Axel Springer Medien Campus [in Bau]

  • Ui, ja, das überzeugt mich allerdings. Hatte ich so gar nicht auf dem Schirm: Na klar, der "Durchbruch" auf der anderen Seite der Mauer und Blick Ost-West durch das Gebäude, sozusagen das moderne Nach-Wende-Pendant zum Axel-Springer-Hochhaus. Das macht es allerdings wirklich zwingend und "schlägt" damit auch konzeptionell Koolhaas aus meiner Sicht.

  • ^ Stimmt. Die Visualsierungen sehen zwar weiterhin irgendwie sehr unwirklich aus, aber die Idee mit dem "Ost-West-Durchbruch" (eigentlich ja Nord-Süd) ist nicht schlecht. Auch wenn Springer sein "DDR-Bashing" damit weiter führt ;). Der Standort von Springer an der ehem. Mauer war ja von je her bewusst gewählt.


    Zudem beeindruckt die Höhe des "Ole-Scheeren-Kristalls", die ungefähr der des bestehenden Hochhauses entspricht.


    Vielleicht wirklich der beste bzw. interessanteste Entwurf.

  • ^Zum gleichen Schluss kommt auch der folgende mE sehr lesenswerte Artikel in der FAZ, der mE das ganze Projekt und auch die Entwürfe (nicht nur den erklärten Favoriten von Scheeren) recht treffend beschreibt:


    http://www.faz.net/aktuell/feu…et-springer-12713886.html


    P.S.: Mein persönlicher Favorit ist Scheeren inzwischen auch. Die Idee mit der Rampe fand ich zwar auch gut, aber so ist es wirklich wie die Inszenierung einer Begegnung auf Augenhöhe zwischen Historie und Zukunft wobei sich der neue Bau genial auf den Bestandsbau (und damit die Zukunft auf das Historische, also seinen Ursprung) bezieht. Vielleicht klingt das etwas weit hergeholt oder gar pathetisch. Aber irgendwie finde ich schon, dass keiner diese Symbolik besser rüberbekommt als Scheeren.

  • Auch mir gefällt der Ole Scheeren Entwurf am besten, auch wenn ich mir eine ein bisschen aufwändigere Platzgestaltung wünschen würde, aber das war ja höchstwahrscheinlich keine ausschlaggebende Komponente für den Wettbewerb. Was ich mich allerdings Frage bei dem Ost-West Durchbruch ist, ob dieser überhaupt zu erkennen sein wird, wenn das Dinge erstmal steh. In Batos Beitrag Nr. 34 ist ja zu erkennen, dass der Durchbruch verglast sein wird. Ich wage jetzt mal die Frage zu stellen, wirkt das dann in Wirklichkeit auch so Transparent?

  • Ja, erstaunlich mutige Entwürfe. Eigentlich alles nicht so mein Geschmack. Aber alleine durch die Ausgefallenheit finde ich es gut und richtig später einen dieser Entwürfe zu realisieren.

  • Der BIG-Entwurf zeigt interessante Details.
    Wenn die Außentreppe tatsächlich öffentlich sein/bleiben sollte, dann könnte das einne Berliner Attraktion mehr sein:
    Ein wundervoller Ausblick gen Süden aber partiell auch nach Norden, eine Dachlandschaft zum hingucken und erleben (was ja leider nicht die Regel ist) und eine Alltagstauglichkeit, die den beiden anderen Entwürfen leider fehlt.

  • Da gebe ich ReinhardR recht, was mich aber wirklich nervt und was ich bei diesen Entwürfen, bei diesem Wettbewerb wirklich herausstechend finde ist die absolute Beschönigung der Visualisierungen. Klar, dass ist immer der Fall, wiegt hier aber doch sehr stark. Beispielsweise das erste Bild bei Batos letztem Beitrag, alles grau außer das neue Gebäude. Die Transparenz von Bild 2 und 3 wird nie erreicht werden, es gibt keinen einzigen Schreibtisch (sollen da nicht auch Büros rein) und es ist immer Herbst, dann sind die Bäume so schön bunt. Ich kann ja verstehen, dass idealisiert wird. Hier wird meines Erachtens aber deutlich übertrieben.

  • ^ Sehe ich auch so. Diese extreme Idealisierung ist fast schon verdächtig. Schlimmstenfalls gibt es hinterher dann so eine unangenehme Überraschung wie mit der Mercedes Benz Vertriebszentrale, die zuvor in den Visualisierungen schön hell und licht aussah und dann ein recht düsterer Klotz geworden ist.


    Von innen beleuchtete Modell-Baukörper wie in den Bildern 2 - 4 sehen zwar nett aus, haben aber wenig Bezug zur Realität. Lustig hingegen die neckischen Details wie Kicker, Tischtennisplatten und Skateboards, die in den Visualisierungen beiläufig platziert wurden. ;)


    Auch nach diesen neuen Visualisierungen halte ich den BIG Entwurf für den schwächsten der drei Wettbewerbsbeiträgen.

  • Also auf den ersten Blick finde ich auch den Ole Scheeren Entwurf am tollsten, aber alle drei sind toll.


    Aber was wie ich finde auch nicht vernachlässigt werden darf, ist die Fernwirkung, diesbezüglich besticht durch die Höhe der Scheeren Bau, er wird auch von der Leipziger Straße aus zusehen sein und nachts auch illuminiert die Gegend ein wenig optisch aufwerten.

  • Soll die Wendeltreppe beim BIG-Entwurf denn wirklich öffentlich zugänglich sein? Das wäre schon ein nettes Detail, obwohl mir dieser Entwurf von den drei Siegern am wenigsten zusagt. Je mehr ich drüber nachdenke, gefällt mir der Entwurf von Ole Scheeren immer besser, vielleicht weil er am wenigsten "aufgebrochen" ist sondern ein klassischer Solitär ist.

  • ^ Ich finde Scheeren auch ganz klar am besten. Ein einigermaßen ehrlicher Solitär, vermutlich mit einer Glasfassade. Das Foyer wird bestimmt sehr beeindruckend. Sicher ein schönes Haus, wenn man nicht aus Kostengründen abspeckt.


    Die Wendeltreppe wird so ganz öffentlich nicht funktionieren, schon aus Sicherheitsgründen. Das Fischmaul gefällt mir ästhetisch nicht. Es wirkt m.E. unproportional.


    Es stimmt das in allen Darstellungen sehr dick aufgetragen wird, was ich ein ganz großes Manko finde. Es wirkt so als sei hier eine nette Architekturutopie abgebildet und keine reale Planung. Als Jury würde ich den Architekten dafür die Ohren langziehen. Ein Modell hätte deutlich mehr Aussagekraft als diese flirrende Werbung.

  • Die extreme Beschönigung der Visualisierungen stört mich auch. Hier, wie auch bei den Visualisierungen zur Landesbibliothek, wird so getan, als ob Glasfassaden absolut transparent und lichtdurchlässig wären. Das sind sie aber nicht. Im Gegenteil, sie wirken von außen oft dunkler und abweisender als Fassaden, die mit anderen Materialien verkleidet werden.
    Wenn ich einen Architekturwettbewerb ausrufen würde, würde ich als Teilnahmebedingung festlegen, dass Visualisierungen eingereicht werden, die der Realität so weit wie möglich entsprechen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum man diese Augenwischereien durchgehen lässt. Oder gibt's vielleicht unterschiedliche Visualisierungen? Die realistischen für den Kunden und die beschönigten für die Presse/die Öffentlichkeit?

  • Architekten haben auch schon in den Zeiten vor den digitalen Rendern versucht, ihre Entwürfe möglichst gut aussehen zu lassen.
    Das problematische an den digitalen Rendern ist, daß sie eine idealisierte Realität so nah an der echten Realität abzubilden versuchen, daß die gebaute Realität die Render beinahe immer wie eine "Täuschung" aussehen lassen, die oft eine gefühlte Enttäuschung nach sich zieht.
    Bei den klassischen Architekturzeichnungen der vordigitalen Zeit war die Verfremdung des dargestellten gegenüber der Realität durch künstlerische Interpretation oft noch viel extremer, sie waren aber immer als poetische Idealisierung der Kernidee des Entwurfs erkennbar; niemand wäre auf die Idee gekommen zu monieren daß der verwirklichte Entwurf nicht genau wie auf Zeichnung X ausgesehen hat.
    Ein Bespiel von Gottfried Böhm: Kohlezeichnung Wallfahrtsdom Neviges 1962, Modell und die gebaute Realität.
    Zeichnung und Modell sind in ihrer expressiven Suggestivität sicher viel weiter von der gebauten Realität entfernt als heutige idealisierte Render, aber niemand hätte den Anspruch erhoben daß Zeichnung, Modell und Realität im Detail übereinzustimmen hätten.

  • In Batos Beitrag Nr. 34 ist ja zu erkennen, dass der Durchbruch verglast sein wird. Ich wage jetzt mal die Frage zu stellen, wirkt das dann in Wirklichkeit auch so Transparent?


    Ich denke schon. Das Licht kann ja relativ ungehindert durch den Bau fließen - es gibt keine nochmal in sich geschlossenen Räume.
    Zudem wirkt der Bau einigermaßen schmal und das Loch groß genug um eine ausreichende Durchlässigkeit zu erzielen. Nur Verbindungsstege könnten diesen Eindruck schmälern.


    Ein paar weitere Bilder vom OMA Entwurf:









    (C) Axel Springer SE 2013 | OMA


    OMA oder Scheeren? Schwere Entscheidung.

  • In der Bauwelt gibt es einen Artikel zum Wettbewerb. Dieser enthält auch eine Fotogalerie mit den Beiträgen einiger anderer Architektenbüros.
    Interessante Randnotiz. OMA wurde von der Jury erst raus und dann wieder reingewählt. Warum weiß man nicht.


    Artikel Bauwelt

  • Erstaunlich, wieviel Langeweile sich bei einem Wettbewerb sammelt, der zukunftsweisend sein sollte und zu "Spektakularität" aufrief.


    Ich kann höchstens mit den Entwürfen von J.Mayer H. und Kraus Schönberg etwas anfangen. Vielleicht auch noch Braunfels. Wobei, das Haus von Sou Fujimoto hat natürlich auch was :)
    Der Rest lehnt sich ästethisch doch sehr an konventionelle Bürohaus-Architektur an.

  • ^Da tut man der Gilde aber in diesem Fall echt Unrecht. Ich find die Wettbewerbsergebnisse ziemlich anspruchsvoll.


    SANAA, Sou Fujimoto Architects, June 14, Jürgen Mayer und Barkow Leibinger sind allesamt sehr inspirierende und orginäre Beiträge, wie ich finde. Kann man mögen oder nicht, aber Retorte, Fliessband oder einfallslos ist das Gegenteil.


    Selbst Schönberg und Braunfels find ich anspruchsvoll, weil sie aus dem Blockrand etwas besonderes, eigenständiges oder eigenartiges (im Sinne von eigener Art) zaubern.