Baugeschehen: Kappel / Kapellenberg

  • Die Hansa Real Estate kündigt die Sanierung des denkmalgeschützten Mehrfamilienhauses Neefestraße 55 an (Webseite, Luftbild). Geplant sind neun Wohneinheiten mit einer Größe von 41 m² bis 117 m², mit Einbau wertiger Parkettböden, einer Fußbodenheizung, strukturierter Netzwerkverkabelung sowie moderner Sanitär- und Fliesenlinien von namhaften Herstellern. Ich habe den Eindruck, als wäre das erst vor kurzem unter Denkmalschutz gestellt worden, vielleicht sogar als Unterstützung für die geplante Sanierung. Sonst hätte es dank (dwt). auch schon ein Foto gegeben, mit dem ich so leider nicht dienen kann.

  • Laut Tag24 (Link) soll das Straßenbahndepot Kappel als Kulturhauptsprojekt entwickelt werden. Ein konkretes Konzept über bauliche Maßnahmen, Gastronomie, Veranstaltungen und Ausstellungen im geplanten Mobilitätscampus soll im 4. Quartal stehen. Begonnen werden soll mit der Schmiede als ältestem Gebäude, für das die CVAG Ende 2020 schon eine Notsicherung des Daches vorgenommen hat. Auch das Straßenbahnmuseum soll einbezogen werden.

  • Update zum ehemaligen Braustolz Gelände


    "120 hochwertige Wohnungen" in Kappel sind eine Ansage. Bin auch gespannt, ob tatsächlich weitere Engagements folgen werden. Kulturpalast und Brauereigelände sind ja signifikante Projekte, in der Reihe weiterzumachen erfordert einiges an Geld und Vertrauen in den Chemnitzer Immobilienmarkt. Wäre auf jeden Fall erfreulich und im Rahmen der Kulturhauptstadt 2025 auch ein Fingerzeig, wo die Reise hingehen könnte.

  • "In Kappel" ist glaube ich nicht richtig, Google Maps zeigt es als Altendorf, an der Grenze zu Schönau, Kappel selbst reicht nur bis zum Kappelbach. Altendorf und Schönau sind gefragt, gute Schulbezirke, gute Infrastruktur... aber ja, 120 höherpreisige Wohnungen sind sportlich. Man sieht an Chopinstraße, Ulmenstraße, Humboldthöhe, wie vergleichsweise lange dann doch derartige Wohnungen inseriert sind.

  • Für mich sind diese Bauvorhaben direkt an der Chemnitz immer unvorstellbar.

    Ein weiteres Highlight ist die Tiefgarage.

    Viel Spaß beim nächsten Hochwasser. Das Konzept direkt am Falkeplatz mit den Parkplätzen im EG halte ich für das einzig logische in einem Gebiet was bei Überschwemmungen immer gefährdet ist.

  • Das Hochwasserthema ist natürlich berechtigt, an dieser Stelle jedoch nicht zutreffend: https://www.chemnitz.de/chemni…wuerschnitzzwoenitz_3.pdf


    Außerdem finde ich, dass Hochwasser vor den Städten und Siedlungen durch Überflutungsbereiche und Auengebiete gesammelt und umgeleitet werden sollen und müssen. Ansonsten haben wir das Problem, das zahlreiche Flächen unserer Städte und Siedlungen einfach nicht mehr dem Siedlungsbau dienen können (nicht nur Wohnhäuser sondern auch technische Infrastruktur wie Straßen, Kanäle oder Erdkabel) und wir dementsprechend nach außen wachsen müssen, was wiederrum andere Ressourcen verbraucht und die Siedlungsbereiche nur unnötig aufbläht (Infrastruktur, Verkehr, etc.). Ich sehe - auch in Hochwasserbereichen - die Innenentwicklung einer Stadt übergeordnet. Das angesprochene Gebäude am Falkeplatz zeigt doch, wie so etwas funktionieren kann.


    Das oben gezeigte Neubauobjekt gefällt mir sehr gut - der Klinker passt sich gut in das Altindustriegebiet ein und greift regionale Baumaterialien auf. Auch die Kubatur finde ich an dieser Stelle gelungen.

  • Die Stelle ist im Extremhochwassergebiet trotzdem enthalten. Und ich bin mir nicht sicher, auf welcher Seite des Flusses die Mauer aktuell niedriger ist - seit 2005 (von da ist die Karte) hat sich auf jeden Fall noch mal was geändert. Der Bau am Falkeplatz hat aber eben keine Tiefgarage und das Wasser kann einfach durchlaufen, sollte es wirklich zum besagten Extremhochwasser kommen.


    Das Gebäude an sich gefällt mir allerdings auch, nur finde ich den Bauort eher nicht ideal.

  • Naja, wenn man sich die Extremhochwasserlinie anschaut passiert genau das, was ich oben meinte: weite Teile der Stadt sind eigentlich nicht mehr bebaubar... Und das kann und soll ja eigentlich auch nicht der Sinn sein, weil wir sonst ins Umland ausweichen müssen. Das HQ300 in der Karte (die rote Linie) besagt zudem, dass es sich um ein im Mittel 300-jährliches Hochwasser handelt. Aufgrund dessen die Bebauung des Gebietes zu verhindern, fände ich schon arg übertrieben. So lange wird das Gebäude da gar nicht stehen :P

  • Ich bin mir gerade gar nicht sicher, ob die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung für den Bereich der Zwickauer Straße zwischen Industriemuseum und A72 hier schon mal gezeigt und besprochen wurden.


    Kurz ein paar Eckpunkte:

    - für den Bereich der Zwickauer Straße soll ein städtebaulicher Rahmenplan erstellt werden, der Entwicklungsmöglichkeiten für das Gebiet zwischen Kappelbach und Gleisanlage sowie Industriemuseum und Autobahn aufzeigt

    - der städtebauliche Rahmenplan gilt als Voraussetzung für Zuwendungen aus der Städtebauförderung

    - dazu hatte die Stadt Chemnitz im Sommer und Herbst 2020 zu einem Bürgerdialog geladen bzw. eine Online-Befragung durchgeführt

    - laut Bürgerbefragung bzw. Online-Umfrage sind den Teilnehmer*innen die Wanderer-Werke, der Kappelbach sowie das ehemalige Braustolz-Areal besonders wichtig

    - Potentiale sehen die Teilnehmer*innen in einer Aufwertung der Freiflächen hin zu Grün- und Aufenthaltsräumen, einer Meile der Industriekultur sowie mehr Freizeit- und Bewegungsorten

    - als Probleme werden neben Leerstand und Verfall auch die überwiegend autoaffine Nutzung des öffentlichen Raumes sowie das diffuse Erscheinungsbild des Gebietes genannt


    Die Planungsbüros Yellow Z und Hoffmann-Leichter haben daraus gemeinsam mit bgmr Landschaftsarchitekten offenbar bereits im Oktober letzten Jahres erste Ergebnisse vorgestellt. Dazu wurden vier Bausteine entwickelt: Gewerbe, Wohnen und Begegnung, Grünraum bzw. öffentlicher Raum und Klima sowie Mobilität und Bewegung.


    1. Gewerbe:

    - hier spielt vor allem die Um- und Neunutzung leerstehender und brachgefallener Standorte eine große Rolle

    - Suche nach Zwischennutzungen

    - Ausschluss von "Negativ-Nutzungen" in der ersten Reihe zur Zwickauer Straße (ich glaube damit sind bspw. Autohändler gemeint)

    - Ansiedlung von innovativen und vielfältigen Arbeitswelten

    --> Klingt am Papier erstmal alles sehr gut, allerdings verrät die Präsentation nicht die Schritte dazu
    --> Wie geht die Stadt mit Eigentümern um, die kein Interesse an einer Sanierung bzw. Neunutzung ihrer Standorte haben oder wo die Eigentümer nicht zu fassen sind?

    --> Wie und womit können die riesigen Industriestandorte eigentlich gefüllt werden? Alleine die Wanderer-Werke haben (grob bemessen) eine Fläche von rund 35.000 m2 - was soll damit passieren?
    --> Inwieweit kann ein gesamtstädtisches Leerstandsmanagement bei der Vermarktung und beim Verkauf leerstehender Industriestandorte helfen?


    Etwas weiter hinten in der Präsentation wird die Möglichkeit eines Stadtteilzentrums in den Wanderer-Werken für den Bereich genannt. Allerdings - bei ungefähr 1.800 Einwohnern im Gebiet - halte ich auch dafür die Fläche für zu groß.


    2. Wohnen und Begegnung:

    - als Vorteil wird das Vorhandensein verschiedener Wohntypologien genannt

    - Abnahme der Bebauungsdichte auf relativ kurzer Distanz, von urban zu ländlich

    - Schaffung von Prioritäten bei der Neubebauung und Nachverdichtung (bspw. Kreuzungsbereiche)

    - Schaffung von Sanierungsanreizen (Städtebauförderung?)

    - Schaffung von Begegnungsorten auf Frei- und Brachflächen

    --> persönlich finde ich die Bebauung entlang der Zwickauer Straße überaus spannend, problematisch sehe ich aber eine Bebauung durch z.B. Einfamilienhäuser im urbanen Teil, die aus meiner Sicht das diffuse Erscheinungsbild des Ortes nur weiter verstärken würden

    --> Nachverdichtung halte ich für überaus wichtig um wieder städtebauliche Kanten zu erhalten, allerdings glaube ich hier noch nicht an gesteigerte Neubauaktivitäten solange es in deutlich "attraktiveren" Lagen (Kassberg, Sonnenberg, Zentrum) noch erhebliche Flächenpotentiale für Neubauten gibt

    --> hinzu kommt noch immer hohe Leerstandsquote

    --> Neubau aus meiner Sicht sehr langwieriger Prozess wenn entweder Bevölkerung wächst oder Gebiet massiv aufgewertet wurde

    --> Idee der Pocket-Parks und Interventionsflächen für 2025 gefällt mir ausgezeichnet (bspw. Parade der Apfelbäume = Neupflanzung von 3000 Apfelbäumen in der Stadt auf Brach- und Freiflächen)


    3. Grün- und Freiflächen:

    - Renaturierung Kappelbach

    - Schaffung von Aufenthaltsmöglichkeiten am Wasser

    - Gestaltung einer grünen Mitte

    - Brachflächen zu Pocket-Parks

    - Idee der Schwammstadt

    - Pflanzung von Straßenbäumen entlang der Zwickauer Straße

    --> Verknüpfung von Altindustrie und Natur sehr spannend und meiner Meinung nach auch einzigartig

    --> Prinzip der durchgrünten Gartenstadt vs. dichte und lebendige Stadt?

    --> Aufwertung des Straßenraumes durch Straßenbäume überfällig

    --> Neuordnung vernachlässigter Grünräume wie beim alten Güterbahnhof als Chance zur Erhöhung der Attraktivität des Wohnstandortes

    --> Umsetzungszeitraum würde ich hier spannend finden; für mich handelt es sich dabei eigentlich - gemeinsam mit einer Verkehrslösung (Punkt 4) um die ersten Schritte: welche Flächen sind potentielle Verdichtungsflächen und welche Flächen sollen zukünftig als Grün- und Freiräume fungieren

    --> erst mit Aufwertung des Umfeldes kommt überhaupt eine Neubebauung in Betracht


    4. Mobilität und Bewegung:

    - autoaffin geprägter Straßenraum mit breiten Verkehrsflächen und schmalen Gehwegen

    - mangelnde (ich würde sagen fehlende) Aufenthaltsqualität

    - Senkung des Verkehrsaufkommens (warum hier die Weiterführung des Südrings bis zur Zwickauer Straße noch eine Rolle spielt, verstehe ich nicht)

    - Einbindung einer Straßenbahn in den Straßenverlauf

    --> Verkehrslösung erster Schritt zu einer Verbesserung der Gesamtsituation
    --> Verbesserung der "Randbedingungen" als Voraussetzungen für private Sanierungen


    Alle Ergebnisse gibt es hier:

    https://chemnitz.de/chemnitz/m…auerstr_praesentation.pdf


    Im Folgenden wird nun ein Maßnahme- und Umsetzungskonzept mit den konkreten Maßnahmen erarbeitet, welches dann in den Rahmenplan mit eingearbeitet wird. Am 21.07.2021 hatte der Stadtrat bereits - vorbehaltlich der Bereitstellung von Fördermitteln - die Ausweisung des Fördergebietes "Zwickauer Straße" beschlossen.

  • Naja, wenn man sich die Extremhochwasserlinie anschaut passiert genau das, was ich oben meinte: weite Teile der Stadt sind eigentlich nicht mehr bebaubar... Und das kann und soll ja eigentlich auch nicht der Sinn sein, weil wir sonst ins Umland ausweichen müssen. Das HQ300 in der Karte (die rote Linie) besagt zudem, dass es sich um ein im Mittel 300-jährliches Hochwasser handelt. Aufgrund dessen die Bebauung des Gebietes zu verhindern, fände ich schon arg übertrieben. So lange wird das Gebäude da gar nicht stehen :P

    Naja, in anderen Städten gibt es glaube ich neben dem Fluss durchgängig grüne, unbebaute Ufer so dass der Fluss in diesem Bereich mehr Platz auch bei Hochwasser hätte. Das ist selbst landschaftlich und städtebaulich gar nicht mal so uninteressant. Somit würde auch das in der Zeit von OB Ludwig erwähnte grüne Band entlang des Flusses geschaffen - eine Art durchgängiger Park entlang des Flusses, der durch die ganze Stadt führt. Aber wenn man sich die Neubauten in der Stadt seit den letzten Hochwassern teilweise so anschaut, fragt man sich wo da zum Beispiel großartig auf Nichtbebauung der Uferbereiche geachtet wurde.

  • Aber es macht ja einen Unterschied, ob - wie bspw. in Dresden - der Fluss samt seiner Auen Teil des Stadtbildes ist, oder ob es sich um einen seit Jahrhunderten kanalisieren Fluss handelt, der schon immer dicht umbaut war. Letzteres würde ich sagen, trifft auf Chemnitz zu. Diesen Bereich freizuhalten, halte ich für nicht sinnvoll. Demnach könnten auch der Hartmannplatz und weite Teile der Innenstadt nicht bebaut werden weil sie innerhalb des möglichen Überflutungsbereiches liegen. Hier müssen außerhalb der Stadt Bereiche geschaffen werden.


    Das grüne Band entlang der Chemnitz, welches Teil der Kulturhauptstadt-Strategie ist, ist ja auch nach wie vor geplant. Aber halt nicht entlang der gesamten Chemnitz.

  • Wenn man für Neubauten zumindest einen Mindestabstand zum Fluss einhalten würde, wären zumindest diese beim nächsten Hochwasser weniger betroffen. Bei Bestandsbauten/Straßen am Fluss ist das was anderes, die können ja bleiben und man muss dort halt mit dem Risiko leben. Aber den Rest der Flächen entlang des Flusses kann man schon so weiterentwickeln, dass grüne Uferbereiche entstehen und vor allem keine neuen Bauten in Flussnähe errichtet werden.

  • Die Freie Presse berichtet heute über erste Pläne bzw. Ideen fürs Straßenbahndepot Kappel als Kulturhauptstadtprojekt, die unter der Bezeichnung "Garagen-Campus" laufen. Es handelt sich aktuell wohl nur um Entwürfe mit unklarer Realisierungsungsperspektive, deren vollständige Umsetzung bis 2025 im Artikel als "unwahrscheinlich" eingestuft wird.


    - Das denkmalgeschützte Gebäude in zweiter Reihe parallel zur Zwickauer Straße soll bis aufs Erdgeschoss abgerissen werden, weil der Zustand zu schlecht wäre. Es soll ein "Vertical Kappel" genannter Neubau übergestülpt werden, mit darauf platzierten Straßenbahnwagen, wofür sich auf dieser Webseite auch eine Visualisierung und hier ein paar weitere Ansichten finden lassen. Wer es ganz ausführlich will, kann sich in eine Konzeption vertiefen.

    Vertical_Kappel_2_FRIDA_Architekten.max-1920x1080.jpg

    Quelle: FRIDA Architekten


    - Zusätzlich ist eine Brücke ("The Bridge") vom Depot über die Straßenbahntrasse und den Kappelbach zum Schönauer Hang geplant, die drei Etagen haben soll.


    Soviel zur Meldung, jetzt kommt meine Meinung. Und die fällt ganz schlecht aus, auch wenn ich damit wohl eher allein bleiben werde, weil ja niemand bei solch tollen Kulturhauptstadtprojekten als Banause dastehen will und deshalb alle des Kaisers neue Kleider bewundern werden:


    - Chemnitz bleibt sich jedenfalls treu und nutzt auch hier Fördergelder konsequent für den Abriss von vorher heruntergewirtschafteter Denkmalsubstanz. Die Setzkastenoptik des Neubaus rechtfertigt das ebenso wenig wie die unklare Nutzungsperspektive, die in dem auf jeden Fall noch sanierungsfähigen Denkmal genauso und kostengünstiger umgesetzt werden könnte. Die Architektursprache der "zeitgenössischen Ergänzung" halte ich für alles andere als überzeugend. Die Verknüpfung von Altbauten und kontrastierenden modernen Elementen ist eine der schwierigsten architektonische Aufgaben, die wie in diesem Fall schnell scheitern kann.


    - Was dann eine unbezahlbar teure Brücke ins Nichts für einen Sinn haben soll, bleibt mir völlig rätselhaft. Das wird auch nicht dadurch besser, dass es sich um eine "Bridge" handelt.

  • ^ Mir gefällt der Entwurf sogar sehr gut. Ich finde den Kopf des Altbaus nicht wirklich erhaltenswert - und ich gehe davon aus, dass auch eher die wirklich sehenswerte Halle des Depots hier den Denkmalstatus besitzt. Von daher finde ich den Erhalt der Halle sowie den Umbau des Altbaus davor sogar eine sehr gelungene Lösung, die es auch aufgrund der Höhe schafft, positiv in die Zwickauer Straße zu strahlen. Zu einem Nutzungskonzept findet sich noch nicht viel. Sollte es hier konkreter werden, würde ich mich über eine Umsetzung wirklich sehr freuen.

    Zur Brücke: die Idee einer Brücke finde ich generell sehr gut. Die Anbindung in Richtung des Hanges macht aber wirklich nicht viel Sinn. Schön wäre eine Brücke über die Zwickauer Straße, die zum einen den perforierten Raum auf der anderen Seite des Straßenbahndepots einbindet und zum anderen Ausblicke auf die Altindustrieanlagen der Umgebung bietet.

  • :keineahn:


    Ist das nur ein Grundkonzept bzw. was würde man noch ändern? Wenn es bei diesem Konzept speziell um Straßenbahnen gehen soll, hätten -wie in den Entwürfen ansatzweise schon zu sehen- außen ringsum den Bau gestapelte Straßenbahnwagen vielleicht etwas Interessantes und Einmaliges.


    Aber wenn man kurz in das Konzept liest, scheint der Garagencampus noch mehr als "Straßenbahnmuseum" zu umfassen.


    Es soll extra eine Halle/Gebäude des Straßenbahndepots teilweise zurückgebaut und ein mehrstöckiger Bau für viele angestrebte Nutzungsoptionen errichtet werden (stehen in dem von lguenth verlinkten Konzept) - während entlang der Zwickauer schon einige Industriedenkmäler genug Platz und Stockwerke für derartige Nutzungsvielfalt bieten würden, bei denen man sich ebenso über eine Sanierung und Perspektive freuen würde: Beispielsweise nicht weit entfernt der riesige Wandererbau. Die Brücke kann ich an dieser Stelle auch nicht ganz nachvollziehen?

  • Die Wandererwerke sind in Privatbesitz und sicher nicht günstig. Sofern der Eigentümer die Werke der Stadt bzw. der Kulturhauptstadt GmbH nicht zu günstigen Konditionen überlässt, wird man an die leider nicht rankommen. So verhält es sich übrigens mit fast allen Industrieruinen in der Stadt. Das Straßenbahndepot gehört (höchstwahrscheinlich) der Stadt bzw. ihren Verkehrsbetrieben… noch drei Jahre sind ja auch nicht mehr so viel Zeit um hier erst groß die Eigentumsverhältnisse zu klären. Ich kann mir aber vorstellen, dass aus einem vernünftigen Konzept zum Straßenbahndepot bzw. zum generellen Umgang mit der Zwickauer Straße in Zukunft auch die Eigentümer Anreize finden, in ihre Ruinen zu investieren.

  • Ich kann mir aber vorstellen, dass aus einem vernünftigen Konzept zum Straßenbahndepot bzw. zum generellen Umgang mit der Zwickauer Straße in Zukunft auch die Eigentümer Anreize finden, in ihre Ruinen zu investieren.

    Wollen wir es hoffen! ;)

  • Wie die Freie Presse vor ein paar Tagen verkündete, gibt es wohl Pläne, aus der Zwickauer Straße eine Tempo 30 Zone zu machen, um dem Leerstand dort zu begegnen (https://www.freiepresse.de/che…r-strasse-artikel12274448). Zusätzlich soll ein Sanierungsgebiet im Bereich zwischen Kappler Drehe und Bahnstraße in Schönau ausgewiesen werden. Der Artikel befindet sich hinter der Bezahlschranke, deshalb kann ich den leider nicht lesen. Gestern meldete dann die Freie Presse (ebenfalls Bezahlartikel), dass es um das Sanierungsgebiet offenbar Streit gab und nun wohl doch nicht eingerichtet werden soll (https://www.freiepresse.de/che…hn-plaene-artikel12278057). Zudem seien durch die Tempo 30 Zone die Straßenbahnpläne nicht mehr durchsetzbar. Das verstehe ich nicht.


    Dazu meine Gedanken:

    1. Eine Tempo 30 Zone kann durchaus Sinn machen, jedoch ist die Geschwindigkeit der Fahrzeuge dort im genannten Bereich ab Kappler Drehe in Richtung stadtauswärts nicht das grundlegende Problem. Die Straße ist insbesondere nachts sehr gruselig - es fehlt in weiten Teilen der Straße an Beleuchtung. Auch der Straßenquerschnitt ist hier nicht wirklich attraktiv, es mangelt an Gestaltung und Gliederung im öffentlichen Raum. Meiner Meinung nach muss die ganze Straße dort anders gedacht werden: Tempo 30 Zone, Parktaschen an den Rändern mit Baumpflanzungen und Beleuchtung, Reduzierung der Spurbreiten und die Straßenbahn in Mittellage (ohne eigenen Gleiskörper). Es gibt für den überregionalen IV keinen Grund dort langzufahrend - dazu existiert die Neefestraße. Die Zwickauer Straße sollte als reine Quartiersstraße (wie die Zietenstraße) gedacht werden. Für mich persönlich besitzt die Zwickauer Straße ein unfassbar großes Potential.


    2. Ein Sanierungsgebiet ist dort natürlich notwendig. Mich würde der Grund für den Streit interessieren, der offenbar zum Aus für das Sanierungsgebiet geführt hat. Im Sanierungsgebiet sind neben der Sanierungsförderung auch Neubauten im Bestand förderfähig. Hier sehe ich - nach der Verkehrslösung als erstem Schritt, die ja aber zu Beginn auch mal temporär sein kann - die GGG als Akteur zur Nachverdichtung in gewissen Bereichen. Zur Nachverdichtung und Nutzung der vorhandenen Potentiale gibt es eine super schöne Studie zur Entwicklung der Zwickauer Straße mit einer Abfolge von Sanierungen, Neubauten und Grünflächen, sogenannten Pocket-Parks. Hier die Vorstudie: https://www.chemnitz.de/chemni…auerstr_praesentation.pdf

    Im Grunde liefert die Studie schon so viele tolle Ideen. Hier wäre es notwendig langsam mal zu beginnen und nicht wieder beim Urschleim zu beginnen... Offenbar ist es aber so, dass die Stadträte von CDU, AFD und rund um den Neonazi Kohlmann kein Interesse an der Entwicklung dieser für Chemnitz und für die Identität der Stadt wichtige Magistrale haben.


    3. Warum eine Tempo 30 Zone die Straßenbahnpläne durchkreuz erschließt sich mir nicht. Ich kenne allein in Wien hinderte Tempo 30 Zonen, in der trotzdem Straßenbahnen fahren. Hier werden Argumente vorgeschoben am am Status Quo nichts ändern zu müssen. Das ist feige.