Alexanderplatz - Abkehr vom Kollhoff-Plan?

  • Gunnar Schupelius sollte sich dann bei den Investoren ausheulen. Letztendlich sind sie es, die darüber entscheiden ob am Alexanderplatz Hochhäuser entstehen oder nicht.


    Unmöglich finde ich seine Rede gegenüber der Berliner Traufhöhe: nicht die ist es, die HH am Alex verhindern, auch nicht die Lüscher, sondern ebenso die Investoren.


    Die Traufhöhe hat schon ihren Sinn, gerade in den Gebieten, wo diese bei den Bestandsbauten überwiegt. Niemand hat etwas gegen HH am Alex oder anderen exponierten Lagen, sehr wohl aber in Wohngebieten wie am Kollwitzplatz oder am Boxhagener Platz. Da haben meiner Meinung Hochhäuser nichts zu suchen. Alex, Zoo, Potsdamer Platz, Hauptbahnhof und Mediaspree sind hervorragende Orte für Hochhausbebauung. Aber schlussendlich sind auch diese Orte von Investoren abhängig (und ggf. Wutbürgern).

  • Es sind auch keine "Investoren" sondern die Realität. Berlin ist nicht das wirtschaftliche Kraftzentrum Deutschlands sondern mehr oder minder das "Armenhaus der Republik". An der Spree sitzen auch nahezu keine Konzerne, keine Finanzwirtschaft.. es gibt niemand außer den Bundesbehörden, generell dem Staat, der in Berlin in größerer Zahl Bedarf für große Bürogebäude hat. Und eine kleinteilige Vermietung von Hochhäusern ist äußerst schwierig, zumal für Unternehmen mit kleinen Büroräumen einfach nicht soviel Geld für Repräsentation da ist. Ein HH-Büro ist immer "teurer" als bei einem 0815 Bürogebäude. Dazu ist Berlin sehr flächengroß, hat nach wie vor viele Brachen und es wartet noch so mancher Altbau auf eine Sanierung/Aufwertung und "Personalisierung". Das machen jene aufstrebenden kleinen Unternehmen mit größerem Budget lieber als sich in "sterile" 0815 Büroräume einzuquartieren, wo sie dann Mieter Nummer 78 sind.


    Wohnbebauung mag eine Lösung sein. Aber ich persönlich würde dort nicht wohnen wollen, aus meiner Abneigung gegen die Gegend um den Alex habe ich im Forum keinen Hehl gemacht. Die Anwohner in ihren günstigen Plattenbauwohnungen mögen sich dort nett eingerichtet haben aber ein anspruchsvolles, städtebaulich wertvolles, Wohnhochhaus zu errichten bedingt eine zahlungskräftige Mieter- bzw. Eigentümergemeinschaft. Die ziehen lieber in "Szenekieze". Ich sehe wirklich keine Möglichkeit für nennenswerte Hochhauscluster in Berlin, jetzt und in Zukunft. Also lasst uns endlich diesen Wunschtraum beseitigen und stattdessen an das Machbare denken, so dass es am Alex endlich mal voran geht.

  • "Realität" investiert nicht in Bauten, Investoren investieren. Seien es nun kleine Private, Mittelständige, Großkonzerne oder die öffentliche Hand.

  • @Berchen


    Ganz so negativ sehe ich es nicht. Es gibt doch immerhin Interessebekundung. Außerdem sammelt sich in Berlin immer mehr die geistige Elite. Siehe Suhrkamp Verlag. Mit "Elite" kann ich zwar nicht viel anfangen, aber es ist doch offensichtlich, daß Berlin zieht. Und durch die Regierung kommen auch immer mehr Unternehmen nach Berlin und bauen hier Zentralen und dergleichen.


    Es ist eben eine sehr langfristige Entwicklung. Andererseits kann man froh sein, daß Berlin keine Finanzindustrie hat und daher weniger snobistisch und edel ist. Das ist wiederum ein Vorteil.


    Man könnte es vielleicht so sagen: In Berlin werden keine 250er gebaut, aber immerhin 100er und 150er. Ich finde, Schupelius liegt nicht ganz falsch.


    Ich denke, es dauert sehr lange, bis Berlin wieder annähernd den Spirit hat, den es als Reichshauptstadt hatte. Und dieser Prozeß ist durchaus schön und spannend.

  • ^
    Nicht ganz :lach:


    Münte würde von einer Heuschrecke sprechen.



    Wer mal die Machenschaften von Lone-Star anno 2008 sehen will sollte sich den Dokufilm "Und plötzlich ist das Haus weg" ansehen, leider finde ich auf die schnell kein nicht gelöschtes Video. Jedenfalls haben die auch gute Hauskredite von den Banken gekauft (also welche die immer richtig) bedient wurden und dann die volle Grundschuld eingeklagt , die bis dahin nicht an die schon abgezahlten Beträge angepasst wurde. Konnten die Leute nicht zahlen wurde zwangsversteigert. Diese Firma hat knallhart eine deutsche Gesetzeslücke ausgenützt, ganz egal ob Familien dabei draufgehen etc.
    Tja und das Park in am Alex und das Grundstück gehört Blackstone die als ebenso schlimm gelten.

  • Ich bin auch der festen Überzeugung, daß dieser Umstand ("Heuschrecken" am Alex) nicht ganz unwesentlich ist bei der bisherigen Nichtbebauung dort.


    Andere Investoren machen das anders: sie kaufen das Grundstück, bebauen es (mal mehr, mal weniger "ordentlich") und verkaufen es dann mit Gewinn. Da hätte man sich damals beim Verkauf der Flächen mal besser über die Käufer informieren sollen.

  • Gunnar Schupelius heult sich in seiner üblichen polemischen und oberflächen Art und Sichtweise darüber aus,.....


    Artikel BZ


    Ist natürlich einfach sich über einen BZ Chefredakteuer aufzuregen.
    Gunnar Schupelius liegt in seinen Grundpositionen m.E. richtig.Er war halt in London,hat gesehen was möglich ist und hat nach seiner Rückkehr seinem Frust freien Lauf gelassen,kann ich gut nachvollziehen. Im Gegensatz zu ihm bin ich für die Abkehr von den Kollhoff Plänen,weil sie mir unrealistisch und zu brachial erscheinen. Aber was er sonst schreibt trifft IMHO zu. Große Teile der Berliner Politik und Teile der Verwaltung sind gedanklich nicht reif für aussergewöhnliche Architektur.
    Beipspiel Mediaspree. Niemand hätte es gestört,wenn der Daimler Bau zarte 100 statt 50m hoch geworden wäre.Es gibt keine Anwohner,die verschattet wurden wären.Aber der Bezirkspolitik waren 100m zu hoch.Am südlichen Ende in der Nähe der Elsenbrücke wurde der Bebauungsplan geändert,um zu verhindern,dass zwei gut 70m hohe Häuser gebaut werden könnten. Bei den geplanten Hochhäusern in der Fanny Zobel Straße ist lt.Treptower Bezirksbürgermeister noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die Querelen um die sog.Living Level waren schließlich der Höhepunkt.Mediaspree ist tot.Tot für architektonisch Aussergewöhnliches.Dort wird kein ambitionierter Investor mehr auftauchen. Klötze ala Alexander Parkside nur mit noch billigerem Äusseren werden dort gebaut werden,mehr nicht.


    Beipspiel Europacity / HBF. Dort wird geplant und gebaut wie in einer Kreisstadt.Wozu in aller Herrgottsnamen soll dort die Traufhöhen Blockrand Philosophie weitergeführt werden ? Völlig ideenlos und das in absolut zentraler Lage,fußläufig zum Regierungsviertel.


    Natürlich fehlen auch Investoren.Aber welcher Investor würde es denn wagen,einen 200m Bau .B. am Ernst Reuter Platz zu planen. Der würde hier gesteinigt werden.

  • Weil der Ernst-Reuter platz unter Ensembleschutz steht.
    Ausserdem haben Lüscher und Co schon verlautbaren lassen, das Hochäuser jenseits der am Alex geplanten 140-160 meter nicht ins Berliner Stadtbild passen.


    Erfahrungsgemäss (Siehe Stuttgart, München, Hamburg, Köln) wird hier in Deutschland ab einer bestimmten Höhe auch die ansonsten architektonisch desinteresierte Bevölkerung nervös (in anderen Ländern kanns dagegen nicht hoch genug sein...)

  • Weil der Ernst-Reuter platz unter Ensembleschutz steht.


    Oh, das wusste ich noch gar nicht. Eine der totesten Ecken der Stadt steht unter Ensebleschutz! Ich weis nicht, ob ich heulen oder lachen soll!



    Ausserdem haben Lüscher und Co schon verlautbaren lassen, das Hochäuser jenseits der am Alex geplanten 140-160 meter nicht ins Berliner Stadtbild passen.


    Ich würde eigentlich auch sagen, dass die Alpen gar nicht ins schweizer Landschaftsbild passen! Aber leider hören auf mich sehr viel weniger Leute, als auf die Lüscher - so dass hierzulande so ein Schwachsinn reale Politik wird. Einfach unfassbar.


    Wenn die Hochhäuser am Alex "sterben", fürchte ich, dass dies ein nachhaltiges Trauma für die Stadt sein, und es dann wohl tatsächlich in Berlin niemals richtige Türme geben wird.

    3 Mal editiert, zuletzt von Mauerwerk () aus folgendem Grund: Grammatikfehler



  • Ich hoffe, dass Berlin nie wieder den "Spirit" bekommt, den es als "Reichshauptstadt" hatte (auch nicht das autoritär-wilhelminische) um das ganz deutlich zu sagen, auch wenn es nicht zum Thema passt. Außerdem ist bald ein Jahrhundert vergangen seit den "Goldenen 20ern", irgendwann zieht diese ewige Erwartungshaltung "Berlin kommt wieder ganz groß, bestimmt" nicht mehr. Anstatt realistische Planungen anzugehen, in der Hoffnung auf Wolkenschlösser Stagnation zu erzeugen, dafür habe ich einfach kein Verständnis. Die Gegend rund um den Alex muss sich dringend verändern.


    Das hat für mich nichts mit irgend einem urbanen Zentrum zu tun. In Köln oder München sind solche städtebaulichen Situationen, mit unzusammenhängenden großen Gebäudekomplexen, unterbrochen von Hauptverkehrsachsen, eher typisch für den Stadtrand. In Müchen sieht es beispielsweise rund um das Olympiazentrum relativ ähnlich aus, inklusive einem Funkturm und dem BMW und O2 Hochhaus in Sichtweite. Da muss einfach was passieren und die "Wende" ist ja nun bald 25 Jahre her. Selbst wenn wir jetzt den "großen Wurf" planen würden, ein großes Konzept wie seinerzeit am Potsdamer Platz, bräuchte es ja vom ersten Architekturwettbewerb, über Abbruch von Bestandsgebäuden etc. bis zur Fertigstellung nochmal 10-20 Jahre. Also selbst wenn man jetzt sofort loslegt haben wir mal so locker 35-45 Jahre (!) gebraucht um die Gegend rund um den Alex nach dem Mauerfall umzukrempeln und zu modernisieren. Aber nicht einmal das ist aktuell angedacht, es wird weiter auf irgendwelche "Investoren" gewartet, die aus purer Liebe zu Berlin hunderte Mio. investieren. So ungeteilte Sympathie findet man vielleicht bei jugendlichen Rucksacktouris die in Hostels übernachten aber die haben leider nicht das nötige Geld dafür. Wie lang soll man denn noch zuwarten bis man endlich die Gigantismuspläne der 90er in den Papierkorb wirft, von wegen Berlin bald 6 Mio. Einwohner etc.

  • Ich hoffe, dass Berlin nie wieder den "Spirit" bekommt, den es als "Reichshauptstadt" hatte (auch nicht das autoritär-wilhelminische) um das ganz deutlich zu sagen, auch wenn es nicht zum Thema passt. Außerdem ist bald ein Jahrhundert vergangen seit den "Goldenen 20ern", irgendwann zieht diese ewige Erwartungshaltung "Berlin kommt wieder ganz groß, bestimmt" nicht mehr.


    Immer diese maximalstmöglichen dezidierten Mißverständnisse. Berlin hat schon einiges an Spirit von damals wieder. Es geht logischerweise um einen abstrakten Spirit: Hauptstadtnimbus, geistiges Zentrum, Avantgarde etc.


    Bevor man hier so herummosert, sollte man doch erst mal Hines abwarten.


    Der Plan ist trotzdem richtig, man könnte sagen, gerade weil er so lange braucht, um umgesetzt zu werden. Wer baut schon sein Zentrum völlig neu? Es hat auch sein Gutes, daß die alte Prägung des Platzes noch von gewisser Dauer ist. Ich denke die "Kollhoff-Imago" wird sich einfach langfristig realisieren. In kleinen Schritten.

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    Was wäre dein Vorschlag wie man diesen Zustand konkret ändern könnte?


    Etwas was mir sofort eingefallen ist, ist die aktuelle Diskussion um die Landesbibliothek. Die einen wollen sie in das ICC, die anderen nach Tempelhof..ich vermute auch weil man nicht so recht weiss was man mit den Arealen jeweils anstellen soll.


    So eine Bibliothek gehört doch ins Herz einer Stadt. Warum also nicht in die Gegend um den Alex, dort einen ambitionierten Bibi-Neubau errichten, gerne in sehr avantgardistischer Architektur, die das Zeug zum Klassiker hat, a lá New Yorker Guggenheim.


    Oder unsere Gesellschaft braucht bekanntermaßen neue Wohnformen, es gibt das Thema der alternden Gesellschaft, wir haben zu hohe Energieverbräuche, wieso gibt es Mustersiedlungen zum Themenkomplex energetisches Bauen und generationenübergreifendes Wohnen nur in Städten wie Freiburg? Hier könnte man in Berlin "klotzen" und Besuchern aus aller Welt zeigen, wie die Städte von Morgen ausschauen könnten, damit umgehen könnten (alle Industrieländer haben die selben Herausforderungen diesbezüglich). Ein innovatives "Plusenergiehaus" wurde aber ebenso in Freiburg verwirklicht (http://www.oekosiedlungen.de/heliotrop/steckbrief.htm) wie die "Selbstorganisierte unabhängige Siedlungsinitiative (http://www.susi-projekt.de). In Berlin werden unterdessen die letzten besetzten Häuser geräumt und v.a. 0815 Investorenarchitektur umgesetzt. Wo sieht "Echter Berliner" hier irgend eine Avantgarde?


    Oder eine kurze Randmeldung aus der Stadt Augsburg, da eröffnen Künstler und engagierte Kulturschaffende gerade mit sehr wenig Geld und vielen Helfern, Sachspenden etc. das sog. "Grand Hote Cosmopolisl", ein faszinierendes Projekt. Ein ehemaliges Altenheim wird so umgebaut dass Flüchtlinge ("Asylbewerber"), die sonst immer in dunkle Sammelunterkünfte "aus den Augen aus dem Sinn" untergebracht werden, zusammen mit "normalen" Hotelgästen das Gebäude bewohnen. Und auch in den Betrieb des Hotels eingebunden werden, so gleich in den deutschen Alltag integriert werden und eine Lebensgrundlage haben. Mitten im Zentrum der Stadt Augsburg, nicht irgendwo hin "abgeschoben" (http://www.augsburgwiki.de/ind…Wiki/GrandhotelCosmopolis). Mal eine ganz andere Herangehensweise an die stark steigenden Asylbewerberzahlen. Auch hier, wieso ist Berlin hier nicht Vorreiter? Steht nicht das "Haus des Reisens" z.B. größtenteils leer?


    Egal ob es um smarte Interimslösungen geht oder städtebauliche Innovation, oder um solche Entscheidungen wie die Landesbibliothek vielleicht am Alex neu zu bauen, alles nicht möglich solange an alten Investorenträumen festhalten wird. Meine Meinung.

  • Herrje, sind ist das wieder eine nichtssagende Schlagwortwüste. Was soll mir denn das Freiburger Experiment sagen, eine (1) Wohnung statt Markisen anzubringen auf einem Mechanismus rotieren zu lassen? Alternde Gesellschaft? Das bewältigen die gründerzeitlichen Altbauten ganz gut, geh' mal am Savignyplatz spazieren.


    Initiativen wie die SUSI gibt es doch in Berlin zuhauf, erfolgreich allemal. Und was sind denn die "neuen Wohnformen", die man den "Besuchern aus aller Welt" zeigen sollte? Jetzt fehlt nur noch das Postulat nach "intelligenten Lösungen" und "innovativen Wegen". Würthülsen über Worthülsen.


    Unterm Strich gibt es - bis auf die Haustechnik - keine Herausforderungen des Wohnens, die der Wohnungsbau vom Jungedstil bis zum 2. Weltkrieg nicht schon erfolgreich gelöst hätte.


    P.S. Die Labi, wenn man das wirklich möchte, ist so groß wie alle Museen der Museumsinsel zusammen. Z. B. würde sie die gesamte Fläche des MEF und des RF einnehmen. Nicht wirklich Innenstadttauglich, wenn man sich nicht Corbusier nennt.

  • Beim Alex sollte man folgende Dinge bedenken:
    1. Der Fernsehturm wurde als sozialistische Stadtkrone geplant. Mit diesem Bau sollte der ursprünglich geplante Staatsturmbau abgelöst werden.
    2. Der Fernsehturm ist ein Wahrzeichen von Berlin. Deswegen muss die Planung in dieser Umgebung bedacht werden.
    3. Die Anhänger des sozialistischen Städtebaus verwenden die Argumente von Bruno Flierl. Flierl hatte schon 1993 vor einer Entwertung des Fernsehturms als Dominante der Stadt gewarnt. Seine Einwände wurden zur damaligen Zeit auch in diversen internationalen Fachzeitschriften publiziert. Seit dieser Zeit ist die Argumentation nicht wesentlich weiter gekommen, weil ja auch kein weiteres Hochhaus entstanden ist.


    Womit Flierl wohl recht hat, ist, dass eine Abstufung der Höhenbauten sinnvoll ist. Entweder man entscheidet sich, den Fernsehturm als alleinige Höhendominante zu belassen, oder man ergänzt diesen Bau mit einem gleich hohen neuen Gebäude (m.M.). An dieser Stelle sei an den Entwurf von Jahn erinnert (Bild). Dieser Entwurf hätte die sozialistische Stadtkrone um ein modernes Element erweitert. Ich finde, dass auch so ein Vorhaben 20 Jahre nach dem Mauerfall diskutiert werden sollte. Letztlich bleibt aber ein Kriterium wesentlich: Die Ausführung muss hochwertig sein. Ein schneller billiger Fehlschuss wäre an dieser Stelle verfehlt. Ein schlechter Bau würde die gesamte Stimmung schlagartig gegen Hochhäuser in der Stadt aufheizen und jede weitere Erneuerung erschweren.

  • Die Bibi war ja nur ein Beispiel was mir spontan eingefallen ist, kein Beitrag zu einem Architekturwettbewerb ;)
    der Punkt ist, mir geht es wie wahrscheinlich dir wenn ich mir das Bild aus dem letzten Beitrag anschaue, na klar hätte ich solch eine Skyline auch gerne an der Stelle in Berlin. Allein, mir fehlt 23 Jahre nach der Wende der Glaube. Wenns die letzten 2 Jahrzehnte nicht umgesetzt wurde, trotz dem Berlinhype der 90er, dem Investitionshype rund um den Neuen Markt, der Finanzspekulationen bis zur Finanzmarktkrise, der aktuellen Flucht in "Betongold"...dann wird es auch die kommenden 2 Jahrzehnte nicht umgesetzt. Und bevor wir das Machbare sein lassen, weil wir auf das Wünschenswerte hoffen, plädiere ich für einen neuen "Masterplan", der die Sache ein paar Nummern kleiner angeht, anstatt zwischendrin ohnehin vollendete Tatsachen zu schaffen, indem mosaikartig immer neue Bauvorhaben rund um den Alex genehmigt werden, die ohnehin nichts mehr mit diesem Plan zu tun haben.



    Die Argumentation mit der "Stadtkrone Fernsehturm" kann man dabei aufgreifen und weiterführen, so dass ein neuer Plan nicht nur als realistischere Sparversion daherkommt sondern eben dem Fernsehturm als Solitär Rechnung trägt.

  • Die heutige Ausgabe des Tagesspiegels http://www.tagesspiegel.de/ber…mal-republik/8629648.html berichtet von Plänen weitere Gebäude am Alexanderplatz unter Denkmalschutz zustellen.
    Das wäre dann der entgültige Todesstoß für den Masterplan. Fr. Lüscher hat sich noch nicht geäußert. Ich hoffe, dass ist nicht unter dem Deckmantel 'Denkmalschutz' der Masterplan gekippt werden soll.


    Die Rede ist zum Beispiel von dem TLG-Riegel - aus meiner Sicht überhaupt nicht denkmalwürdig :nono: Würde sogar soweit gehen und behaupten, dass dieses Gebäude die Hauptschuld trägt, dass am Alex (vorallem im nördlichen Bereich) nichts passiert. Wären das Baufeld geräumt, würden sich auch Investoren finden...

  • Also , als ich als Westberliner nach der Maueröffnung zum Alex kam, staunte ich wie extrem weitläufig und unwirtlich es da war, gerade dieser Riegel mit der Straße ist so weitläufig und hässlich, dass ich da fast schon Agoraphobie bei bekommen. Außer dem passt das nicht zu dem sehr engen Altbaugebiete mit für Berlin sehr ungewöhnlich engen Straße im Nordwesten. Tja, was schön ist ist wohl Geschmachssache hat und als Kinder "Oscar" gelehrt. ;-)

  • Nun ist persönliches Gefallen oder Nichtgefallen allerdings kein Kriterium, um zu beurteilen, ob ein Gebäude denkmalwürdig ist oder nicht. Was mich aber wundert, ist die Tatsache, dass die Fassade des TLG-Riegels bzw. des ehemaligen Hauses der Elektroindustrie doch schon vor Jahren vollständig erneuert wurde, sein Erscheinungsbild also nur noch bedingt Zeugniswert besitzt. Aber vielleicht ist das Gebäude von Mehlan, Skujin und Leibold allein schon vom Grundriss her, als Großraumbürohaus, für seine Bauzeit (1967/69) ungewöhnlich genug für eine solche Entscheidung.