Campus Bockenheim: Abriss (116-m-AfE-Turm am 02.02.14 gesprengt)

  • Campus Bockenheim: Abriss (116-m-AfE-Turm am 02.02.14 gesprengt)

    Nun geht es erstaunlich schnell: Die FR berichtet unter Bezugnahme auf den Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding, dass bald die Genehmigung für den Abriss des AfE-Hochhauses beantragt werden soll. Der Abbruch soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 beginnen. Das FLAT genannte Gebäude soll zur gleichen Zeit abgerissen werden. Die Bauten werden frei, weil die Fachbereiche Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften, Psychologie und Sportwissenschaften demnächst ihren Neubau auf dem Campus Westend beziehen. Weiter genutzt werden das Hörsaalgebäude, die Neue Mensa, das Studierendenhaus und die Zentralbibliothek an der Bockenheimer Landstraße.


    Mit der Entwicklung der nach dem Abriss zur Verfügung stehenden Flächen will es die ABG ruhig angehen lassen. Für die dort möglichen Hochhäuser sieht der ABG-Geschäftsführer laut FR-Artikel derzeit wenig Chancen. Erst einmal soll geprüft werden, vor 2014, eher 2015 wird wohl nichts passieren.


    Der zwischen 1970 und 1972 erbaute, 116 Meter hohe Turm (noch bevor die Oberkanten mit Graffiti verziert wurden) ...



    ... und das gleich nördlich des Turms stehende FLAT, Robert-Mayer-Straße 1. Teile der dort noch ansässige Institutionen, etwa die Philosophische Promotionskommission, ziehen demnächst in das Juridicum um. Dort werden Räume frei, weil Präsidium und Hochschulverwaltung ebenfalls in ihren Neubau auf dem Campus Westend ziehen.



    Auch berichtet die Rundschau, dass die Villen an der Georg-Voigt-Straße saniert und dabei in Wohnraum umgewandelt werden sollen. Teilansicht, weitere in diesem Beitrag von epizentrum:



    Bilder: epizentrum

  • Sehr, sehr gute Nachrichten. Nicht nur dass der AFE-Turm aus dem Stadtbild verschwindet, auch die anvisierte Sanierung/Umwidmung der Villen an der Georg-Voigt-Straße ist hervorragend.

  • Schade um den Turm, finde er ist samt Sockelbauwerk ein gutes Beispiel für die Bauweise der frühen 70-er Jahre. Finde da gibt es bedeutend schlimmere Zeitgenossen.
    Die Anzahl der verschiedenen Bauepochen machen das Bild der Stadt ja auch eigentlich erst liebenswert (Sei es nun Gründerzeit oder der Betonbrutalismus. Finde jede Epoche hat ihre Daseinsberechtigung). Schade, dass immer mehr Substanz verloren geht. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass so ein Bauwerk wohl unter wirtschaftlichen Aspekten (und um die gehts in unsere Zeit ja leider fast nur) nur schwer bzw. garnicht zu sanieren ist.

  • Für das Stadtbild bzw. die Ecke Bockenheims rund um den AfE-Turm ist das Verschwinden ein Segen, finde ich. Mit der Meinung dürfte ich nicht ganz alleine stehen, auch wenn der Bau ein gerade im Sockelbereich gutes Beispiel für den Brutalismus der 1970er-Jahre ist. Junkers Äußerung über wenig Chancen für den - an dieser Stelle lt. Bebauungsplan möglichen - Neubau von Hochhäusern dürfte realistisch sein und bedeuten, dass das Gelände eine längere Zeit brachliegt. Hoffentlich wird es keine abgeriegelte Steinwüste wie das ehemalige Rundschau-Areal mitten in der Stadt.


    Die Umnutzung der Villen dürfte ein paar Euros, aber nicht wirklich nennenswerte Summen in die ABG-Kassen spülen. In jedem Fall profitiert die Georg-Voigt-Straße von der Sanierung und vom Einzug sicherlich familiären Lebens. Die Ecke ist momentan durch heruntergelassene Rolläden, den leicht vernachlässigten Zustand der Häuser und die leblose Parkanlage etwas düster. Tipp: Vor der Sanierung dort noch einen Stephen-King-Film drehen! ;)

  • Schade irgendwie. Klar war, dass der Turm weichen muss, aber hätte jetzt nicht gedacht das es so schnell gehen wird.
    Eines der wenigen Vertreter des Brutalismus in Frankfurt geht.


    Was die Folgebebauung hoffe ich das sich der Wohnungsanteil massiv erweitert wird.

    Einmal editiert, zuletzt von Adama () aus folgendem Grund: rs

  • Ganz ehrlich (auch wenn ichs selbst kaum glauben möchte), aber ich finde es auch schade um den Turm.
    Da hat man schon mal so ein Prachtstück aus dieser erlesenen kleinen Auswahl brutalistischer Kleinode (auch sehr schmuck: "Habitat 67" in Montreal) in der Stadt... ich finde auch, dass jede Epoche zumindest das Recht auf einen Vertreter ihrer Art haben sollte (das Union Invest Geb. ist viel zu chic). Allein schon die ganzen Schmierereien (Aussagen) an den Wänden im Turm... man sollte eigentlich ein Museum daraus machen und die verschiedenen Abschnitte der Studentenbewegungen dokumentieren. Der Exzellenzcluster "Normative Orders" könnte z.B. seine Forschungsergebnisse dort anhand historischen Materials an den Wänden begleitend ausstellen.
    Aber gut, die Sanierung ist ein Gegenargument.

  • ... ich frage mich ja eher, was der eilige Abriss des FLAT soll - es sei denn, dort gäbe es auch schon hohen Sanierungsbedarf. Beim AfE-Turm geht es mir jetzt zwar gefühlt auch zu schnell, aber das Stadtbild wird davon sicher profitieren.
    Vielleicht sollte man eine mahnende Gedenktafel mit Bild aufstellen, etwa "Brutalität gefällt nicht jedem" (pardon: "Brutalismus gefällt nicht jedem").

  • Erhaltenswert ist meines Erachtens vor allem der Sockel des AfE-Turms, die Obergeschosse sind dann doch etwas trivial, gerade, wenn man das IBCF oder das Union-Investment-Hochhaus bedenkt. Trotzdem könnte meines Erachtens auf dem Bockenheimer Campus eigentlich alles eher weggerissen werden als der AfE-Turm. Aus wirtschaftlicher Sicht verständlich ist der Abriss natürlich, gerade, wenn man das Ding mal von innen gesehen hat.

  • Naja, schade ist es schon. Schließlich ist es eines der wenigen HH welche öffentlich zugänglich ist, in Frankfurt. Die Architektur finde ich wesentlich besser als so mache glasverkleidete HH in Frankfurt. Mal sehen was danach kommt.

  • Ich hätte mich gefreut, wenn man den Turm komplett revitalisiert und als Wohnturm neu genutzt hätte. Das wäre aber eventuell zu teuer geworden. Für Bürohochhäuser sehe ich dort keine Chance. Wer ein Hochhaus sucht, findet andere Plätze in prominenterer Lage


    Aber 2 Wohnhochhäuser könnte ich mir dort gut vorstellen. Die Höhe würde inkl. Technik dann aber 80 m nicht überschreiten, was ich für diese Lage aber auch passender halte.

  • Bei meinem Besuch im Turm musste ich feststellen das bereits einige Etagen und Büros eifrig geräumt werden.
    Man scheint wirklich sehr schnell Nägel mit Köpfen zu machen :/

  • AfE-Turm: Abriss beginnt im Juli

    Dazu bereits oben #228 ff. Eine geplante Zwischennutzung des Turms durch den Verein "Forum Kulturcampus" als kultureller Veranstaltungsort ist an der Finanzierung gescheitert. Jetzt soll der AfE-Turm bereits ab Juli abgerissen werden, wie die FAZ in ihrer Dienstagausgabe berichtet. Bis Ende 2013 soll der Abbruch abgeschlossen sein. Das "FLAT", Robert-Mayer-Straße 1, dagegen bleibt offenbar erst einmal stehen.

  • AfE-Turm

    Noch ist es ruhig am AfE-Turm, aber der Sensenmann hat sich schon eingefunden und reckt dem Gebäude die Sanduhr entgegen...



    Das gesamte Erdgeschoss mit Foyer und dem rückwärtigen Café ist maximal gesichert. Rundum laufen hinter den Scheiben Bauzäune, oben und unten garniert mit NATO-Draht, der sonst eher an militärischen oder hoheitlichen Objekten zu finden ist. Grund dafür ist wohl, dass man befürchtet(e), der Turm könnte besetzt werden, denn das IvI, welches diesbezüglich Schlagzeilen machte, befindet sich quer gegenüber. Das ist auch ein Grund, weshalb das hier erwähnte Kunstprojekt nicht realisiert werden konnte, wie das Journal Frankfurt schreibt. Das Ergebnis wäre eigentlich ein Fall für den Strang "Kuriositätenkabinett", denn inmitten dieser massiven Sicherung sitz in der Hausmeisterloge tatsächlich ein Wachmann und langweilt sich. Skurril. Aber ich wollte ihn nicht ungefragt fotografieren.



    Abschließend eine Aufnahme von der Senckenberganlage aus. Mir wird der Turm nicht fehlen, optisch wird er (nach meinem Geschmack) höchstens noch vom Schwesternhochhaus unterboten.



    -Bilder von mir-

    2 Mal editiert, zuletzt von Robbi () aus folgendem Grund: Formatierung

  • Abriss des AfE-Turms beginnt nächste Woche

    Vom Wettbewerb aus #248 war noch nichts zu hören, obwohl die Preisgerichtssitzung bereits am 2. Juli stattfand. Dafür gibt es Neues vom AfE-Turm in einer Pressemitteilung der ABG Holding:


    [INDENT]Das Projekt Kulturcampus Frankfurt kommt voran: Die ABG Frankfurt Holding fängt in der kommenden Woche mit dem Abriss des AfE-Turms an. „Damit bringen wir den Kulturcampus als wichtiges Projekt der Stadtentwicklung in eine neue Phase“, sagte ABG-Geschäftsführer Frank Junker.


    In dem 1972 errichteten 116 Meter hohen Gebäude wurden bis Ende März Gesellschaftswissenschaftler und Pädagogen ausgebildet. Sie zogen inzwischen auch auf den neuen Campus der Goethe-Universität im Westend um.


    Die ABG hat das insgesamt 16,5 Hektar große Areal des Campus Bockenheim Mitte 2011 vom Land Hessen erworben, um als Verbindung zwischen dem Westend und Bockenheim den Kulturcampus Frankfurt zu schaffen. Neben Wohnungen und Büros sollen Proberäume für Musiker und Tänzer entstehen.


    Im Süden des Kulturcampus sollen nach den Plänen der ABG vor allem Wohnungen entstehen. Nach dem Abriss des AfE-Turms, für den nun die vorbereitenden Arbeiten beginnen, „wollen wir jetzt mit der Projektentwicklung beginnen“, sagte ABG-Chef Junker.[/INDENT]

  • Es ist noch nicht klar, was an die Stelle kommen soll. ABG-Chef Junker sagte, dass es wohl eher nicht 90.000 Quadratmeter Bürofläche werden. Das steht hier:

  • Abriss des AfE Turms

    Ein paar weitere Details zum Abriss aus einem FNP Artikel von gestern:


    • Ab kommenden Dienstag wird ein Bauzaun aufgestellt und Container werden angeliefert
    • Ohne spektakuläres Spektakel à la Sprengung machte Frank Junker, Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding, deutlich
    • Am Anfang steht für ca. 2 Monate die Entkernung, in Art von Möbel, Tür und Fenster Entfernung
    • Dann kommt hydraulisches Gerät wie beim Henninger Turm zum Einsatz
    • Aktuell rechnet man damit, dass spätestens in einem Jahr der Turm abgerissen ist.
  • Abriss des AfE Turms

    Ein paar Informationen zum Abriss des Turms aus einem Video des HR heute. Demnach wird bis zu einer Höhe von 30 Metern mit Kleinbaggern vom Typ Bobcat der Turm abgetragen, bevor dann die Longfronts zum Einsatz kommen. Interessant auch, es ist das zweithöchste Gebäude das in Deutschland abgerissen wird.