Wilhelm Kreis, der u. a. auch für die neue Friedrich-August-Brücke in Dresden, den Meißner Bahnhof und wenig später als Mitglied von Fööhrers Planungsstab die Pläne für das Dresdner Gauforum verantwortlich zeichnet (man sieht, der Mann war wandelbar), weist in seiner Strenge durchaus deutliche Bauhaus-Bezüge auf.


    Bei der Modernisierung des Museums 2001 bis 2005 unter Verantwortung von Peter Kulka wurde äußerlich der Originalzustand wiederhergestellt, so dass sich der Bau nun mit einer blütenweißen Fassade und ohne den jahrzehntelang prägenden goldenen Schriftzug auf dem Architrav präsentiert.



    Annäherung über die Helmut-Schön-Allee, benannt nach einem weitgehend unbekannten Dresdner Sportskamerad:




    Am Lingnerplatz:




    Schauseite des Mittelbaus mit Haupteingang, rechts der "Ballwerfer" von Richard Daniel Fabricius (1907):




    Die monumentale Hauptschauseite mit Pfeilerordnung und Haupteingang:





    Details der Hauptfassade:





    Gliederung der Baukörper:





    Linker Seitenflügel mit dekonstruktivistischem "Bruch", verantwortlich Coop Himmelb(l)au (1994). Ähnliche Brüche waren auch an der Hauptfront geplant, aus Geldmangel (und zum Glück!) beließ man es letztlich bei einer "einfachen" Wiederherstellung des äußeren Originalzustandes.





    Fensterband der Seitenflügel:




    Blick entlang der Seitenflügel in Richtung Blüherpark:




    Nordseite:




    Die Südwestecke am Blüherpark:




    Der Blüherpark:
    Das Museum wurde Ende der Zwanziger Jahre mitten in den ehemaligen Garten der Sekundogenitur gesetzt. Dabei wurde der Zusammenhang der barocken Gartenanlagen weitgehend zerstört. Das Palais Zinzendorf, die "Sekundogenitur", selbst fiel dann den Bombenangriffen 1945 zum Opfer, die Parkanlage selbst wurde erst ab 2006 soweit möglich wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, dabei wurden auch die Reste der Sekundogenitur ergraben und sichtbar gemacht.



    Blick über den rekonstruierten Springbrunnen zum Museum, Südansicht:




    Überreste der Sekundogenitur mit dem Museum im Hintergrund:





    Deutsches Hygiene-Museum, Südansicht vom Blüherpark:




    Herkules und Megara:




    Idylle im Blüherpark:




    Zurück am Lingnerplatz:




    Noch einmal der Ballwerfer aus anderer Perspektive:




    Das war's. Zähneputzen nicht vergessen!

  • Lingnerstadt


    Die Immovation AG, die ja einen Großteil des Robotronareals erwarb, hat ein nettes Video zu Dresden im Allgemeinen und am Ende auch zu ihren Plänen hochgeladen:
    Klick


    Neue Infos gibt es im Grunde wenig. Es wird vom Baubeginn im dritten Quartal 2017 und einer Fertigstellung 2025 gesprochen. Zunächst soll, was auch schon bekannt war, das bereits leerstehende Haus südlich der Lingnerallee abgerissen werden. Derzeit arbeitet die Stadt noch den B-Plan aus.


    Am Ende findet sich dann noch diese Visualisierung:

  • Ich finde die Visu wirkt etwas langweilig. So richtig kommt mir hier kein städtisches Flair auf. Sind zwar kleinteilige blockrandquartiere aber irgendwie wirkt es auf mich als hätte jemand gewürfelt und so sind die Quartiersaufteilungen zustande gekommen.
    Im südlichen Bereich verläuft keine Straße gerade durch die Quartiere, irgendwie im zigzag. Und im nördlichen Bereich stören einfach die Bestandsbauten und auch hier gibt es am Ende nur eine Verbindungsstraße zw. Grunaer und Herkulesallee.


    Ich denke diese Visu stellt nicht wirklich das uns zu erwartende Endergebnis vor sondern nur eine "Studie" deshalb bleibts ja eigentlich noch abzuwarten was wirklich kommt.
    Aber was denkt ihr davon, wie findet ihr die Anordnung der Quartiere?

  • ^ Die Quartieranordnung finde ich auch etwas bizarr. Was sollen die komischen Versprünge in den Straßenverläufen? Gehen wir mal davon aus, dass die Robotron-Bude am Pirnaischen Platz auch nicht ewig Bestand haben wird, wäre es doch sicher sinnvoll, die Pirnaische Straße so anzulegen, dass sie als durchführender Straßenzug langfristig wieder auf den Platz münden kann. Da könnte man auch den ursprünglichen geschwungenen Verlauf wieder aufnehmen, wodurch das Quartier erheblich organischer wirken könnte.


    Ähnliches bei den Blöcken hinter dem Hygienmuseum nördlich der Zinzendorfstraße. Dort gab es ursprünglich keine Querstraßen, sondern eine geschlossene, aber lockere, vorstädtisch anmutende Bebauung. Zumindest die parallel zur Zinzendorfstraße verlaufende Carusstraße wurde wieder aufgenommen.


    Außerdem fände ich es besser, wenn man auf das Verkehrsbegleitgrün am Georgplatz verzichten würde und das dortige Quartier so gestaltet, dass eine Platzwand erkennbar wird.


    Insgesamt ist die angestrebte Kleinteiligkeit zu begrüßen, ein wenig mehr "Organik" und ein bisschen weniger rechte Winkel würden dem Ganzen jedoch sicher nicht schaden, auf die auch von Dir angesprochenen motivationslosen wilden Versätze sollte man gänzlich verzichten.


    Unschlüssig bin ich noch bezüglich der geraden Bebauungskante parallel zur Grunaer Straße. Sollte man doch nicht besser die historische "Zacke" mit randständiger nördlicher Bebauung der Johann-Georgen-Allee (Lingnerallee) wieder aufnehmen? Dann hätte die "Cockerwiese" als Parkanlage auch einen geschlossenen westlichen Abschluss. Andererseits ist das Argument der Sichtachse in Verlängerung der Herkulesallee auch nicht von der Hand zu weisen...

  • Das wirkt doch alles ziemlich schematisch und noch wenig konkret. Der Versatz der Blöcke zum Georgplatz unlogisch, die Flächen dazwischen unstrukturiert und zugepflastert, der Block zur Grunaer Straße in Konfrontation zum Wohnhochhaus. Immerhin bekommt man zumindest einen groben Eindruck, die Grundidee ist soweit im Ansatz richtig. Wie's en detail wird, da werden wir uns noch in Geduld üben müssen. Ich bleibe gespannt und bin vorsichtig optimistisch, dass das gut wird.

  • Zwischen Pillnitzer und Grunaer Straße

    Der planmäßige Wiederaufbau der Innenstadt begann 1951 in der Pirnaischen Vorstadt an der Grunaer Straße. Das Gebiet zwischen Grunaer und Pillnitzer Straße diente als Pilotprojekt für eine durchgrünte, aber dennoch städtisch anmutende Bebauung in einer Mischung von Zeilen- uind Blockrandbebauung. Dabei wurde weitgehend auf das vorhandene Straßennetz zurückgegriffen (der stadtautobahnähnliche Ausbau der Grunaer Straße erfolgte erst Anfang der 1970er Jahre), nah beieinander liegende Parallelstraßen (Kaulbachstraße, nördlicher Teil der Albrecht- (Blüher-)straße) jedoch teilweise aufgelassen und überbaut. Auch der zentral im Quartier liegende Seidnitzer Platz wurde aufgegeben und in die parkähnlich gestalteten Grünanlagen der Hofbereiche einbezogen, seine Funktion als "Grüne Lunge" des einst eng bebauten Stadtraumes war mit dem aufgelockerten Wiederaufbaukonzept obsolet geworden.



    Die Karte gibt einen Übersicht über das Gebiet in seiner heutigen Form, eingezeichnet sind die aufgelassenen Straßenzüge:




    Wir beginnnen unseren Rundgang an der Einmündung der Blochmannstraße in die Grunaer Straße, die durch einen erhöhten Eckbau markiert ist:




    Detail:




    Gegenüber befindet sich das ehemalige Schulgebäude des Ehrlichen Gestifts (Erlwein, 1912), nach den Kriegszerstörungen wurde es 1951 vereinfacht wiederaufgebaut und diente Jahrzehnte der Musikhochschule Carl Maria von Weber.




    Entlang der Grunaer Straße, zwischen Blochmann- und Mathildenstraße, überbaut diese Häuserzeile die ehemalige Einmündung der Kaulbachstraße. Bemerkenswert der "dresdnerisch-barocke" Fassadenschmuck.




    Der Hausdurchgang, der die Kaulbachstraße als Fußgängerdurchwegung ersetzt, mit figürlichem Schmuck:




    Mathildenstraße/Ecke Grunaer Straße. Fußwege und Straßenplanum sind original, die Neubauten wurden zurückgesetzt der ehemaligen Bebauungskante errichtet, um Platz für Wohngrün zu ermöglichen.




    In der Mathildenstraße, Fassadendetails:




    Ein Block aus der zweiten Bauphase in der Mathildenstraße. Die Kontinuität zur Architektur der 1930er Jahre ist unverkennbar. Im Vordergrund quert die Seidnitzer Straße, die heute hauptsächlich als Quartiererschließungsstraße fungiert.




    Seidnitzer/Ecke Mathildenstraße, der originale Fußweg zeigt noch deutlich die schräge Ecke der ehemaligen Mathildenstraße 14 auf.




    Der parkähnliche Hof zwischen Blochmann- und Mathildenstraße vereinnahmt den alten Seidnitzer Platz, rechts die Seidnitzer Straße.




    Unverhofft stößt man zwischen der 50er-Jahre-Bebauung auf einen Vorkriegs-Zeitzeugen: Das ehmalige Trafohaus auf dem Seidnitzer Platz, jetzt inmitten der Hofgrünanlage.




    Die 1952 errichtete Bauberufsschule an der Seidnitzer Straße/Güntzstraße nimmt deutlich Bezug auf die klassische Vorkriegsmoderne:





    Haupteingang, den ich selbst jahrelang ungezählte Male durchschreiten durfte ;-)




    Sprung zur Pillnitzer Straße, mit einem Déjà-Vu an der Ecke Blochmannstraße: Das Eckhochhaus findet man u.a. auch an der Borsbergstraße in Striesen.




    Ladenzeile in der Pillnitzer Straße:




    Impressionen aus der nörlichen Mathildenstraße:




    Zurück an der Grunaer Straße bietet sich dieser Durchblick:




    Details der Häuserzeile an der Grunaer Straße: Mit uns siegt der Plan!





    Fassade der zurückgesetzt errichteten Mittelbauten an der Grunaer Straße mit Ladenzeile:




    Die Seidnitzer Straße mündet durch einen Torbogen auf die Zirkusstraße:




    Blick zurück in die Seidnitzer Straße nach Osten:




    Der Torbogen von der Zirkusstraße aus:




    Der Altbau des heutigen Marie-Curie-Gymnasiums entstand 1959 an der Zirkusstraße und wurde kürlich liebevoll saniert und weniger liebevoll erweitert. Dabei wurde auch die charakteristische Pflasterung des Schulhofes erneuert.




    Aula mit Wandbild "Der erste Mensch im Weltall" von 1961.




    Gegenüber des Gymnasiums wird die Zirkusstraße von neueren Produktionsgebäuden des Serumwerkes gerahmt. Ein Blick in den Hof offenbart einige der letzten Vorkriegsbauten der Pirnaischen Vorstadt.




    Die Zirkusstraße. Auch hier ist das Straßenplanum noch original, ebenso wie die Granitplattenfußwege. Gut erkennbar die im Vergleich zur Vorkriegsbebauung zurückgesetzten Gebäude, die damit Platz für eine hohe Durchgrünung des Wohngebietes bieten.




    Zum Abschluss ein Blick über die stadtautobahnähnliche Grunaer Straße. Vielleicht wird man sich ja doch einmal zu einem Rückbau der völlig überdimensionierten Verkehrsschneisen im Dresdner Zentrum durchringen können.


  • ^
    Kleine Kolumne zum Viertel


    Unverständlich, warum die wenigen kleinen Ladenzeilen - als nahezu einzige belebende Orte der Schlafstadt - dem nahezu vollständigen und dauerhaften Leerstand preisgegeben wurden, bestehe doch hohes Nahversorgungsdefizit im Gebiet. Kein kleiner Anbieter, was auch immer, machte all die Jahre hier auf. Es ist das alte Lied, die Leute gucken auf den Cent und selbst die ach so unrüstigen Rentner, welche nicht nur in den Medien dauermeckern, stiegen sodann ins eigene Vehikel und kauften fernab. Dabei hätte sich hier ein kleiner z.B. Lebensmittelladen mE durchaus gehalten. Ansonsten wurde dem Eigentümer sicher klar und klarer, dass diese kleinen Handelsflächen dem Markt quasi entnommen sind. Doch die Freiflächen wurden für nichts zur Verfügung gestellt - es könnten ja "Kosten" entstehen: kein Anwohnertreff, kein Seniorenclub, kein Jugendclub, kein gar nichts. Auch das ist mE Mentalitätssache: man braucht das alles nicht, man will es nicht - in der übergroßen Mehrheit. Man will nekropole Totenruhe, man will alt und einsam werden, die Restlebenszeit wird vor der Glotze durchgebracht. Der soziale Stützpunkt des Viertels, das "Lindehaus" an der Mathildenstrasse (u.a. mit Suppenküche), Wohnheim v.a. für schwererziehbare und/oder obdachlose Jugendliche zeigt einen beträchtlichen Zulauf der Mittelalten und Älteren zur Mittagszeit, jedoch will der Eine nichts mit dem Anderen zu tun haben, man hat ja schließlich jeder so seine Problemchen. Immerhin hält sich wohl noch die kleine Kneipe an der mittleren Grunaer Strasse.
    Erst kam Lidl an den Pirnaischen Platz, dann Netto ans Ex-Güntzbad an der Pillnitzer, jetzt folgt ein Riesencenter am Fucikplatz, denn man brauche ja dringend eine "ordentliche" Nahversorgung, man sei ja quasi am Verhungern gewesen. In diese Discounter pilgert man problemlos. Die Stadt wird folglich so wie ihre Bewohner sind. Wirklich engagieren tut sich niemand - zumindest nahezu niemand. Liegt z.B. etwas Papier auf der Strasse schreibt man lieber Wutbriefe an Ämter der Stadt, als es einfach aufzuheben. Solche Machart erfordert ein Vielfaches an Zeit und führt ohnehin meist zu nichts. Der (häufig gealterte) (ddr-)deutsche Piefke verharrt bewußtlos im Mief seiner Kleinbürgerlich- und Kleingeistigkeit. Das Stadtleben ist räumlich zwar nah, jedoch mental Lichtjahre entfernt. Doch es gibt Hoffnung: schon bald öffnet das Kauf-Paradies am Platze seine Pforte, dann werden selbst Fußlahme Wunder erleben.

  • TGL-Bürokomplex (Ex-Robotron) - Abriss beginnt plötzlich
    Zinzendorfstrasse / Bürgerwiese


    Ich freue mich sehr, wird neuerliche Überlegung zu einem "Technischen Rathaus" nicht wiederholt auf dieses Objekt gelenkt werden können.
    Es laufen Innenrückbau und vorbereitende Abrissmaßnahmen. Bevors zerlegt wird, hier nochmal letzte Bilder vom intakten Bau:

    ^ Blick von der St.P.Strasse, mehrere Minibagger wurden gen Dach emporgehieft.
    v Blick und Pano vom HygieneMuseum





    ^ Blick auf die Südostecke
    v Detail



    Der große Zwischenraum und Parkplatz zwischen Bürokomplex und Bürgerwiese macht derzeit eher den Eindruck eines großen Campingplatzes. Welche Stadt hat solchen "Luxus" zu bieten - einen Camping neben dem Rathaus? Selbiges existiert am Finanzministerium vis a vis der Brühlsche Terrasse sowie in bester Elbwohnlage am Terrassenufer von Johannstadt.

  • SZ-Artikel: "Stillstand am Hotel am Terrassenufer"

    SZ-Artikel

    Inhalt:

    Die Arbeiten am "Hotel am Terrassenufer" welche nach dem gewonnenen Rechtsstreit 2014 durch den Eigentümer Max Trapp gegen die Stadt angekündigt wurden bleiben bis heute aus.
    Trapp sagt gegenüber der SZ er habe bis jetzt nur einige Zimmer renoviert und äußerlich soll es erstmal so bleiben wie es ist.
    Es gibt zwar Überlegungen und es gab auch schon ein Gespräch mit der Stadt jedoch noch keine konkreten Pläne.
    Der Rest ist Geschichte und ein hätte wäre könnte...

  • ^ sag ich doch, das war alles nur Show. Halb so wild, mir ist es so lieber als eine kitschbunte Verschlimmbesserung.
    Die Diskussion um den Abriss ist übrigens auf Strangseite 4 nachzulesen. Im Anschluss gehts dort ums Wohnhochhaus am Pirnaischen Platz, wo letzten Herbst schon die Sanierung hätte starten sollen. Harr harr! Schaut man aufs Büro"hochhaus" diagonal gegenüber (Wilsdruffer Strasse) - auch dort: tote Hose und nix mit Umbau/Sanierung.


    Das alles zeigt, wie hoch hier die Entwicklungshemmnisse sind. Für den Bereich Hotel am Terrassenufer sehe ich vor allem das Flächeneigentum von Glaxo-Pharma elbseitig der Pillnitzer Strasse als Problem. Dort besteht ein B-Plan für eine mal beabsichtigte riesige Gewerbeerweiterung. Dabei war das zuvor (bis ca. 2010) noch städtische Fläche, wurde aber durch die CDU durchgeboxt und hängt nun als Damoklesschwert über dem Gebiet. Wer will neben einer Chemiebude bauen, wie können Wohnungen neben solchem genehmigungsfähig sein? Eben.


    Ich denke, es sollte zunächst um eine Abklärung der Situation mit Glaxo gehen, denn auch die mussten Rückschläge verkraften, da ihre Serums bei drohenden Epidemien doch nicht gebraucht wurden. Die Pirnaische VS hängt also auch an Dingen wie der Schweinegrippe. :D Vielleicht kann man Glaxo auf einen anderen Expansionsstandort in oder um Dresden leiten, vielleicht sollte der Stadtrat den B-Plan aufheben lassen. Bewegung könnte möglicherweise mit dem Stadtbahnprojekt Linie 5 nach Joh-Stadt beginnen: dann könnte der Rathenauplatz - wie beabsichtigt - zu einer normalen Kreuzung umgebaut und verkleinert werden. Dann erst wäre der Weg frei, um über weitere Strassen des Umfeldes zu beraten, denn wie erfolgt langfristig die Zufahrt (heute: Steinstrasse) zur Carolabrücke? Kommt vielleicht sowas wie der einstige "Elbberg" wieder, welche Vorkriegsstrassen und Quartiere möchte man wieder entwickeln? Dann müsste die Hochwasserproblematik gelöst werden - tja, wie? Die Stadt hat auch künftig kein Geld für solche umfassenden Erschließungsmaßnahmen. Es ginge nur über Projektentwickler, die aber dann entsprechend Geld verdienen müssen. Das wiederum geht nicht neben einer Chemiebude.
    Daher habe ich schon damals geschrieben: hier gibts erst noch viel, sehr viel zu klären. Bis dahin müssen zwangläufig Jahre vergehen. Solange wird das Hotel auch stehen bleiben. Dann will es der heutige Eigentümer vermutlich zum Hochpreis an einen Entwickler abtreten, und der Entwickler reisst das ab, um zB ein oder mehrere Quartiere mit Hochwasserschutz zu bauen. Und so weiter und so fort.


    Dass das Hotelhochhaus nicht abzureissen ist, war ja letztlich nur eine richterliche Einzelmeinung und damit zunächst mal Gesetz. Es ist mehr als Schade, solche Eigentümer in der Stadt zu haben, aber auch, dass damalige Verträge unter heutiger Rechtssprechung für nicht mehr "wasserdicht" überinterpretiert werden. Wir sind also längst in einem unsäglich durchjuristizierten Schlammassel drin, was kleinste Fehler - die Menschen ja nunmal immer tun könnten - ausnutzt und hochschaukelt. Ein "hanseatisches Understatement eines Handschlags unter ehrenwerten Kaufleuten" ist heute vermutlich nicht mehr möglich. Selbst Verträge weisen fast immer irgendwelche "Schwachstellen" auf - allerdings nur in den Augen einer sich Aufträge verschaffenden Zunft der Juristen. Ich möchte ehrlich gesagt nicht in solch einer Welt der Verklausulierungen leben. Möglicherweise sind auch Fälle wie der Hauptstadtflughafen nur Folge vertraglich-juristischer Hinterhältigkeiten. Aber vorn stochert die Presse im vorgeschobenen baulichen Sumpf rum. Naja, muss das Hochhaus eben stehenbleiben. Ohne dies sähe die Gegend die nä. 10 Jahre ja noch besch...eidener aus.

  • ^Stimmt besser als die Verschlimmbesserung ist es allemal da damit wenigstens immer noch die Hoffnung auf den Abriss bleibt.


    Ich finde die Chemiebude ist aber nicht der einzige Grund für die Entwicklungshemnisse in der Pirnarischen Vorstadt, zumal bei den heutigen Standards da wohl eh keine unmittelbare Gefahr für die Umgebung besteht (falls doch wäre es ein Skandal das man die Hütte überhaupt genehmigt hat).


    Eher sehe ich das Problem in der bestehenden Zeilenbebauung und deren Renovierungsgrad (da ein baldiger Abriss eher unwahrscheinlich!).
    Es gibt zwar jede Menge Abstandsgrün jedoch kaum Flächen welche sich sinnvoll für eine "zukunftsfähige" Bebauung eignen. So kann sich in den nächsten Jahren kaum was entwickeln da es keine attraktiven Flächen für sinnvolle Investitionen gibt.


    Um hier wirklich eine sinnvolle Entwicklung zu gewähtleisten müssen die Blöcke aus den 60er weg um einer neuen Blograndbebauung platz zu machen. Ein Anfang wäre die Fläche des Hotels gewesen, direkt an der Altstadt und zur Elbe hätte man hier eine exponierte Lage und hier hätte sich eine Art "Leuchtturmprojekt" gut gemacht welches weitere Impulse für die Pirnar. Vors. gesetzt hätte.


    Aber ich sehe aus stadtverwalterischer Sicht für die Pirnarische Vorstadt keine wirklichen Konzepte!


    Ein weiteres Problem werden die Autoschneisen, Grunaer Straße, Pillnitzer Straße, Güntzstraße und St.Petersburger sein welche das Gebiet umschließen/durchschneiden und ihm doch etwas die Attraktivität nehmen.


    Dazu kommen noch die von Elli gennanten rechtlichen Problemchen und fertig ist ein baulicher Stillstand.

  • Möglicherweise sind auch Fälle wie der Hauptstadtflughafen nur Folge vertraglich-juristischer Hinterhältigkeiten. Aber vorn stochert die Presse im vorgeschobenen baulichen Sumpf rum.


    Nö, Nö. Die öffentliche Hand baute schon immer und baut nach den Regeln des VOB und die sind sehr auftraggeberfreundlich. Vor allem aber kennen sich die Beamten damit im Regelfall bestens aus, während zumindest kleinere Auftragnehmer das Vertragswerk ohne größere Hintergrundkenntnisse als Friss-oder-stirb annehmen müssen.
    Es ist auch kein Bausumpf, Schuld ist der Architekt. Der ist für die Planung verantwortlich. Er ist dafür verantwortlich, dass die ausführenden Firmen ausreichend Unterlagen bekommen, um seine Pläne problemlos umzusetzen. Er ist dafür verantwortlich, dass die Baufirmen es gemäß des Planes umsetzen. Bei einer solchen großen Baustelle sollte im Prinzip täglich eine Kontrolle sämtlicher Arbeiten erfolgen, das wird wohl auch passiert sein. Es wird wohl ein reiner Planungsfehler der ausführenden Architekten sein. Falsch geplant und diese falsche Planung dann richtig ausgeführt.


    Zur Absteige am Terrassenufer: Lieber früher als später wegreißen, sonst kommt in wirschaftlich schlechten Zeiten doch noch irgendwer darauf, dass Erhalt und Sanierung (Spatz in der Hand) doch besser sind als abreißen und neubauen.

  • hier noch der VB-Plan 667 zur Glaxo-Erweiterung - in Kraft getreten am: 23.09.2010
    Im Themenstadtplan bekommt man unterschiedlich Einsicht in die groben Inhalte der Bebauungsplanung.
    Grundsätzlich besteht auch ein größerer B-Plan 85 im hier diskutierten Gebiet - vom Mai 2006 - ein Auszug daraus - welchen ich eigentlich ganz gut eingerichtet halte.
    Die Werkserweiterung wird hier mal visualisiert (Auszug aus VB 667). Inwiefern es nichtstörende Auflagen gibt, wäre möglicherweise aus dem auch einsehbaren textlichen Festsetzungen zu erfahren.
    Meiner Meinung nach sollte man prüfen, ob man den VB-Plan 85 nun wieder aufheben möchte oder nicht. Das kann zB eine abwägende Entscheidung der Stadtpolitik sein.


    Der große B-Plan 85 der Stadt lässt eine mE interessante bauliche Entwicklung zu - bis in die Bestandswohnquartiere der Pirnaischen Vorstadt, um keine etwaigen Ersatzneubauten per se auszuschließen. Ausserdem wird klar, dass mit dem B-Plan 85 die Entscheidung gefallen ist, wo und wie die künftigen Erschließungen (Strassen) entstehen werden. Das Hotelhochhaus steht vornehmlich auf einer Vorhaltefläche für ein großes öffentliches Gebäude, was selbst langfristig kaum absehbar ist. Ich vermute, dass unsere Stadt sich künftig kein weiteres kulturelles Flakschiff wird aufbürden können und wollen.