Dresden: Leipziger Vorstadt

  • ^Die Neustadt bzw. Leipziger Vorstadt hatte seit der Wende schon immer ein Problem mit Grafitis, doch die Leute hats bisher noch nicht abgehalten dort hinzuziehen, also denk ich eher weniger das dies der Grund sein wird warum dort kein ordentliches Gebäude z.B. Wohnhaus entstanden ist!


    Die Leute ziehen dort hin, weil es preiswerter Wohnraum ist. Wie ich im anderen Thread ja schon geschrieben habe, sind Immobilien eben nicht mobil. Die stehen nun mal dort und werden genutzt. Aber bevor dort auch nur ein Cent neu investiert werden wird, muss man den Vandalismus in Griff bekommen.


    die schmierereien betreffen nur die erdgeschosszone, halten niemanden vom bauen ab und werden verstärkt entfernt.


    Das ist aber schön. Die Eigentümer entfernen auf eigene Kosten die Schmierereien. Und der eigene Block ist auch nur im Erdgeschoss hässlich. Und es kommen ja auch nur einige neuen Schmierereien nach, welche wieder eine kostspielige Entfernung verursachen...

  • Solche kreativen Fassadengestaltungen aka Leonhard-Str. 40 würde ich mit öfters wünschen. Das sind wahre Hingucker. Super :daumen:


    efhdd : Es gibt Farben, an denen diese "Schmierereien" abperlen. Wenn man die EG damit streicht, hat man Ruh. Dürfte für geplagte Eigentümer auf lange Sicht billiger kommen als ewiges Nachstreichen, wenn man damit in den Szenevierteln nicht klar kommt.

  • Aber bevor dort auch nur ein Cent neu investiert werden wird, muss man den Vandalismus in Griff bekommen.


    Also, wenn du die Neustadt in den 90er mal gesehn hättest dann würdest du feststellen es hat sich dort schon so einiges getan, und Grafitis haben dort nie wirklich gestört und gab es schon immer, und es wurden verdammt viele Cents investiert. Die Neustadt und auch das Hechtviertel sind sehr kinderreich und brauchen sich über die Nachfrage kaum zu sorgen, ausserdem wird dort Geld investiert, in Form von Neubauten (z.B. Kiefernstraße o. Tannenstraße) und es wird renoviert was man an der Farbigkeit der Fassaden sieht.


    Also trotz Grafitis wird dort rege Geld investiert, deshalb gibts ja kaum noch Bauflächen wie Elly gestern gut herrausgestellt hat! Also nicht die Grafitis sind Schuld das derzeitzig weniger dort gebaut wird sondern es sind halt schon die meisten Flächen bebaut oder vergeben und der investor will halt nixs drauf bauen falls die Möglichkeit bestünde oder es werden halt diese billigen Garagen drauf gesetz! Aber die find ich schlimmer als jdes Grafiti ;-) und sind wohl eher ein Grund das dort in nächster Zeit nixs "voluminöseres" entsteht.


    MfG
    Christian

  • Wenn es Nachfrage gäbe, dann würden dort eben nicht ein paar dutzende Fertig-Garagen stehen, sondern ein Investor hätte dem Eigentümer das Grundstück schon für einen höheren sechsstelligen Betrag abgekauft und gebaut...


    Ja, die Dinger sind absolut hässlich, da sind wir uns einig.


    Aber ich würde dort eben, wenn ich das Geld zur Investition hätte, kein Neubau-Projekt hochziehen, weil ich damit rechnen müsste, dass es innerhalb Wochen verschandelt wird. Mieten: ja; Investieren und Eigentümer werden: dort niemals. Da kann ich in so vielen anderen Gegenden in Dresden investieren und muss nicht mit dieser Sorge und diesem finanziellen Risiko leben.

  • ^ man muss natürlich zwischen graffitis und schmierereien unterscheiden, beides wird aber spürbar verstärkt bekämpft, was idR die mieter in ihren hausnebenkosten mittragen und nicht die eigentümer. etliche häuser haben einen graffiti-ex-vertrag, wo innert tagen die leute mit ihrem "zitronenwasser" ankommen und binnen minuten alles abgebraust wird.


    gute graffiti war und wird von den meisten neustädtern positiv gesehen, also mitnichten als hässlich. schmierereien gibt es längst nicht nur im neustadtbereich. andere stadtteile sind - wenn man genau hinschaut - auch nicht anders dran, gleich ob das toleriert ist oder nicht.


    die graffiti-dichte ist jedenfalls kein entscheidungsfaktor für hiesige bauherren. es stimmt nicht, dass die jede fläche für einen hohen geldbetrag mal eben erwerben können. dresdner bauentwickler beklagen die häufige nichtverkaufsabsicht der eigentümer sowie die viel zu hohen preise, die verkaufswillige ergattern möchten. da kann auch durch potente entwickler nicht alles mitgetragen werden, da man irgendwie im kostenrahmen bleiben muss, um vermarkten zu können. scheinbar häufen sich an der rudolfstrasse die entwicklungshemmnisse, aber es ist tatsächlich nur eine einzige strasse, wo es etwas seltsam läuft. vielleicht gehts da ja bald los.

  • Lößnitzstrasse 17 HH - Baubeginn
    schon anfang märz 2014 vorgestellt


    die vorn im bild liegenden spundwände sollen wohl hinten zur anwendung kommen.
    blick von süd. links die nr. 19 mit HH - leider seit langem letztes unsaniertes haus am platze.


    ^das bauschild hatte so ca. mai-juni ein sturm umgehauen und zerfetzt. seit kurzem stehts wieder neu.

  • Baustart für Graffiti-Park am Alexander-Puschkin-Platz


    nach verzögerung entsteht nun doch auf einem grundstück an der leipziger strasse diese freizeitfläche.
    die SäZ berichtet



    Edit: infos auch MiD

    Einmal editiert, zuletzt von Elli Kny () aus folgendem Grund: edit

  • St. Pauli - Friedhof (Hechtviertel)
    (Innerer Neustädter Friedhof)





    vor kurzem wurde die sanierte Figurengruppe "Allegorie der Zeit" durch nachträgliche Zauneinhausung offiziell fertiggestellt. Die Skuptur selbst wurde vor Ort saniert und steht schon so seit ca 1 Jahr. Der Friedhof beherbergt einige schöne Bildhauerarbeiten, auf die nun eine neue Infotafel am Eingang Friedenstrasse hinweist.

    mE wurde auch hier - wie am Zwinger - dieser neumodische Kautschukmörtel zum Schutz übergestrichen.

  • Bilder aus der Oppellvorstadt/dem Unteren Hecht heute morgen:


    1. Aus der Frühzeit der Eisenbahn stammt die markante Bahnunterführung der Tannenstraße. Blick in Richtung Königsbrücker Platz:




    2. Blick durch den Mittelbogen auf die Ruine der Sankt-Pauli-Kirche:




    3. Die neogotische Sankt-Pauli-Kirche am Königsbrücker Platz (Architekt Christian Schramm) wurde 1897 geweiht und in zwei Bombenangriffen im Januar und März 1945 stark beschädigt. Diesen fielen auch zahlreiche Wohnbauten der Umgebung zum Opfer, so dass der Untere Hecht heute einen sehr inhomogenen Eindruck hinterlässt. Seit 1997 wird die Ruine als Theaterspielstätte genutzt und schließlich 2011/12 mit einem Glasdach geschlossen. Der Turm trug einst einen spitzen Helm:




    4. Blick in die Rudolf-Leonhardt-Straße (einst Oppellstraße) talwärts. Das hübsche Eckhaus beherbergt die Sankt-Pauli-Apotheke. Interessant die unterschiedlichen Trauf- und Etagenhöhen der Häuserzeile:




    5. Das nach Süden zeigende Hauptportal der Sankt-Pauli-Kirche. Deutlich erkennbar die Glaswand, die die zerstörungsbedingte Lücke in der Westwand schließt, sowie die transparente Dachkonstruktion:




    6. In der Hechtstraße zeigen sich die Auswirkungen der Luftangriffe besonders in deren oberem Teil. Hier ein Blick talwärts, beachtenswert die neuzeitliche Lückenbebauung auf der linken Straßenseite. Ohne deren grautriste Farbgebung würden sie jedoch einen deutlich besseren Eindruck hinterlassen:




    7. Blick bergwärts. Ein schönes Beispiel für die Wiederaufbauepoche der fünfziger Jahre zeigt sich hier anhand der 30. Grundschule links, die der Sanierung harrt, und der zeitgenössischen genossenschaftlichen Wohnbebauung rechts, leider völlig totsaniert:




    8. Ein Blick zurück. Deutlich erkennbar ist die Grenze des Bombenzerstörungsgebietes, die bereits mit einigen Nachwende-Lückenbauten gefüllt wurde. Während in der unteren Hechtstraße die Bebauung fast komplett überlebt hat, wurde bis zum Knick mit der Kreuzung Buchenstraße fast alles zerstört:




    9. Neubau an der Hechtstraße aus der Nähe. Etwas klotzig geraten...




    10. Erhalten blieben hingegen die beiden großen Eckbauten zur Buchenstraße. Hier befand sich übrigens von 1900 bis 1928 der Endpunkt der durch die Hechtstraße verkehrenden elektrischen Straßenbahnlinie. Diese wurde 1928 bis zum Sankt-Pauli-Friedhof verlängert (der Bahnkörper ist in Form des seitlichen Grünstreifens am Hechtpark noch vorhanden) und nach den Kriegszerstörungen nicht wieder in Betrieb genommen:




    11. Zum Abschluss des Rundgangs der schön sanierte Eckbau an der Buchenstraße. Leider hat es im Mezzanin und im Dachgeschoss nicht mehr für gesprosste Fenster gereicht, was den Gesamteindruck dann doch etwas schmälert:


  • Das gibt mir den (überfälligen) Anlass, mal was zu dokumentieren zur:


    Sankt Pauli Ruine, welche 2011-2012 zum kulturellen Highlight des Hechtviertels umgebaut wurde.


    Lange Jahre fristete die Ruine ein ungenutztes Dasein, erst gegen Ende der 1990er Jahre machten ein paar Theaterenthusiasten den von wildem Wein berankten Bau zu Spielstätte und Treffpunkt.
    wiki/Theaterruine_St._Pauli
    Vorkriegszustand klick hier
    So sah es bis 2011 aus:




    einer der letzten Abende vor dem Umbau - es werden alte Einrichtungen verbrannt


    dann kam der Umbau, allerdings in vereinfachter Form, da eine gläserne "Wolkendachkonstruktion" die Kosten sprengte und als erstmaliges Experiment zusätzliche Risiken beinhaltete. Hier (ganz unten) kann der Ursprungsplan betrachtet werden.


    dann begann der Umbau mit Sicherung der Ruine


    Der wilde Wein musste weichen, aber auch eine Schallschutzmauer zum Nachbarmietshaus, wo es vormals zahlreiche Lärmbeschwerden gab. Es wurden unterirdisch ein Sanitärbereich sowie ein Behindertenzugang eingebaut.
    Seitdem präsentiert sich das Antlitz folgendermassen:





  • In den Scheunenhöfen…

    ...oder in der Rudolfstraße und Umgebung: In diesem Teil der Leipziger Vorstadt befanden sich seit dem Altendresdner Stadtbrand 1885 die wegen der Feuergefahr ausgelagerten Gehöfte der Ackerbürger. Die Hauptachse der neben den Scheunen auch aus weiteren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden bestehenden Ansiedlung bildete die heutige Rudolfstraße. Die ursprüngliche Bebauung wurde im 19. und 20. Jahrhundert allerdings nahezu vollständig durch gründerzeitliche oder neuere Großwohnbauten ersetzt, so dass der ursprüngliche ländliche Charakter kaum noch nachzuvollziehen ist.
    Zur Geschichte des Scheunenhofviertels kann man sich hier noch näher informieren:


    http://www.dresden-neustadt.de…strasse/rudolfstrasse.htm
    http://de.wikipedia.org/wiki/Scheunenhofviertel


    Bild 1: Der Eingang der Rudolfstraße in der Lößnitzstraße, die Großenhainer und Königsbrücker Straße verbindet und dabei das Vorfeld des Neustädter Bahnhofes unterquert; in dem markanten Eckhaus befand sich bis letztes Jahr die Gaststätte „Goldener Pfeil“, in der man sich glatt 40 Jahre zurückversetzt sah. Schade drum! :




    Bild 2: Blick in die Rudolfstraße, der Hauptachse der einstigen Scheunenhöfe:




    Bild 3: Ecke Fritz-Hoffmann-Straße/Rudolfstraße mit Bäckerei; deutlich sichtbar ist die Senke in der Straße, die den Scheunenhöfen zu einer architektonischen Eigenheit verhilft, die zumindest in Dresden wohl beispiellos sein dürfte. Mehr dazu in den folgenden Bildern:




    Bild 4-7: Die „Telle“, Rudiment eines ehedem hier verlaufenden Altelbarms, sorgt bei starken Niederschlägen oder Hochwässern auch heute noch gern für eine unerwünschte Badelandschaft. Daher gab es offensichtliche Bestrebungen, diese zu verfüllen und das Niveau den umgebenden Straßenzügen der Großenhainer und Friedensstraße anzupassen. Aus diesem Grund wurden zumindest bis Ende der zwanziger Jahre bei allen in der Telle errichteten Häusern die Kellerzonen in Erdgeschosshöhe angelegt und die Eingänge, oft provisorisch, so gestaltet, dass sie bequemlos höherzulegen gewesen wären. Die Begradigung wurde allerdings nie in die Tat umgesetzt. Spätere Bauherren waren weniger schlau…








    Bild 8 und 9: Selbst bei den großen, Ende der 1920er Jahre errichteten Genossenschaftsbauten behielt man diese Vorgehensweise (noch) bei:





    Bild 10: Der einzige überlebende Bau aus der Scheunenhöfe-Zeit befindet sich in der Rudolfstraße 9 und duckt sich verschämt hinter die Brandwand seines gründerzeitlichen Nachbarn:




    Bild 11: Blick zurück in Richtung Lößnitzstraße. Neben der Senke ist deutlich erkennbar, dass die Rudolfstraße bis heute noch ihrer Fertigstellung harrt, denn keine der Lücken ist kriegsbedingt. Sie ist damit ein wunderbares Beispiel für den interimistischen Zwischenzustand vieler Gründerzeitviertel, deren komplette Bebauung sich oft über Jahrzehnte hinzog und manchmal, wie auch hier, nie einen Abschluss erfahren hat. Derartige Beispiele gibt es in Dresden übrigens einige…


  • Teil 2: In der Umgebung der Scheunenhöfe:

    Bild 12: Im folgenden noch einige Aufnahmen aus der Umgebung der Rudolfstraße. Hier eine „Totale“ der Ottostraße, die die prachtvolle Magistrale in ihrer kompletten Länge zeigt. Auffällig auch hier der provisorische Niveauausgleich zwischen der Telle im Altelbarm und der Friedensstraße entlang dessen ehemaligen Ufersaums:




    Bild 13: Blick in die Gegenrichtung von der Friedensstraße in die Telle. Der Bauherr des Nachwende-Neubaus hat sich seine Umgebung offensichtlich nicht so genau betrachtet, sonst wäre er wohl kaum auf die fragwürdige Idee gekommen, das Erdgeschoss straßenbündig zu errichten. Wasser marsch, kann man da nur sagen…




    Bild 14: Blick durch die Friedensstraße in nördliche Richtung, rechts die Umfassungsmauer des 1732 hierhin verlegten Inneren Neustädter Friedhofs.




    Bild 15: Eingang des Inneren Neustädter Friedhofs an der Ecke Friedensstraße/Conradstraße:




    Bild 16: Blick entlang der Conradstraße durch die Telle in Richtung Hansastraße. An dieser endet mittig in der Senke die Rudolfstraße und damit die ehemaligen Scheunenhöfe. Nördlich schließen sich heute Kleingärten auf den ehemaligen Feldern an. Leider auch hier auffällig die Verhunzung durch einen Supermarkt-Fertigbau, der eine städtebauliche Abrundung des noch unfertigen Gebietes auf absehbare Zeit verhindern wird:




    Bild 17: Man dünkt sich fast in Leipzig… Blick durch die Conradstraße in Richtung Bischofsplatz, rechts wieder die Friedhofsmauer, links große Gründerzeitler:




    Bild 18: „Leipzig“ zum zweiten: Die Helgolandstraße in ihrer Gesamtlänge, im Hintergrund der Hochdamm der mit dem Bau des Neustädter Bahnhofs hierhin verlegten Leipzig-Dresdner Bahn:




    Bild 19: Am Bischofsplatz, im Hintergrund längs der Bischofsweg, in der Mitte die Einmündung der Johann-Meyer-Straße:




    Und zum Schluss Bild 20: Blick in den Bischofsweg in Richtung Königsbrücker Straße. Damit schließt sich der Kreis mit meinem sonntäglichen Rundgang. Standort ist übrigens unter dem zukünftigen S-Bahn-Haltepunkt Bischofsplatz.




    antonstädter

  • Marina Gardens Update

    SZ-Artikel vom 22.01.2015


    - der Bebauungsplan soll verkleinert werden
    - Vorschlag J. Lichdi: an der Verlängerung der Erfurter Straße und an der Leipziger Straße können ein- bis zweireihige Häuser mit max. 4. Geschossen errichtet werden
    - aber keine Bebeuaug bis an die Elbe
    - es gab auch schon ein Treffen mit Frau Töberich jedoch lässt eine Einigung noch auf sich warten


    MfG
    Christian


    PS: antonstädter : Danke für den schönen Fotorundgang, da hast das Wetter aber gut abgepasst.

  • Antonstädter, herzlichen Dank für deine Fototour durch die Scheunenhöfe in der Leipziger Vorstadt! Sehr sehens- und lesenswert; inbesondere die Erklärung mit dem Altelbarm. Als unaufmerksamer Passant ist mir die Höherlegung der Erdgeschosszone nicht mal aufgefallen :confused:

  • Die Fläche zwischen den Hinterhäusern und dem altem Bahngleis sollten doch auch noch entwickelt werden. Parkplätze und Spielplatz hab ich da in Erinnerung.