Leipzig: Neubau der SAB (Bauphase)

  • Und passend dazu Ergänzungen von der Straße aus.



    An der Keilstraße wurden bereits vier bis fünf Stockwerke bzw. zwei bis drei Obergeschosse erreicht.



    Beim zweiten Obergeschoss wird die Decke hergestellt.



    Und hier wird beim dritten Obergeschoss die Decke errichtet.



    An der Keilstraße Ecke Nordstraße wird ein Gerüst für den Säulenbau aufgebaut.



    Der Neubau an der Nordstraße.



    Hier erhält das dritte Obergeschoss seine Decke.



    Und an der Nordstraße Ecke Packhofstraße.



    Und zum Schluss ein Blick vom Tröndlinring aus.

  • An der SAB-Bank ist in der letzten Woche begonnen worden, mittels Autokran die kilometerlangen Betonstützen des Daches einzubauen...


    Fußpunkt:


    Kopfpunkt:

    Hier werden dann noch pilzförmige Stb.-Kapitelle aufgesetzt. Sie liegen schon bereit.


    Und hier noch ein Übersichtsbild vom späteren Hof aus.

  • ^ Ahh, perfekte Bilderergänzung.


    In den letzten zwei Wochen wurde das gigantische Leergerüst an der Ecke Keilstraße / Nordstraße gebaut, dann die Schalung für das Dach obendrauf. Seit vorigem Donnerstag werden jeweils an den Standorten der Stützen runde Löcher in der Schalung geöffnet, durch die die (geschätzt) mind. 17m langen Fertigteilstützen von oben hineingelassen werden. Dann kommen die erwähnten Betonkapitelle drauf und die Dachplatte kann bewehrt und gegossen werden. Ganz schön aufwändige Geschichte...
    Auch, wenn die Livestreams von Zeit zu Zeit nicht funktionieren, ist die Seite mit den drei Baustellen-Webcams immer wieder sehr zu empfehlen.

  • Die Raumwirkung mit dem teilweise aufgelösten Blockrand macht jetzt schon einen gute Eindruck. Das wird ein Klassenunterschied im Blockrand machen. Die Art mit der Raumkannte im Blockrand zu jonglieren ohne den Rahmen zu sprengen, erinnert stark an den "Axel Springer Campus" in Berlin. Auch wenn in den Dimensionen wesentlich kleiner ausfallen.


    Deswegen finde ich dennoch, dass man den Bau um mindestens ein Geschoss zu niedrig baut. Die Oberkannte müsste über der Traufe der umliegenden Gebäude und nicht wie nun, an der Traufe, abschließen.

  • Das einfädeln der Stützen ging heute auch den ganzen Tag.





    Verwunderlich ist das das Gebäude im Winter beheizt wird.
    So wie es aussieht wird an den runden Trockenbaulogen gearbeitet die im EG stehen.

  • Rohbau fertiggestellt

    Laut aktuellen LVZ-Artikel ist der Rohbau fertigstellt. Mit dem Bezug der SAB durch bis zu 500 Mitarbeiter ist in zwei Jahren (Frühjahr 2021) zu rechnen. Die Baukostenschätzung hat sich zuletzt von 161 Mio. auf 158 Mio. (vielleicht auch 145 Mio.) leicht reduziert - laut Entwurfsplaner waren zu Beginn 107 Mio geplant. :2cents:

  • Ergänzungen vom 28. März 2019



    Nahaufnahme der Säulen, die mit Kegeln die Decke verbinden.



    Ein Teil vom Säulenwald.



    Nahaufnahme der Decke.



    Blick ins Innere.



    Geschwungene Dachlandschaft.



    Blick von der Packhofstraße auf den Rohbau.



    Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage.

  • Ich konnte mich nun auch einmal persönlich davon überzeugen. Der Effekt wird durch die Säulen noch einmal wesentlich verstärkt und das Ensemble dadurch in die Höhe gezogen. Die Wirkung im Blockrand dadurch schon gewaltig.


    Kann man dem alten "Svenni" Morlok vorhalten was man will. Aber mit der Entscheidung die SAB zu dem Finanzstandort in Mitteldeutschland zu verlegen (dass man im Elbtal ins Kissen weint weil man nicht ins wilde Leipzig will, konnte ja niemand so richtig wissen) hat der Stadt ein Stadtbild prägendes Gebäude beschert.


    Der Neubau wird eine der Initialen von Leipzig als eine moderne europäische Großstadt. Ich freue mich auf die Fertigstellung!

  • Zitat

    Der Neubau wird eine der Initialen von Leipzig als eine moderne europäische Großstadt. Ich freue mich auf die Fertigstellung!


    Naja, man sollte hier mal realistisch bleiben. Es ist eben das, was eine "deutsche Großstadt" als modern ansieht. In China oder den Emiraten lacht man sich darüber einen Ast um ehrlich zu sein.


    Die Optik ist doch sehr 90-er Jahre Retro geworden, erinnert etwas an das Band des Bundes im Berliner Spreebogen. An dieser Stelle für Leipzig nicht schlecht, aber als Initialzündung für eine europäische Großstadt? Ich denke, es geht auch eine Nummer kleiner und realistischer.


    Leider ist dies aber genau der Sprech, dem die Regionalpolitiker immer aufsitzen. Was wurde mit genau dieser Sprache in den letzten 70 Jahren seitens der Architekten und der Kulturlobby den Städten nicht alles für ein Müll verkauft. Das ganze Dilemma deutscher Städte geht genau auf diese Analogie zurück.


    Modern ist nicht das, was einem heute im Mantel des hippen und zeitgemäßen verkauft wird, sondern das, was für Menschen attraktive Stadträume schafft, um sich heimisch und geborgen zu fühlen. Ich kann nicht erkennen, wie eine flächendeckende Anwendung des oben gezeigten Gebäudes dies leisten können sollte. In Leipzig ist dies mit dem vielleicht größten Bestand an Altbauten in einer deutschen Großstadt eine gern genommene Abwechslung. In Städten wie Köln, Essen oder Frankfurt würde dieser Bau kein städtebauliches Problem lösen sondern eher neue schaffen.


    Daher sollte man manchmal den Sprech der Leute, die diese Sätze seit Jahrzehnten unters Volk bringen, öfters mal kritisch hinterfragen anstatt diese auch noch beständig weiter nach zu erzählen. Dann bleibt den deutschen Städte vielleicht die ein oder andere weitere Fehlentwicklung erspart!

  • Initiale != Initialzündung. Mit Verlaub, aber das klingt mir eher danach, als würdest du es überall dort schreiben, wo keine klassische Steinfassade verbaut wird. Welche Optik willst du denn beurteilen und mit den Neunzigern vergleichen, wenn noch nicht einmal der Rohbau vollständig steht und der Säulenwald ums SAB-Forum sowie das komplette Dach noch fehlt? Das Forum ist letztendlich auch das Besondere an dem Bau, der eben nicht, wie andere der Wettbewerbsbeiträge, einfach den Blockrand komplett mit einem Bürogebäude samt lichtdurchfluteter zentraler Halle mit Glasdach schließt - letzteres hätte man dann tatsächlich schon zur Genüge gesehen. Hier jedoch baut eine öffentliche Bank ein Gebäude, dass sich nicht als Trutzburg versteht, sondern auch eine neue Durchwegung und neuen Stadtplatz schafft, der wohl auch kulturell genutzt werden soll - keineswegs selbstverständlich das Ganze.

  • @ DaseBLN


    ich habe doch gar nichts schlechtes gesagt. Für sich und isoliert auf dem Grundstück in Leipzig ist es in Ordnung.


    Die grundsätzliche Struktur erinnert einfach sehr stark an das Band des Bundes, sowohl was die Aufteilung, die Grundsprache der Architektur und die Masseverteilung angeht. Da ich das Band des Bundes für relativ gelungen halte, im Vergleich zu vielen anderen, ist auch das nichts schlechtes.


    Ich habe nur was dagegen, wenn in so einem singulären Gebäude ein Allheilmittel oder gar ein Aufbruch für Leipzig als europäische Großstadt gesehen wird. Einen oder zwei solche Blöcke verträgt eine Stadt, Leipzig vielleicht auch 4 oder 5 in der City. In Köln sieht sowas aber schon ganz anders aus. Denn dort gibt es bereits genug dieser Großblöcke, die ein ganzes Stadtquartier einnehmen.


    Und ja, dabei bleibe ich, solche Großstrukturen mit der gleichen Architektur und das im schlimmsten Fall sich ständig wiederholend, tun keiner Stadt gut. Man schaue auf den Mediapark in Köln. Für sich genommen eigentlich gar nicht schlecht, aber zu vielen Tageszeiten ein absolut toter und anonymer Ort!

  • Naja, man sollte hier mal realistisch bleiben. Es ist eben das, was eine "deutsche Großstadt" als modern ansieht. In China oder den Emiraten lacht man sich darüber einen Ast um ehrlich zu sein.

    Auf was genau bezieht sich denn hier der "Realismus"? Dass die "Moderne" bzw. der Begriff sehr dehnbar ist? Geht es um das Bauvolumina? Und worin genau besteht denn dabei der Kontext?


    Optik ist doch sehr 90-er Jahre Retro geworden, erinnert etwas an das Band des Bundes im Berliner Spreebogen.

    Genau genommen ist es eine 60er "Retrospektive". Aber die Ausführung befindet sich ja auch gegenwärtig noch im Rohbau. Deswegen vielleicht die nicht passende Analogie zum Spreebogen?


    An dieser Stelle für Leipzig nicht schlecht, aber als Initialzündung für eine europäische Großstadt? Ich denke, es geht auch eine Nummer kleiner und realistischer.

    Also eine große Nummer würde ich die Definition von Leipzig als Großstadt nicht ansehen. Auch liegt sie doch in Europa, nicht wahr? Oder habe ich etwas verpasst?


    Leider ist dies aber genau der Sprech, dem die Regionalpolitiker immer aufsitzen. Was wurde mit genau dieser Sprache in den letzten 70 Jahren seitens der Architekten und der Kulturlobby den Städten nicht alles für ein Müll verkauft. Das ganze Dilemma deutscher Städte geht genau auf diese Analogie zurück.


    Modern ist nicht das, was einem heute im Mantel des hippen und zeitgemäßen verkauft wird, sondern das, was für Menschen attraktive Stadträume schafft, um sich heimisch und geborgen zu fühlen. Ich kann nicht erkennen, wie eine flächendeckende Anwendung des oben gezeigten Gebäudes dies leisten können sollte.


    Was die Initialzündung für mich hier bedeutet: eine Großstadt in Europa, welche durch die Lückenbebauung und Neu-Definition städtebaulicher Aspekte einer wachsenden Stadt, in einer immer noch durch DDR-Regime und Kriegszerstörung gezeichneten Struktur, eine starke Veränderung erfährt. Deswegen eine Modernisierung unter anderen Gesichtspunkten stattfindet, als in einem Muster der 1960er-1980er Jahre. Also z.B. der Blockrand eine neue Definition erlebt, ohne etwa die Brüche (wobei Brüche nicht per se negativ sind) im Städtebau der Nachkriegszeit. Genau dafür steht auch dieser Bau als Exemplar. Erläuterungen der Forenmitgliedern auf den Seiten davor.


    Aber wir können natürlich hier auch eine Diskussion darüber führen, was eine "moderne Großstadt" so ausmacht. Lange darüber wälzen, mit welchen (negativen) Plattitüden wir Veränderung oder "Stadterneuerung" behaften wollen. Und warum die romantisierte Vorstellung der Stadt vor der Moderne, die engen Armutsquartiere welche erst den modernen Städtebau hervorgebracht haben, nun in einer Disney-esken Weise poliert und gebohnert in Dresden oder Frankfurt wieder auferstehen. Oder eher völlig neu entstehen.


    Genau das ist ja der "Sprech" der Kulturlobby und jener "Müll", der irgendwie eine neue alte Mitte definiert. Damit z.B. auch das Berliner Stadtschloß entstehen lassen. Genau das die Fehlinterpretation einer "Stadtreparatur" ist, welcher sich aber Leipzig bisher komplett versagt hat. Was sicher auch damit zu tun hat, dass eine administrative konservative Entscheiderebene fehlt.


    In Leipzig ist dies mit dem vielleicht größten Bestand an Altbauten in einer deutschen Großstadt eine gern genommene Abwechslung. In Städten wie Köln, Essen oder Frankfurt würde dieser Bau kein städtebauliches Problem lösen sondern eher neue schaffen.

    Nur noch einmal zur Erinnerung, wurde die ehemals dicht bebaute Nordvorstadt um die Gerberstraße fast komplett im WKII zerstört.


    Während das ehemalige Robotrongebäude kaum Bezug auf den ehemaligen Blockrand nahm, ist es bei dem Neubau nun ganz anders. Ich verstehe also nicht so richtig, welches "Problem" hier nun "geschaffen" wird?

  • Rohbau bei blauem Himmel und Sonnenschein


    Stand: 19. April 2019



    Der Rohbau an der Nordstraße Ecke Packhofstraße ist gerüstfrei.



    Blick nach oben.



    Die einzelnen Stockwerke.



    Das Geschäfts- und Bankhaus an der Packhofstraße.



    Nahaufnahme.



    An der Gerberstraße stehen noch einige Gerüste.



    Gerberstraße Ecke Keilstraße.



    Die Dachlandschaft an der Keilstraße Ecke Nordstraße.



    Und die Stockwerke darunter.



    Im Erdgeschoss in Richtung Lichthof.



    Keilstraße Ecke Nordstraße.

  • An der SAB kann man irgendwie nur staunen. Seit Wochen passiert irgendwie alles in Zeitlupe.


    Letzte Woche wurde der letzte Kran des Rohbaus entfernt.


    An der Fassade auch noch nichts weiter los? Warten die auf den Winter?





  • An der SAB kann man irgendwie nur staunen. Seit Wochen passiert irgendwie alles in Zeitlupe.


    Erinnert mich stark an das Paulinum. Laut Aussage der Verantwortlichen zu damaligen Zeiten hatte sich das "Weiterbauen" auch stark verzögert, weil das Budget für die jeweiligen Jahre aufgebraucht war. Vielleicht hat das Land Sachsen hier wiedermal zu wenig Geld bereit gestellt und nun warten wir stumpf auf das kommende Geschäftsjahr des Freistaates.