Mediaspree Ostufer (Friedrichshain)

  • Also schlecht finde ich das Gebäude auch nicht. Im Gegenteil hier traut man sich endlich mal mehr als in den übrigen Teilen der Stadt. Es steht auch der Kreativbranche, die ja auch in der Mediaspree ansässig ist, ganz gut.


    Aber irgendwie wirk das Gebäude von den Proportionen etwas zu flächig oder klobig für die recht filigrane dynamische Scherenschnitt-Ornamentik. Wenn man von der Grundfläche 1/3 wegnimmt und stattdessen zwei Geschosse draufsattelt, würde es meiner Meinung nach etwas stimmiger werden. Aber die wahre Tiefe des Gebäudes wird ja ohnehin bald durch weitere Neubauten verdeckt werden.
    Auch die "Parabelornamente" die vom 1. und 2. OG, zum 3. und 4. OG in der Höhe skaliert werden, wirken etwas zu stereometrisch. Wenn man diese Ornamentfelder ein mal, im Erdgeschoss oder obersten Geschoss, über ein etwas höheres Geschoss oder in der gesamte Geschosshöhe streckt, werden die Parabeln dynamischer. Es wirkt dann eher wie ein Vorhang und nicht so sehr wie aufgepeppte Brüstungen. Kann mich aber auch irren. Ansonsten :daumen:.


    Irgendwie erinnert mich dieses Gebäude an einen Entwurf von Valerio Olgiati für ein Kunstmuseum im russischen Perm. Oder sein Entwurf für ein Apartment-Hochhaus. Vielleicht projiziere ich deswegen wieder ein anderes Bild in dieses Gebäude hinein.;)

  • Also etwas müsste ich meine Meinung zum Projekt schon revidieren. Die Materialwahl ist echt sch... . Und das grün sieht vom Weiten wesentlich besser aus.



    Ich wollte noch einen Entwurf vorstellen der nur ein paar hundert Meter vom "Plovdiv" entfernt ist, eine Diplomarbeit die seit letzter Woche im Baunetz zu finden war. Der Entwurf sieht ein "temporäres Zuhause nationaler und internationaler Tanzteams und Choreographen" vor.


    Es handelt sich um einen skulpturalen Baukörper, dessen Außenhülle Lochungen in unterschiedlicher Intensität und Größe aufweist, und damit je nach Blickwinkel transparent, transluzent und geschlossen wirkt. Interessant auch die Farb- und Materialwahl, in Weiß und Gold.
    (Was aber am Inneren des Gebäudes, das aus geschlämmten Beton bestehen soll, temporär ist, frage ich mich wirklich.) Trotzdem ein schöner Entwurf und recht gut visualisiert!


    http://www.baunetz.de/diplomde…Berlin_784992.html?bild=1


    Ich finde Berlin brauch auch mal ein Gebäude was in diese Richtung geht!

  • Timmi :
    Interessanter Entwurf die Diplomarbeit, in weißgold fast schon etwas flamboyant...
    Aber ich glaube an diese Stelle an der Spree passen mutige Solitäre, der MTV-Neubau dort ist sowas von mittelmäßig...
    Labels 2 ist da schon mutiger und eigenwilliger, die vorgehängten Elemente erinnern tatsächlich ein wenig an (osteuropäischen) Modernismus der Zeit um 1970, deswegen ist hier wohl auch die "Plovdiv"-Metapher aufgekommen...

  • Mediaspree-Projekte an der Stralauer Allee

    Schade, dass die Sonne nicht schien; daher nur leicht triste Bilder vom Ufer:








    Baustelle des NH-Hotels:









    Der Labels-Bau:









    Weitblick:




    Eigene Bilder

  • Neben der Plovdiv Platte wirkt auf mich selbst das Glas dahinter, naja...billig!


    Es sieht jetzt schon so aus, als würde die Kiste seit 20 Jahren so da stehen.


    War es vielleicht die Idee des Architekten?!?

  • Bei mir schien die Sonne:





    ©Jo-King


    Ich finde auf meinem zweiten Bild und Batos letztem Bild sieht man recht gut, dass sich langsam eine wirklich geschlossene Bautensituation ergibt. Macht sich gut.

  • finde sogar die aktuelle optik in beton rictig gut!
    finde es immer so komisch, wenn man dann so ein auskragendes bauteil - wo eh jeder weiß es MUSS beton sein - mit irgendwelchen steinplatten beklebt.


    pro beton.

  • Der Tagesspiegel berichtet heute unter der Überschrift "Der Osthafen ist komplett verplant" über weitere Entwicklungen im Osthafen. (Anlass ist das Richtfest des NH-Hotels am Donnerstag)


    Der Labels-Chef steht mit dem Land Berlin in Verhandlungen über 2 weitere, zu Labels 1+2 benachbarte Grundstücke. Auf einem Grundstück möchte er ein weiteres Labels Gebäude bauen, was er mit dem anderen will, hält er bislang geheim.


    Hochtief hat für ein nördliches Grundstück zudem einen Bauantrag eingereicht, dort soll ein Geschäftshaus entstehen. Hochtief will ein weiteres Grundstück erwerben, laut Bezirksamt herscht Einigkeit, dass dort dann Wohnungen gebaut werden.


    Zudem bestätigt das Bezirksamt, dass der Bebauungsplan dahingehend geändert wird, dass am nörd-östlichen Ufer kein Hochhaus mehr gebaut werden darf.


    http://www.tagesspiegel.de/ber…e-Osthafen;art270,2922137


    Die sich anschließende Diskussion findet sich hier.
    Bato

  • Das scheint der letzte Entwurf gewesen zu sein:



    Bildquelle: Deutsche Immobilien Development


    Als Pendant zum Treptower hätte das an der Elsenbrücke eine interessante Toroptik gegeben. Andererseits sieht das so recht massig aus. Ich hoffe nur, der Investor lässt sich von der Entscheidung des Bezirksamtes nicht abschrecken auch wenn das Projekt abgespeckt werden muss.

  • Wow! Das hat was, das ist ne ganz eigene visuelle Note in dem Panorama. Gut. Besonderer Hingucker ist ja der weiße "Balken" oben drauf. Weiter so.

  • Echt gelungen! Diese ich nenn's mal "Verladekranoptik" ist ja jetzt nicht's neues, bzw. wird im Moment ja in vielen Häfenquartieren so oder so ähnlich entwickelt. Aber wie Berliner schon meinte - es ist automatisch ein Hingucker und gefällt zumindest mir. Der Backstein bekennt sich ganz klar zum Hafen und den Gebäuden im Norden dazu. Hier geht die Hafenatmosphäre durch doch recht einfache architektonische Mittel nicht verloren.

  • Echt daneben! :Nieder:
    Solche Schuhkartons habe ich als kleiner Junge produziert, indem ich mit dem Taschenmesser Luftlöcher für die Maikäfer darin eingestanzt habe: unregelmäßig und wahllos.
    Verglichen mit der Fassadengliederung des benachbarten Speicherhauses ist es einfach nur primitiv.
    Nee, nee! :nono:

  • Ich kann mich auch nicht gerade hellauf begeistern. Aber immerhin präsentiert das Gebäude ehrlich und unverhohlen seine Nutzerklientel: Medienfuzzis, Werber usw., wo man sich wie Jugendliche oder Freunde (beides trifft meist nicht zu) duzen muss, nen Mac haben muss, sneakers tragen muss, seit 30 Jahren 25 ist, zur Suuuuperavantgarde gehört aber dennoch knallhart kapitalistisch, rücksichtslos und hedonistisch unterwegs ist und zu allem Überfluss nichts nachhaltiges schafft. (Ja, es gibt solche und solche - schon klar ;)) Entsprechend "hip" und leider auch infantil, gezwungen anders, großkotzig und gaghaft ist das Gebäude dann auch. Eine Werbung läuft nur ein paar Wochen, bevor sie richtig langweilt. Das hätte man sich vielleicht auch bei so einem gebauten Werbeclip denken können, so werden wir also die nächsten 30 Jahre jeden Tag aufs neue erfrischt.... m.E. der bisher schwächste Mediaspree-Bau.