U-Bahn: Verlängerung U5 ins Europaviertel (Planung und Bau)

  • Die Reihen der Tübbinge haben sich gelichtet ohne dass bisher das Lager wieder aufgefüllt wurde. 7-8 Stapel liegen noch. Es geht also dem Ende zu was den Vortrieb angeht:


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    Noch wird aber Abraum nach oben befördert:


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    Um die Ecke am Güterplatz wurden ca. 7 Steifen der ersten Lage betoniert, weitere sind in Vorbereitung:


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    Bilder von mir

  • EVA est arrivé

    Die EVA genannte Tunnelbohrmaschine ist an ihrem Ziel unter dem Platz der Republik angekommen. Dies bereits Ende Mai, wie aus einem aktuellen Eintrag in das Tagebuch des Tunnelbaus hervorgeht. Weil die Wand des unterirdischen Anschlussbauwerks aus den 1970er-Jahren nicht von der Tunnelbohrmaschine durchfahren werden kann, werden die letzten Meter der beiden Tunnelröhren bergmännisch hergestellt.


    In der Nordröhre wird die Tunnelbohrmaschine nun nach und nach zurückgebaut und durch die fertige Röhre zurück in den Startschacht in der Europa-Allee transportiert. In der Südröhre beginnen bereits die bergmännischen Arbeiten. Wie bekannt, verbleibt der Schild im Boden. Das Schneidrad wird in Teilen heraustransportiert, anschließend die Nachläufer, eine Wiederverwendung auf anderen Tunnelbaustellen ist möglich. Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern.


    Nach Abschluss der bergmännischen Arbeiten in beiden Röhren wird der Tunnelbau in der Europa-Allee in offener Bauweise fortgesetzt. Auch der Bau der Rampe beginnt dann. Gleichzeitig wird die Baugrube der Station "Güterplatz" ausgehoben, was auch den Rückbau der dort verlegten Tunnelröhren umfasst. Weitere Schritte sind der Bau des oberirdischen Streckenabschnitts, der Ausbau des Tunnels Europagarten sowie der gesamte technische Ausbau der neuen Strecke. Die Inbetriebnahme der neuen U-Bahn ist nach gegenwärtigem Stand bis Ende 2025 vorgesehen.


    Insgesamt wurden 8.358 Tübbinge eingebaut. Das folgende Foto zeigt den Einbau von einem dieser Bauteile:


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    Blick in eine Tunnelröhre:


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    Bilder: © Klaus Helbig / SBEV

  • Was jetzt noch an Tübbingen an der Startbaugrube rumsteht (siehe webcam) sind Überstücke, die nicht mehr eingebaut werden. Vielleicht war das die Materialreserve (2-Tagesvorrat?) im Fall von Störungen in der Lieferkette.

  • Die Frage hatte ich neulich auch schon mal im Forum gestellt. Ich könnte mir nur vorstellen, die verbauen die direkt an der Startgrube ohne TBM mit Kran o.ä. Die Startgrube ist ja insgesamt zu kurz für die Maschine und die musste ein Stück einfahren, damit am Ende der Nachläufer kompletiert werden konnte. Und dadurch konnten möglicherweise die Tübbinge nicht verbaut werden.

  • Ich weiß ja nicht wieviel Meter vor dem Tunnelstutzen die TVM stehen blieb, bevor sie zurückgezogen wurde/wird. Vielleicht gibt es in jeder Röhre nochmal einen Tübbingring, der manuell nach dem bergmännischem Vortrieb eingebaut wird? Oder wird der Teil anderweitig fertiggestellt?

  • ^ Der Vortrieb endete 3 m vor dem Bestandstunnel. Diese 3-m-Distanz ist tiefgefroren und im Schutz des Eismantels wird der Durchbruch und der 3 m starke Dichtblock von Hand hergestellt. Zuvor muss aber das Schneidrad zerlegt und rausgeholt werden, was erst geht, wenn die ganze Maschinerie rausgezogen wurde, d.h. auch die Einbaumaschine, die die Tübbinge einsetzt, wegen der beengten Verhältnisse und des Gewichts der Tübbinge geht das nicht manuell.

  • Blick von Westen auf die Station Güterplatz. Schon extrem was hier die letzten paar Jahre passiert ist, ich erinnere mich noch zu gut an den großen Parkplatz und an die Frage die wir uns damals oftmals stellten: "Passiert hier jemals noch etwas"?


    Und jetzt sieht es so aus; betrachtet man sich dieses Bild genauer, erkennt man eigentlich sofort was dem eigentlichen Güterplatz vorne noch fehlt. Neben der selbstverständlichen Platzsanierung und Neugestaltung, könnte der Platz noch besser gefasst werden. Seht Ihr die Lücke hinter dem grünem Kranausleger? Hier würde ein in etwa 100 Meter hohes und sehr schlankes Wohnhochhaus perfekt plaziert werden können.


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    Dieselbe Perspektive mit den umliegenden Türmen. Einmal die Architektur-optimierte Version und eine Version mit stürzenden Linien:


    Bild: https://abload.de/img/gueterplatz28rktk.jpg Bild: https://abload.de/img/gueterplatz2normal4vkgx.jpg


    Bilder: Adama

  • Mittlerweile sieht die Station Güterplatz sehr aufgeräumt aus. Alle Betonstreben wurden betoniert und im Vergleich zu Adamas Bildern scheint auch schon Erdreich abtransportiert worden zu sein.


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    Fotos: Beggi

  • Eisele war die letzten Tage wieder mit schwerem Gerät vor Ort. Es wurden größere Teile der TBM nach oben befördert, u.a. die Förderschnecke. Bis auf das Schneidrad (wovon noch keine Teile zu entdecken waren) sollten also die großen Komponenten wieder Tageslicht erblickt haben:


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    Bild von mir

  • Von Ende Juli wollte ich auch noch ein Bild vom Platz der Republik nachreichen. Nachdem man eigentlich Ende 2020 mit dem Neubau eines zusätzlichen Notausstiegs fertig sein wollte (SBEV) ist man nun erst mit dem Bau fertig und dabei, die Grube zuzschütten. Bis Ende September will man dann auch oberirdisch durch sein. Grund war:

    Da sich der Anschluss unterhalb des Grundwasserspiegels befindet, war eine aufwändige Abdichtung notwendig. Die Herstellung war zeitaufwendiger als ursprünglich geplant. Außerdem musste ein massiver Stollen beseitigt werden.

    Quelle: sbev-frankfurt.de


    Bild von mir.

  • Notausstieg Platz der Republik (fertiggestellt)


    Das bleibt sichtbar von einer fast 2-jährigen und über 15 m tiefen Baugrube für den Notausstieg:




    Bilder von mir


    "Die Sperrung der Düsseldorfer Straße für den Autoverkehr stadtauswärts zwischen Karlstraße und Mainzer Landstraße wird nochmals bis Ende September 2021 verlängert. Nachdem vorab der Untergrund vorbereitet wurde (Kampfmittelsondierung, Kanalumlegung, Sicherung von Strom- und Telekommunikationsleitungen,…), begannen die Arbeiten des eigentlichen Notausstiegs. Bei den eigentlichen Arbeiten im Untergrund zeigten sich neue Herausforderungen: Da sich der Anschluss unterhalb des Grundwasserspiegels befindet, war eine aufwändige Abdichtung notwendig. Die Herstellung war zeitaufwendiger als ursprünglich geplant. Außerdem musste ein massiver Stollen beseitigt werden." Das schrieb die SBEV in ihrem Bautagebuch Anfang August 2021.


    Wovon die Rede ist:




    Grafiken: SBEV

  • Boulevard Ost (Rampe, Tunnel in offener Bausweise)

    Nachdem die TBM fertig hat, wurde die Baustelle im Boulevard Ost umgekrempelt. Westlich der Startbaugrube befand sich die Grube für den Abraum des Tunnelvortriebs. Die Seitenwände dieser Grube sind Teil des Baugrubenverbaus für den Teil des Tunnels, der in offener Bauweise hergestellt wird.


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    Grafik: SBEV


    Der Boden der Grube wird derzeit entfernt, damit die Baugrube ausgehoben werden kann, nachdem Grundwasserbrunnen gebohrt wurden. Diese Bohrungen finden derzeit ein Stück weiter westlich statt im Abschnitt des Rampenbauwerks.


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    Bilder von mir


    Die Brunnenbohrarbeiten sind notwendig für die spätere Grundwasserentspannung während der Herstellung des Rampenbauwerks und des Tunnels offener Bauweise:

    Die tieferen Schichten ab ca. 10 Meter unter der Geländeoberkante bestehen aus dem sogenannten Frankfurter Ton, der sehr feinkörnig ist und eine quasi wasserundurchlässige Schicht darstellt. Zwischen den Tonschichten können auch Kalksteinbänke eingebettet sein, die stark wasserführend sein können. Mit Hilfe der Tiefbrunnen kann der Wasserdruck innerhalb dieser wasserführenden Schichten unterhalb der Baugrubensohle für die Phase der Errichtung des Rampenbauwerks und des Tunnels offene Bauweise entspannt bzw. reduziert werden. So wird ein Aufschwimmen der Baugrubensohle während des Baus verhindert. Es müssen voraussichtlich 14 Entspannungsbrunnen mit einer Tiefe von 12 bis 30 Metern gebohrt werden, schreibt die SBEV in ihrem Bautagebuch.