Friedrichstadt (Mitte) | Kleinere Projekte

  • Wunderbar, dass an dieser Straßenecke was passiert!

    (Jetzt noch schnell den Vorgarten vom Gropiusbau mit was anderem nutzen als einem Parkplatz...)


    Ich denke mit "gemeinschaftlichen Grünflächen" ist "öffentlich" gemeint?

    Das wäre nochmal ein kleines Sahnehäubchen.


    Den eckigen Teil finde ich sehr ansprechend. Besonders die schlankeren Untergeschosse mit der Lobby machen ihn ganz elegant.


    Eher langweilig finde ich das Metall-Gebäude mit der Schräge.

    (Allerdings hat das sicher mindestens zu 70 Prozent damit zu tun, dass ich kein großer Fan von Dachschrägen bei größeren Gebäuden bin, es sei denn sie sind aus dem – oder in einem Stil des – 19. Jahrhunderts und früher.)

  • Georges, mach' dir bitte mal die Mühe und klick die Bilder durch. Dann siehst Du, dass es keine Schiessschartenfenster sondern verstellbare Sonnenschütze sind. Du musst auf die Planvisu aus der Vogelschau klicken... dann geht's weiter.

  • Allgemein ist es zu begrüßen dass diese Brachfläche endlich bebaut wird, aber die Architektur, wie auch der Städtebau gefällt mir überhaupt nicht.


    Wie Bonteburg schon richtig bemerkt hat, ist der Abschluss des Blockrandes am schlechtesten gelöst. Das Ding sieht aus wie ein Wohnungsbau in Zinkblech aus der späten PoMo. Der kammartige Baukörper mit den Brückchen zum Bestand wirkt ungelenk und bezugslos.


    Der zweite 1.Preis und die Anerkennungen haben den Blockrand geschlossen und die Flucht des Abgeordnetenhauses sichtbarer mit einem Rücksprung aufgenommen. Der Sauerbruch-Hutton-Entwurf mit Sockel im Erdgeschoss und Rücksprung im 1.Obergeschoss, hat sicherlich auch seinen Reiz. Der Entwurf von Grüntuch-Ernst gefällt mir auch sehr gut.


    Der zur Ausführung vorgesehene Entwurf sieht aus wie eine x-beliebige Firmenzentrale, die auch in einem Gewerbepark stehen könnte und eben nicht wie ein Ministerium in Mitte.

  • Bonteburg

    Timmi


    Die Ecksituation sieht momentan so aus. Der Neubau muss an die bestehende Kältezentrale von Vattenfall anschliessen und um die Ecke geführt werden. Insofern finde ich es nur folgerichtig den Neubau erst nach de Ecke zum Berliner Abgeordnetenhaus hin. anders zu gestalten. er schliesst perfekt mit der Dachschräge an die sehr schwierige Bauform der Kältezentrale an in der Stresemannstraße an und wird dann nach rechts hin offener wo sich auch der schöngestaltetete Innenbereich befindet... und kommt dann auf die Flucht mit dem Abgeordnetenhaus. Das finde ich schon ziemlich ausgefeilt und ein Gestaltungswille, der hier ja immer eingefordert wird ist mehr als zu erkennen. Jedenfalls viel besser als ein plumper Blockrandschluß. Ich sehe schon eine Diskussion wie bei Suhrkamp heraufziehen ....8|


    https://abload.de/image.php?img=img_0832dvjqc.png

  • ^ Da hast Du natürlich recht, aber ein Ministerium einer bestehenden Kältezentrale so unterzuordnen, so dass man die letzten 1,5 Meter angeschrägte Fassade von ihr adaptiert, spricht jetzt auch nicht unbedingt für den Entwurf. Gerade die Ecke zur Wilhemstrasse wirkt wie ein belangloser Wohnungsbau, ob mit oder ohne Dachschräge. Diese scheint zudem zum all-over-Fassadenmaterial geführt zu haben.

  • Der Neubau an der Ecke greift das Dach des Ministeriumsaltbau um die Ecke auf mit seinem kuriosen Dach und seiner Materilalität. So wird ein Bogen geschlagen und ein Bezug hergestellt der durch die Kältezentrale unterbrochen wird. Es ist nur der Zweite Erweiterungsbau des Hauptgebäudes. Nichts Schlimmes also.


    Altbau BMU:

    https://abload.de/image.php?img=img_0833f9ji6.jpg


    Mod: Sinnloses Vollzitat des Vorposts gelöscht.

  • Schön das sich hier überhaupt was tut - das Projekt schleppt sich ja schon eine ganze Weile aber meine Vorfreude hält sich Angesichts der Visu eh in Grenzen.

    Was ist denn das für ein komisches Putzraster - war das schon so?

    Sieht ja aus wie eine Reminiszenz an einen Plattenbau.

  • ^Das war schon so. Das ist keine Sanierung, das ist fast ein Neubau hinter den alten Außenmauern. Damit die nicht zusammenfallen müssen sie mit Stahlträgern gesichert werden.

    Nachtrag: Bei google Streetview sieht man immer schön die Vergangenheit.

  • Wenn sich die Substanz in entstellten Aussenmauern erschöpft, dürfte das in keinem Verhältnis stehen - wenn man sich die Visu für die angestrebte Erscheinung so anschaut.


    Da hätte man die Trümmer genauso gut abreißen können, notfalls auch unter Regie für n Endkampfschinken😉.

    Den affektierten Glasbommel hätte man dann genausogut auf einen Neubau setzen können.


    Schade dass man sich hier mit einer Schemenhaften sterilen Reminiszenz an die Ursprüngliche Fassade zufriedengeben muss - für solchen Aufwand hätte man sich den Altbau in der Mittelstrasse ruhig etwas zum Vorbild nehmen dürfen.


    Na wenigstens sind so eine abwechslungsreiche Baumasse und die Etagenhöhen fürs Straßenbild gesichert.

  • ich mochte diese verschlafene Ecke mit den 3 Häusern ja immer als Kontrast zu den gegenüberliegenden Glasbüroneubauten. Hab mich beim vorbeiradeln irgendwie immer über den Anblick gefreut.

  • Danke für die Info HarrySeidler. Endlich kommt hier etwas hin.

    Jeglicher Neubau an dieser Ecke ist ein Gewinn. Auch wenn es Berlintypisch durchgerastert ist.

    Die aktive Erdgeschosszone an dem Ort bewerte ich als positiv. Über den Kopfbau kann man aber streiten. Schön, dass der Bau im Baukollegium diskutiert wird.

  • Hmmm, merkwürdig introvertiert an diesem Standort. Sieht aus wie ein Passivhaus. Da die Friedrichstraße hier eh eine Sackgasse ist, nunja. Immerhin ein offenes Erdgeschoss nur für wen, jedenfalls nicht unbedingt für die Klientel die hier lebt.. Es sei denn es ist ein Café vom Miterverein oder so ...

  • Danke für den Link zur Stadtentwicklung da konnte man Dank Karten das Gelände zuordnen, das fällt einem mit reinen Visus zunehmend schwer und das Neubauvorhaben wird sich Zukünftig in dieser Verwechselbarkeit wunderbar einfügen.

    Vielleicht fällt dem Baukollegium so was ja auch mal auf.


    Mir gefällt der Bau nicht, die Erdgeschosszone mit den Streublümchenfenstern find ich sogar misslungen aber es passt sich ganz gut in die Umgebung ein, was keine große Herausforderung gewesen sein dürfte.


    Schade dass man sich mittlerweile schon sattsam begnügen soll das überhaupt gebaut wird.

    Danach sieht’s leider auch aus aber wenigstens das hässliche Parkhaus verschwindet dann.


    Für die Friedrichstraße hätte man beim Kopfbau ruhig mehr in die kreative Tasche greifen können. Zudem ist sie auf der Ecke sowieso schon im Begriff sich zersiedelt zu formieren damit bleibt der Mehringplatz als vorstädtische Sackgasse erhalten. Man baut also ganz im Geist der 60er/70er, an der innerstädtebaulichen Pleite Mehringplatz orientiert, weiter und ergänzt das um das erfolgreiche Produkt der Rasterriegels sehr schade.

  • ^Wenn du mit Kopfbau das kleine Hochhaus meinst, dann ist der, wenn ich die Bilder richtig deute, an der Wilhelmstraße. Die Ecke Friedrichstraße ist oben das letzte Bild, das die eigentliche Ecke mit einem Flachbau frei lässt. An sich kann ich mit dem Bau in dem Umfeld leben, zumal der Wolff-Park nach Süden eine urbanere Fassung und Raumkante bekommt.


    Aber zur Friedrichstraße hätte ich mir eine konkretere Eckbetonung gewünscht, die das Entrée zum Mehringplatz besser fasst (und mMn auch ein wenig in den Hintergrund treten lässt.

  • Im Zuge der letzten Baukollegiumssitzung hatte man nun die Möglichkeit das ganze Elend dieses verkorksten Entwurfs zu begreifen. Gerade in der Modellansicht wurde klar, dass es sich um einen zu Architektur gewordenen Abstandsflächen-Paragrafen der Landesbauordnung handelt.


    1.) Wo der südlich gelegene Hochhausriegel Richtung Neubau vorspringt, wird das Gebäude an städtebaulich bedeutender Stelle (Friedrichstraße) plötzlich zweigeschossig.

    2.) Wo eben jener Hochhausriegel zurückspringt, baut man einen Hochpunkt und begründet ihn mit der Sichtachse und irrelevanten Hochpunkten der Wilhelmstraße

    3.) Den "Dromedar-Höcker" (6. Geschoss + 7. Geschoss Technik) in der Mitte, setzt man da auf, wo die Abstandsfläche in die öffentliche Freifläche nach Norden fallen darf.


    Die Fassade mit der "rauen" Umgebung zu begründen und den Treppenhauskernen an der "Adressseite" Scheinfenster zu verpassen, weil man Wendepodeste und Aufzugskerne flächenoptimiert press an die Fassade schiebt, ist ein weiterer architektonischer Fauxpas.


    Als man dann noch offen zugibt, dass das Visualisierungsbüro und nicht das Architekturbüro, die Fassadenalternative entworfen hat und man sich nichts weiter dabei gedacht hat, musste ich mich so langsam fremdschämen.


    Der Knaller kam zum Schluss, als das Baukollegium die Planung generell in Frage stellt und eine Aufstockung des Wohnanteils von 20% auf über 50% forderte. In weiterhin fachlich kompetenter Manier entgenete der Investoren daraufhin, ob die Fassaden mit dem Büroraster nicht zumindest beibehalten werden könnte.


    Da merkt man doch, wie wichtig das so oft gescholtene Baukollegium ist und man den Investor mit so einen Murks auch mal nach Hause schicken muss. Voraussichtlich soll es nun einen vorhabenbezogenen B-Plan geben, der hoffentlich dann auch ein schlüssiges Bauvolumen generiert. Ob die Investoren an einer nun vorrangigen Wohnnutzung mit geringeren Quadratmeterpreisen noch Interesse haben, bleibt abzuwarten.

  • < soeben gab's die Bestätigung Deiner Beobachtung in der rbb abendschau.

    Wirklich kaum zu glauben. :))) nach vier Jahren nachdem ein Bus die Säule gestreift hatte.