Chemnitzer Denkmale - Bildergalerie

  • Ich verstehe den Sinnspruch eher so, dass es die Nachkommenden (die "Edelfrucht") ihren Vorfahren (der Edelsaat) gleich tun sollen. "Deutsche Edelsaat" war auch eine Art der Umschreibung wofür wir den heute bekannteren, aber in anderem Kontext entstandenen Geibel-Spruch "am deutschen Wesen soll die Welt genesen" kennen.

  • Denkmalschutz - 380.000 Euro aus Berlin für Chemnitz


    So erhält das Technikmuseum Seilablaufanlage im Stadtteil Hilbersdorf 65.000 Euro.


    160.000 Euro wird für die St. Georg-Kirche in Rabenstein zur Verfügung gestellt.
    An dem neugotischen Bau sollen unter anderem Schäden am Turm behoben werden.


    Und auch die Bauarbeiten auf dem Poelzig-Areal werden vom Bund gefördert. Hier beträgt der Zuschuss 50.000 Euro.


    Artikel der Freien Presse< und einen gut Detaillierten Videobeitrag des Sachsen Fernsehens<

  • Rabensteiner Viadukt: Stadträte diskutieren über Sanierungskosten


    Um das wichtige Zeit-Zeugnis wieder zu verjüngen, wird schon seit Jahren
    darum gebeten, hier im Stadtteil Rabenstein das Wahrzeichen an der Oberfrohnaer Straße zu Sanieren.
    Durch die Jahre, wo man hier kein Geld dafür übrig hatte, steigen Natürlich auch die Kosten laut Freie Presse, um ca. eine Millionen Euro.


    Der Stadtrat wird darüber ende diesen, Anfang nächsten Jahres entscheiden, um wenigstens einen Teil für das nötigste frei zu geben.


    Und hier auch ein paar Bilder vom Viadukt <

  • Hier ist lange nichts mehr hier gezeigt worden, dabei wurde fleißig weiterfotografiert. Ich möchte mal den Blick auf die fast geschlossen erhaltene Gartenstadt Gablenzsiedlung lenken, die zwischen 1910 und 1937 erbaut und zwischen 1999 und 2003 denkmalschutzgerecht saniert wurde. Der Grundgedanke der Verbindung von Wohnen und Erholen im direkt angrenzenden Schrebergarten ist dadurch unmittelbar erlebbar. Wie viele andere Wohnanlagen der Zwischenkriegszeit ist die Gartenstadt ein Aushängeschild für modernes Bauen als Abkehr von den bis dahin vorherrschenden Mietskasernen - ein Weg, der später leider wieder verlassen wurde. Alle Bilder bei Wikipedia (Link), historische Ansichten gibt es bei der CAWG, der die Gebäude größtenteils gehören (Link).


    Die wahrscheinlich ersten Bauten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs:



    Der Eingang in die Gartenstadt an der Geibelstraße:


    Die Geibelstraße selbst wird von langen Wohnblöcken geprägt, die aber einen großen und begrünten Straßenraum flankieren:




    Das Zentrum der Geibelstraße bildet ein Brunnen:


    Prägend für große Bereiche der Siedlung ist der Heimatstil:




    Abseits der Geibelstraße werden die Innenbereiche durch Gärten gebildet und die Straßenräume durch Vorgärten geprägt, wobei nicht für jede Wohnung auch ein Garten vorgesehen war. Unterstrichen wird das auch durch Straßennamen wie Blumensteig, Rotdorn oder Lindenhain:







    Alles eigene Bilder

  • Ein paar Impressionen der Lutherkirche im gleichnamigen Stadtteil Lutherviertel:


    Diese Kirche ist kein gewohnter Bau.
    Drei Jahre, von 1905-1908 hat man an ihr gebaut.



    Fast ein Märchenschloß
    Im Frühjahr werde ich hier noch ein paar bessere Bilder machen.









    Stein zu Luthereiche:




















    Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges..






  • Dank (dwt). können wir auch mal einen kleinen Blick in den ländlichen Ortsteil Wittgensdorf (Denkmalliste) werfen. Dort ist der Anteil der gefährdeten Denkmäler leider erschreckend hoch, weshalb ich die mal in den Vordergrund stelle.


    Am Hang 5, Wohnstallhaus eines ehemaligen Vierseithofes:


    Kirchweg 4, ehemaliges Gasthaus:


    Nordplatz 4, Wohnhaus und Gartenlaube auf dem Grundstück:


    Untere Hauptstraße 58, Seitengebäude (Torhaus mit Oberlaube) und Stallgebäude eines ehemaligen Vierseithofes:


    Untere Hauptstraße 135, Stallgebäude und Wohnstallhaus eines Vierseithofes:


    Untere Hauptstraße 165, ehemalige Spinnmühle:


    Welche bemerkenswerte Substanz im besten Zustand man andererseits finden kann, zeigt der Bauernhof Untere Hauptstraße 17:

  • Danke dir auch für die hier veröffentlichten Bilder.


    Ein paar Infos kann ich zum Teil beitragen.
    Am Hang 5: Dieses steht nicht leer, doch wie man sieht müsste mal wieder etwas gemacht werden.
    Das Haus, Nordplatz 4 hat ein wunderbar ausreichendes Grundstück in guter Lage.
    Vielleicht gibt es hier Schwierigkeiten zum Thema Erbschaft, da ich mir nicht vorstellen kann, ohne Größeren Grund dies so Vergammeln zu lassen.
    Viel Arbeit wäre nötig, mit Liebe zum Haus, dies noch einmal wieder aufzubauen.
    Jeder Monat der verstreicht, wird eine Wahrscheinlichkeit weiter mindern.


    Das letzte Bild vom Unsanierten, der ehemaligen Spinnmühle an der Unteren Hauptstraße 165, ist 2011 Verkauft worden,
    wo zuvor Dubiose Eigentümer, wo ich nicht weiter Eingehen möchte hier etwas unschönes auf die Beine stellen wollten.
    Das konnte man aber verhindern.


    Ich konnte zum besagten Haus mit der ehemaligen Eigentümerin sprechen.


    Laut Aussage der ehemaligen Eigentümerin soll es ein entsprechendes neues Gesetz der EU geben, welches es um das Haus nicht gut aussehen lässt, da es sehr nahe am Fluss der Chemnitz liegt.
    Klar baut man heute auch gerne am Wasser, hier hat sich die Chemnitz aber verbreitert und das besagte Haus liegt nun mitten im Hochwasser-gefährdeten Gebiet.


    ((Das Chemnitztal entlang des Flusses gilt bei Hochwasser als Auffangbecken,
    Es gibt entlang keine größere Bebauung durch Wohnhäuser, dann erst wieder im breiteren Umfeld))


    Ob der neue Eigentümer dennoch etwas daraus machen wolle, steht in den Sternen.


    Die beiden Drei, bzw. Vierseithöfe könnte man auch noch retten.
    Jedes haus oder Hof hat einen Individuellen Platz, welche mit vielen Vorteilen behaftet sind.
    Insgesamt ist Chemnitz-Wittgensdorf aber gut Bewohnt, Lebhaft und zu meist Saniert.


    Es fällt auf, das die unter Denkmalschutz stehenden Wohnhäuser diejenigen sind,
    die zu meist kein Interesse hervorrufen, wo bei den weit über 95% der anderen Wohnhäuser eher Investiert wird.


    Leider ist das in Stadtrandlage ein gängiges Bild.
    Nur Mühsam kommt hier und da mal eine Sanierung eines Denkmales zu Stande.
    Immerhin schreiben wir nun das Jahr 2016, wo es immer schwieriger werden wird, altes, mit viel Geschichte wieder herzurichten.


    Mancher Häuslebauer könnte sich im jeweiligen Stadtteil, statt eines Neubaus diesem widmen.
    Das gab und gibt es wie gesagt, aber viel zu wenig im Verhältnis zum Neubau.


    Das ehemalige Gasthaus macht Optisch noch einen sehr guten Eindruck.
    Wenn man oben ein paar Zimmer zur Vermietung anbietet und unten einen Biergarten, das wäre optimal.
    Es ist ja nicht so, das Wittgensdorf Tot ist.
    Im Gegenteil.


    Noch etwas Zusatz:


    Nordplatz 4, Baujahr: Bezeichnet mit 1862, im Kern älter (um 1800); um 1900 (Gartenlaube)





    Untere Hauptstraße 123, Baujahr: 1. Hälfte 18. Jahrhundert



    Kein Denkmal, Chemnitzer Straße 10, mit seitlichen Anbau in Holzverzierung, was ich gerne hier zeigen möchte:



    Scheinbar hat es einen Besitzer?




    Ebenfalls kein Denkmal an der Unteren Hauptstraße gelegen:




    In Sanierung befindet sich seit längerer Zeit das Wohnhaus, Obere Hauptstraße 186.
    Das Dach ist neu und die Trockenlegung wohl abgeschlossen.
    Bilder kann man hier sehen <


    Die Grundschule am Rathausplatz:
    Das Baujahr wird mit 1888-1889 angegeben.






    An der Unteren Hauptstraße im sogenannten Chemnitztal, wurde kürzlich die erweiterte Fahrrad und Fußwegstrecke eröffnet.
    Der nächste Bauabschnitt bis zum nächsten Ort (Markersdorf bei Chemnitz) ist in arbeit.


    Und direkt am neuen Weg befindet sich ein kleiner ehemaliger Güterbahnhof und Haltepunkt der damaligen Bahn.
    Die gute Nachricht: Die bestehenden Gebäude sind in neuer Nutzung und werden derzeit noch hergerichtet, bzw. sind soweit fertig.


    Der neue Radweg hat in etwa die gleiche Verbindungsführung wie die einstige Güterbahntrasse.



    In Sanierung:







    Die Bahnhofsgebäude stehen nicht mehr unter Denkmalschutz.


    Mit einigen Originalen im Garten:




    Dem Radweg entlang, kommt auch irgendwann diese Brücke.



    Leider ohne Verwendungsmöglichkeit, derzeit.




    Über den Chemnitz Fluss:




    Die Wegeführung geht dann von diesen Bildern weiter bis zum Stadtteil Glösa, wo an der Bornaer Straße dieser einstige Güterbahnhof steht <


    Und in der Nähe gibt es noch eine weitere Brücke, die leider nicht mehr in Nutzung ist.



    Die Streckenführung dürfte in den Stadtteil Furth führen, bzw. in das Zentrum/Hauptbahnhof/Umschlagplatz (RAW) Chemnitz-Hilbersdorf geführt haben.



    2 Mal editiert, zuletzt von (dwt). () aus folgendem Grund: untere Hauptstaße 165, zusatz zur aussage der unwahrscheinlichen Sanierung.

  • Markersdorfer Straße 89/Stadtteil Markersdorf:


    (Bei Google ist es die Hausnummer 83)


    Ehemaliges Rathaus in Ecklage zur Max-Müller-Straße, heute Mietshaus.


    Baujahr: 1909


    In den zurückliegenden Monaten wurde das Haus komplett Saniert und ist auch schon gut Bewohnt.
    Auch hier im Umfeld wird mehr und mehr gebaut.
    Entlang der Markersdorfer Straße werden Lücken durch Einfamilienhäuser oder auch größerem geschlossen.



    An der Ecke gab es einmal ein Geschäft.
    Ob es wieder eines gibt, oder auch ein Büro, das wird sich zeigen.
    Eine Treppe müsste jedenfalls noch angebaut werden.




    Ansicht von Max-Müller-Straße:



    September 2016


    Drehen wir die Uhren zurück..


    Bild: lguenth1/März 2014



    Ansicht, Markersdorfer Straße:





    September 2015

  • Dampfwäscherei Hornbogen

    Diese wunderschöne und nahezu im originalen Zustand erhaltene Wäscherei stand bis vor kurzem in Harthau an der Schulstraße / Annaberger Straße. Ich meine vor ca. 2 Jahren wurde die Wäscherei abgerissen - leider.


    Vorher war dort meines Wissens nach eine Fabrik für Watte oder Verbandszeug.


    In einem halb eingestürzten Nebengebäude stand noch ein uraltes Schild mit der Aufschrift "Fabrik billig zu verkaufen". Wenn ich richtig informiert bin wurden die vorherigen Eigentümer enteignet (ich nehme mal an die Vorbesitzer waren Juden). Eine frühere Bewohnerin erzählte mal mehr darüber, aber ich bekomme die Geschichte nicht mehr ganz zusammen. Man hat sich wohl jahrelang noch um Gebäude und Grundstück gekümmert, bis man dann weg musste. Angeblich wollten zwei Afrikaner auf dem Grundstück dann einen Autohandel errichten, das wurde wohl unterbunden und seitdem ist das leergeräumte Grundstück für 350.000€ zu haben. Das Gebäude wäre im Übrigen genau das gewesen was ich seit Ewigkeiten suche. Der neue Eigentümer / Makler hat mir das leere Grundstück mal angeboten, aber damit kann ich nichts anfangen - schon gar nicht zu dem Preis.


    Wirklich schade drum. Im Gebäude hing noch ein Poster, scheinbar war das Gebäude auch mal in den 90er Jahren für Besucher im Rahmen des "Tag des offenen Denkmals" geöffnet.


    Die Ausstattung war grandios, die uralten Waschmaschinen, innen mit Kupfer und Messing ausgeschlagen, die Transmission.... Mit Ausnahme der Dampfmaschine war noch alles da. Als einzige Maschine wurde die Mangel aus der Lausitz geborgen, die müsste jetzt in Halsbrücke im Mangelmuseum stehen. Die Maschine habe ich im Auftrag der Denkmalpflege für den Museumsbetreiber geborgen und kurzfristig gelagert. Eigentlich sollte auch die Rollenmangel geborgen werden, aber die Abbruchleute hatten die wohl schon zerkloppt...


    Warum das soweit gekommen war, kann ich nicht sagen. Ich weiß auch nicht ob das Gebäude unter Denkmalschutz stand, nehme aber mal an, dass das nicht der Fall war. Die Denkmalpflege war meiner Erinnerung nach nicht informiert.


    Auf jeden Fall ging da mächtig was schief.


    Bilder folgen.

  • Tresorraum von Baum

    Kein direktes Denkmal, nicht in unserer Stadt, dafür aber ein toll erhaltenes Zeugnis wahrer Metallbaukunst aus dem Hause Baum, Chemnitz.


    In Hohenstein Ernstthal wurde im Jahr 2015 die ehemalige Nadel- und Platinenfabrik - Naplafa - abgerissen. Die Stadt hat sich über lange Jahre bemüht ein Konzept für den riesigen Komplex zu finden, letztlich hat leider nichts geklappt, das Gebäude wurde immer maroder und man entschied sich zum Abbruch. Ist eine traurige Geschichte, vor allem für die Bürger der Stadt Hohenstein, da doch der ein oder andere dort tätig war. Es tat auch der Stadt weh, aber aufgrund der ölgetränkten Decken und der damit verbundenen Belastung war da nichts mehr zu machen. Alles zu teuer.


    Da ich ein großer Fan von Schließtechnik bin, hat mich im Vorfeld bereits ein Freund informiert dort gäbe es einen Tresorraum - mit allen Schlüsseln! Das wollte ich sehen und die ersten Bilder zeigen den vorgefundenen Zustand.






    Ich war begeistert von dem Teil, fand es erstaunlich dass die Schlüssel noch nicht abhanden gekommen waren, gleichzeitig aber gefährlich, weil sich ja auch Kinder "aus Spaß" darin hätten einschließen können, was durchaus sehr gefährlich geworden wäre. Um den Schlüssel vor Diebstahl zu schützen und unbedacht spielende vor dem Erstickungstod zu bewahren, haben wir seinerzeit die innere Gittertür abgeschlossen und die Schlüssel innen versteckt.


    Es verging eine Zeit, bis mir ein Artikel zugesendet wurde mit dem Titel: "Tresor zu verschenken". In dem Artikel hieß es dann, dreiste Vandalen hätten sogar den Schlüssel geklaut - so konnte ich das natürlich nicht stehen lassen und kontaktierte umgehend den zuständigen Herrn Weber vom Bauamt in Hohenstein - E. und wir trafen uns zur Schlüsselübergabe.


    Ich habe mich dann auch als Interessent beworben und bekam nach langem hin und her den Zuschlag für die Bergung - wohl, weil ich einer der wenigen Bewerber war, der sowohl die nötige Technik als auch das Team und die Erfahrung hatte um den Tresor sicher und in allen Einzelteilen vor Beginn der Abbrucharbeiten zu bergen.


    Die nächsten Bilder zeigen die Vorbereitungsarbeiten, der Stahlraum musste erstmal vom Betonmantel befreit werden und ein Schließfach war noch verschlossen und wurde von einem Fachmann geöffnet. Den Inhalt habe ich geborgen, allerdings noch nicht gesichtet. Wenn ich mal Zeit finde, bringe ich die Kiste mit den Unterlagen in ein Museum nach Hohenstein.








    Der Tresorraum besteht aus einer sehr massiven Tresortür mit zusätzlichem Gitter. Diese Tür war auf einen einfachen Stahlboden geschraubt und auch der Raum besteht nur aus ca. 6 mm dicken Stahlplatten. Der rückwärtige Innenausbau mit den Schließfächern wurde sehr behutsamen von einem Werkzeugmacher in stundenlanger "Friemelarbeit" Stück für Stück demontiert. Danach konnten dann die Wände Stück für Stück abgeschraubt werden.


    Da der Tresor im 1.OG des Fabrikgebäudes stand, haben wir dann einen Deckendurchbruch erstellt, durch den wir dann die einzelnen Teile mittels Kettenzügen abgelassen haben.






    Anschließend wurde der Tresor verpackt, abtransportiert und eingelagert.


    Das vor der Bergung kontaktierte Industriemuseum hatte an dem großen Unikat leider kein Interesse, einfach aus Platzgründen. Insgesamt reden wir hier von ca. 4,5to Stahl. So ein Objekt schränkt natürlich auch die Flexibilität des Museums ein. Trotzdem, als kleiner Ausstellungsraum hätte der Tresor ebenso gut dienen können. Trotzdem habe ich für die Entscheidung des Museums Verständnis. Die Tür habe ich auch im Vorfeld der Geldaustellung im SMAC als Ausstellungsobjekt angeboten, allerdings hat das aufgrund der zulässigen Deckenlasten dort nicht geklappt. Alleine die Tür wiegt zwischen 1,5 und 2 to, gewogen habe ich sie noch nicht, mache ich aber bei Gelegenheit mal.


    Auch wenn der Raum noch nicht wieder aufgebaut wurde - ich glaube es ist ein schönes Beispiel für eine gelungene Bergung und Sicherstellung. Die Stadt Hohenstein-Ernstthal war froh, dieses Unikat gerettet zu sehen.


    Wenn jemand eine gute Idee hat wo der Raum wieder schön zur Geltung kommen könnte und fachmännisch! auch aufgearbeitet wird, für Vorschläge bin ich offen. Mit Ausnahme weniger Schließfächer sind alle Schlüssel, teils auch mehrfach, vorhanden und es wurden alle Einzelteile inklusive der Schrauben für einen authentischen Wiederaufbau geborgen.


    Im Übrigen hat niemand auch nur einen Cent dafür bezahlt. Die Bergung wurde von engagierten Leuten unterstützt und es war in der Tat ein großér Aufwand der sich fast zwei Wochen lang (ohne Planung) hinzog. Es geht also - wenn man will.


    Falls jemand mal eine Beratung für ähnliche Vorhaben braucht, eventuell auch Unterstützung, ich bin für vieles zu haben wie man sieht :lach:

  • Beim Aufruf "Tresor zu verschenken" hat bestimmt niemand damit gerechnet, dass sich tatsächlich jemand meldet. Das ist mal eine verrückte Story. In Zeiten von Minuszinsen und Einbrecherbanden halte ich es noch nicht mal für ausgeschlossen, dass irgendwann mal eine Bank Interesse hat, Tresor und Schließfächer für ihren ursprünglichen Zweck zu nutzen (In manchen Filialen sind Schließfächer dauerhaft ausgebucht).

  • Ich glaube es waren insgesamt 3 Bewerber - jedenfalls weiß ich von zwei weiteren. Einer wollte wohl nur die Tresortür und diese beim Abbruch bergen (das wäre schief gegangen) der andere hätte wohl auch den gesamten Raum abgebaut, dafür aber ein Team komplett erstmal zusammenstellen müssen.


    Mir war der Erhalt des gesamten wichtig, dass ich den Zuschlag bekommen habe war wohl Glück.


    Durch den Tresorpost ist dir sicherlich der vorherige Beitrag nicht aufgefallen oder? :)

  • Nachtrag Wäscherei Hornbogen

    Ich habe auf Nachfrage von DWT mal noch ein paar Aussenansichten herausgekramt.


    Ich hoffe man erkennt das: an dem nach hinten versetzen Gebäude von 1886 (Giebel) sieht man noch die herausgehackten Buchstaben die einst den Giebel zierten: EDUARD OTTO - VERBANDWATTEFABRIK.


    Das erste Bild zeigt die zur Schulstraße ausgerichtete Fassade von 1915. In den vorher geposteten Innenansichten kann man den Anbau auch sehr gut erkennen.


    Auf dem Dach der Villa war ein selbstgemachter Wetterhahn, vermutlich aus DDR Zeiten, wirkt bissl wie 50er Jahre. Das Teil haben wir bei der Bergung der Maschine aus dem Schrott gerettet, bei Gelegenheit mache ich mal ein Bild davon (liegt bei einem Freund, der hat Freude an solchen kleinen Details, "Emotionalien" nennt er das :lach: )





  • Joseph : das ist ja mal eine Geschichte!
    Hast du mal auf dem Sonnenberg nach alten Gebäuden geschaut? Die Wäscherei Nachtigal wurde wohl an einen Bayern verkauft, aber die Ecke Palmstraße/Reinhardtstraße hat noch einige an Gewerbepotenzial. Oder an der Dresdner Straße, Ecke Gießerstraße (daneben ist ein Werkzeugmaschinenaufbereiter).

  • ^^ Wäscherei Hornbogen/Wattefabrik:


    Vielen Dank für die sehr schönen Bilder!


    Schon dein erster Beitrag mit den Innenansichten ließ vermuten, dass das ganze doch zu retten war.
    Und nun die Außenansichten der Fabrik, die ich sehr wahrscheinlich noch nicht gesehen habe, bestätigen das zusätzlich.


    Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
    KuLtUr vernichtet, wie so vieles.


    Altlasten und sonstiges waren da sicher nicht das Problem.


    Heute werden in der Umgebung Alukartons neu hingestellt. Was für ein Irrsinn.


    Diese Wäscherei war ein sehr schönes Gebäude.


    In ein paar Jahren kann man dann nochmal den vorher nachher Vergleich machen, wenn das Grundstück wieder neu bebaut wurde.

  • Schraubenfabrik Grassmann

    An der Limbacher Straße, gegenüber vom "Körner-Fleischer" stand bis vor wenigen Jahren die Schraubenfabrik Grassmann. Heute steht davon nur noch die Villa und ich nehme an, das ist auch nur Glück. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, stand nur die Villa, nicht aber das angeschlossene Fabrikgebäude unter Denkmalschutz. Es gab meines Erachtens nach keinen Grund in die Villa so reinzureißen - es sei denn man wollte die ebenfalls mit abreissen. Zwischen Werkhalle und Villa gab es meiner Erinnerung nur in einem Geschoß eine einzige Tür als Verbindung zwischen dieser und der Werkhalle. Auf Seite des Autohauses gibt es zudem einen Versprung zwischen Villa und Fabrikgebäude, das macht es zusätzlich unwahrscheinlich dass da einfach etwas zusammengebrochen ist.


    Wie dem auch sei, man wird es nicht mehr nachprüfen können woran es hing und nun müssen wir wohl dem eigentlich sehr schönen Gebäude beim langsamen Zerfall so lange zusehen bis dann wohl aus Sicherungsgründen abgerissen werden muss. Ich habe mal gehört, dass man den Wiederaufbau durchsetzen will, aber daran glaube ich nicht mehr - habe auch noch nie in der Praxis davon gehört, dass das ein Eigentümer je gemacht hat.


    Vielleicht hätte man die Baugenehmigung für die neu entstandene Halle dahinter so lange aussetzen müssen, bis die Villa wenigstens gesichert worden wäre. Jetzt hat man wohl gar kein Druckmittel mehr.


    Innenaufnahmen der Villa habe ich keine, was daran liegt, dass man innen keinerlei schöne Details mehr hat, die DDR hat in dem Gebäude kräftig gewütet, es wurde sogar ein zweites Treppenhaus in die Villa eingebaut. Das Haupttreppenhaus befand sich zwischen Fabrik und Villa.


    Eines der schönsten Häuser an der Limbacher Straße, schade dass das so vergammelt und der Eigentümer scheinbar keinen Sinn dafür hat. Er könnte es wenigstens dem Markt wieder zuführen, ich bin mir sicher momentan würde er sogar einen Käufer dafür finden, der das dann vielleicht wieder aufbaut. Zumindest eine gewerbliche Nutzung wäre dort doch gut möglich.


    Der Zustand wäre wohl nie soweit gekommen, wenn die Baubehörde sich rechtzeitig gekümmert hätte oder eben entsprechende Konsequenzen gezogen hätte.


    Hier nun einige wenige Bilder von innen. Die Geschosse waren groß und bis auf den Kran komplett leergeräumt, Interessant sind die gusseisernen Säulen mit diesem Postament unten dran, habe ich in der Form noch nicht gesehen. Zudem scheint der ehemalige Besitzer große Angst vor Luftangriffen gehabt zu haben, der gesamte Keller war nämlich zum Luftschutzbunker umgebaut. War schon beeindruckend.








  • Das Fabrikgebäude stand auch unter Denkmalschutz, es wurde aber eine Abrissgenehmigung erteilt - aber eben nicht für die Villa. Dass man bis heute nichts getan hat hat, um die Eigentümer zu deren Instandsetzung nach der unechtmäßigen Beschädigung zu zwingen, ist für mich ein absoluter Skandal. Ich habe auch schon mal versucht, dort eine Ratsanfrage zu veranlassen, um die diesbezüglichen Aktivitäten der Stadt in Erfahrung zu bringen, leider ist das aber im Sande verlaufen. Die letzten Bilder vom Neubau und der halb zerstörten Villa hatte (dwt). wohl hier gezeigt, der Vergleich mit dem Vorzustand ist schon bitter.


    Übrigens gab es dort laut Denkmalliste mit einem eingeschossigen Anbau der 1920er Jahre (Wechselburger Straße 1/3) einen weiteren Denkmalbestandteil, der schon vor 2009 (wahrscheinlich schon vor 2001) abgebrochen wurde und von dem ich noch nie ein Foto gesehen habe.

  • ^ irgendwer hat hier geschlampt!


    Es tut sich aktuell überhaupt weiterhin nichts an dem Überbleibsel.
    Das Denkmalamt und die zusätzliche Behörde hätten schon bei der Kategorie eines Autohändlers abwinken sollen, oder wie Joseph es schrieb, auflagen erteilen die durchzuführen sind.


    Das Überbleibsel wird verfallen, dann dem Blech eine bessere Sichtachse von der Straße für mögliche Kunden abgeben.


    Es ist wohl schon der zweite Winter nach Abriss der Halle, wo der aktuelle besonders angriffslustig auf so eine Bausubstanz war/ist.
    Die Herren Grundstückseigentümer reiben sich schon die Hände, weil's so noch ein wenig schneller geht.


    Das die Villa mit der angebauten Halle eventuell verzahnt gewesen ist, müsste man vorher gewusst haben.
    Man hat Grob, mit zwei Abrissbaggern gearbeitet, wohl sicher mit dem Wissen, das es nicht gut gehen würde.
    Wenn man die Villa erhalten wöllte, müsste man ganz anders vorgehen. Das beste Beispiel ist noch einmal das Video vom Abriss an der Schönherrfabrik <


    Und die neugebaute Halle sieht Tatsächlich minderwertig aus.

  • Ich habe irgendwo im Netz mal historische Ansichten des Gebäudes gefunden, da war auch noch der Schriftzug der ehemalifen Firma zu sehen. Leider finde ich das Bild nicht mehr, eventuell hätte man da den erwähnten Anbau gefunden?


    Zum neuen Nutzer:


    Es handelt sich ja hier nicht um einen wilden Automarkt wie es das mittlerweile zuhauf an den Ausfallstraßen der Stadt gibt. Es ist der Händler von nebenan, der sich auf dem Gelände erweitert hat. Meines Wissens nach brauchte er eine höhere Halle um auch Transporter reparieren zu können. In so einem Fall hatte der Mann ja keine bessere Gelegenheit, als sich das Nachbargrundstück zu kaufen - wie sonst will man sich sinnvoll erweitern? Dass er das Bestandsgebäude nicht mehr nutzen konnte, ist auch irgendwie klar, bei dem Zustand. Sicherlich spielten da Altlasten auch eine Rolle, in einer Schraubenfabrik wurde ja nicht wenig geschmiert.


    Trotzdem sehe ich das genauso, der Verdacht liegt nahe, dass die Villa mit abgerissen werden sollte, sonst hätte man sinnvollerweise wohl eine Gebäudetrennung vor dem Abbruch veranlasst. So wurde das zuletzt bei der Schönherrfabrik gemacht, ich habe auch irgendwo noch Bilder von der Garnspinnerei (?) die neben Bliedung mal stand, auch dort wurde das so gemacht. Man hätte ja auch durchaus den höher herausragenden Teil der Fabik stehen lassen können, dort war ja das Haupttreppenhaus untergebracht und heute hat die neue Halle so einen großen Abstand zur Villa - man hätte diese ja auch an den alten Bau anbinden können.


    Manchmal bekommt man den Eindruck, dass die Zahnräder der Ämter nicht richtig ineinandergreifen. Wenn Baugenehmigungsamt und Denkmalamt an der Stelle besser und durchdachter zusammengearbeitet hätten, wäre eine Alternativlösund auch im Sinne des Bauherren sicherlich möglich gewesen.


    Vielleicht versteht der ein oder andere jetzt auch meine Sorge bezüglich des neulich geposteten Kleinods in diesem Thread - vieles wird scheinbar ohne genaues Hinsehen einfach genehmigt - frei nach dem Motto: Hauptsache es wird gebaut... jedenfalls scheint das nicht selten der Fall zu sein.