Kleinere Projekte Nbg. Ost (Zabo, Mögeldorf)

  • Kleinere Projekte Nbg. Ost (Zabo, Mögeldorf)

    Einige der folgenden Beiträge stammen aus dem Threas Nürnberg Oststadt, der zu unübersichtlich geworden ist. Das gebiet zwischen Versicherungstower entlang der Ostendstraße bis nach Mögeldorf, und Zabo, haben nun hier einen eigenen Platz.


    Die Woneo-Gruppe treibt weiter ihr Unwesen in Nürnberg. Zuerst die Heroldstraße in Thon, dann die Adamstraße am Rennweg und nun auch die Valznerweiherstraße in Zerzabelshof. Das dritte Haus in Folge, dass von dieser mittlerweile als berüchtigt anzusehenden Investorengruppe in Nürnberg saniert und ruiniert wurde. Innerhalb der letzten Tage ist das schöne Sandsteinhaus mit Dämmplatten verklebt worden. Fotos von heute:



    Rückansicht:



    Schade um die Nachbargebäude, die wie bei den anderen Woneo-Projekten in Nürnberg, stattdessen vorbildlich renoviert wurden:




    Besodners verwunderlich ist das jedoch, da der Investor in seinem Exposé mit der attraktiven Fassade, die Teil einer gesamten Gebäudeflucht war, geworben hat:



    Quelle: Woneo, Exposee Link: http://www.woneo.de/pdf/woneo-…-valznerweiherstrasse.pdf ; Stand 09.03.2013


    Eine nachträgliche Wiederanbringung irgend eines Sansteinimitats erscheint mir abwegig. Ich bin mal wieder schockiert von soviel Gleichgültigkeit gegenüber dem Stadtbild und soviel Unverständnis für nachhaltiges Bauen. Und mir tun auch die künftigen Eigentümer leid, deren Haus die Architektonische Einheit der Straße mit Füßen tritt und dessen Fassade aus verklebten Problemstoffen besteht. Ich hoffe von denen liest hier niemand mit, die würden nicht glücklich...

  • Ostendstraße 85 - 87 [gegenüber dem Versicherungstower]

    In der Ostendstraße 85 - 87 stehen einige architektonisch reizvolle Wohnanlagen, so wie diese hier:



    Unter dem Motto "Nachverdichtung" hat der Eigentümer, die wbg Nürnberg den Bau weiterer Ergänzungsriegel geplant. Zwischen diesen beiden Gebäuden, hinter der Schallschutzwand, sollen die Neubauten entstehen:



    Die Baufeldbereinigung ist schon weit fortgeschritten:



    Bis vor kurzem war dort noch ein dritter, mittlerer Riegel im Rechten Winkel zur Ostendstraße gestanden, der bereits abgerissen ist. Die übrigen sind fertig saniert. Google streetview zeigt es: klick


    Nun sieht die Planung der WBG-Architekten vor, statt des alten Riegels einfach zwei neue hinzusetzen, in gleicher Ausrichtung. Für diese Lösung werden glatt drei Varianten angeboten, die aber erst auf den zweiten Blick unterschiedlich sind:


    Variante 1

    Quelle: Präsentation der wbg Nürnberg zum Projekt Nachverdichtung Ostendstrasse 85-87 für den BKB Nürnberg, Website des BKB: http://www.nuernberg.de/intern…d=bkb2013_2013_04_25.html , Stand 06.05.2013


    Variante 2:

    Quelle: Präsentation der wbg Nürnberg zum Projekt Nachverdichtung Ostendstrasse 85-87 für den BKB Nürnberg, Website des BKB: http://www.nuernberg.de/intern…d=bkb2013_2013_04_25.html , Stand 06.05.2013


    Variante 3:

    Quelle: Präsentation der wbg Nürnberg zum Projekt Nachverdichtung Ostendstrasse 85-87 für den BKB Nürnberg, Website des BKB: http://www.nuernberg.de/intern…d=bkb2013_2013_04_25.html , Stand 06.05.2013


    Der Baukunstbeirat Nürnberg, als jenes Gremium, dem diese Kröte zu schlucken gegeben worden war, war vermutlich nicht sehr angetan von dieser "Vielfalt der Möglichkeiten". So liest sich jedenfalls das Protokoll hierzu, das ich nicht hätte anders haben wollen. Denn die Chancen werden vollkommen vertan, schlimmer noch, die Wohnqualität im Viertel würde bei dieser Riegellösung nachhaltig verschlechtert. Die Höfe und Grünflächen verkleinert und die Offenheit zur heute (anders als zur Erbauungszeit des Quartiers etwa 1925) sehr stark befahrenen Straße vergrößert. Offenheit ist hier wohl nicht als Pluspunkt zu verstehen, da die Ostendstraße als eine der lautesten Nürnbergs gilt. Insofern sollte ein Gebäude entstehen, dass den Straßenlärm abschirmt, trotzdem eine Hofsituation erzeugt, die Wohnqualität schafft, und die gewünschte Verdichtung erbringt. Meines Erachtens könnte das durch ein U-förmigen Bau erreicht werden, oder eben durch entsprechende Höhe. In meiner Skizze hab ich versucht das aufzunehmen. Die Schenkel des Gebäudes, die rechtwinklig zum Bestand entstanden sind, würden danach wieder 4-geschossig ausgeführt, der zwischenbau parallel zur Ostendstraße könnte bis zu 6 Stockwerke haben.
    Über passende Grundrisse habe mir noch keine Gedanken gemacht. Aber wie der BKB schon befand, sollten Wirtschaftsräume, Treppenhäuser und Fahrstuhlschächte sowie die Küchen und vlt. auch die Bäder zur Ostendstraße hin orientiert sein, die Wohnräume nach zur Hofseite. Manko: das ist leider Norden.



    Zugegeben, keine leichte Aufgabe, aber ein richtiger Architekt kaut soetwas doch zum Frühstück. ;)

  • ^ Ich hatte erst gedacht, bei den Bestandsgebäuden handelte es sich um Neubauten (schade dass dem nicht so ist). Deine Skizze macht städtebaulich natürlich 100x mehr Sinn als die Planung des Entwicklers. Der Hof würde geschlossen und die Grünfläche besser nutzbar und vom Straßenlärm abgeschirmt. Verstehe auch nicht, warum man nicht wenigstens nur einen, aber dafür einen höheren Neubau errichtet satt diesen flächenfressenden Flachbauten. Da bleibt von der nutzbaren Freifläche nicht mehr viel.

  • Die Ostendstraße 85-87 hat es in die Zeitung geschafft:


    http://www.nordbayern.de/nuern…-neue-wohnungen-1.2889932


    Die Zeitung stellt hier ganz im Stile ihrer Soziokulturellen Art einen einzelnen, alten Baum der verheissungsvoll strahlenden Welt neu gebauter Sozialwohnungen mit Kita und Seniorenbetreuung gegenüber. In Nürnberg ist das Tradition: Die Stadt steht still, weil es hier Bäume gibt, und Tiere, und Grün. Und weil es natürlich absolut alternativlos ist nicht höher zu bauen als die bis zum zweiten Weltkrieg dort gebauten Häuser, muss eben alles flach bleiben und in die Breite gehen. Wie eine Sahnetorte im Schaufenster. Dass nur ein paar Meter weiter Nürnbergs höchstes Bürohaus steht wird nicht erwähnt. Dass selbst der Baukunstbeirat - wie ich finde bemerkenswerter Weise - es anscheinend nicht ausschließt, auch mal etwas höher zu gehen, wird nicht erwähnt. Denn ich lese dessen Protokoll eher so, dass der Erhalt des Hofes höher zu bewerten ist, als ein Baukörper, der sich unter allen Umständen gedrungen einfügt.


    Man möge mich aber gerne aufklären.

  • Tragödie in der Valznerweiherstraße

    Das Woneo-Projekt in der Valznerweiherstraße ist nun äußerlich weitgehend fertig gestellt. Schöne neue Wärmedämmungswelt:



    Vorher hatte das Gebäude den gleichen Oberflächencharakter wie sein rechter Nachbar. Die Fenster wurden verkleinert, ohne Unterteilung, sowie das Sockelgesims, das das Traufgesims und alle Fensterbänke abgeschlagen.


    Von der Seite auf dem Gehweg sieht man, wie die Styroporfassade nun 20 cm weiter in den Straßenraum ragt. Wirkt wie ein real gewordenes "So nicht"-Beispiel. Schade um den bis dato intakten Straßenzug.

  • Uff.


    Ein perfekte Vorlage für jede Diskussion, in der derartige Sanierungen noch immer verteigt werden. Noch drastischer kann man den Kontrast nicht zeigen. Schade, dass ein solches "Paradebeispiel" in Nürnberg seht. :(

  • (...) Schade, dass ein solches "Paradebeispiel" in Nürnberg seht. :(


    Richtig. In Kassel, beispielsweise, wäre es kaum aufgefallen ;)
    Aber ehrlich. Diese Verunstaltung ist eine wirkliche Grausamkeit. Daß sich die verantwortliche Firma nicht in Grund und Boden schämt,...
    Und zu allem Überfluss wird dieses Ding auch noch weiss gestrichen. Hätte man wenigstens noch einen angenehmen Farbton gewählt, könnte man noch ein Auge zudrücken. Aber so, ist das Ergebnis einfach nur eine Frechheit. :Nieder:

  • Ostendstraße 85-87

    Die Nachverdichtung wurde dem BKB nunmehr ein zweites mal vorgelegt:



    Quelle: Unterlagen für den Baukunstbeirat, Sitzung 25.07.2013, Architekten: ing + arch, Stand 26.07.2013


    Die Skizze offenbart, dass man sich der Empfehlung annähern wollte und nun einen Riegel entworfen hat, der parallel zur Ostendstraße verläuft und so den Platz nach innen von der Straße abschirmt. Zusätzlich schirmen Glaswände zu den Nachbargebäuden den Straßenlärm ab. Das Gebäude wird über Laubengänge von Norden erschlossen. Hieraus ergibt sich die Herausforderung: Im Süden ist das Licht und der Lärm. Im Norden der Schatten und die Ruhe. Würde man die Laubengänge nun nach Süden orientieren, könnte man auch die Großzahl der Wirschaftsräume dorthin verlegen und hätte die Wohnräume mit großen Fenstern zur ruhigen Seite, allerdings ohne Sonnenlicht.
    Der vorliegende Entwurf legt aber scheinbar zu Grunde, dass auch die Laubengänge bereits Privatumfeld darstellen und daher in den privaten Innenhof gelegt werden, und weiterhin die maximale Ausnutzung der Sonneneinstrahlung (jetzt ja nicht so beliebt bei bis zu 38°C, aber im Winter sehrwohl) in die Wohnungen ermöglicht wird. Ich finde beides kann man vertreten. Der Entwurf müsste wohl klar gehen...
    Allerdings finde ich es bemerkenswert, dass das gesamte Gebäude, also der Riegel an der Straße und die zwei Flügel im Hof über nur eine einzige Treppen + Lift erschlossen werden, da es sich immerhin um 12 Wohnungen pro Stockwerk handelt.
    Wobei ich ja grundsätzlich davon überzeugt bin, dass Laubengänge verbunden mit großzügigen Geschosshöhen eigentlich keine Einschränkungen hinsichtlich einer Belichtung darstellen würden. Aber solche Dimensionen würden hier nicht passen.


    Link zur Vorlage:


    http://www.nuernberg.de/imperi…3/3_plaene_2013_07_25.pdf

  • Neues aus Zabo

    Kleinere Meldung aus Zabo, in der Valznerweiherstraße ist ein kleiner Altbau BJ 1928 mit gepflegter Fassade eingerüstet. Was gemacht werden soll ist nicht ersichtlich:



    Ob man hier dem Beispiel WONEO's folgt und sich ebenfalls einpackt wird man sehen....
    Wenig weiter in der Waldluststraße werden ebenfalls ein paar Kleinodien aus der Nachkriegszeit saniert:



    In diesem Gebäude befand sich früher das Lokal "Heidekrug" mit schön gestaltetem Eingangsbereich. Sieht so aus als wolle man es erhalten....



    Denkmalschutz besteht hier jedoch nicht.


    Auch das Gebäude gegenüber wird modernisiert und im Erdgeschoss umgebaut. Ein vorgesetzter Flachbau wurde entfernt. Vorzustand: Klick



    Könnte eine hübsche Aufwertung werden! Bauschilder waren mal wieder nirgends zu entdecken.

  • Areal Ostendstraße/Cheruskerstraße

    Ein Beitrag, der eigentlich das "Früher - heute" eines bestimmten Ortes in der Stadt beleuchten soll, liefert hier interessante Informationen, die ich finde es wert sein sollten hier kurz festgehalten zu werden:


    Als Chemiefässer die Holperpiste Ostendstraße säumten, NN online, 31.08.2014


    Es geht um die Entwicklung rund um eine der größeren Straßenkreuzungen Nürnbergs an der Ostendstraße auf Höhe des Businesstowers:



    Quelle: Bing Maps


    Der Artikel gibt darüber Auskunft, dass die Stadt mit der Nutzung der Grundstücke östlich der Ringstraße, den Gewerbegrundstücken der Firma Staub & Co.-Silbermann und dem nördlich davon liegenden ehemaligen "Coca-Cola"-Areal unglücklich ist. Ein Bebauungsplan der Stadt sieht auf diesen beiden Grundstücken eine höherwertige als diese "mittelwertige" Gewerbenutzung vor, die sich dort derzeit befindet. Irritiert ist davon zumindest der schon seit ettlichen Jahrzehnten dort ansässige Chemikalienhändler Staub & Co. der sich jedoch kooperativ gibt bei der Suche nach einem alternativen Standort, den die Stadt bereitstellen sollte. Die Stadt wünscht sich hier hochwertige Büronutzung in zwei 20-geschossigen Hochhäusern, die gegenüber des Business-Towers entstehen könnten.


    Ich hab den Artikel sehr überrascht gelesen, denn obwohl ich sehr oft an dem Gelände vorbeifahre, und auch sehe dass hier Potenzial für mehr vorhanden ist, habe ich es noch nie als städtebauliches Problem empfunden, für das man sich dringend eine Lösung wünsche. Hinzu kommt nun auch, dass es in Nürnberg wohl auch kein bedarf an Hochhäusern gibt: Schmelzers Grundigtower sind wieder in einen Winterschlaf gefallen und das Porschetower-Projekt wird zunächst nicht realisiert. Aber viel schwerer wiegt was auf dem nicht weit entfernten und städtebaulich vergleichbaren Milchhof passiert ist: Das Milchhofareal würde ich als noch hochwertiger einstufen, da es mit Blick aufs Wasser, Straßenbahn- und S-Bahn-Anschluss ausgestattet ist. Allerdings realisiert wurde dort bisher nur ein sehenswertes Hochhaus mit nur 11 Stockwerken, und an sonsten eher mittelmäßiger Flachbauarchitektur. Wirklich bedauerlich ist der Flächenfraß durch das Autohaus. Wenn die Stadt unter "hochwertiger Gewerbenutzung" einen Autohändler versteht, dann kann es am businesstower ruhig so bleiben wie es ist. Wenn man allerdings etwas anderes meint frage ich mich, wieso man den Milchhof derart verschenkt hat. Also mir persönlich hätte ein Hochhaus-Cluster auf dem Milchhof deutlich besser gefallen als dort oben an der Ostendstraße. Und wenn man es ernst meint, warum findet man kein Grundstück für den Chemiehändler am Hafen, Gleisanschluss und Platz müsste doch dort vorhanden sein.

  • Fortschritte Waldluststraße

    Zuletzt vor exakt einem jahr hier abgebildet, hat sich zwischenzeitlich in der Waldluststraße einiges getan. Aus dem ehemaligen FRISTO Getränkemarkt ist nun eine KiTa geworden:



    Das Gebäude hat seine vermutlich ursprüngliche Erdgeschosszone zurückerhalten: Weite Bögen, die auf Sandsteinstützen lasten, sind wieder prägend. Sichtbar ist auch, dass der verputze Teil des Hauses ein WDVS erhalten hat. Erkennbar gut an der Wandfigur "Frau mit Kindern", die jetzt in einer Fassadennische sitzt. Am Traufgesims lässt es sich auch erkennen:




    Summa Summaru doch ein sehr schönes Ergebnis, vorallem deshalb weil man sich auch in den Details hier viel Mühe gegeben hat: Fensterläden, geteilte Fenster und abgesetzte Laibungen.


    An der ehemaligen "Gaststätte Heidekrug" geht es ebenfalls voran. Die Dachhaut ist fertig und die neuen, vergrößerten Gauben sind drin:



    Die Fassade hat indes neue, passende Fenster erhalten:



    2013:


    Ich vermute, dass die Figur, die über der Eingangstüre zwischen dem Schriftzug "Gaststätte Heidekrug" einst war, sorgsam ausgebaut wurde. Wenn ich mir das alte Foto dazu im Vergleich nochmal ansehe fällt auf, dass die Figur wie in einer Art Betonkasten in ein Loch in der Fassade gesessen hat, und durch Lockerung der Steine drumherum herausgelöst worden ist. Die Last des darüberliegenden Mauerwerkes/Sturzes wurde über den noch sichtbaren Stahlträger in die Wände daneben abgeleitet. Da jetzt aber ein WDVS auf die Fassade kommt - erkennbar an den weit ausstehenden Fensterbänken und den mauerwerksbündig eingebauten neuen Fenstern - konnte das Loch mit Kalksandsteinen zugemauert werden und es kommen weitere ca. 20 cm Fassadentiefe hinzu, in die man theoretisch die Figur wieder einfügen könnte - wie nebenan bei der KiTa. Der Schriftzug lässt sich dann farblich wieder hinzufügen.


    Am Anbau finden ebenfalls umfangreiche Umbauten statt, womöglich zu einem Festsaal? Die Hoffnung stirbt zuletzt.



    Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass das Gebäude wieder als gasthaus genutzt werden wird. Da da wird Zabo sicherlich ein Schmuckstück zurück erhalten.

  • WBG-Projekt Ostendstraße 85-87

    Das zuletzt hier und hier vorgestellte Projekt ist nun fertig verhandelt und kann in die Realisierung gehen. Der Baukunstbeirat war nun anscheinend von der vierten Vorlage des Projektes der WBG überzeugt worden, so berichtet die N.N. online hier euphorisch:


    http://www.nordbayern.de/nuern…erg-auf-beifall-1.3920966


    Anscheinend konnte die befriedigende Neuplanung deshalb so überzeugen, da man auf eine KiTa nun verzichte. Ich wäre jetzt mal auf eine Visualisierung neugierig.


    Grundsätzlich finde ich es zwar schade, dass die WBG die Diskussion um die Planungen im BKB unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat führen lassen, allerdings stimmt es mich doch zufrieden, wenn ich lesen kann, dass man den BKB mit seinen berechtigten Einwänden nun vollumfänglich genügen kann. Eine viermalige Vorlage spricht doch die Sprache der Kooperationsbereitschaft, und so denke ich schauen wir hier einem breit akzeptierten Bauvorhaben entgegen, auf das ich auch sehr gespannt bin.

  • Waldluststraße - ehem. Gaststätte Heidekrug

    Seit dem September (Beitrag Nr. 12) hat sich an der alten Gaststätte Heidekrug von 1930 einiges getan. Das gesamte Ensemble aus Haupt- und Nebengebäude sind äußerlich fast fertig:



    Insbesondere das Hauptgebäude ist stark verändert worden. Zustand 2013:



    Jetzt:



    Die Fassade hat ein völlig neues Farbkonzept erhalten, und wie ich finde eigentlich ganz gut gelungen. Auch dass man die Fenster sowohl in der Form mit den Segmentbögen im 1. OG, als auch die Klappläden im 2. OG erhalten hat, finde ich super! Die Dachgauben dagegen - naja. Das ehemals über dem hofseitigen Haupteingang angebrachte Relief wurde an das Nebengebäude versetzt:



    Es wird wohl einst beleuchtet werden, das Kabel ist entsprechend zu sehen. Schön wäre es, wenn das Relief noch eine farbliche Einfassung bekäme, und vielleicht noch einen Schutz gegen Tauben. Mal sehen. Ich denke der Gasthaus- und Restaurantbetrieb wird in das Nebengebäude verlagert werden, und im Sommer 2015 werden schon die nächsten Ausflügler begrüßt. Insgesamt doch ein sehr erfreuliches Projekt, zumal ich hier nichts über bestehenden Denkmalschutz finden konnte.

  • BV Ostendstraße Ecke Thusneldastraße

    Die Bebauung der Brache an der Ostendstraße Ecke Thusneldastraße in Mögeldorf gestaltet sich offensichtlich schwieriger als gedacht. Bereits 2012 lagen konkrete Pläne für eine Bebauung mit Hotels vor, die nicht verwirklicht wurden. Offenbar hat das Grundstück seitdem den Besitzer gewechselt, mindestens aber setzt man nun auf einen anderen Architekten und eine andere Nutzung. Ein Hotel scheint hier nicht mehr vorgesehen, sondern ein normales Wohn- und Geschäftshaus. Das schwierige weil spitzwinklige und direkt an einer Hauptausfallstraße gelegende Tortenstück hat indes tatsächlich wenig zu bieten. Die beliebte Westseite ist kaum nutzbar, da Brandwand zu den Nachbargrundstücken, und die Thusneldastraße bietet lediglich eine südöstliche Ausrichtung.



    An dieser Straße allerdings lässt sich bereits der beliebte Charakter des Stadtteils erahnen.



    Nun haben der Bauherr und das Planungsbüro dem Baukunstbeirat neue Pläne vorgelegt:



    Quelle: Architekturbüro Peteranderl, Vorlage BKB am 14.01.2015


    Diese sehen einen dreischenkligen Neubau vor, der einen kleinen Vorplatz nach Süden aufweist. Richtung Osten udn Süden zeigen auch die Balkone der Wohneinheiten, die jeweils über Laubengänge an der Nordseite, also direkt an der Ostendstraße angeordnet sind.



    Quelle: Architekturbüro Peteranderl, Vorlage BKB am 14.01.2015


    Die genauen Pläne lassen sich auf der Seite des BKB einsehen: http://www.nuernberg.de/internet/referat6/2015_01_14.html


    Ebenso findet sich jetzt dort auch das Protokoll, in dem der BKB seine Ablehnung zur Planung zum Ausdruck bringt, und insbesondere die Laubengänge an der Ostendstraße kritisiert. Hier wird mindestens eine Verglasung gefordert, statt der offenen und damit dem Lärm und Schmutz ausgesetzten Bauweise. M.E. hat er hierbei vollkommen Recht. Treppenhäuser werden gerne mal der Hauptverkehrsstraße zugewandt errichtet, allerdings (schallschutz-)verglast. Laubengänge desöfteren ebenso, dann aber bitte auch verglast. Zusätzlich werden noch weitere Hinweise gegeben, zu denen man sich durchaus differenziert positionieren kann. Da um Wiedervorlage gebeten wurde hoffe ich, den Fortgang entsprechend verfolgen zu können.

  • Furchtbar. Ich vermisse ein Satteldach. Ein Bau in der Größe mit Flachdach wirkt wie ein riesiger Betonklotz.


    Katastrophal auch die Lösung an der Nordspitze. Nutzflächenmaximierung bis an das absolute Maxiumum. Die Fußgänger dürfen sich unter dem Gebäude durchzwängen. Das wird richtig angenehm wenn dort erstmal ein paar Hunde/Katzen den trockenen Platz für ihr Geschäft entdeckt haben. Klassische Schmuddelecke. Unbegreiflich, wie man sowas planen kann.


    Die Laubengänge kann ich weder hier noch an irgend einem Gebäude verstehen. Dieser Gang entzieht den Wohnungen doch lediglich Licht. Lieber ein Treppenhaus ohne Fenster und dafür die Nutzflächen bis zur Gebäudegrenze gezogen. Wo ist bei einem solchen Gang der Nutzen? Ich komme aus Berlin. Da gibt so was praktisch gar nicht. Zurecht, wie ich finde.

  • Diesen Laubengangtrend versteh ich auch nicht. Es war ca 40 Jahre lang Ruhe mit den Laubengängen ... und auf einmal werden wieder diese schrecklichen Laubenganghäuser gebaut.

  • Vielleicht weil dieser Begriff historisch anheimelnd und damit latent positiv besetzt ist, und, weil man sich so ein Treppenhaus spart. Insbesondere bei BV mit Kleinstwohnungen beliebt.


    Scritch, du hast Recht, aus Berlin kenne ich das auch nicht, dort bin ich ebenfalls aufgewachsen. Dort hat jede Wohnung ihren eigenen Treppenhauszugang. Allerdings wohnt ein guter Freund von mir in einem Wohnblock aus den dreißiger Jahren in der Großen-Leege-Straße in Lichtenberg/Hohenschönhausen, und er erreicht seine Wohnung auch nur über einen Laubengang. Gibts also auch dort, nur im Neubausegment wohl absolut nicht. In Budapest waren Laubengänge in der Gründerzeit üblich, allerdings liegen sie dort in den Innenhöfen und dienen somit gleichzeitig als Balkone.

  • Abriss Werkstatt Stuck Jacob Gleisshammerstr./Waldmünchenstr.


    Das Grundstück der früher sicherlich bekannte Stuck- und Fassadenwerkstatt des Stukkateurmeisters Karl Jacob liegt schon seit einigen Jahren im Dornröschenschlaf. Während das schnieke Wohnhaus des Meisters in der Zerzabelshofstr. 81 einen guten Eindruck macht....



    Detail:



    liegt über der Werkstatt seit Längerem das Leichentuch. So wird das ausgedehnte Werkstattareal an der Gleisshammerstraße Ecke Waldmünchenstraße bald verschwinden und Platz machen für neue Eigenheime, die der Prägung der Umgebung durchaus entsprechen. Eigenheimbau Holzammer aus Altdorf hat hierfür Pläne unter dem Projektnamen "Waldmünchnerstraße 2 & 2a" vorgelegt:



    Quelle: Eigenheimbau-Holzammer


    Derzeit sieht es dort noch recht verwahrlost aus.



    Dabei hat der Stukkateurmeister an verschiedenen Orten und in verschiedener Materialität sein Können vorgeführt, z.B. in Beton



    oder in zeittypischer Prägung am Nachbargebäude Gleisshammerstraße 94 aus dem Jahr 1958. Das Gebäude bleibt allerdings bestehen und wird von einem direkten Anbau an die Giebelwand verschont bleiben. Der Bauherr hat hier eine Gartenzuwegung vorgesehen.




    Somit bleibt sicherlich auch das Fassadenbild an der östlichen Giebelwand erhalten:



    Detail:



    Um die Beseitigung der vergammelten Werkstattgebäude ist es sicherlich nicht schade, hieran kann ich nichts Negatives erkennen. Sie vermitteln selbst heute noch den Eindruck, als seien fluchtartig verlassen worden ohne aufgeräumt zu haben:




    Die Umgebung kann hier eigentlich nur gewinnen.