Areal westl. O₂ World (Mediaspree)

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    Gewöhn du dir vielleicht erstmal an in Erwachsenensprache zu schreiben (ist doch behindert und so...).


    Nein, es muss auf dem O2 Areal nicht jeder Bau ein architektonisches Meisterwerk sein. Nur leider ist das architektonische Niveau dort eh schon ziemlich niedrig und diese Retro-Platte sorgt nicht gerade für Besserung. Im Gegenteil; die Dimensionen stimmen überhaupt nicht, die Materialien wirken billig, die Farbgebung langweilig und uninteressant. Auf mich wirkt das wie ein sanierter Plattenbau.

  • Sehe ich so wie Backstein.


    Ich radel mehrmals pro Woche an dem Klotz lang und selbst gestern bei knallender Sonne wirkte der Block dank der Einfallslosigkeit und der Farbgebung völlig deplatziert. Fehlte nur noch eine kleine graue Regenwolke über dem Grundstück.


    Scaramanga : Wow, mit 29 noch Äußerungen wie "das ist doch behindert" reißen? Wie wäre es mit einer Runde Spielplatz?

  • Es ist halt ein Gebäude, dass in ein paar Jahrzehnten wieder abgerissen wird...
    Die Ironie an der Sache ist, dass es wenn es in einer Plattenbausiedlung gebaut worden wäre durchaus positiv aufgefallen wäre. Aber so prominent wie hier fällt es negativ auf. Voll Kacke! ;)

  • Um die Debatte etwas zu versachlichen, will ich ein paar Informationen zum "Quartier am Postbahnhof" Mühlenstraße 36a-37 beisteuern.


    Die Ausgangsbedingungen für dieses Projekt waren folgendermaßen: Der Neubau befindet sich in einem Gebiet, das zwar relativ zentral liegt, in dem das Angebot an Schulen, Kindertagesstätten und Kinderspielplätzen aber sehr schlecht ist. Aus diesen Rahmenbedingungen entstand ein Konzept, nach dem hier 231 Wohnungen für Singles errichtet werden sollen. Nach Einschätzung des Investors gibt es eine wachsende Zahl an jüngeren, sehr mobilen Singles, die Mietwohnungen in zentralen Lagen nachfragen. Diese Klientel verlangt vor allem funktionale Mietwohnungen zu bezahlbaren Preisen, Fragen der Baukultur spielen dagegen eine Nebenrolle.


    Daher hat der Investor die Vorgabe gemacht, die Baukosten auf 1000 Euro pro Quadratmeter zu begrenzen. Der Architekt Oliver Dahm vom Büro Dahm Architekten und Ingenieure musste deshalb vor allem über Möglichkeiten der Kostensenkung nachdenken. Dieses Ziel wurde durch folgende Maßnahmen erreicht:
    Erstens wurde das Wohnungsangebot auf einen Standardgrundriss beschränkt. Durch diese Lösung wurden Probleme, die bei wechselnden Grundrissen auftreten, wie Umlenkungen bei Leitungen, vermieden.
    Zweitens wurde in großem Maß auf Betonfertigteile zurückgegriffen. Diese konnten aufgrund des hohen Standardisierungsgrades in großen Mengen gekauft werden - mit entsprechenden Kostenvorteilen.
    Drittens wurde die Zahl der Erschließungskerne mit Treppenhäusern und Aufzügen auf ein Minimum beschränkt. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die Gebäude mit einer Mittelgangerschließung ausgestattet.
    Viertens wurden auch die Balkone, die vom Investor vorgeschrieben wurden, nach einem standardisierten Typ gebaut.


    Am Ende wurde durch diese Maßnahmen eine Reduzierung der Baukosten auf 1150 Euro pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche inklusive Tiefgarage erreicht. Bei Abrechnung der Kosten für die Tiefgarage wurde ein Wert von 1000 Euro pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche erreicht.


    Die Wohnungen sollen zu einer Nettokaltmiete von 10 bis 15 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Letztendlich wird die Praxis zeigen, ob dieses Konzept aufgeht oder ob sich die Wohnungen als schwer vermietbar erweisen.

  • Super, Klarenbach findet auch an 12-geschossigen Jugendstrafanstalten noch was Bemerkenswertes, Respekt.


    Aber so ganz stimmt das aber alles nicht, die Geschichte kann man auch anders erzählen:

    • die städtebaulichen Verträge zum Areal enthalten selbstverständlich Kitas und Spielplätze (Drehscheibenplatz), die Schulen sind nicht weit. Natürlich sind deshalb Wohnungen für Familien mit Kindern gefragt.
    • kleine Wohnungen, die an berufstätige Singles oder Studenten mit vermögenden Eltern vermietet werden können und für die der nahegelegene Ostbahnhof ideal liegt, lassen sich pro Quadratmeter Wohnfläche teuerer vermieten als Familienwohnungen. Deshalb entschied sich der Bauherr für Miniapartments.
    • da dieser Gewinn-Turbo bei weitem nicht genug für den Investor war begrenzte er die Baukosten auf 1000 Euro/qm/BGF. Der Überlegung lag zugrunde, dass sich in dieser zentralen Lage mit zusätzlichem Wasserblick trotz des Verkehrslärms auch absolute Unterklassearchitektur bestens vermieten/verkaufen lässt
    • der Architekt geht auf die Vorschläge des Bauherren ein und entwirft ein Gebäude in Plattenbauarchitektur, wogegen sich jedoch die Bestandsplatten des II. BA der Stalinallee von der architektonischen Qualität her wie die Moschee von Cordoba ausmachen.
    • summa summarum schafft es der Investor mit den von Karenbach projektierten Mieten eine Rendite von 8-9 Prozent p.a. zu erzielen, just nachdem die Banken die Guthabenzinsen in Richtung null gesenkt haben (und normale Immobilieninvestitionen 5-6 % ergeben).
  • ^ ich verstehe deine Ironie nicht, Konstatin. Klarenbach hat lediglich ganz nüchtern eine Reihe von Vorgaben aufgelistet und in keinem Wort eine Bewertung vorgenommen.


    Unabhängig davon, wessen "Geschichte" nun die richtige ist, muss deshalb kein grauer Silokasten dabei rauskommen. Auch bei solchen Vorgaben wäre eine bessere Gestatung möglich gewesen. Rote oder gelbe Farbe kostet sicher nicht viel mehr als graue.

  • Rote oder gelbe Farbe kostet sicher nicht viel mehr als graue.


    So ist es auf jeden Fall, also auch ich kann nicht begreifen, wieso so oft die graue Farbe genommen wird - obwohl grau bekanntlich als synonym für trist verwendet wird. In der Sparliste unter #110 finde ich keine Vorgaben, wie man an der Farbgebung sparen sollte - kein Wunder, da es ja gar nicht gespart wird.


    War die Absicht, dass die Dinger aus irgendwelchen Gründen besonders billig aussehen sollten? 10-15 EUR/Qm Kaltmiete dürfte übrigens bei den Neubauten eine ganz normale bis gute Miete sein, also ohne eines besonderen Spardrucks.

  • Gegenüber vom neuen Parkhaus (siehe Lageplan der linke Block zwischen MVB-Zentrale und Parkhaus) beabsichtigt Projektentwickler STRAUSS & PARTNER (O2 Campus) den Bau eines Büroneubaus.


    DM meldet, dass die Baugenehmigung vorliege und das Baufeld von Anschutz bereits übergeben worden sei. QIII 2015 soll der Bau fertig sein.
    Nochmal eine aktuellere Visualisierung:



    (C) J. S. K. Architekten

  • Auch wenn die Visualisierung (mE) ein wenig zu viel verspricht was das Grün vor dem Parkhaus angeht: der Entwurf gefällt mir ganz gut.


    Für gewöhnlich hasse ich versetzte Fenster und dergleichen, hier ist es aber nicht so maßlos übertrieben. Schade das im DM nicht steht woraus die Fassade genau besteht. Die gelblichen Flächen sehen nicht eben aus - könnte es sich da um eine Art Backstein-Dekor handeln? Das fänd ich großartig. Allgemein wirkt die Fassade nicht zu glatt, das gefällt.


    Wenn das so weitergeht, dann haben wir dort (zumindest entlang der Marianne-von-Rantzau-Straße) endlich sowas wie ein Stadtquartier :)

  • Sieht gut aus,aber was ist mit Max und Moritz,da gab es ja Kritik an dem Bau vom Bezirk glaub ich,ist das Projekt bereits tot,weil sollte ja schon Anfang 2014 im Bau sein?


    Einfach mal in dem entsprechenden Thread gucken.
    Bato

  • Ich bin dort auch am Sonntag vorbei gekommen und hatte mich ein wenig gewundert was dort passiert. Auch wenn der Entwurf in meinen Augen nichts Besonderes ist und sich eher dem architektonischen Niveau der Gegend anpasst, so ist jede Verdichtung meines Erachtens ein Gewinn für das Areal. So langsam spürt man, dass es tatsächlich ein Stadtviertel werden kann. Die relativ neue Currybude und die WM Public Viewing Möglichkeiten lassen die Ecke momentan tatsächlich so belebt erscheinen, wie sehr sehr lange nicht, wenn auch nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau.

  • Die Visualisierung an sich gefällt mir. Darauf wirkt das Umfeld schon recht urban. Ich finde auch das Parkhaus an sich gar nicht mal soo störend. Da gibt es wahrlich schlimmere Exemplare.


    Was mich etwas wundert ist die Geschosshöhe. Die oberen Stockwerke sind ja ebenso hoch wie das Sockelgeschoss - nimmt man die Menschen davor als Maßstab dürften das gut und gerne 4m pro Etage sein. Kann ich mir kaum vorstellen, dass die wirklich so großzügig bauen wollen... Aber auch die lange Balkonfront beim Dachgeschoss ist für ein Bürogebäude etwas ungewöhnlich. Positiv finde ich auf jeden Fall auch, dass Gastronomie/ Gewerbe ins Erdgeschoss sollen und es für die Autos eine Tiefgarage gibt.

  • Arena Boulevard und Wohnungsprojekt Mühlenstraße

    Update Arena Boulevard:







    Und noch ein paar aktuelle Ansichten von den neuen Wohnklötzen an der Mühlenstraße:








  • Kleines Update Arena Boulevard

    Es geht zügig voran, man arbeitet mittlerweile am 1. OG



    Vom Arena Boulevard aus auch ein Foto vom Hotel und Office Campus Berlin das von hier aus echt ganz gut aussieht wie ich finde: