Agromex-Projekt Fanny-Zobel-Straße (Mediaspree)

  • ^^ Der Block ist aber nun mal irgendwann bis Unterlippe Oberkannte vollgequetscht. Gerade an solchen Stellen wie einem Ufer bietet sich m.M. eine höhrere Bebauung an. Ob der Vorschlag, eine solche Bebauung in einer Reihe aufzustellen gut ist, hängt von weiteren Umständen ab. Das von so einem Verein (von wo du das Bild verlinkt hast), der sich gegen eine Bebauung an sich ausspricht, eine gewisse Überdramatisierung der Fakten ausgeht, ist nicht besonders überraschend (schön auch der Verweis, es handelt sich um eine Luxusbebauung, oder um es noch deutlicher auszudrücken: Obacht, hier baut der Feind der Arbeiterklasse!).

  • Die drei geplanten Agromex Hochhäuser werden höchstens 70m hoch.Dass heisst,sie entfalten nur wenig Hochhauscharakter.Von der Höhe kann man sie mit den Wohnhäusern in der Leipziger Strasse und der Fischerinsel vergleichen.Die Fernwirkung wird ausbleiben,lediglich vom Friedrichshainer Spreeufer werden sie deutlich sichtbar sein.


    Gerade neben den Allianz Riegeln hätte man höher hinaus gehen können.Wohnhochhäuser sind zwar ein Nischensegment,aber die Nische in Berlin ist gross genug für einige Wohnhochhäuser jenseits der 100m Marke.Viele werden davon sowieso nicht gebaut werden,wegen der hohen Investitionskosten. Eine Bauhöhe um die 100-120 m würde ich für städtebaulich angebracht halten und der Grundstückserlös wäre höher.

  • Agromex-Projekt Fanny-Zobel-Straße (Mediaspree)

    Für die Agromex-Tower gibt es übrigens eine Visualisierung:



    Bildquelle: Baumschlager Eberle | Jens Gehrcken


    Ob das ne bessere Baumassenvisualisierung oder einer der Wettbewerbsentwürfe ist, ist nicht bekannt.

  • ^naja es wäre schön, wenn da noch ein bisschen Struktur reinkäme - damit es sich halbwegs harmonisch in die Twin Towers Bebauung einfügt.

  • @Bato und Flyn: Ich hoffe mal sehr stark, dass es eine "bessere" Baumassenvisualisierung ist - wobei sie mir vom optischen Gesamteindruck her kaum besser gefällt als die hier bereits besprochene der MS-Gegner (vgl. http://www.ms-versenken.org/ne…m-alt-treptower-spreeufer). Die Monotonie ist auf beiden bezeichnend. So was zwischen zwei Twintowers und den drei Allianzriegeln und am besten noch in einem ähnlichen Look wäre mE wirklich zu viel!


    Ich persönlich wäre entweder für eine deutlich markantere moderne Architektur mit lockerer Ensemble-Wirkung also ein modernes Pendant zu den Trias-Türmen (z.B. mit scheinbar zufälligen "Pixeln", ich meine scheinbar beliebig verteilten leicht vor- und zurückspringenden Fenstern und Balkons bzw. Farbenspiele wie beim GSW-Hochhaus oder aber einer etwas aufwändigeren, i.e. über alle drei Gebäude verlaufende Wellenstruktur). Dann wäre es allerdings eine Herausforderung diese Strukturierung auch aus einiger Entfernung erlebbar zu machen.


    Oder aber ich könnte mir vorstellen, drei Solitäre mit lockereren Bezügen zueinander oder sogar Kontrastwirkung zu gestalten, sowas findet sich mehrfach in Berlin z.B. am Potsdamer Platz und künftig am Zoo - zugegeben bei deutlich höheren Türmen. Man könnte sogar überlegen die drei vorgesehenen Nutzungen komplett auf je eines der Gebäude zu konzentrieren und von je einem Architekturbüro ausführen zu lassen, z.B. den Büroturm als Glasturm, den Hotelturm mit Naturstein und den Wohnturm mit hellem Klinker o.Ä.


    Naja, am Ende kommt es wie es kommt und solche Gedankenspiele dienen eher dem Zeitvertreib, bis konkrete/ endgültige Visualisierungen zu sehen sind.

  • Noch ein paar Infos zu dem Agromex-Areal. Ende Juni wurde die erste Phase des Architektenwettbewerbs abgeschlossen, am Sommerende soll der Siegerentwurf vorgestellt werden. Dazu gibt es wohl eine Reihe von Vorgaben an die Architekten bezüglich Uferweg, Lichtverhältnisse, Blickbeziehungen, Zugänglichkeit.

  • Noch ein paar Infos zu dem Agromex-Areal. Ende Juni wurde die erste Phase des Architektenwettbewerbs abgeschlossen, am Sommerende soll der Siegerentwurf vorgestellt werden. Dazu gibt es wohl eine Reihe von Vorgaben an die Architekten bezüglich Uferweg, Lichtverhältnisse, Blickbeziehungen, Zugänglichkeit.


    Sieger des Wettbewerbs ist das Berliner Büro Pysall.


    Dazu auszugsweise die Pressemitteilung von Agromex auf der Projektseite:

    Zitat

    Nach Durchführung eines international ausgelobten Architekturwettbewerbs führt Agromex derzeit weiterführende Gespräche mit dem Berliner Architekturbüro Pysall Architekten, dessen Entwurfsplanung der Fanny-Zobel-Straße der Jury einstimmig am besten gefallen hat. „Diese Einstimmigkeit von Senat, Bezirk und unabhängigen Sachverständigen freut uns ungemein, da so auch Nachbarn und Öffentlichkeit sicher sein können, dass wir das beste Konzept umsetzen werden“, so Agromex-Geschäftsführer Franz Rembold.


    So wird der Planungsentwurf nicht nur der Einmaligkeit des Standorts an der Spree gerecht, sondern erfüllt auch sieben Vorgaben, auf die sich Agromex im Vorfeld mit der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Bezirk Treptow-Köpenick verständigt hatte.


    Dazu gehört nicht nur der Erhalt des öffentlichen Uferwegs, sondern auch seine Verbreiterung auf mehr als zehn Meter. Darüber hinaus sollen Fanny-Zobel-Straße und Spreeweg über einen direkten Zugang verbunden werden. Zusätzlich hat Agromex sichergestellt, dass großzügige Blickbeziehungen zur Spree und gute Lichtverhältnisse für alle Nachbarn erhalten bleiben, umfassende, öffentlich zugängliche Grün- und Spielplatzflächen entstehen und eine Tiefgarage für die Entlastung der derzeitigen Parksituation in der Fanny-Zobel-Straße sorgt.


    Im Tagesspiegel gibt es hierzu einen Artikel. Dort heißt, dass der ein oder andere Anwohner bereits steigende Mieten und schlechtere Lichtverhältnisse fürchte.

  • ^^ Na herrlich... über steigende Mieten kann man immer schimpfen und eine Verbindung zu Neubauten lässt sich auch recht einfach konstruieren: vorher war kein Neubau da und die Mieten waren niedriger und nachher war ein Neubau da und die Mieten höher. Manchmal frage ich mich, ab wieso solchen Aussagen überhaupt zugehört wird.


    Zu den Lichtverhältnissen: Klar, es ist ärgerlich, wenn man lange Zeit einen schönen Blick über die Spree hatte, und dann auf einmal ein Neubau eben diesen Blick versperrt. Dummerweise gibt es kein Anrecht auf einen schönen Blick aus dem Fenster. Das Recht des Grundstückseigners, sein Eigentum im gesetzlichen Rahmen zu nutzen, steht über dem (unbezahlten) Vorteil des Nachbars eines leeren Grundstücks.

  • Die folgende Passage des Tagesspiegel-Artikels gibt einen klaren Hinweis, mit welch grauenhafter Architektur wir zu rechnen haben werden:


    Senatsbaudirektorin Regula Lüscher bezeichnete den Siegerentwurf als „das ideale Architekturkonzept für die Fanny-Zobel-Straße“

  • Agromex-Projekt Fanny-Zobel-Straße (Mediaspree)

    Der Entwurf für die Hochhäuser an der Fanny-Zobel-Straße ist öffentlich.
    Artikel Tagesspiegel
    direkter link zum Bild


    Zwei Wohntürme (99m u 110m) und ein Hotelturm (63m) sollen entstehn. Die Fassaden sind beim Hotel patchworkartig aus opaken und transparenten Glas gestaltet. Die Fassade der Wohntürme ist durch Vorsprünge (Balkone/Wintergärten) gestaltet.

  • Knappe Zusammenfassung der interessantesten Aussagen:


    Entstehen sollen rund 200 Wohnungen in zwei 99m bzw. 110m hohen Türmen und ein Hotel in einem 62m hohen Turm. Architekt und Investor gehen nun jedoch offenbar anders auf den bekundeten Bürgerwillen und sicher ihre potentiellen Käufer ein, statt den gültigen Bebauungsplan durchzusetzen. Daher sind einige signifikante Änderungen vorgesehen. Steigende Mieten im südlich gelegenen Wohngebiet sollen dadurch angeblich vermieden werden, das Umfeld auch für die Nachbarn noch attraktiver gestaltet werden (Stichwort: "Bürgerpark" und Nahversorgung). Daraus ergibt sich jedoch ein veränderter Bebauungsplan, den das Bezirksamt auch erst neu bewilligen muss:


    -Die Türme werden schlanker und rücken 4m zurück vom Ufer, der Schattenwurf wird auf die Spree fallen. Es gibt zudem keine Bebauung in zweiter Reihe, sondern einen ansteigenden Bürgerpark mit Kinderspielplatz und darunter einem abgesenkten Supermarkt. So werden nur noch 17% der Fläche bebaut und es bleiben 10m Uferzone. Der Fokus soll auf Durchlässigkeit (Stichwort: Blickbeziehungen) und einen hohen Grünanteil gelegt werden.
    -Im 62m hohen Hotel wird es Gastronomie im EG sowie ein Panorama-Restaurant im Dachgeschoss geben. Der Turm erhält zudem eine "patchworkartige" Fassade aus opaken und transparenten Gläsern, um die Monotonie anderer Hotelfassaden zu vermeiden.
    -Die Wohntürme von 99m und 110m erhalten eigenständige Fassaden mit unregelmäßig vor- und zurückspringenden Elementen wie Balkonen, Wintergärten und Wohnraumerweiterungen. Alle Wohnungen (2-5 Zimmer) weisen Fenster nach mindestens zwei Seiten auf. Es soll somit viel Tageslicht in Lobby, Flure sowie die außenliegenden Aufzüge fallen. Auch Erschließungswege und Nebenräume sollen natürlich belüftet und mit Tageslicht versorgt werden und zudem hohe Sicherheitsstandards erfüllen.
    -Zwischen den Wohntürmen soll es einen Tiefhof mit Rampe geben. Dort wird es eine Fahrradgarage mit gut 300 Stellplätzen, einen großen Abstellraum für Kinderwagen und einen weiteren für Müll geben. Den Zugang bildet eine gewendelte Rampe und auch alle diese Funktionsräume sollen durch Tageslicht erhellt werden.
    -Insgesamt sollen durch Materialwahl, Regenwassernutzung, Wärmedämmung, effektives Energiemanagement u.a. mit Geothermie und Blockheizkraftwerk hohe ökologisch hohen Standards erzielt werden.


    Mein Fazit: Die Türme werden somit tatsächlich recht schlank aber somit auch sehr hoch (da hat man mit der Visualisierung wohl etwas geschummelt). Für mich ein erster Pluspunkt. Die Fassaden kann ich mir ausgehend von der Visualisierung noch nicht richtig vorstellen, aber vom Grundgedanken her hatte ich es mir auch etwa so vorgestellt (vgl. 724). Auf jeden Fall ist es sinnvoll die Monotonie von Allianz und Twintowers aufzulockern und wenigstens zwei differenzierte Fassaden für zwei Nutzungskonzepte zu gestalten (Büros gibt es ja jetzt scheinbar keine mehr). Mit 99m und 110m dürften es neben dem Ideal-Hochhaus in der Gropiusstadt zudem die höchsten Wohntürme der Stadt sein. Aber sicher preislich in einer ganz anderen Liga. Ein Experiment und hoffentlich endlich die Initialzündung für ein ähnliches Projekt am Alex. Toll finde ich das Konzept mit dem Park, der Gastronomie und dem Supermarkt sowie die ökologischen und komfortbezogenen Aspekte.


    Es könnte ein wirklich tolles Projekt für die Stadt und insbesondere die Mediaspree werden: Mit Allianz und Twintowers ein kleines aber feines Hochhaus-Cluster direkt an der Spree. Zudem endlich mal moderne bzw. ausgefallene (und hoffentlich trotzdem auch gefällige) Fassaden neben den Allianzriegeln und den netten aber dennoch sehr gleichförmigen Twintowers. Wenn jetzt noch bei Anschutz die Post abgeht...

  • Die Projektseite wurde inszwischen aktualisiert, aber im Wesentlichen finden sich dort die gleichen Infos wie im Tagesspiegelartikel (danke an jan85 für die Zusammenfassung, mein post war etwas hektisch). Den 2.Platz hat Barkow Leibinger und den 3. Platz Hascher Jehle, beide aus Berlin, belegt. In der zweiten Runde waren weiterhin noch Ingenhofen und KSP.
    Morgen, Freitag 17. August, können alle Entwürfe im Rathaus Treptow (Neue Krugallee/Bulgarische Str.) von 10-18h im Raum 218 angeschaut werden.
    Die Abbildung aus dem Tagesspiegel gibt es höherer Auflösung und mit den Twintowers drauf auf der website zu sehen, außerdem eine weitere Ansicht von der Fanny-Zobel-Str. durch den Park Richtung Hotel, bei der man die Fassaden besser erkenen kann.


    Ansicht vom Osthafen
    Ansicht von Treptow


  • Quelle: Psyall Architekten




    Quelle: Psyall Architekten



    Gefällt! Diese Pixel erzeugen, durch ihre ab- und zunehmende Größe abhängig von der Entfernung zum "Zentrum", einen netten räumlichen Effekt.
    Trotzdem ist es alles in allem wieder Lüscher-typisch etwas verschüchtert, zurückhaltend.


    Warum ist man bei der "Goldkiste" nicht so vorgegangen:
    Die "Pixel" die ganz außen liegen, hätten am weitesten von der Hausflucht hervorragen können und je näher zum Zentrum desto mehr hätten sich die Pixel abgeflacht bzw. der Hausflucht angenähert. Das hätte den räumlichen Effekt ("Tunnel", "Einschlag", "Explosion") noch viel eindrucksvoller unterstrichen.
    Aber ich fürchte fast, dass es unter Frau Lüscher beim Mediaspree-Areal keine einzige architektonische Landmark geben wird, nichts darf irgendwie hervorstechen, siehe Leipziger Platz, Planung um Hbhf. etc. Auch wenn es dafür kein Argument gäbe, hier gibt es schließlich keine "Diva" wie den Hbhf wo sich die Umgebung anzupassen hat...

    Auch gerade bei diesem doch recht vielfältigen Nutzungskonzept des Areals hätte ich eine entsprechend aufwendigere Architektur für angemessen gehalten, vorallem was die 2 Wohntürme angeht. Die Twin-Towers und Treptowers sind da von den Nutzungsstrukturen ja bekanntlich deutlich einseitiger. Urbanes Leben soll man ruhig auch architektonisch deutlich markieren. Also warum nicht auch hier?

  • @Flyn: Also im Vergleich zu der direkten Umgebung ist dieser Entwurf mE geradezu eine Revolution :D Das steigert sogar noch die Spielereien von Labels und nhow.


    Auf den Renderings gefällt es mir schon mal ganz gut, aber ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie das real wirken soll. Die Türme sehen irgendwie noch recht künstlich aus und lassen so mE keine Schlüsse über die letztliche Materialiät sowie die farbliche und räumliche Wirkung zu...

  • Irgendwie passt die Perspektive, bzw das Größenverhältnis zum Allianz-Turm nicht. Der ist ja auch nur 125m hoch, wirkt aber im Verglich zu den Entwürfen weit höher, bzw. diese wirken kleiner.

  • ^
    Das liegt an der Breite des Allianz-Towers, deshalb wirkt er so mächtig. Ich bin aber ganz froh das die 2 Wohntürme so schlank sind. Heben sich so klarer vom kleinen, dicken Goldenen ab.


    Aber alles in allem ist die Gegend jetzt auch nicht so berauschend, dass man hier unbedingt mit mikroskopischer Feinfühligkeit stadtplanerisch vorgehen sollte imho...wie gesagt da hätte ruhig ein architektonisches Ausrufezeichen hinkommen können, das sich nicht Lüscher-typisch unterwürfig der bescheidenen Umgebung anpasst.

  • necrokatz : Das habe ich auch so wahrgenommen zumal der Allianzturm ja auf dem Bild sogar etwas weiter im Hintergrund ist. Vielleicht täuscht es aber. Wenn man eine horizontale Linie zieht, könnte es womöglich doch hinkommen. Oder es ist vielleicht ein kleiner Trick, um die Kritiker zu besänftigen...

  • Das werden dann die beiden höchsten Wohnhäuser der Stadt sein.Aber bevor es soweit ist,muss der Bebauungsplan noch geändert werden,was auch nicht ohne ist und eventuell zu Klagen führt.Die Höhen von ca.100m finde ich vernünftig und mit Augenmaß gewählt.Solche Wohntürme sind ein Nischenmarkt,immer noch steht das freistehende Einfamilienhaus unangefochten an erster Stelle der Eigenheimwünsche.


    Die Nische dürfte aber gross genug für einige Wohntürme sein.Auf das Hotel könnte man ruhig noch 5,6 Wohnetagen draufsetzen.Insgesamt ein spannendes Projekt,wird bestimmt noch dauern bis es losgeht.


    Das ist das erste Mal,dass in Berlin Wohnhochhäuser ausserhalb des sozialen Wohnungsbau errichtet werden.195 Wohungen finde ich nicht viel für zwei
    ~ 100m Häuser.Werden wohl viele grössere 4-5 Wohnungen errichtet.