Tour Total Berlin | Europacity [realisiert]

  • Schlimm dass eine Einhaltung des Kosten- und Zeitrahmes heutzutage schon eine Meldung an sich wert ist ;)


    Jedenfalls schön dass das Gebäude eröffnet wird. In der Tat könnten sich
    viele andere Projekte einiges davon abschauen was die Geschwindigkeit der Bauausführung betrifft.

  • Zur baldigen Eröffnung des Tour Total:


    Die Außenanlagen sind z. T. fertiggestellt, man kann jetzt einmal um den Turm herumgehen. Die Tiefgarage ist befahrbar und im Foyer sitzt schon ein Pförtner. Zahlreiche Videokameras sollen helfen, dass niemand dem Turm was Böses tut.


    Ein paar Bilder von jetzt fertigen EG:






    Die angrenzende S21-Baustelle nimmt jetzt auch das Gelände Richtung Döberitzer Straße in Beschlag:




  • Gefällt mir nach wie vor sehr gut. Durch die betont-vertikale Gliederung der Fassade wird die relativ geringe Höhe des Gebäudes abgemildert. Ein wirklich sehr schönes Stück moderne Sachlichkeit! :daumen:

  • Also man muss schon lange andächtig hinsehen, um bei dem Hochhäuschen etwas Bemerkenswertes zu erkennen und dann hineinzudeuten. Ich finde, es ist ein beliebiges Allerweltsgebäude, wie sie zu Dutzenden in anderen Hochhauslandschaften der Welt herumstehen. Ich verstehe einfach nicht, warum es in Berlin nicht gelingt, ein wirklich beachtenswertes, architektonisch spektakuläres Hochhaus zu bauen, das zu einem echten Hingucker wird.

  • ^
    Im Berliner Westen entsteht demnächst das Upper West. M.E. ebenso wie der Tour Total ein Hingucker. Der Tour Total ist es allerdings erst auf den 2. Blick.
    Von weitem ist die Kubatur sicherlich unspektakulär. Wäre der Bau nur 10m höher würden Höhe und Breite in einem besseren Verhältnis zueinander stehen und der Turm weniger klotzig wirken. Dieser Effekt wird zumindest seitlich gesehen durch den Knick in der Längsseite abgemildert.
    Buzzword-Bingo ala "beliebiges Allerweltsgebäude, wie sie zu Dutzenden in anderen Hochhauslandschaften der Welt herumstehen" halte ich für unangebracht. Und mit argumentationslosem Sarkasmus kann ich erst recht nichts anfangen.
    Ein ähnliches Gebäude mit derlei verdrehten Lisenen hab ich so zumindest noch nirgends gesehen. Insbesondere die nächtliche Beleuchtung find ich klasse (Eindrücke gibts u.a. auch im Baunetz) - wäre super wenn man die so auf Dauer sehen könnte und nicht nur zu besonderen Anlässen. Im Gegensatz zu den bisher gebauten Hotel-Klötzen in der Gegend um Längen besser.


  • Von weitem ist die Kubatur sicherlich unspektakulär.


    Aus welcher Entfernung offenbart sich denn das Spektakuläre? Gerade Volumina dieser Größenordnung betrachtet man recht selten aus der Nahdistanz, sondern doch meistens mit gebührendem Abstand - insbesondere angesichts der relativen Offenheit des Terrains.
    Und da werden es die allermeisten Passanten bestenfalls als durchschnittlich einfallsloses Bürogebäude wahrnehmen, wie es in der Tat in x-facher Ausführung überall auf der Welt seit mindestens einem halben Jahrhundert zu bewundern ist. Die eventuell interessanten Details verschwinden nahezu völlig hinter der allgemeinen Grobschlächtigkeit des Baus.

  • Aus welcher Entfernung offenbart sich denn das Spektakuläre?


    100m reichen da m.M.n. schon aus.

    Gerade Volumina dieser Größenordnung betrachtet man recht selten aus der Nahdistanz, sondern doch meistens mit gebührendem Abstand - insbesondere angesichts der relativen Offenheit des Terrains.


    Äh...wat? Schön für dich wenn die Nahwirkung für dich keine Rolle spielt. Mir ist sie mindestens ebenso wichtig wie die Fernwirkung (dass ich die ebenfalls nicht so dolle finde erwähnte ich bereits).
    Und lange wird das Areal auch nicht mehr so offen bleiben.

  • Ich finde eine schlichte Gestaltung gerade bei 'Hoch'häusern oft als die bessere Lösung. Ausgefallenere Gestaltungen haben zu oft das Problem, dass sie sehr zeitgenössisch sind und schon nach wenigen Jahren nicht mehr spektakulär sondern trashig wirken, wie z.B. der Bierpinsel oder das London Eye oder jedes der tausenden Gebäude im Stil des Buntmetall-Brutalismus wie die meisten Gebäude der TUB. Manchmal gelingt natürlich auch ein echter Glückswurf, der dann ikonisch wird, wie der Eiffelturm oder die Londoner Gurke, d.h. man sollte sich auch wieder nicht auf herkömmliche Designs festfahren.

  • Aus welcher Entfernung offenbart sich denn das Spektakuläre?



    Vom Hbf aus gesehen,erkennt man,dass die Fassade leicht geknickt ist und die verdrehten Lisenen kann man aus dieser Entfernung bereits erahnen.


    Eine stattliche Antenne als Abschluß würde ich mir auf dem Gebäude wünschen.



    Ich bin auch eher für schlichte eine Gestaltung,weniger ist oft mehr..Schlichtheit muss aber gekonnt sein.Zwei meiner top Favoriten im Hochhausbau sind der Lake Point Tower in Chicago und der Amoco Tower in Denver.Die ganzen in sich gedrehten Türme,die derzeit entstehen,gefallen mir eher weniger.


    http://www.chicagoarchitecture…de/LakePointTower-009.jpg


    http://www.bluffton.edu/~sulli…ado/denver/amoco/2049.jpg


  • Eine stattliche Antenne als Abschluß würde ich mir auf dem Gebäude wünschen.


    nunja, ich verstehe den hype nicht ganz um dieses gebäude. wenn mann sich die total-zentrale in paris la defense betrachtet. okay sie ist aus 1983.
    aber...
    http://www.journaldunet.com/ec…ritage-de-la-fusion.shtml


    sicher das berliner hochhäuschen ist ganz nett und gut durchgestylt in der vertikalen ordnung, es erinnert mich an einige amerikanische gebäude aus den 60ern mit diesen vertikalrippen.


    aber eine antenne obendrauf würde die "niedrige" höhe noch hervorheben.


    die verdrehten lisenen... ich finde sie irritieren das auge. von nahem sind sie dekorativ aber aus der entfernung verschwimmt die kontur des gebäudes etwas, so als hätte man einen knick in der optik. neulich, auf der hochschule für gestaltung haben wir gelernt, dass man das auge des betrachters niemals im vagen lassen oder irritieren sollte.

    2 Mal editiert, zuletzt von ARCADIEN ()

  • Interressantes Phänomen...

    Also ich kann an dem Bau in Paris nichts finden. Scheinbar ist es heute so wie in den 20érn je höher desto besser. Beieindruckend allemal - aber deshalb gleich gute Architektur?


    Außerdem stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit dieser Gebäude. Kennt sich jmd. mit den Energiekosten eines solchen Riesen aus, und was es kostet so ein Monster zu unterhalten? Da hab ich so in Erinnerung das das alles andere als in diese Zeit passt.


    Aber der Größenwahn hat ja schon immer seine Bewunderer gefunden.


    Apropo - ich bin selbst jmd. der sich von New York begeistern lässt - aber hat jmd. mal die Skyscraper gesehen, das ist fantastisch , das sind Schlösser des 19. Jhr. mit Stuck, Verzierungen etc. Also Qualitativ wirklich hochwertig und was fürs Auge.


    Genau das ist der Total Turm in Paris sicher nicht. Und ich glaube Berlin sollte einen Teufel tun und sich an solchen Bauten zu orientiren. Ich glaube der Zug ist eh abgefahren.


    Potsdamer Platz ist aus meiner Sicht auch nicht so beeindruckend weil die Gebäude in die Höhe gewachsen sind, sondern das Ensemble stimmig ist und qualitativ (zumindest optisch) wertig.


    Genau das muss das Ziel sein in Berlin - die eh schon sehr unterschiedliche Architektur und Stile wenigstens so auf einander abzustimmen das Orte für Menschen entstehen wo Sie gerne verweilen und auch mal Ihren Blick schweifen lassen können.


    Das ist in Berlin an einigen Stellen gelungen - Negativbeispiel ist der Alexanderplatz - hier ist wirklich sehr wenig entstanden wo man wirklich Lust hat länger als nötig sich aufzuhalten. Bin gespannt was die Umgestaltung bringt.


    Genau das würde ich jetzt vom Europaplatz auch erwarten, eine moderne, stimmige Architektur die nicht das Gefühl aufkommen lässt man befindet sich irgendwo außerhalb auf einem Parkplatz einer Citymall - genau so empfinde ich bsp. die Entwicklungen rund um die O2 World.
    Ich hoffe man nutzt die Chance und schafft ein Quartier in dem man nicht nur wohnt und Arbeitet, um letztlich schnell in die Innenstadt zu kommen.

    Einmal editiert, zuletzt von alexsb73 () aus folgendem Grund: Inhalt

  • Eine Antenne halte ich auch für albern. Ist auch gar nicht notwendig wo es den Fernsehturm um die Ecke gibt.
    Von den von Kleist aufgeführten Hochhäusern gefällt mir auch nur der Lake Point Tower wirklich gut. Den Amoco Tower würde ich dagegen dann tatsächlich in die Gruppe "hab ich woanders schon zig mal gesehen" reinpacken. Der Tour Total in Paris erinnert mich von der Fassade her stark an die Hochhäuser der DB in FFM. Gute Vertreter ihrer Zeit, aber auch nicht wirklich einmalig.


    Bzgl. Irritation des Auges: Auch so was sollte mal erlaubt sein. Wundert mich eigentlich, dass an einer Hochschule für Gestaltung an solchen Dogmen festgehalten wird.


    Bzgl. Wirtschaftlichkeit von Hochhäusern: Das ist ein Thema mit großer Spannweite - für diesen Thread m.E. zu groß (nur als Bsp.: ein Hochhaus kann energetisch ineffizient sein, bei guten Mieterlösen kann die Wirtschaftlichkteit dennoch positiv ausfallen; darüber hinaus spielt bei vielen Hochhausprojekten das Prestige eine viel größere Rolle).


    Mit der Entwicklung der nördlichen Europacity bin ich momentan recht zufrieden (das Motel One mal außen vorgelassen). Mit dem Tour Total ist ein guter Anfang gemacht. Auch das im Bau befindliche Terra Contor Projekt wird das Areal mit seiner strengen Klinkerrasterfassade m.E. berreichern. Ein guter Kontrast zum Tour Total. Das Basler-Projekt halte ich für eher durchschnittliche Architektur. Gespannt bin ich auf die Ergebnisse für Kunstkubus und 50hz Zentrale.

  • Bezüglich der Wirtschaftlichkeit von Hochhäusern gab es immer den Spruch,"Je höher das Haus,desto niedriger die Rendite". Ob das noch so gilt,kann ich nicht sagen.
    Es gibt aber Studien zu dem Thema.Habe jetzt nicht die Zeit,die rauszusuchen.Aber im Kern wurde die Aussage gemacht,dass sich Häuser über 300m nicht wirklich lohnen.Auch nicht an den Standorten mit exorbitanten Grundstückspreisen.



    Das Total Gebäude in Paris finde ich wirklich gut. Äusserlich erstklassiger International Style,typisch für die damalige Zeit aber trotzdem irgendwie zeitlos.


    Einzigartigkeit halte ich für eine zu weit gehende Forderung für einen Bürobau.Man kann das Rad nicht ständig neu erfinden.Und auch die klassizistischen Bauten Berlins sind nicht einzigartig.Gibt es so ähnlich auch anderswo.


    Ich bin für die Antenne.Nicht um die niedrige Höhe irgendwie aufzupeppen.Einfach als schöner,markanter Abschluß.Gerade deswegen würde ich eine überproportional hohe Antenne ( 35-50m ) wählen.Oder sogar zwei,unterschiedlich hohe,Antennen.

  • Das Total Gebäude in Paris finde ich wirklich gut. Äusserlich erstklassiger International Style,typisch für die damalige Zeit aber trotzdem irgendwie zeitlos.


    Gibt es dafür ne Quelle? Das Gebäude sieht mir ganz und gar nicht nach International Style aus, es ist ein Vertreter der 1980er-Jahre Glasklotzarchitektur. Die Hochzeit des International Style endete eigentlich Mitte der 1960er-Jahre, auch wenn vereinzelt später noch Gebäude dieser Stilrichtung zugerechnet werden.

  • Ein ähnliches Gebäude mit derlei verdrehten Lisenen hab ich so zumindest noch nirgends gesehen.


    Welche Lisenen meist Du denn, Bato? Das ist doch eine einfacher Rasterstruktur. Der Kunsthistoriker würde sagen: Rationalismus, späte Zeit.


    Lisenen sind doch in der Architektur im wesentlich senkreche, hervorspringende Wandteile - hier ist es ein Raster.


    Und: Wo sich da etwas "verdreht" habe ich noch nicht gesehen...

  • Konstantin
    schau dir mal die fotos von backstein in message #204 an. gute details. hier ist glaube ich sehr gut zu sehen was bato mit verdrehten lisenen meinte. und ich meinte dass genau diese verdrehung oder unterschiedliche anordnung der elemente zu einer verschwommenen kontur des gebäudes führt.

  • Hotels an der Invalidenstraße, Tour Total ...

    Von weitem wirkt der Tour Total relativ unspektakulär, aber auch nicht unschön. Geht man näher an das Gebäude heran, so fallen die Lisenen mit ihren gewinkelten Flächen auf. Das einfallende Licht wird unterschiedlich reflektiert, wodurch interessante Effekte entstehen.


    Zwei Bilder der Fassade: