Tiergarten und Hansaviertel | Kleinere Projekte

  • … für meinen Geschmack mal wieder eine typisch berliner Gemängelage mit zuvielen Köchen die am Ende den Brei verderben und die Stadt und die Bewohner das Nachsehen haben. Damit muß endlich mal Schluß sein, no? Der Senat sollte sich des Verfahrens bemächtigen.

    Da ist ein Investor und der will auch noch Wohnungen bauen … unglaublich. :thumbup:

  • Wie man diesen ollen Burger King Flachbau nun zur Architekturikone hochjazzt, die durch nichts beeinträchtigt werden soll, ist doch absurd.

    Weit aufwändigere Pavillons vergangener Weltausstellungen standen meist nur für ein paar Jahre, aber dieser schlichte Zweckbau muss nicht nur in seiner Substanz, auch in seiner Umgebungswirkung auf alle Zeit erhalten werden?

    Das kann doch kein Mensch nachvollziehen.

  • ^ das ist leider ein für ein Architekturforum, völlig mißlungener und unwürdiger Beitrag von Dir. Wenn er Dir persönlich nicht gefällt solltest Du nicht für andere sprechen. Meine Titulierung ˋanbetungswürdig´ war keineswegs ironisch gemeint. Was kein Mensch nachvollziehen sollen könnte ist, dass ein solches Schmuckstück für die Nutzung eines Burger King mißbraucht wird.

    Wer mehr zur Geschichte und Architektur des Berlin-Pavillon erfahren möchte:

    https://hansaviertel.berlin/bauwerke/stras…erlin-pavillon/

    https://www.bauwelt.de/dl/752403/10823362_1b998ee383.pdf

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (3. Dezember 2025 um 12:47)

  • Ich bin echt zwiegespalten.

    Wenn man das Grundstück bebaut, dann genau so. Die städtebauliche Herleitung von Chipperfield finde ich schlüssig und nachvollziehbar angesichts der Veränderungen im Umfeld, architektonisch würde das sehr gut passen. Die Situation am Wohnungsmarkt rechtfertigt keine denkmalschützerischen Käseglocken.

    Anderseits sprechen diese verworrenen Grundstücksgeschäfte und die Historie des Grundstücks samt Denkmalschutz auch stark gegen die Freigabe zur Bebauung. Man würde hier die Grundstücksspekulation von privaten Eigentümern belohnen und müsste dann wohl auch an anderen Stellen der Stadt ähnlich agieren.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich versteh die Denke nicht. Schneller Bauen heißt doch nicht, daß Du deine Lieblingsprojekte bekommst.

    und ich versteh nicht was Du meinst? Das habe ich doch nirgends behauptet und dieses Projekt von Garbe ist nicht

    mein Lieblingsprojekt, ganz im Gegenteil. Ich halte es an diesem Standort für falsch.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es wird hier in einem demokratischen Verfahren unter den Beteiligten Gremien abgestimmt.

    Das hab ich doch geschrieben, die Gemeinden entscheiden beim Schneller Bauen Gesetz, hier das Bezirksamt Mitte.

    Und zum Thema politische Veränderung. Die zuständigen demokratischen Gremien waren 2003 gegen eine Bebauung des Grundstücks (siehe Kaufvertrag) und sind es auch im Jahr 2025. Also hat sich von Seiten der Politik nichts an der ablehnenden Meinung zu einem Bauprojekt auf diesem Grundstück geändert.

    Das halte ich für völlig richtig, denn auch das neue Hochhausleitbild für Berlin 2025 formuliert Kriterien, ein Standortkriterium ist der Denkmalschutz, deshalb kann dieses Projekt dort gar nicht genehmigt werden.

    https://www.berlin.de/sen/stadtentwi…chhausleitbild/

    Frau Kahlfeldt sagte am Schluss zu den Immobilienentwicklern von Garbe, man lasse keinen mit leeren Händen nach

    Hause gehen, es gäbe noch andere schöne Orte für große Wohnungsvorhaben in der Mitte von Berlin.

    Ich würde vorschlage man baut das 130-Meter-Chipperfield-Wohnhochhaus direkt neben das Alexa, da wäre was frei.

    Einmal editiert, zuletzt von Merlin (4. Dezember 2025 um 01:35)

  • ^ … es gibt zwei Erste Preise und einen Dritten Preis. Den ersten Preis gibt es für Henn GmbH München, dann für Sauerbruch Hutton und den dritten Preis für Kleihues + Kleihues.

    Die Entscheidung welcher der Gewinner umgesetzt wird ist wohl nicht gefallen.

    Ich kann mit beiden Erstplatzierten nichts anfangen. Kleihues .. sind die einzigen die sich am beeindruckenden Bestandsgebäude orientieren, die Dachform aufgreifen und dem Namen …block alle Ehre machen. Die haben nun leider nicht gewonnen,

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (18. Dezember 2025 um 00:33)

  • ^

    Erweiterung des Bundesministeriums der Verteidigung

    Die Visualisierungen dazu

    Am 9. Dezember hat das Preisgericht die zwei 1. Preise vergeben.

    Eines an das Büro Sauerbruch Hutton:

    Blick über den Landwehrkanal

    ikpicte5.jpg

    © Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH | ST raum a. - Landschaftsarchitektur

    und der zweite 1. Preis an das Münchner Büro Henn:

    mvy885ve.jpg

    © Henn GmbH | SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

    Der Neubaukomplex am Reichpietschufer Ecke Hildebrandstraße soll 416 Millionen Euro kosten

    und Platz für 800 Mitarbeiter bieten.

    Der 3. Preis ging an die Architekten von Kleihues + Kleihues:

    xj2vjzcw.jpg

    © Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH | WES LandschaftsArchitektur Berlin

    Quelle:

    https://www.bbr.bund.de/BBR/DE/Wettbew…/verfahren.html

  • Ich kann nur hoffen, dass es der zweite Erstplatzierte wird, der ist zumindest neutral und belanglos statt abstoßend wie der erste. Bei jenem fragt man sich wieder einmal, was in den Köpfen der Entscheidungsträger vorging. War da die Vorgabe, das Bestandsgebäude möglichst zu verbilligen und zu entstellen?

    Der beste Entwurf mit zumindest entfernt historischer Sprache wurde folgerichtig auf den dritten Platz verbannt.

  • Absolut unverständliche Entscheidung, zumindest basierend auf den aktuell verfügbaren Rendering-Ansichten. Sauerbruch Hutton sieht aus als hätte man sich mal an einer Grundschule für eine Mittelstadt versucht, und bei Henn erkenne ich überhaupt keinen Gestaltungswillen. Lediglich Kleihues liefert (mal wieder) ab und zeigt wie man richtig mit städtebaulichen Kontexten umgeht. Besonders spannend ist der Entwurf jetzt auch nicht, aber er ist zumindest kein Totalausfall.

    Ich hoffe, dass die Entscheidung auf irgendwas beruht was uns noch nicht bekannt ist.

  • Gute Nachrichten. Der Parkplatz östlich sollte auch noch bebaut werden, sogar an erster Stelle.

    Hier ein riesen Ministerium hinzustellen passt zwanglos, bringt städtebaulich und logistisch große Vorteile und besiegelt faktisch den Umzug der ganzen Bundesregierung nach Berlin. Der Bonn-Anachronismus muss eines Tages enden.

    Natürlich gefällt Kleihues am Besten, die freie Brandwand ist hingegen keine überzeugende Lösung.

  • ^ …. Welche freie Brandwand meinst Du?

    Beim Entwurf von Kleihues … ist nur die Seite des großen Zentralportikus zu sehen. Das ist keine Brandwand!

    https://embassy-berlin.net/germany/ministry/defence

    https://www.bmvg.de/de/ministerium/organisation

    Mir fehlt mal wieder ein Gesamtkonzept. Der Bendlerblock hat soviele Brandwände, das schreit förmlich nach einem Wurf aus einer Hand. Bei der Parkplatzbebauung rechts vom Altbau sollte man darauf achten, dass dies ebenso von Architekten gestaltet wird die links vom Albau bauen. Sonst wird alles nur Stückwerk.

    2 Mal editiert, zuletzt von Camondo (18. Dezember 2025 um 09:03)

  • ^ Ich denke, gemeint ist diese Brandwand.

    Mir gefällt Kleihues auch am besten, auch wenn es schade ist, dass hier eine andere Perspektive eingenommen wird und man die Entwürfe dadurch etwas weniger gut vergleichen kann. Henn hat das Problem mit der Brandwand, Sauerbruch Hutton finde ich belanglos und uninteressant. Nur die Anpassung der Geschosshöhen an den Bestandbau unterscheidet ihn, den Renderings nach zu urteilen, von einer 0815 Schule.

  • Auch ich kann mit den beiden ersten Plätzen rein gar nichts anfangen. Wenn Sauerbruch Hutton den Auftrag bekommen hätte, ein Schulzentrum zu bauen, dann hätte ich gesagt: „Alles klar, passt.“ Aber dieser Riegel, der so gar nichts mit dem altehrwürdigen und geschichtsträchtig Bestandsbau zu tun haben möchte, finde ich einfach deplatziert und nicht überzeugend. Auch empfinde ich die Fassade als zu unharmonisch im Zusammenspiel mit dem Bestand.

    Dass Henn einen Solitär bauen möchte, der zudem dann auch noch die Brandwand zum Bestandsgebäude quasi zementiert ist für mich fast noch absurder als der Entwurf von

    Sauerbruch Hutton. Der Entwurf von Henn hat nun wirklich gar nichts mit dem Begriff "Bendlerblock" zu tun. Wobei ich dort mehr mit dem materiellen der Fassade anfangen kann.

    Und jetzt wird es wahrscheinlich niemanden wundern, dass auch mir Kleihues + Kleihues mit Abstand am besten gefällt.

    Denn hier wird nicht nur der Block angemessen fortgeführt, sondern auch wichtige Stadtreperatur betrieben. Positiv finde ich, dass die Dachform aufgegriffen und fortgeführt wird. Allein dieser Punkt macht im Gesamteindruck schon eine Menge aus.

    Zudem wird der Bendlerblock hier angemessen und meiner Meinung nach in klassischer, zeitloser Architektur erweitert, ohne den Bestand einfach zu kopieren.

    Sehr schade, dass dieser Entwurf nur auf den dritten Platz gewählt wurde.

    Wie gesagt, für mich wäre die Realisierung dieses Entwurfs ein Stück gelungener Stadtreperatur.

  • Ich meine die Brandwand, die Henn freilässt.

    Es ist eigentlich einfach den Block fortzusetzen. An die Brandwände anzuschließen und damit die Fläche auch ideal zu nutzen, da ja hinten Freiflächen für Hubschrauber und Gelöbnisse gebraucht werden. Warum kann man es dann nicht auch so machen und gewinnt mit dem Unsinn sogar einen ersten Platz?

  • Also mir will nicht einleuchten, was sich Sauerbruch/Hutton hier haben einfallen lassen. Ein Büro, dass ich ansonsten, seit dem GSW-Hochhaus, sehr schätze. Da passt ja irgendwie gar nichts.

    Gespannt wäre ich auf die Begründung des Preisgerichts.

  • Ich hoffe, dass wir nach der Überarbeitung der Ersten Preise noch ein paar weitere Ansichten bekommen, um das Ergebnis besser beurteilen zu können.

    Ich persönlich, halte dem Sauerbruch/Hutton-Entwurf zu Gute, dass er den Fensterrhythmus des Zentralportikus aufnimmt, was dem hier vorwiegend positiv aufgenommenen Kleihues-Entwurf fehlt (wie auch dem unter Anerkennung prämierten ingenhoven-Entwurf).

    zur Referenz, der noch nicht gezeigte Entwurf:
    wettbewerb-weiterentwicklung-bmvg-bendlerblock-anerkennung-entwurf.jpg

    source: ingenhoven associates gmbh mit Grieger Harzer Dvorak Landschaftsarchitekten PartGmbB

    Unmöglich finde ich persönlich jedoch die draufgeklatschte Efeu-Tapete in der Sauerbruch/Hutton-Visualisierung. Ingenhoven vermeidet die Perspektive, aber so habe ich das Geühl, da hätte der Praktikant kurz vorm Einreichen....

    detail.jpg

    source: sauerbruch hutton ges. v. arch. mbH mit ST raum a Gesellschaft vonLandschaftsarchitekten mbH

    Einmal editiert, zuletzt von Mariendorf (19. Dezember 2025 um 18:45)

  • Ich bin schockiert. Berlin wurde nach dem Krieg von so vielen modernistischen Architekten und Stadtplanern entstellt - vieles davon kaum noch rückgängig zu machen. Und dann hat man hier ein absolutes Filetgrundstück, auf dem die Uhr seit 1945 quasi stehengeblieben ist und ein wunderschöner Altbau die besten Voraussetzungen bietet, einen urbanen, hauptstadtwürdigen Block wiederentstehen zu lassen...und dann kommt das bei raus?

    Klar kann man jetzt den Juroren die Schuld geben, die vorliegenden Entwürfe überhaupt gekürt zu haben, da Kleihues ein durchaus schönes Haus angeboten hat und damit im Regen stehen blieb. Aber in einer Welt, die längst verstanden hat, dass das ständige Wiederkäuen der Moderne ihre Fehler auch nicht behebt, hätten die Büros HENN und Sauerbruch Hutton erst gar nicht solche Entwürfe angeboten.

    Insbesondere der Entwurf von Henn ist katastrophal - warum bloß bleibt die Brandwand völlig nackt stehen? Wie belangloser könnte ein Gebäude noch sein, als dieses völlig gleichförmige Quadrat, mit gleichförmigem Raster von Ecke zu Ecke, von Boden zu (nicht vorhandener) Attika & völlig kahlem Erdgeschoss?

    Es ist eine Sache, die vielen Hässlichkeiten im heutigen Stadtbild zu akzeptieren, aber es ist nochmal was anderes, dabei zuzusehen, wie völlig ohne Not weitere Ecken der Stadt verbaut werden.

  • Das Schöne an dem Kleihues-Entwurf ist das Schrägdach und die an den Altbau angelehnte, leicht klassische Gestaltung. Manchmal fragt man sich, warum sich überhaupt noch Architekten die Mühe machen, sowas einzureichen, da solche Entwürfe regelmäßig durchfallen. An dem Gewinner gefällt mir die warme und harmonische rot-beige-graue Farbgebung.