Mediaspree: Bauprojekte am Ostufer (Friedrichshain)

  • Ich schließe mich der Kritik an. Diese Verladekranoptik findet man inzwischen bei fast jedem Hafenprojekt. Störend kommt hier allerdings hinzu, dass die beim "Balken" wie nach dem Zufallsprinzip angebrachten Fenster zwar sowas wie Kreativität widerspiegeln sollen, im Ergebnis aber arg plump rüberkommen. Durch das Weiß wirkt das Gebäude außerdem billiger als es wahrscheinlich ist.

  • ... der weisse Putz auf Styropor-Vollwärmeschutz sieht nicht nur billg aus sondern ist auch das Billigste.


    Ich weiss auch nicht, warum bei allen Hafen-Revitalisierungsprojekten den Architekten immer das Gleiche einfällt. Düsseldorf, Bremen, Hamburg - alle verwechsel- und austauschbar ohne Bezug zum Ort und frei von jeder Originalität. Da sind "Ginger & Fred" in Düsseldorf noch erste Wahl.


    Aber vielen Architekten gefällt es ja, wenn ihr Entwurf auch in Singapur oder Kapstadt stehen könnte. "International Style" nennt man das dann. Ich persönlich glaube, daß sich jede Stadt seine Unverwechselbarkeit erhalten sollte. Das ist hier definitiv nicht gelungen.

  • Ich muss mich Baukunst anschließen. Viel zu gaghaft das ganze. Großkotzig-kapitalistischer gehts wohl kaum noch! Es sieht sogar ein bisschen so aus, als hätten sie einen Mac oben auf das Dach draufgebaut, lächerlich. Und wenn mich irgendeiner von diesen Sneakertärgern duzt, dann raste ich komplett aus!

  • ^^^^ Ich zitiere mal "Baukunst" mit "Medienfuzzis" usw. Hallo? geht's noch - Die Gegend dort heißt doch MEDIASPREE! Wie sinnvoll klingt das? Na klar ist das Klientelbau - wenn man so will. Ist ja auch ganz glar als Medienhafen konzipiert. Ich denke logischer und einleuchtender gehts kaum noch. oder?

  • Ehrlich gesagt finde ich es nicht großkotzig und kapitalistisch. Ist halt ein großer Kasten mit Backstein-Vorhang. Nicht spektakulär aber auch nicht so hässlich wie plov div nebenan. Der Bau passt sich doch gut ins Umfeld ein.
    Allerdings finde ich die Fenster auch völlig daneben. Was soll das? Da gebe ich ReinhardR recht: wahllose Löcher in der Maikäfer-Kiste und dann auch noch so mickrig.
    Und warum hat der Riegel auf dem Dach keine Fenster auf der attraktiven Spree-Seite?

  • Ich stimme 'Berliner' (Beitrag 451) zu. Manche Kritik hier ist völlig maßlos und unsachlich - mir scheint als wollen sich einige hier darin sogar noch gegenseitig überbieten.


    Wo ich zustimmen kann, ist dass manche Bauten in der Mediaspree nicht wirklich beeindruckend sind, wenn man sie isoliert betrachtet. Allerdings sind sie ja gar nicht isoliert, sondern haben jeweils sehr kontrastreiche Nachbarn. Dieses Laboratorium der Gegenwartsarchitektur finde ich ausgesprocen interessant. :)

  • umwerfend finde ich den Bau jetzt auch nicht gerade nicht desto trotz ist die Kranhaus Optik aber immer noch besser als irgendein Standard Langweiler Klotz (man kann ja froh sein, dass Motel One dort nicht gebaut hat)


    positiv zu vermerken ist die Höhe des Bauwerkes, andere Media Spree Bauten sind meiner Ansicht nach viel zu klein geraten was in der Lage eine ziemliche Verschwendung von Bauland ist


    @großkotzig und kapitalistisch
    was ist denn an dem Bau großkotzig und kapitalistisch? verglichen mit dem was so in Las Vegas hochgezogen wird ist das Hotel reichlich popelig


    meiner Ansicht nach könnte Berlin viel mehr großkotzige und kapitalistische Bauten gebrauchen, so einen rießigen Glaspalast an der Spree fände ich z.B. richtig geil, sozialistische Plattenbau Abscheulichkeiten gibt es schliesslich schon mehr als genug in Berlin

  • Berliner: Klar ist das logisch und einleuchtend! Mediengebäude im MEDIA-Spree. Dagegen ist nix zu sagen. Wenn dadurch Steuerzahler nach Berlin gelockt werden - perfekt! Mein Sittenbild dieser Branche beruht ganz auf persönlichen Erlebnissen... ich war selbst zwei Jahre ein "Medienfuzzi", Redaktion sowie PR ;)
    Dass der Bau so großkotzig und gewissermaßen verlogen rüberkommt, wie ich finde, liegt m.E. an folgender Ursache: Kapitalismuskritik ist schick und gerade im Schlabber-Turnschuh-Antiestablishment der Medienwelt ist sie en Vogue. DANN jedoch in so einem Haus zu residieren kommt mir vor wie der linke Kämpfer Oskar, der aber selbst in der 2 Mio Villa residiert oder ein Luxusrestaurant mit Che Guevara an der Wand. Alles eine Frage der Glaubwürdigkeit.
    Natürlich sind die Glitzerpaläste in China oder USA um Längen gewaltiger, schon richtig, dass dieser Bau dagegen popelig wirkt. Dennoch sendet er recht unmissverständliche Zeichen aus und ist Futter für die Mediaspree-Gegner. Zu denen gehöre ich Gott bewahre nicht, aber ein ganz klein wenig kann ich deren Ängste vor der Privatisierung öffentlichen Raums schon verstehen. Denn wenn im Sommer die Hipster aus den Büros ihr Leben nach draußen verlagern und den Osthafen in Beschlag nehmen tun sie das zwar auf öffentlichem Grund, aber wenn Kalle ausm Kiez dort mit seinem Köter spazieren gehen will werden ihn die Blicke schon vertreiben... So etwa, wie wenn man den Frevel begeht und am Kollwitzplatz eine Zigarette anzündet. Dass immer die "Tolerantesten" eigentlich am intolerantesten sind... GANZ typisch fürs Medienmilieu, dafür leg ich meinen ganzen Arm und ein Bein ins Feuer!


    Zurück zum Haus:
    Der Ziegel wurde angesprochen, der ja eine Bereicherung für das Gebäude ist/ sein soll. Mich erinnert er an 60er Jahre Verwaltungsbauten oder kleine Spießhäuschen. Ich finde ihn nicht sehr schön- er ist mir zu orangestichig und ganz schon kleinformatig...ist das die Normgröße?

  • Krass, Labels2 sieht in Echt genauso aus wie auf der Visuallisierung - das ist selten!
    Ob schön ist eine Frage des Geschmacks und sei dahingestellt. Interessant allemal.
    Das Kranoptik-Gebäude, hab ich hier ja schonmal gelobt - entgegen der Hauptmeinung. Klar ist's keine neues Konzept, aber es bezieht sich sympathisch auf die Örtlichkeit, greift den Hafencharakter auf, anstatt ihn zu negieren. So bleibt das Flair doch besser erhalten. Ausserdem gefällt mir die Klinkerverkleidung unten und der weiße Anstich oben, der sich nicht vom Himmel absetzt. Insgesamt ein sehr angepasstes Gebäude.

  • Mediaspree-Projekte an der Stralauer Allee

    Ein weiteres Mediaspree-Projekt befindet sich in den Startlöchern. BERLINS GROSSE FREIHEIT so der hochtrabende Titel des Projektes welches derzeit von Hochtief entwickelt wird (siehe Projektseite). Demnach soll auf dem Grundstück Stralauer Allee 4 (direkt neben dem neuen nhow) ein siebengeschossiges Bürogebäude mit rund 9.400 m² Mietfläche entstehen. Baubeginn soll in Q1 2011 erfolgen, die Fertigstellung ist für Q1 2012 geplant. Für den Entwurf verantwortlich zeichnet sich das Büro nps tchoban voss:




    Bildquelle: nps tchoban voss


    M.E. ein ziemlich einfallsloser Bau, genau das was man zweckgebundene Investorenarchitektur nennt.

  • Mitnichten, ich finde das ist ein sehr schlichter, aber mit einfachen Mitteln interessant gestalteter Zweckbau. Würde prima zu den restlichen Bauten passen, die bisher realisiert wurden. Das gesamte Mediaspree-Ensemble kann zwar mit der Rheinauhafenbebauung in Köln nicht mithalten, aber immerhin. :)

  • Die Hauptstadt rockt! (O-Ton Bild)

    Das neue "nhow"-Musikerhotel wurde diesen Montag eröffnet. Aus diesem Anlass ein paar aktuelle Bilder. An der Uferseite wird noch gewerkelt, aber auch der Bereich dürfte in Kürze passierbar werden.




    Die verspiegelte Unterseite des silbernen Kastens oben ist mir zuvor noch gar nicht aufgefallen - das hat in der Tat was:




    Hier noch zwei Bilder vom Eingangsbereich des Hotels: