U-Bahn: Verlängerung U5 ins Europaviertel (Planung und Bau)

  • Ein Blick ins Bautagebuch zeigt, dass es teilweise schon recht weit runter geht. Die erste Steifenlage (in 6 Metern Tiefe) wurde bereits eingebaut und ist auf dem Bild gut erkennbar. Die zweite Steifenlage in ca. 13 Metern Tiefe soll in der kommenden Woche betoniert werden. Nach Erreichen der Endtiefe von ca. 18 Metern wird die aussteifende Sohle eingebaut.

  • Oben in #310 war davon die Rede, dass nach der Kampfmittelräumung mit Recyclingmaterial aufgefüllt wurde. Meine These: d0arunter könnten auch Krümel aus Ziegelstein gewesen sein, die sich im Laufe der Zeit unter dem Einfluss der Räder und Raupen der LKW und Baumschinen in roten Staub/Matsch/Schlamm verwandelt haben.

  • Die Anlieferung der TBM beginnt

    Die ersten Segmente des Schneidrades der Tunnelborhmschine werden in der Nacht vom 18. auf den 19.3.2019 mit einem Schwertransport angeliefert, teilt die SBEV mit:



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  • Von der Europa-Allee aus ist das Schneidrad auf redxivs schönem Bild nicht zu sehen. Auch die verlinkten Webkameras zeigen nicht, wo es liegt. Auf einem heute gemachten Foto ist sein Lagerplatz zu erkennen. Es befindet sich in der Nähe der Emser Brücke und erhält eine "Garage mit Dach".


    Das Foto kann auch groß betrachtet werden.


  • Der Bereich zwischen den Schlitzwänden wurde im östlichsten Abschnitt auf die erforderliche Tiefe von um die 20 m ausgehoben, die Baugrube ausgesteift. Im Bereich der künftigen Rampe wurde der Raum zwischen den Schlitzwänden nur wenige Meter ausgehoben, wieder mit Recyclingmaterial verfüllt und eingeebnet. Die Oberfläche wurde mit einer Sauberkeitsschicht versehen, armiert und Ende letzter Woche mit einer starken Betonschicht bedeckt.




    Bilder: SBEV-Webcam Nr. 4




    3 Bilder von mir




    Bild: SBEV-Webcam Nr. 3



    Diese Flächen dienen als Arbeitsflächen für den Aufbau der Tunnelbohrmaschine sowie als Lagerfläche für die Tübbinge (jeweils sechs Tübingen bilden einen Tunnelring), die nach dem Start des Bohrvorgangs der TBM kontinuierlich verbaut werden; über 6.000 Tübbinge werden nach und nach angeliefert und zwischengelagert, damit der Tunnelvortrieb nicht unterbrochen werden muss. Eine Schienenverbindung, deren Einzelteile schon auf der Baustelle lagern, wird der TBM nachgeführt; über sie wird im Pendelverkehr Aushub raustransportiert und die Tübbinge rein.


    Auf @adamas heutigem Foto sieht man zufällig im Vordergrund hinter dem querstehenden Bauzaun die gestapelten Schienen sehr gut.

  • Außerdem sieht man auf oben genanntem Foto hinter den Schienen einen Teil des Schildes. Also der Ring, der direkt am Schneidrad anschließt und die Röhre stabilisiert und in dem die Tübingen eingebaut werden.

  • Am Startschacht für die Tunnelbohrung steht nun ein gewöhnlich nur in Hallen zu findender Krantyp, ein Brückenkran. Laut Aufschrift ist er für Lasten bis 30 t geeignet. Der Vermieter Teichmann ist nach eigenen Angaben Marktführer auf dem Gebiet gebrauchter Krane.


  • Laut Bautagebuch soll der Kran in circa zwei Wochen in Betrieb gehen und bei der Montage der Tunnelbohrmaschine unterstützen.
    Derweil dringt von unten aus dem Loch beständiges Hämmern nach oben. Der Abbruch der eingebauten Aussteifungen scheint also in vollem Gange.


  • Es wurde einigermaßen schweres Gerät aufgefahren. Die ersten großen Teile werden wohl demnächst nach unten gehievt und Beton wird auch noch nach unten befördert:



    Bild von mir

  • Heute wurden die ersten Tübbinge angeliefert und abgeladen. Ein untrügliches Zeichen, dass der XXL-Bohrer demnächst seine Arbeit aufnehmen sollte (obwohl einige Teile der Maschine, so wie es aussieht, noch in die Grube eingehoben werden müssen). Gut, dass es nach so viel Vorbereitungsarbeiten sichtbar vorangeht. Tübbinge mit Maschinenteilen davor:



    Alles ordentlich beschriftet:



    Bilder von mir

  • Die Zeichen trügen tatsächlich nicht. Am kommenden Montag, 26. August ist "Andreh-Fest". Eine Zeremonie, bei der die 80 Meter lange Tunnelvortriebsmaschine erstmals in Betrieb genommen wird.

  • Ab heute dreht sich das Schneidrad: klick


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    Mit viel Prominenz ist die Technik in Gang gesetzt worden. Wir erfahren ein bißchen über die Widrigkeiten des Projekts: die Kampfmittelräumung war durch Auflagen des Kampfmittelräumdienstes rd. 10 Mio € teurer als geplant. Es sind anscheinend in größerer Tiefe als angenommen Munition und Blindgänger gefunden worden, weshalb eine Tiefensondierung verlangt wurde (bis in 4 m Tiefe). Eine weitere Kostensteigerung resultiert für die Stadt daraus, dass der Bund anscheinend den Tunnel unter dem Europapark nicht fördern will; und schließlich wies der Baugrund am Startpunkt so schlechte Eigenschaften auf, dass er chemisch vorbehandelt werden musste. In 5-6 Monaten ist die südliche Röhre am Platz der Republik angelangt. Dann wird die Maschien zerlegt und in die Startbaugrube zurückgezogen, zusammengesetzt und für die etwas längere Nordröhre in Marsch gesetzt. In etwa einem Jahr ist der Tunnelrohbau fertig.

  • Ob sich die Tunnelbohrmaschine "EVA" heute gedreht hat, war von meinen Aussichtspositionen nicht zu sehen. Es kamen jedoch keine Geräusche aus dem Startschacht, es wurde kein Erdreich abtransportiert und die Tüblinge lagerten nach meinem Empfinden unangetastet neben dem Schacht. Der Brückenkran hob Gegenstände aus Metall in die Tiefe. Ich vermute, dass das "Andrehen" eher für die Presse war und die Arbeiten erst in ein paar Tagen beginnen.


    Der Kranführer steht in diesem Fall auf dem Erdboden:



    Der angelieferte Beton könnte für die Schachtwand gewesen sein:



    Andere Ansicht, leider ohne direkten Grubenblick:


  • Nicht dass es wichtig wäre, aber:
    jeweils sechs Tübbinge bilden einen Ring mit einer Breite von 1,20 m, d.h. jeder der sichtbaren Stapel reicht für einen Ring. Bis heute nachmittag waren 16 oder 17 Stapel angeliefert worden, Material also für eine Strecke von ca. 20 m. Der Tunnelvortrieb soll 5-7 m/Tag betragen, es liegt also der Tübbing-Vorrat für 3-4 Tage dort. Die Sattelschlepper bringen jeweils sechs Tübbinge, also einen Ring pro Ladung, so dass, wenns mal rundläuft, 4-5 Ladungen/Tag kommen müssten. Für den Wochenend-Vortrieb muss unter der Woche vorgesorgt werden, wg. des sonntäglichen LKW-Fahrverbots.