Ringgleis Braunschweig

  • Ringgleis Braunschweig

    Ich finde, das Thema Ringgleis hat einen eigenen Thread verdient. Als einzigartige Infrastruktur-Maßnahme, Projekt der Sozialen Stadt, Kulturträger und Auslöser für weitere Maßnahmen, und nicht zuletzt Faktor für Immobilienmakler ("Wohnen am Ringgleis").


    Aktueller Auslöser war eigentlich der Artikel in der heutigen BZ, Ringgleis-Brücke soll 2015 gebaut werden, in dem nach vorne geblickt wird (Verbindung Nordstadt-Westl. Ringgebiet, auch in Bez. auf die Oker Marina, noch in 2015).


    Gleichzeitig wird angedeutet, dass die weitere Entwicklung des Ringgleises ins Stocken gekommen ist ("im nächsten Jahr, ebenso wie in diesem Jahr, keine Verlängerungen des Ringgleises"). Da gibt's sicherlich verschiedene Gründe, die künftige Entwicklung der Nordstadt nur einer davon.


    Was ist also Sachstand?

  • Das Projekt: (Information der Stadt)
    Mit dem Ringgleis gelang es in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Bahntrasse um die gesamte Stadt Braunschweig zu legen. Die Eisenbahn wurde zum Motor für die wirtschaftliche Entwicklung Braunschweigs. Insbesondere im Westen der Stadt siedelten sich entlang der Strecke zahlreiche Industriebetriebe an.


    Nach Stilllegung der Strecke in den 80er Jahren und der Schließung bzw. Standortverlagerung von Industriebetrieben entwickelte sich im Westlichen Ringgebiet ein charakteristisches Nebeneinander von Industriebrachen, Wohnquartieren und Gewerbegebieten.


    Im September 2001 wurde das westliche Ringgleis im Sanierungsgebiet Westliches Ringgebiet von der Oker/Celler Str. bis zur Broitzemerstr. in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen, was die Fertigstellung eines fast 4 km langen Fuß- und Radweges bis 2003 ermöglicht wurde.


    Langfristiges Ziel bleibt jedoch weiterhin die Erschließung des kompletten ehemaligen Ringgleises für Fußgänger und Radfahrer mit der Möglichkeit das lokale Wegenetz auszubauen und in ein überregionalen Rad- und Wanderroutennetzes zu integrieren sowie die Ausstattung der bereits fertig gestellten Grün- und Wegeverbindungen mit Sitzmobiliar, Spielangeboten, Leuchten und ergänzenden Pflanzungen mit positiven stadtökologischen Wirkungen.


  • Bild: Verlauf des Braunschweiger Ringgleises / Matthias71


    Der Stand:
    Der Geh- und Radweg ist von Grünflächen umgeben und wird mit nahegelegen Park- und Grünanlagen und Wegen vernetzt.


    Aktuell verläuft das Ringgleis von der Oker im Norden (gegenüber dem Heizkraftwerk Braunschweig-Mitte) bis zum Harzstieg in der Gartenstadt am derzeitigen südlichen Ende auf einer Länge von rund sieben Kilometern (im Juni 2011).


    Außerdem wurde eine neue Brücke über die A 391 eröffnet, womit der Anschluss an den Südsee bzw. die Otto-von-Guericke-Straße hergestellt wurde.


    Der südliche Teil des Ringgleises ab dem Westbahnhof ist gleichzeitig auch Teil des Projekts Braunschweiger ZeitSchiene.

  • Und wie weiter?
    Im Mai 2011 veröffentlichte die Stadt Braunschweig einen Masterplan für das Ringgleis.


    Dabei wurde das komplette Ringgleis in die Planungen einbezogen, zur Herstellung eines Geh- und Radwegs um die gesamte Innenstadt Braunschweigs.


    Gleichzeitig wurde ein neues Konzept zur Einteilung einzelner Abschnitte des Ringgleises nach Mottos vorgestellt:
    - Das westliche Ringgleis wird zum SOZIALGleis,
    - das südliche Ringgleis wird zum BAHNGleis,
    - das östliche Ringgleis zum PARKGleis
    - das nördliche Ringgleis zum Gleis durch TECHNIK UND NATUR.
    Hier der Plan und hier die zugrundeliegende Vorlage

  • Als Parallel-Version zu Infrastrukturen wie Stadtbahnnetz, Wilhelminischer Ring, City-Ring faszinierend, auch oder gerade weil es bisher verschlossene Verkehrsräume eröffnet bzw. integriert und weiternutzt (bin schon sehr auf die BAHNGLEIS gespannt).


    Außerdem hoffe ich, dass die Stadt hier den großen Wurf, die Vision, die 2011 im Rat noch glatt durchgegangen ist, jetzt nicht peu a peu zu den Akten legt ...

  • Neues vom Ringgleis

    Der Ausbau steht zwar still, aber Neues zum Ringgleis gibt's dennoch zu berichten: Zwei Abschnitte sind im November als Kunststrecken übergeben worden. Grundschüler, Senioren und der Künstler Wolf Menzel haben gemeinsam für ein schöneres Stadtbild gemalt und zwei weitere Mauerabschnitte am Ringgleis farbenfroh gestaltet.


    BZ mit zwei Bildern:
    Das Ringgleis im Westen ist noch etwas bunter


    Ein älterer Artikel aus der nb:
    Kunst verbindet Generationen


    Bin länger nicht da lang - aber das sieht doch gut aus!

  • Wie Chief schon gestern Nacht an anderer Stelle geschrieben hat:
    Langsame Fortentwicklung des Ringgleises ...


    Offenbar auf Inititiative des Bezirksrats hat die Verwaltung dem Ausbau einer Verlängerung vom Real-Gelände an der Otto-von-Guericke-Straße bis hin zur Fabrikstraße zugestimmt.


    Nicht mehr wirklich "Ring"gleis - aber dafür weitere Nutzung einer alten Industrie-Gleisanlage (BMA/Karges+Hammer). Und immerhin etwas Bewegung im Thema.


    Mittel für den Ausbau des Projektes sind ja seit September nicht mehr vorhanden, auch bei diesem Kleinausbau wird sich 2014 nix tun.


    Bei der eigentlichen Weiterführung im Süden "BAHNGleis" tut sich wahrscheinlich auch erst mal nix weiter. Die Verhandlungen mit der Bahn scheinen still zu stehen ...


    Quelle ist die BZ vom 6.1.2014

  • Vorbereitungsarbeiten für die neue Okerbrücke am Ringgleis

    Meldung der Stadt Braunschweig:
    "Als vorbereitende Maßnahme für die Errichtung der neuen Okerbrücke werden demnächst im Rahmen des Ringgleisprojektes an der Feuerwehrstraße ein Ahorn und zwei Birken gefällt. Ebenso wird im Böschungsbereich der ufernahe Strauchbestand, überwiegend Weidenwildlinge, entfernt.


    Im Sommer 2014 soll mit dem Bau der Okerbrücke begonnen werden. Damit wird eine wichtige Voraussetzung für die Fortführung des Ringgleisprojektes geschaffen, die Verbindung von der Hamburger Straße zum westlich der Oker gelegenen Eichtal."


    Spätestens dann sollte man sich Gedanken machen über den weiteren Verlauf vom Heizkraftwerk Mitte bis zur Hamburger Straße bzw. der Querungssituation an der Hamburger Straße

  • Löblich!

    Veröffentlicht auf http://www.braunschweigheute.de:


    Stadtbahnausbau: ADFC fordert Erhalt des Ringgleises als Rad- und Fußweg


    Der ADFC fordert in der nächsten Ratssitzung ein definitives Bekenntnis der Stadt und der Politiker zum Ringgleis! Man warnt davor - zu Recht - alternative Verkehrsoptionen gegeneinander auszuspielen.


    "Sollte früher oder später bekannt werden, dass es durch den geplanten Ausbau des Stadtbahnnetzes Einbußen für das Ringgleis geben kann, ist aus Sicht des ADFC Braunschweig vermutlich mit erheblichem Widerstand aus der Bevölkerung zu rechnen, was der Akzeptanz des ansonsten sinnvollen Stadtbahnausbaus abträglich sein dürfte."


    Und jetzt bin ich mal gespannt, wie lange es dauert, bis der Mainstream bzw. die BZ dieses Thema aufnimmt.

  • Das Ringgleis bekommt einen Industriepfad

    ... das ist ja eigentlich nichts Neues.


    Neu ist, das noch 100.000 EUR gefunden wurden, die bis Jahresende verbaut und abgerechnet werden müssen. Gelingt dies nicht, will die EU, die 50.000 EUR dazu beigesteuert hat, das Geld zurück.


    Drum ruft die Stadt kurzfristig zu einem Kolloquium am 17.3 auf, um schnell Ideen für einen Industriepfad zu sammeln:


    Zu lesen hier


    IDEENSAMMLUNG


    Beginn des Kolloquiums zur Sammlung von Ideen für einen Industriepfad am Westbahnhof ist Montag, 17. März, 18 Uhr, im Saal des Quartierszentrums, Hugo-Luther-Straße 60a.


    Die Planungsbüros werden sich während der Sitzung vorstellen.


    Wer ein Gesamtkonzept für den Westbahnhof vorstellen möchte, soll sich mit Veranstalter Plankontor in Verbindung setzen unter der Telefonnummer (0531) 280 15 73.

  • Ringgleis 2014

    Auf einer Fahrradtour konnte ich mir nun ein Bild vom Ringgleis machen.
    Ich hoffe demnächst Bilder hochzuladen.
    Broschüre der Stadt:
    http://www.braunschweig.de/leb…s_Broschuere_11_05_11.pdf


    Vom Harz und Heide Gelände kann man zurzeit bis zum Eichtal durchfahren. Der Radweg ist gut ausgebaut und verfügt über ein paar Ausstellungen.
    Leider konnte ich keine einheitliche Beschilderung erkennen bzw. man erkennt Anfang und Ende nicht und man kann nur hoffen, dass die Industriedenkmäler für mehr Abwechslung sorgen werden (Bau 2014). Interessanterweise gibt es viele Brachflächen neben der Strecke, die bebaut werden könnten z.B. ein FBZ oder ein Kulturzentrum.


    Fazit: Tolle Idee und schöne Sehenswürdigkeit, aber definitiv noch ausbaufähig / interessanter machen. Ein Cafe auf halber Strecke wäre auch nötig.

  • Fortführung Ringgleis in 2014?

    Braunschweiger : Danke für die Fotos.


    Hoffentlich geht es 2014 wirklich weiter mit dem Ringgleis. Die Stadt ist ja wirklich sehr zurückhaltend mit dem gewichtigen Pfund, das sie da haben.


    In der Bezirksratssitzung am 8.5. gibt es zwei Anfragen, die ja eventuell auch Beantwortung erhalten:
    1. Wann ist der Baubeginn der Okerbrücke (die ja in 2014 erstellt werden soll, bisher aber noch keine Anzeichen von Aktivität sehen läßt)


    2. Entscheidungen zur Weiterführung nach der Okerquerung, gerade auch beim parallel stattfindenden Ausbau der Hauptfeuerwache.


    Langsam muss sich die Verwaltung mal äußern...

  • Langsam muss sich die Verwaltung mal äußern...


    Die Verwaltung hat sich geäußert. Aus der Stellungnahme der Verwaltung vor dem Bezirksrat:


    Zur Brücke:
    Die Ausschreibung „Okerbrücke Ringgleis Feuerwehrstraße“ ist veröffentlicht, die Vergabe soll im Bauausschuss am 1.07.2014 erfolgen. Der Baubeginn ist im Juli 2014 geplant. Die Fertigstellung erfolgt im Frühjahr 2015.


    Zur Fortführung unter Berücksichtigung des Umbaus der Feuerwache:
    Von allen beteiligten Fachbereichen ist "die gemeinsame Absicht bekundet worden, eine Führung des Ringgleisweges nahe an der ehemaligen Ringgleistrasse südlich des Grundstücks von BS Energy (Heizkraftwerk Mitte) zu ermöglichen und eine Trasse freizuhalten."


    Zur weiteren Fortführung bis zur Hamburger Straße
    Zwischen der Straße Hasenwinkel und dem geplanten Übergang an der Hamburger Straße (über das städtische Grundstück „Reiherstraße 2“) stehen die erforderlichen Grundstücksflächen zurzeit nicht zur Verfügung.


    Deshalb soll es zunächst einen vorübergehenden Umweg vom Hasenwinkel über die Tunicastraße auf den Wendenring und von dort auf der Hamburger Straße in Richtung der Weiterführung über das ehemalige BZ-Gelände geben.

  • Industriepfad: Ergebnis Ideenfindung

    Die Verwaltung hat sich für einen der Entwürfe zum geplanten Industriepfad entschieden (Quelle: Ratsinfo der Stadt Braunschweig):


    Nochmal zur Grundidee: Mit dem Industriepfad soll ein Informations- bzw. Kommunikations- und Ausstellungssystem auf dem Gelände des Westbahnhofs entstehen, das die lokale Industriegeschichte und die Bedeutung für gesamte Stadt darstellt.


    Grundidee des Siegerentwurfs von „Brederlau + Holik“ ist die Positionierung eines FORUM INDUSTRIEGLEIS - Westbahnhof, wo sowohl die Industrie- und Eisenbahngeschichte als auch die für den gesamtstädtischen Kontext wichtigen Ereignisse thematisiert werden. Die Idee des Entwurfs ist ein Arrangement von containerähnlichen Modulen, die an Waggons und den Transport von Industrieerzeugnissen erinnern sollen.


    Die Objekte bestehen aus einem Metallrahmen, der Texttafeln, aber auch andere Objekte zu den vier übergeordneten Ausstellungsthemen aufnehmen kann:
    01 Jödebrunnen und Kontorhaus
    02 Braunschweiger Ringgleis
    03 Leben und Wohnen
    04 Industrie und Arbeiten.


    Interessant und richtig: Die Ausstellungsobjekte sind robust gestaltet und kaum zu beschädigen. Gesprühte Graffitis sowie Gebrauchsspuren und Materialalterung sind als Gestaltungsmittel einkalkuliert.


    Material, Farbigkeit sowie weitere Details wie die Schrift folgen der Charakteristik von Güterwaggons. Die Farbigkeit ist homogen rost-rotbraun (RAL 3011) und entspricht den gegenwärtigen Güterwaggons der Deutschen Bahn.


    Der Kostenrahmen von 100.000 € erlaubt die Aufstellung von sieben Containerobjekten mit den entsprechenden Inhalten.


    Zeitplan
    Im Juni Beauftragung für die Detailplanung und Ausschreibung,
    im August Auftrag für die Umsetzung
    Mitte Oktober 2014 Fertigstellung




    Bilder: Stadt Braunschweig

  • Weiteres am Westbahnhof

    Im westlichen Ringgebiet am Ringgleis entsteht der größte Jugendplatz der Stadt. Die Kosten belaufen sich auf ca. 900.000 €. Auf insgesamt rund 13.740 Quadratmeter entsteht eine überdachte Skateanlage in Betonbauweise, ein Basketballfeld, ein Aufenthaltsbereich mit Tischtennis sowie ein Kunstrasenspielfeld. Bis Ende Oktober diesen Jahres werden die Landschaftsbauarbeiten abgeschlossen sein. Ab Frühjahr 2015 beginnt dann schließlich der zweite Bauabschnitt. Auf einer rund 2.700 Quadratmeter großen Fläche entsteht ein BMX-Parcours.


    Auch am Mehrgenerationenpark (Bewegungsparcours) haben die maßgeblichen Landschaftsbauarbeiten begonnen. Es entsteht ein Fitness-Weg mit insgesamt elf Bewegungsstationen.


    Die Baumaßnahmen sind Teil des Entwicklungskonzeptes für den Westbahnhof, das auch von der EU gefördert wird.




    http://braunschweigheute.de/bi…platz-der-stadt-entsteht/


  • Auch in der BZ vom 3. Juni (online vom 2. Juni)


    Darin auch noch mal eine Übersichtsgrafik über das Gesamtgelände ...


    Nicht zu vergessen auch noch das Kletterzentrum, das auf 8.000 m2 in der Fliegerhalle und auf dem angrenzenden Gelände entstehen soll. Baubeginn da steht aber noch in den Sternen. Letzte Nachricht/ Artikel dazu in der BZ am 11.1.2014


    Der Bebauungsplan muss dazu noch geändert werden (Anpassung an die Erfordernisse der Kletterhalle) - geht im Juli in den Verwaltungsausschuss.


    Hier mal eine Visualisierung von Seiten des Investors:



    Quelle für beide Dateien: Ratsinfo der Stadt