Humboldt-Forum / Stadtschloss - Der Bauthread

  • ein Staat, der aufgrund seiner inneren Wiedersprüche sich letztentlich selbst in den Untergang geführt hat

    Das ist natürlich Unsinn.

    Heute verkörpert das sicherheitstechnische Ornament das gesellschaftliche Selbstverständnis auf ganz konsequente Weise - wohin uns diese Rhetorik führt...

    Mehr Kameras, Überwachsungsdrohnen und natürlich die schönen Betonpoller/blöcke die bereits öffentliche Plätze dominieren. Siehe die Freiraumgestaltung vom Schloss.

  • Über die Gestaltung solcher Anti-Terror/Amok-Barrieren lässt sich sicher streiten. Da diese aber leider weltweit seit gut zwei Jahrzehnten immer unabdingbarer werden, wird sich in dem Gebiet sicher einiges bewegen. Grundsätzlich finde ich diese Barrieren am Schloss einigermaßen ansprechend. Wenn ich da an die Poller in London denke, mit ihren gelben Bogendurchlässen, ganz besonders. Ich warte das Endergebnis erstmal ab.

  • Noch besser wäre Festival-of-Lights-Beleuchtung - und das jeden Tag, jede Woche mit wechselnden Motiven. Damit gäbe es jede Woche einen Grund, einmal durch Mitte zu flanieren. Keine Unkosten, große Wirkung.

  • Möglicherweise ist man diesbezüglich noch immer in der Feinjustierung. Aktuell werden Nord- und Südseite auch noch unterschiedlich beleuchtet.

    Unabhängig davon, ob letztlich einer flächigen Beleuchtung oder einer akzentuierten Beleuchtung oder gar einer Mischlösung Vorrang gegeben wird, das Humboldtforum ist auch bei Nacht und allseitiger Stille ein phänomenales Bauwerk.


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    Die Spiegelung in der Spree ist auch ganz reizvoll (trotz des etwas unscharfen Bildes).


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    Die abgebildeten Fotografien sind durch mich aufgenommen und bei Gebrauch mit ©RianMa zu kennzeichnen. Vielen Dank.


    Im Übrigen ist mir nun auch klar, warum die Brüstung auf der Ostseite als oberen Abschluss eine hervortretende Natursteinkante ausbildet. Auf der gesamten Länge wurden Leuchten in die Brüstung eingearbeitet, die den Weg in den Nachtstunden erhellen. Ein Foto lohnte sich hier noch nicht, weil aktuell der Bereich teiweise noch durch Materialien und Baustellenutensilien belegt ist.

  • Ich finde die Beleuchtung durchaus ansprechend. Da der Lustgarten ja leider gar kein Beleuchtungskonzept zu haben scheint, sticht das Schloss umso mehr heraus.

  • Auch wenn hier nur experimentiert werden sollte, finde ich das Licht zu kalt. Ansonsten bleibe ich bei meiner Forderung für ein Beleuchtungskonzept für die gesamte Museumsinsel. Das muss doch wohl möglich sein, die Museumsinsel und ihre Präziosen als eine Einheit zu betrachten, das muss sich nicht in einer einheitlichen Beleuchtung ausdrücken, aber wenigstens in einer aufeinander abgestimmten. Zumindest sollte man den Hauch eines Konzepts erkennen können.

  • Danke RianMa für die schönen Aufnahmen- ich bin zuversichtlich dass man hier ein vielfältiges und doch ausgewogenes beleuchtungskonzept entwickelt - gerade in der dunklen Jahreszeit sind solche herausgestellten Lichtstätten eine Wohltat für Auge und Gemüt. Ich habe leider die Umgebung mal abgesehen von der Lichtwoche recht dunkel in den Abendstunden in Erinnerung - und kann leider gar nicht einschätzen wie sich abseits des Schlosses die Illumination der Museumsinsel und der Landmarken am UDL Boulevard ausnimmt - und wie stark gerade die Lustgartenseitige Beleuchtung auf die schlossfassade abstrahlt. Vielleicht überlegt man ja auch die Ufermauer und den denkmalsockel ins beleuchtungskonzept einzubinden - das wäre ja zumindest mit Hinblick auf das Denkmal für die Wiedervereinigung gar nicht so abwegig wenn auch nicht Priorität- ich stelle mir die sich daraus ergebenden Lichtbrechungen im Wasser recht reizvoll vor und man vermeidet ansichtig, dieses abdriften in die wassernahe tiefe Dunkelheit. Auch wenn’s vermessen ist ich denke da an eine ähnliche Situation wie bei MontSaintMichel wo man sich nicht nur auf die Abtei fokussiert, sondern auch die Festungsmauer am Wasser z.T miteinbezogen hat.


    Danke cammondo die Frage des beleuchtungskonzeptes seitens der Museumsinsel stellte sich mir auch😉

  • Stefan George Braucht es tatsächlich wieder Entertainment am Humboldtforum? Ich weiß ja nicht, Berlin mutiert mehr & mehr zur 24h/365 Tage Spaß/Entertainment-Gesellschaft. Warum nicht einfach Bescheidenheit mit normalem LED Licht und nur zum "Festival of Lights" mit besonderen Effekten.


    Man kann auch ohne Entertainment und Blink-Blink die Linden genießen.

  • < zumal ich es recht merkwürdig finden würde die barocken Fassaden nur als eine Projektionfläche für etwas anderes zu gebrauchen. Dann hätte man auch ganz 'modern' bauen können oder alles mit wildem Wein beranken können. Schliesslich war das immer das Argument der Schloßbefürworter sogar gegen eine Rekonstruktion der abgerissenen Häuser der Schloßfreiheit, weil diese dann die schöne neue Fassade verdecken würden ...

  • ^^


    Die Frage ist, was unter "Spaß und Entertainment" zu verstehen ist und ob das ggf. genau an dieser Ecke nötig ist.


    Ich wünsche mir eine Belebung des Humboldt-Forums und seines Umfeldes z.B. im Sinne einer behutsamen Gastronomie. Wenn man abends auf dem Dach des Schlosses und an der Ostfassade sitzen und was essen oder trinken könnte, würde das für eine bestimmte Belebung sorgen. Auf der Terasse direkt an der Spree könnte ich mir im Sommer sogar eine kleine Bar mit Liegestühlen vorstellen. Auf den Freiflächen könnten vielleicht gelegentlich kleinere künstlerische Veranstaltungen stattfinden, bis hin zu kleinen Märkten lokaler (Lebensmittel-)Produzenten, wie ich sie immer wieder in Italien auf den dortigen zentralen Plätzen erlebt habe.


    Was ich mir am HF nicht wünsche ist "Spaß und Entertainment" im Sinne des "Entertainment District", also großflächige Systemgastro, grelle Farben, große LED-Bildschirme, flatternde Aufsteller oder laute Musik.

  • Ich muss dir da wiedersprechen - mal abgesehen davon, dass ein Permanentlichtzirkus sich schnell abnutzen würde und der Ort aufgrund der dominierenden Dichte von öffentlichen Bauten, die nach Schliessung zur Ruhe kommen, sich entvölkert. Da zudem die dürftige Wohnbebauung und die Abwesenheit von Vergnügungseinrichtungen gar nicht diese Vielzahl von Eventhoppern und Spaßbeseelten generieren kann, hält sich auch aufgrund der Abwesenheit von launigem Pulk, der Vandalismus und die Vermüllung vorteilig in Grenzen. Ich denke wirklich, dass es eher der Bestimmung des Ortes angemessen um ein stimmungsvolles, würdevolles, warmes und ausgedehntes Lichtkonzept gehen sollte, dass die Vielzahl an Kulturbauten als Einheit begreift. Ein 'hallo, da bin ich und hoppla, jetzt komm ich', grell und übersteuert passt da nun wirklich nicht. Das Ziel sollte eher kontemplativ als spassig und erregend sein.

  • Vor Ort und von der Straße „Unter den Linden“ kommend, wirkt die Beleuchtung deutlich dezenter als auf den Webcam-Aufnahmen.


    Das Schloss sticht da im Vergleich zum Turm des Roten Rathaus nicht heraus.


    Mir ist auch zum ersten Mal aufgefallen, wie viele Sicherheitskameras an den Lichtmasten montiert sind. Das dürften mal locker 12 Stück auf jeder Seite sein. Zusammen mit der Flächenausleuchtung dürfte das für Graffiti-„Künstler“ eine Herausforderung sein.