Humboldt-Forum / Stadtschloss - Der Bauthread

  • Vielen Dank für die Updates! :)
    Ich find es immer wieder interessant, wie oft und sichtlich beeindruckt mit Superlativen um sich geworfen wird ("ungeheure Dimensionen"), was die Beschreibung der Größe des Humboldtforums angeht.
    Ja, das Humboldtforum/Stadtschloss ist ohne Zweifel ein großer Bau, aber verglichen mit was man in anderen Metropolen der Welt findet (London, Paris, Madrid, Rom, Wien, Brüssel, Moskau, St. Petersburg, Washington DC...) sind die Großbauten deutscher Städte eigentlich als eher bescheiden zu betrachten. Die Equivalente von Reichstag, Staatsoper, Staatsbibliothek, Rathaus, Pergamonmuseum, Berliner Dom und Stadtschloss sind in London, Paris und Co. doppelt, ja, dreifach so groß. Ich frage mich immer woran das lag. Fehlende Vision, Platzmangel, Geldmangel? :/

  • So viel ich weiß war das Berliner Schloss der größte Schlossbau nördlich der Alpen und zur Barockzeit wirklich ein echter Klopper im Stadtgefüge. Manche Schlösser mögen größer wirken, da auseinandergezogen wie Versailles oder Schönbrunn, aber vom Raumvolumen waren sie es wohl nicht.

  • Treverer :
    Das hat vor allem historische, politische Gründe. Während etwa GB, RUS, Ö-U oder F schon früh Einheitsstaaten mit einer bis zwei zentralen Städten waren, die dementsprechend zentral repräsentiert haben, kam dies in D bekanntlich viel später. Dafür ist die Gesamtdichte an kunstgeschichtlich bedeutenden Theatern, Opernhäusern, Palästen usw. in unseren Breitengraden ungleich höher, hatte doch jeder Landesfürst der unzähligen Territorien seine kleine Hauptstadt. Bis hin zu Taschenhauptstädtchen wie Putbus :) http://de.wikipedia.org/wiki/Putbus
    Ähnlich verhält es sich aus den gleichen Gründen im schönen Italien.

  • So viel ich weiß war das Berliner Schloss der größte Schlossbau nördlich der Alpen und zur Barockzeit wirklich ein echter Klopper im Stadtgefüge. Manche Schlösser mögen größer wirken, da auseinandergezogen wie Versailles oder Schönbrunn, aber vom Raumvolumen waren sie es wohl nicht.


    Das stimmt aber nicht. Versailles, der Louvre, Windsor Castle, der Madrider Königspalast, Wiener Hofburg, Prager Burg, Budapester Burgpalast, St. Petersburger Winterpalast und sogar die Münchener Residenz sind alle weitaus größer, nicht nur von der Grundfläche her, sondern von dem gesamten Raum, den sie einnehmen.
    So weit ich weiß, galt das Berliner Schloss als bedeutendster (oder einer der bedeutendsten) Barockbauten Norddeutschlands.

  • Vergleicht man das Schlosskaree mit dem Gebäude links nebem der Bau-Akademie Attrappe, oder gar dem Gebäude im linken oberen Rand von Cowboys Photo, dann scheint das Schloss nicht besonders groß. Im Vergleich mit modernen Büro-Gebäude, oder Wohnkarees dürfte das Schloss (Humbold-Forum) nur von durchschnittlicher Größe zu sein.

  • Da in der Presse immer von einem riesigen Bauwerk gesprochen wurde, hat man diese Superlative verinnerlicht. Für die Errichtungszeit und den Ort war der Bau sicherlich gigantisch. Heute gibt es aber weitaus größere Bauten (z.B. die Platten am Rathausforum).


    Ich selbst fahre oft am Rohbau vorbei und bin subjektiv von den geringen Kantenlägen überrascht. Der Bau kommt mir wirklich nicht gigantisch vor. Insbesondere an den Fronten. Das betrifft auch die Ostfassade, die am Ende keinen erschüttern wird, da sie so groß eben nicht ist. Der Bau hat im heutigen Berliner Stadtzentrum eher angepasste Ausmaße. Und das ist auch gut so!


    Wichtig ist, dass in der direktem Umgebung gebaut wird und ein lebendiges Zentrum entsteht. Hoffentlich gibt es bald Positives zur Bauakademie.

  • Ich sehe das ähnlich wie Rotes Rathaus. Die Wirkung des Baus hat sich meines Erachtens stark als Folge des heutigen städtebaulichen Umfelds verändert. Bis zum zweiten WK waren die Bauten in unmittelbarer Umgebung fast alle um ein mehrfaches kleiner. Heute sind sie gleich gross oder grösser. Bis zum 2 WK bewegte man sich, von UdL abgesehen, durch ein Netz von kleinen, engen Strassen auf einen grossen Platz zu. Heute entwerten die viel-spurigen Strassen und Leerräume aller Art die "Raumerfahrung" rund ums ehemalige Schloss. Die ins Auge gefasste Nachverdichtung wird mE bei Weitem nicht ausreichen, diesen Eindruck grundsätzlich zu verändern.

  • @ treverer


    ich finde die Dimensionen des Schlosses schon beeindruckend. Vergleicht man die Baumasse mit anderen Bauten der historischen Mitte, ist das Schloss schon maßstabbildend. Mehr wollte ich damit eigentlich gar nicht ausdrücken. Dass es durchaus Schlösser gibt, die in ihrer Ausdehnung noch imposanter wirken, ist sicher richtig, für Schlösser auf deutschem Boden ist es dennoch beeindruckend, wie ich finde.

  • Die Equivalente von Reichstag, Staatsoper, Staatsbibliothek, Rathaus, Pergamonmuseum, Berliner Dom und Stadtschloss sind in London, Paris und Co. doppelt, ja, dreifach so groß. Ich frage mich immer woran das lag. Fehlende Vision, Platzmangel, Geldmangel? :/


    Also man muß doch auch sehen, daß Preußen zwar ein Einheitsstaat war, aber eben nur Preußen. Das Argument von Baukunst ist wohl etwas mißverständlich, aber er meint vielleicht dasselbe. Es geht also weniger um die Zeitunterschiede hinsichtlich Einheitsstaat als um die relative Kleinheit Preußens, sodaß dann eben nur ein Mini-Schloß herauskam.


    Also ich finde das Schloß auch ziemlich klein und bin ein bißchen enttäuscht, wenn man da mit dem Fahrrad langfährt. Ich bin natürlich nicht wirklich nachhaltig enttäuscht, weil ich genau das Schloß ja haben will, was dereinst dort stand. Deshalb stören mich übrigens auch nicht die Länge-Breite-Verhältnisse, wie es kritisch im SSC angemerkt wurde.


    Es ist halt das historische Schloß. Um mit unserer Kanzlerin zu sprechen: Das ist alternativlos! :)


    Ich glaube aber, daß es im letzthinnigen Endeffekt richtig geil aussehen wird. Man sieht halt jetzt nur so 'nen profanen Rohbau, allerlei Müll drumherum etc. Wenn es in vielleicht zwei Jahren in voller Montur dasteht, dann wird man es vermutlich auch als größer und imposanter empfinden.


    Übrigens noch ein Grund, die Einheitswippe wegzulassen. Deren Dimensionen sind wohl unangemessen groß.

  • Ich finde, dass der Schloss-Rohbau überhaupt nicht klein wirkt, im Gegenteil, mit jedem weiteren Stockwerk werden die Dimensionen erst spürbar. Das ehemalige Stadtschloss sollte nunmal dort neben Dom und co. stehen und zwischen den zwei Spreearmen, da war der Platz etwas begrenzt, aber wenn man es weitläufig und grün haben wollte, musste man halt nach Potsdam und co.


    Viel größer ist das Schloss in Madrid und co. z.b. auch nicht, das Areal ist einfach weitläufiger, wie in Sanssouci, in Berlin steht es halt relativ kompakt im Zentrum auf der Museumsinsel. Ich bin auch froh, dass die Proportionen hier stimmen und mit Dom und alten Museum wird es sicherlich gut harmonieren, wie früher schon.

  • Es ist schon bemerkenswert, wie rasant die Baustelle in den Himmel wächst. [...]


    Die Abendschau hat gestern zu einem weiteren Rundgang über die Schloss-Baustelle eingeladen. Nach Aussage des Chefs der Stiftung Berliner Schloss, Manfred Rettig, wird der Rohbau - wie geplant - zum Jahresende stehen. Auch kostentechnisch liege man nach wie vor im Plan, nicht zuletzt Dank eines zunehmenden Spendenflusses.

  • Die Fertigstellung des Rohbau-Skeletts aus Beton wurde für Ende 2014 angekündigt und scheint auch eingehalten werden zu können. An etlichen Stellen ist nahezu die spätere Endhöhe erreicht worden. Die Ostfassade hinkt etwas hinterher, genauso der Bereich, auf dem später die große Kuppel stehen wird.


    Gegenwärtig wirkt die Baustelle sehr betonlastig, aber zum Glück wird sich das bald ändern, wenn die Maurer und Bildhauer loslegen und die eigentliche Fassade herstellen. Das ist der Augenblick, auf den sich schon viele freuen.


    Vor einem Jahr war die Humboldt-Box noch ein unschlagbarer Aussichtspunkt. Jetzt sind die Rohbau-Wände höher als die Aussichtsplattform, zu sehen ist von dort nicht mehr viel. Aber der Kuchen schmeckt noch genauso gut.


    Die Humboldt-Box wirkt jetzt nicht mehr besonders groß, die endgültige Rohbau-Höhe ist an dieser Stelle nahezu erreicht worden:




    Die "runde Ecke":



    Ostfassade aus Richtung Alexanderplatz:



    Aus einer recht wackeligen Perspektive:



  • Super Bildupdate! Auch noch aus so vielen verschiedenen Perspektiven. Danke, Beggie! :)


    Ich frage mich, wann man anfängt, den Rohbau der Kuppel zu errichten. Wenn man bisher von Fertigstellung des Rohbaus gesprochen hat, schien die Kuppel nie miteingerechnet (jedenfalls nicht auf der gezeigten Visualisierung). Vielleicht kommt die Kuppel also erst mit etwas Verspätung? Dabei wurde sie doch finanziell zum größten Teil durch eine großzügige Spende gesichert.'


    Amen! @ Eisber ;)

  • Laut Manfred Rettich soll zum Richtfest im Frühjahr 2015 die Betonkuppel fertig sein, also wird der Richtkranz ganz, ganz oben hängen.
    Ich bin gespannt drauf! :daumen:

  • Inzwischen sieht man wirklich gut, wie der Rohbau die Linden "abdichtet" - nun braucht man sich nur noch die Kuppel dazu vorzustellen. ;)


    Ein kleiner Rundgang:






    Bilder sind meine

  • Auch von mir gibt's einige aktuelle Fotos vom Humboldtforum/Stadtschloss. Gegenüber den zuletzt geposteten Bildern hat sich nicht viel verändert, allerdings hatte ich das Glück, gutes Fotowetter erwischt zu haben.


    Wie der Tagespresse zu entnehmen ist, liegt das Projekt im Buget und im Zeitplan - und zumindest letzteres sieht man auch. :daumen:




    Von vorne (an der Schlossfreiheit) und ...




    ... von hinten (an der Spree).



    Ich persönlich kann mir die neutrale Ostfassade als Kontrast zum üppigen Historismus des Berliner Doms gut vorstellen.


    Quelle der Bilder: Carlo (2014)

  • Zwei Wochen sind seit den letzten Fotos vergangen und am westlichen Hauptportal wird bereits im Bereich des zweiten Obergeschosses betoniert.




    Die Südseite:



    Die moderne Stella-Fassade nebst historischem Eckrondell:





    Aus dem Lustgarten in Richtung dieses bombastisch großen Vorhabens: