Alexanderplatz - Abkehr vom Kollhoff-Plan?

  • Worüber sprechen wir hier überhaupt? Es gibt doch Hochhäuser in Berlin (lt. Wikipedia 222 Stück) und es sind z.Zt. weitere in Planung (lt Wikipedia 18). Es kann also keine Rede davon sein, dass Berlin einen "Trend verschläft".


    Berlin hatte auch schon mal über viereinhalb Millionen Einwohner und das ganz ohne Hochhäuser. Natürlich war damals die Dichte in der Innenstadt deutlich höher, was kein Vorbild sein sollte.


    Andererseits sind doch diese ganzen Megastädte ebenfalls keine Vorbilder für Berlin. Dort gibt es Probleme, die auch nicht durch die dortigen Hochhäuser behoben werden.

  • Berlin wird wachsen, aber es wird keine Mega-City werden. 2050 hat es vielleicht 4 Mio. Einwohner, vielleicht 4,2 Mio. oder auch nur 3,8. Es wird keine 8-Mio.-Metropole werden wie London, dafür wächst Deutschland viel zu langsam und ist viel zu dezentral entwickelt. Das anstehende Wachstum lässt sich durch behutsame Erweiterungen und Nachverdichtung bewerkstelligen; ein radikaler Bruch mit der heutigen Struktur tut nicht Not.


    Zum anderen finde ich den Beitrag von Gutmensch eigentlich recht treffend.


    Architektenkind, deine Argumentation ist m.e. richtig. Es gibt objektiv betrachtet gar nicht die Grundlage für eine boomende Hochhausentwicklung in Berlin. Ich verweise noch mal auf meinen Beitrag #685.


    Gutmensch, welcome to the club. Berlin soll sich auf die eigene Möglichkeiten konzentrieren, siehe #687


    Mitte der Neunziger habe ich mal einen Vortrag vom zuständigen britischen Stadtplanungsamtsleiter von Hongkong gehört, kurz vor der Übergabe an China. Es wurde das hohe Lied auf die immense Wachstumszahlen gesungen, neuer Flughafen auf neuer Insel, Berge dafür einplaniert, Bank of China, höchster Bau in Asien, etc. Berlin lag damals am Boden, noch vor der arm aber sexy Phase. Nachdem der Gentleman seinen beeindruckenden Vortrag beendet hatte, wollte er doch noch ein persönliches Wort ans Publikum richten. Er möchte uns Berliner als Stadtplaner unbedingt zu unserer fantastischen Stadt gratulieren und er sprach die Hoffnung aus, dass die vorhandenen Qualitäten, wie die menschlichen Proportionen, beibehalten werden.


    Genau dieses Bewusstsein für die eigene Qualitäten ist wichtig. Berlins viel bewunderte Struktur ist ein Kind der Gründerzeit. Seitdem ist viel kaputt gemacht, aber es gibt auch durchaus verträgliche Ergänzungen. Die internationale Anonymität die manchen Planern aus der Pinterest-Generation so anmacht, ist es genau nicht.

  • Es geht beim ausbleibenden Hochhausbau in der direkten Innenstadt, hier am Alex, ja nicht nur um die Hochhäuser....es geht eben auch um die Probleme die eine Stadt wie Berlin hat wenn alles auf die Fläche verteilt wird, weil man sich zwanghaft dem "das war hier schon immer so" unterwirft.


    Wenn das angebliche "Früher" alles schon ausreichend für die heutige Zeit gewesen sein soll, dann verstehe ich nicht warum man zum Beispiel am Alex in den 20er Jahren auf der U5 Ebene eine weitere, 4. U-Bahnlinie mit geplant und dafür vorgebaut hat.


    Schon jetzt merkt man dass die Umwandlung und teilweise Zweckentfremdung von Wohnraum zu Büroraum in den letzten Jahren vor allem erhebliche soziale Spannungen nach sich gezogen hat. Bei einem Geschäftsflächen Leerstand von nur noch 1,7% ist es fast skandalös dass man nicht mehr auf die Tube drückt was den Bau von neuen Geschäftsflächen in die Höhe angeht.


    Komisch dass das in der City West und an der Media Spree (wo zur Zeit die höchsten Büromieten in ganz Berlin verlangt werden) geht und am Alex nicht. Man könnte ja fast meinen dass das hier politisch motiviert ist.


    Keiner spricht davon dass hier alles so aussehen muss wie in Shanghai, New York oder anderen gewachsenen Hochhaus-Städten. Berlin kann durchaus in der Lage sein auch mit Hochhäusern eine eigene Identität zu schaffen.


    Aber wenn es quasi fast schon Denkverbote gibt und gleich der Teufel an die Wand gemalt wird dann kann das auch keine gute Entwicklung für die Zukunft dieser Stadt sein.


    Und wenn ein Platz den sich immer wiederholenden starken Wandel der Stadt wiedergibt, dann ist es ja wohl der Alexanderplatz. Was weiter oben noch als starker Identitäts- und Qualitätsvorteil Berlins aus der Vergangenheit ausgemacht wurde, soll morgen dann plötzlich nicht mehr sein...nur weil es Hochhäuser sind?

  • ^ Dass am Alexanderplatz immer noch kein Baubeginn stattfand, könnte auch mit der Nutzung der geplanten Hochhäuser zu tun haben. Es ist halt gerade nicht die direkte Innenstadt, sondern ihr östliches Ende. Ich würde mir dort keine Wohnung mit Ausblick auf Friederichshain und das Rathasuforum kaufen wollen.


    Politische Motivation? Ja, bestimmt. Aber nur deswegen weil Stadtplanung nunmal eine politische Entscheidung ist. Man kann es drehen und wenden wie man will, die Hochhausplanung rund um den Alexanderplatz war noch nie so weit gediehen wie heute. Fragt sich nur, trotz oder wegen...?

  • Wenn das angebliche "Früher" alles schon ausreichend für die heutige Zeit gewesen sein soll, dann verstehe ich nicht warum man zum Beispiel am Alex in den 20er Jahren auf der U5 Ebene eine weitere, 4. U-Bahnlinie mit geplant und dafür vorgebaut hat.


    Völlig anderes Thema. Würde mich sehr freuen, wenn man die Linie 10 Richtung Weißensee bauen würde.


    Komisch dass das in der City West und an der Media Spree (wo zur Zeit die höchsten Büromieten in ganz Berlin verlangt werden) geht und am Alex nicht. Man könnte ja fast meinen dass das hier politisch motiviert ist.


    Bitte nicht schon wieder. Monarch darf bauen, tut es aber nicht. Hines und die BVG haben sich endlich geeinigt, hier könnte es bald losgehen. Covivio beginnt mit dem Sauerbruch-Hutton-Turm Ende des Jahres, TLG will das Haus der Elektrotechnik durch drei Gebäude mit zwei Türmen ersetzen (Wettbewerbe dazu Mitte des Jahres), zwei weitere Türme an der Liebknechtstraße sind in Vorplanung, an der Rückseite des Alexas werden die freien Grundstücke bebaut und am S-Bahnhof Jannowitzbrücke laufen Bauvorbereitungen.


    Soviel Bewegung war an dieser Ecke seit einem Vierteljahrhundert nicht - und dennoch immer wieder der Vorwurf, hier werde aus politischen Motiven alles verhindert. Ich begreife es nicht mehr.

  • Die Bebauung am Alex wurde nicht verhindert durch rot-rot-grün sondern im Sinne der Linken stark modifiziert. Auch wenn Du das immer wieder klein redest und ignorierst, ist es einfach so.
    Der Sündenfall bleibt einfach, das Park Inn zu erhalten und als Ausrichtungspunkt für alles weitere zu bestimmen.
    Ebenso fatal war es für die Entwicklung des Alex, Berliner Verlag und Haus des Reisens als denkmalwürdig einzustufen.
    Das Argument es wäre damals eh niemand daran interessiert gewesen zu bauen, war der benötigte Vorwand, da es eben erst seit ein paar Jahren wirklich für Investoren interessant geworden ist. Und so wie der Alex sich jetzt präsentiert steht er eben nicht mehr für die ursprüngliche Idee etwas Neues und einzigartiges für Berlin zu schaffen und ich bin sicher wenn man die ursprüngliche Linie durchgehalten hätte, wären heute wesentlich mehr Leute daran interessiert hier zu investieren.
    Es wird ein verhunztes Etwas werden, ne Mischung aus DDR ein paar bestenfalls soliden Kisten die alle im Tetrapack daherkommen und mit etwas Glück unglücklicher Gehry, der dann noch rumsteht. Die Hochhäuser die du anführst werden noch gebaut, aber ehrlich gesagt Aufbruch sieht anders aus.


    Hochhäuser sind kein Allheilmittel für Berlin. Der Hochhausplan ist überfällig und das Konzept bestimmte Bereiche dafür auszuweisen, richtig, ebenso wird sich eine Maximalhöhe von 100 bis 150 einpendeln, was auch okay ist.
    Was allerdings nicht okay ist, ist die Art und Weise wie die Linken die Probleme der wachsenden Stadt nur als Vorwand für Ihre Interessen benutzen.
    Bauen verhindern wo es geht, die Privaten allesamt als gierige Ausbeuter darstellen, das Geld für teuren Rückkauf ausgeben, was nicht eine einzige zusätzliche Wohnung schaff, nötige Investitionen für günstigere Neubauten bindet, weitere Kosten, weil lächerlich geringe Mieten vom Steuerzahler subventioniert werden ebenso die nötigen Renovierungen. Berlin dadurch wieder in die Schuldenfalle tapst wie Ende der Neunziger durch milliardenschwere Ausgaben, die woanders fehlen werden.
    Den Leuten suggerieren Mietsteigerungen seien unmoralisch, und alles über 6,50 pro qm mehr oder weniger Ausbeutung


    Und das Ganze wird jetzt so dargestellt, dass durch die fehlenden Neubauten, die die steigenden Mietkosten die nätürlich nur noch als Wahnsinnsmieten bezeichnet werden, dem Scheitern der Mietpreisbremse und skrupellosen Spekulanten eben nichts mehr anderes als Enteignung den armen Menschen helfen kann. Sozusagen Sozialismus als Notwehr. Es ist so perfide und so unfassbar für jeden, der auch nur einen Funken Verstand besitzt und sich nicht von diesen Schwachsinn manipulieren lässt.


    Erst die Situation bewusst durch eigenes Nichthandeln und Verhindern eskalieren lassen, dann völlig unrealistische Versprechungen und Erwartungen schüren, ein Feindbild (Wohnungsbesitzer, Investoren und jeder der nicht arm ist) aufbauen, die verunsicherten Menschen manipulieren anstatt aufzuklären und dann die eigene Ideologie als einzige Lösung zu präsentieren. Besser kann man es nicht machen.
    Dass Berlin dabei auf der Stecke bleibt, wen interessiert das schon.

  • Das muss ja schön sein, wenn man so ein klares Feinbild hat, welches einem dann auch noch hilft so einfache Antworten zu finden.


    Der Alexanderplatz wird wohl dauerhaft mit der DDR verbunden bleiben. Warum auch nicht? Er war das Zentrum Ost-Berlins. Ich halte nichts davon den DDR Städtebau vollkommen zu verdrängen. Rein optisch gefallen mir die meisten dortigen Gebäude auch nicht, aber das Haus des Lehrers mit der Kongresshalle und das Haus des Berliner Verlags sind schon berechtigterweise Baudenkmale.


    In der Entwicklung ist doch viel mehr Dynamik drin, als zunächst erwartet wurde. Das Haus der Elektroindustrie wird abgerissen und dort sollen drei Hochhäuser entstehen, selbst für das Gehry-Projekt, das hier ja schon als Opfer der instrumentalisierten BVG gesehen wurde :confused:, scheint voran zu kommen.


    Viel wichtiger ist mir aber, dass der seltsame und völlig unangemessene Sockel des ParkInn sowie die Überbauung zum Karstadt-Geäude endlich verschwinden. Das würde schon viel bringen und hätte schon längst geschehen sollen.

  • Wenn sich Berlin das leisten kann und will, immer größere Probleme selbst zu generieren, dann soll es sich ruhig auf dem Mittelmaß der Berliner Traufhöhe weiterentwickeln.


    Wer meint diese Entwicklungen heute ignorieren zu müssen, der muss auch vor künftigen Generationen die Verantwortung tragen.


    Klassischer Fall von Phantom-Argumentation. Um es mal diplomatisch auszudrücken.


    Mein Beitrag spricht nirgends davon, daß man am Alex die Traufhöhe anpeilen sollte.


    Es geht mir um die Art der Hochhäuser. Bitte keine Wolkenkratzer à la New York oder Shanghai hier in Berlin. Im Moment bedeuten Wolkenkratzer über 180 Meter eine Vergewaltigung der Stadt. Das Empire State Building in New York ist auch das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses.


    Zitat von Baukörper

    Berlin hatte auch schon mal über viereinhalb Millionen Einwohner und das ganz ohne Hochhäuser.


    Berlin hatte mal Anfang der Vierziger knapp unter 4,5 Millionen. :) Und das wohl auch nur nominal. Stichwort Zweiter Weltkrieg und Soldaten. Damals standen bereits das Ullsteinhaus, das Europahaus und diverse Türme in Siemensstadt und Tegel. :)


    Berlin ist Berlin. Wer so tut, als könnte man die Geschichte der Stadt und ihren derzeitigen Zustand ignorieren, liegt nicht nur falsch und wird dereinst eines Besseren belehrt werden, er wird auch an der Bevölkerung und den Parteien scheitern.


    Eine Stadt funktioniert nicht ohne deren Menschen.

  • Zitat

    Im Moment bedeuten Wolkenkratzer über 180 Meter eine Vergewaltigung der Stadt. Das Empire State Building in New York ist auch das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses.


    Der Fernsehturm ist 368 Meter hoch. Wenn daneben ein halb so hoher Wolkenkratzer steht, dann wirkt der wie ein Türmchen. Ich kann da keine Vergewaltigung feststellen. Wie lange soll denn dieser Entwicklungsprozess noch dauern? Das Park-Inn wurde vor 50 Jahren gebaut, also ist es doch geradezu behutsam, nun endlich ein wenig zu verdichten und dabei höher zu gehen um dieses menschenverachtende Areal durch ein paar Türmchen lebenswerter zu machen.


    Eine Vergewaltigung der Stadt war wohl eher der Fernsehturm, der an dieser Stelle so einfach nur hingebaut wurde, weil man genau das wollte (einen auf dicke Hose machen). Ohne Entwicklungsprozess. Eigentlich passt er noch nicht mal zur Umgebung, die damals mitgebaut wurde.


    Das Empire State Building ist auch kein Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, sondern nur das letzte Gebäude aus der Zeit der Wettrennen um das höchste Haus. Viele dieser Wolkenkratzer brauchten 20 Jahre, bis sie komplett vermietet waren. Die anderen Wolkenkratzer waren im Vergleich zu diesen wenigen damaligen Supertürmen eher Zwerge.

  • Das Park-Inn wurde vor 50 Jahren gebaut, also ist es doch geradezu behutsam, nun endlich ein wenig zu verdichten und dabei höher zu gehen um dieses menschenverachtende Areal durch ein paar Türmchen lebenswerter zu machen.


    Je höher die Häuser, desto weniger "menschenverachtend" der Alex? Das ja auch mal eine Logik...

  • ^ Och, meinem Verstand geht's ganz gut, danke der Nachfrage. Ich empfinde allerdings die Bezeichnung "menschenverachtend" für den Alex als vermessen. Daher die Polemik. (Für "Vergewaltigung der Stadt" gilt dasselbe, Gutmensch.)


    Du, Hausschwamm, weißt genau, dass in der Gegend diverse "Türmchen" zwischen 130 und 150 Meter geplant sind bzw. gebaut werden. Das ist m.E. die richtige Höhe bezogen auf den Fernsehturm. Dessen optischer Bezugspunkt, die Kugel, liegt bei 200 Metern, nicht bei 370. Da man von unten guckt, wenn man sich in der Umgebung befindet, sind 50 bis 70 Meter Abstand von der Kugel ein vernünftiges Maß.


    Was, allgemeiner betrachtet, die Hochhausentwicklung einer Stadt angeht, hat Gutmensch recht. Betrachten wir nicht New York, betrachten wir Frankfurt – dort wurde zwei Jahrzehnte lang zwischen 130 und 160 Metern gebaut, bevor der erste Turm die 200-Meter-Grenze geknackt hat. Und ob sich Berlin wirklich im Stile Frankfurts oder Londons entwickeln soll, sei dahingestellt. Ich verstehe diese Gleichsetzung von Höhe und städtebaulicher Qualität wirklich nicht; da ist mir zuviel "Wer-hat-den-höchsten?" drin...

  • So wenig Verständnis, so falsche Interpretationen. Mit keinem Wort war die Rede davon, dass Höhe irgendwas mit Qualität zu tun hätte. Es ging quasi ausschliesslich um die gegenteilige Behauptung, dass höhere Häuser (aber niedriger als die Kugel des Fernsehturms) eine „Vergewaltigung der Stadt“ wären. Ich habe auch keine höheren Häuser gefordert, als dort geplant sind.


    Ob du das Areal um den Alexanderplatz nicht als menschenverachtend betrachtest, ist mir egal. Ich empfinde es so. Gefühle sind nicht vermessen.


    Betrachten wir doch bitte nicht Frankfurt oder New York, sondern Berlin. Dort wurde brutal, und ohne jeden Bezug, ein riesiger Fernsehturm mitten in die Stadt gesetzt.


    Es gibt auch keinen vernünftigen Grund, warum man den eitlen Fernsehturm nicht abreissen sollte, um den verschwendete Stadtraum endlich sinnvoll und in menschengerechten Dimensionen zu nutzen, dann bräuchte die Gegend auch keine Hochhäuser mehr um den übertriebenen Turm zu kompensieren. Das Beste am Kollhoff-Plan waren die vorgesehenen Sockelbauten.

  • Ich glaube nicht, dass der Alexanderplatz durch die Hochhäuser lebenswerter wird. Aber er bietet dafür die Gelegenheit, weil es die Flächen gibt und der Fernsehturm einen entsprechenden Rahmen gebrauchen kann und auch verträgt. Ihn abzureissen käme einer Selbstverstümmelung gleich. Warum sollte sich Berlin selbst diesem weltbekannten Symbol entledigen?


    Man muss den Turm nicht mögen, aber was wäre, wenn stattdessen damals ein Hochhaus im "stalinistischen Zuckerbäckerstil" gebaut worden wäre?


    So hat Berlin immerhin ein Alleinstellungsmerkmal, welches über allem schwebt, aber die Stadt nicht dominiert.

  • Weil man dann endlich umdenken und Neues realisieren könnte. Was hilft es, dort ewig auf positive Veränderungen zu warten? Seit dem Kollhoff-Plan ist fast ein halbes Menschenleben vergangen. Man sollte eine Stadt für Zeitgenossen planen und nicht für Nachfahren.

  • Das haben wir alles schon mal erörtert.
    Hochhäuser haben sich dort bislang einfach nicht gelohnt, sollten aber dank Kollhoff-Plan dort entstehen. Hätte man stattdessen ordentliche niedrigere Blöcke geplant, wäre bestimmt das Meiste schon fertig.
    Es kann also auch sein, das der Kollhoff-Plan nicht die Lösung, sondern das Problem darstellt.

  • Es gibt auch keinen vernünftigen Grund, warum man den eitlen Fernsehturm nicht abreissen sollte, um den verschwendete Stadtraum endlich sinnvoll und in menschengerechten Dimensionen zu nutzen, dann bräuchte die Gegend auch keine Hochhäuser mehr um den übertriebenen Turm zu kompensieren.


    Der Fernsehturm ist eines DER Wahrzeichen Berlins und auch ein Markenzeichen! Das Design war gut gelungen und wirkt auch heute noch aktuell und zeitlos. Die Höhe und Dimension ist einer Zeit geschuldet in der es in vielen Städten/Ländern der Welt schick und modern war möglichst hohe Fernsehtürme zu bauen auch mitten in die Städte (ist in den USA auch nicht selten) und vor allem nicht nur von sozialistischen Regimen erdacht...


    Bei der Diskussion um Rekos z.B. für die Berliner Altstadt wurde in anderen Threads oft davon gefaselt dass die Menschen Orte brauchen mit denen sie sich identifizieren und z.B. Erinnerungen verbinden. etc.


    Diser Fernsehturm ist sicher ein solcher Ort mit dem viele Berliner Erinnerungen verbinden und sich identifizieren!


    Der Alex war doch immer ein extrem trubeliger Platz als großem Verkehrsknotenpunkt. Wie heimelig und kuschelig wollt ihr es denn dort haben??

  • Der Fernsehturm mag für sich betrachtet eine gelungene Version der Bauaufgabe sein, er steht aber der Rekonstruktion der Berliner Altstadt im Weg - das ist sein Problem. An der Rekonstruktion der Altstadt führt aber kein Weg vorbei, über kurz oder lang. Also muss der Turm weg, so einfach ist das.