Kleinere Projekte Tempelhof-Schöneberg

  • Barbarossaplatz

    ^^ Der Nachkriegsbau ist sicher keine Schönheit, als Bruchbude würde ich ihn aber nicht bezeichnen. Dass ein Investor diesen gern für einen Neubau abreißen möchte, ist wirtschaftlich natürlich nachvollziehbar. Immerhin gilt das Bayerische Viertel ja als attraktiv und beliebt - auch wenn ich weite Teile davon persönlich gar nicht so sehr schätze. Es gibt dort eigentlich recht wenige Ecken, die noch über größere Bereiche die alte Vorkriegspracht aufweisen - alles ist durchsetzt bis dominiert von eben diesen 50/60er Nachkriegsbauten. Zudem wurden zahlreiche erhaltenen Altbauten entstuckt und/oder stark vereinfacht umgestaltet.


    Am Barbarossaplatz gibt es z. B. kaum Altbauten, am Viktoria-Luise-Platz noch recht viele (auch wenn dort ebenfalls einige Nachkriegs-Schlichtheiten stehen). Zudem wirkt das Bayerische Viertel auf mich doch etwas öde, da dort (im Gegensatz zur Gegend Nollendorf/Winterfeldtplatz oder Goltzstraße) recht wenig Leben in Form von Kneipen, Restaurants usw. herrscht. Ich empfinde im Bayerischen Viertel immer eine gediegene Ruhe bis hin zur Langeweile.


    Der geplante Neubau ist daher das, was zu erwarten war: Ein klassisch-gediegenes, unspektakuläres und konservatives Wohngebäude für den gehobenen Geldbeutel, wie es heutzutage in zahlreichen bürgerlichen Wohnvierteln zuhauf gebaut wird. Sieht passabel aus und lässt sich problemlos mit entsprechender Rendite verkaufen/vermieten.


    @ ARCADIEN: Dass der Investor mit dem Viktoria-Luise-Platz wirbt, der fußläufig erreichbar ist, leuchtet auch mir ein - er ist das Aushängeschild des Viertels. Dort sieht es zudem wesentlich charmanter und repräsentativer aus, er hat eine schöne Atmosphäre und ist belebt (mit seinen Bobos, wie du sie nennst :D). Am Barbarossaplatz hingegen ist tote Hose.

  • Schlimmer, als die Bebauung an sich finde ich in der Gegend eher die Spuren (im wahrsten Sinne des Wortes) der autogerechten Stadt, z.B. entlang der Nachod-/Hohenstaufenstraße...Selbst mit der aktuellen Bebauung auf der Südseite würde diese mit angemessenen Ergänzungen auf der Nordseite nach einem Fahrbahnrückbau sicher attraktiver.


    anonym
    Das ist keine Arroganz, das ist der aktuelle Lauf der Dinge, wie man ihn in vielen heruntergekommenen Gegenden der Stadt beobachten kann, obs dir nun gefällt oder nicht. Falls du aufgrund dessen deine Wohnung verlieren solltest, tutes mir leid. Ich helfe dir gern bei der Suche einer neuen...Oder werde doch Hausbesetzer?! Zum Thema selbst scheinst du ja nichts zu sagen zu haben...

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  • Kleinere Projekte Tempelhof-Schöneberg

    Dem Abrisskandidaten ist sein grosses Grunsstück zum Verhängniss geworden.Da wird der Investor ordentlich Geschoßfläche hinklotzen.Mit Blick auf den kleinen Park/ Grünstreifen,der den Babarossaplatz mit der Karl Schrader /Grunewaldstraße verbindet.


    Das die Gegend von Nachkriegsbauten dominiert wird,stimmt so nicht,ganze Straßenzüge sind mehrheitlich von Vorkriegsbebauung gekennzeichnet.Und die Nachkriegsbebauung fügt sich realtiv unauffällig in die vorhandenen Strukturen.



    Hier ein paar Bilder des abzureissenden Hauses,aufgenommen im Juni 2012.
    Ein ganz normales Wohnhaus,weder besonders schön noch häßlich.







    alles eigene Bilder,gemeinfrei

  • Geschmäcker sind verschieden. Ich finde das Gebäude ausgesprochen unschön. Eine Aufbereitung der heruntergekommenen Fassaden würde sicher ein wenig helfen - aber eben auch nur ein wenig. Der Vergleich mit den Viktoria-Louise-Platz zeigt meines Erachtens ein weiteres Defizit: Die 50iger/60iger-Wohn-Bebauungen schaffen in dieser Gegend alles andere als ein urbanes Umfeld. Das beste, was man von ihnen sagen kann ist in der Tat, wie ein Vorredner meinte, dass sie sich "unauffällig einfügen" - also hoffentlich nicht gross wahrgenommen werden. Zum Thema Gentrifizierung: Ein weites Feld. Die Wilmersdorfer Wittwe (ist ja gleich ums Eck ;-) will dass genügend Geld verdient wird, damit ihre Rente sicher ist, aber bitte woanders neue Häuser bauen. So wie die Leute Mobiltelefonieren wollen, aber bitte die Mobilfunkmasten woanders. Und fliegen, aber bitte den Flughafen woanders. Und mehr Zug statt Auto, aber bitte die Trasse woanders. Und bitte keine Atomkraft, aber bitte das Windrad woanders. Also bitte gefälligst Berlin vorbringen, aber bitte woanders.

  • Oraniens Beitrag spricht mir aus der Seele. Fortschritt ist in diesem Fall halt ein zweischneidiges Schwert.
    Als neutraler Beobachter finde ich den gezeigten Entwurf durchweg gut. Er gibt dem Platz zusammen mit seinem wirklich schmucken nördlichen Nachbarn eine gelungene Fassung, zumindest nach Osten hin.
    Ausserdem wird laut des Renderings der Vorgarten neu umzäunt und die Büsche entfernt, allein das wäre ein Gewinn. Momentan wirkt das Grundstück eher wie aus einem etwas heruntergekommenen Vorort hergezaubert.

  • Was ihr immer mit eurem urbanen Umfeld habt. Nicht jede Straße muss vor lauter Leben brummen. Es gibt in jedem,noch so urbanen Viertel immer auch ruhigere Straßen. Vom Babarossaplatz sind es 2-3 Gehminuten zur Goltz / Akazienstraße.Winterfeldplatz und warmes Dreieck sind kaum weiter.



    Unter anderem 23 m² 1 Zi- Wohnungen werden im Neubau errichtet.Da verhält sich der Bestandsbau aber grosszügiger mit seinen Bewohnern.


    War in dem Querbau Babarossastraße nicht ein Wohnheim untergebracht oder irre ich mich da ? Von mir aus kann die Kiste abgerissen werden,eine echte Verbesserung sehe ich mit dem Neubau aber nicht kommen.



    Hier ein Bild einer ruhigen aber sehr urbanen Straße in der Nähe.Die Wartburgstraße.


    eigenes Bild,gemeinfrei

  • ^ Ja, der von dir gezeigte Straßenabschnitt sieht sehr angenehm aus.


    Wer aber mal z. B. mal die Landshuter, Heilbronner oder Bamberger Str. speziell südlich der Hohenstaufenstr. entlanggeht, kann vielleicht nachempfinden, was ich in Beitrag #175 mit (relativer) Langeweile und Ödnis meinte.


    Auch die Regensburger Str., die von Westen kommend auf den Viktoria-Luise-Platz zuläuft, ist eher langweilig. Es gibt zwar recht viele Altbauten, sehr viele von denen sind aber entstuckt und/oder stark vereinfacht renoviert worden. Und im Bayerischen Viertel gibt es nach meinem Eindruck mehr solche mäßig interessanten Straßen, als wirklich schöne wie auf Kleists Foto.


    Natürlich ist es für Leute, die es ruhig mögen, dennoch eine ganz attraktive Gegend. Nur verstehe ich nicht, dass manche das Bayerischen Viertel so super finden. Wer es ruhig, bürgerlich und dennoch von den Gebäuden her schön und repräsentativ haben möchte, wird z. B. eher in Friedenau fündig. Aber das ist natürlich - wie so vieles - Geschmackssache.

  • Also wirklich, dem abgebildeten Gebäude auch nur eine Sekunde lang nachzutrauern ist absurd. Die urbane Wirkung oder den gefühlten Mangel derer an diesem Ort steht dabei eher im Hintergrund, finde ich. Jeder, wirklich jeder Neubau ist besser als diese abgewrackte Scheune. Dass alte Häuser abgerissen werden und neue Häuser gebaut werden, ist eigentlich Alltag in einer Großstadt. Hier trifft es ja noch nicht mal ein Gebäude, was auch nur ansatzweise als denkmalswürdig gelten kann. Warum also ist der Abriss ein Problem?

  • Ich finde den Abriß als solchen auch gut und freue mich über mehr Blockrand- und Altbaufeeling. Nur muß man eben immer die Entwicklung der Stadt als ganzes sehen. Je nach Situation kann dann auch der schönste Neubau problematisch sein, wenn die Mieten steigen und Alteingesessene verdrängt werden. Es muß eben alles in Maßen und sozialverträglich passieren. Das darf man nicht außer Acht lassen bei der Freude über "renaturierende" Architektur.


    Ich freue mich eigentlich auch über das Teil. Ich fahre da öfter vorbei. Auf der gegenüberliegenden Seite sind allerdings auch nicht sehr schmucke Nachkriegsbauten, zurückgesetzt mit Flachdach.


    Vielleicht kommt ja irgendwann eine Zeit, in der von staatlicher Seite preiswerte Mietwohnungen gebaut werden, die auch ästhetisch in Ordnung sind.


    Zitat von Backstein

    Nur verstehe ich nicht, dass manche das Bayerische Viertel so super finden. Wer es ruhig, bürgerlich und dennoch von den Gebäuden her schön und repräsentativ haben möchte, wird z. B. eher in Friedenau fündig. Aber das ist natürlich - wie so vieles - Geschmackssache.


    Es kommt eben auf die Ecke im BV an. Und dann ist Freidenau eben nicht sehr zentral und psychologisch recht weit draußen.

  • necrokatz


    du hast es wirklich nicht kapiert.
    ausnahmsweise ist das problem nicht die architektur.
    das problem ist, dass preiswerter mietwohnraum durch eigentumswohnungen ersetzt wird. auf neudeutsch auch gentrifizierung genannt.
    alles klar?.

  • @arcadien, um auf Deinem Niveau des persönlichen Angriffs zu antworten: Du hast es wirklich nicht kapiert. Aufwertung von Vierteln (und alle damit verbundenen Verdrängungsprozesse) sind Grundeigenschaft von Großstädten. Seit es sie gibt. Auf der ganzen Welt. Sogar Berlin wird das nicht ausser Kraft setzen. Im Gegenteil: Berlin hat bis heute das ungeheure Privileg und Glück, dass die Prozesse bisher sehr sanft und verzögert stattfinden.

  • @Arkadien: Auch Mieter mit kleinerem Geldbeutel möchten sicherlich lieber in einem Neubau (oder sanierten Altbau) wohnen als in einem abgewohnten Behelfsbau aus den Nachkriegsjahren. Das Haus um das es geht, ist nach keinem mir geläufigen Maßstab schön. Es sieht so aus wie eines dieser Häuser die nach dem Krieg überall schnell hochgezogen wurden um aus den Trümmerfeldern Wohnraum zu schaffen. Da Städte aber nun mal eine gewisse Dynamik haben, werden solche Häuser üblicherweise nach und nach durch Neubauten ersetzt, die natürlich nicht zwangsläufig hübscher sein müssen. Die Diskussion um Gentrifizierung hat eigentlich nur am Rande damit zu tun und muss nicht bei jedem Projekt erneut begonnen werden.

  • Oranien
    necrokatz


    wenn es dir/euch nicht aufgefallen ist ich habe keinerlei wertung ob es nun gut oder schlecht ist, etc. getätigt. lediglich weise ich daraufhin dass es manchmal zu wenig ist das niveau der diskusion auf aussagen runterzudrücken wie das gebäude gefällt mir/gefällt mir nicht.
    ich habe ja bereits vor drei tage geschrieben dass das aussehen des gebäudes kein kriterium sein kann da es aus der wiederaufbauzeit stammt und schönheitskriterien wohl nicht die dringliche fragestellung waren, zu seiner zeit.
    da ich gleich um die ecke von besagten komplex lebe und das seit mehr als 14 jahren, denke ich, dass ich die situation hier im kiez was verdrängung etc. anbetrifft ganz gut selbst beurteilen kann :-)
    jedenfalls reicht es nicht hier fotos von abrisskandidaten reinzustellen, zu behaupten es würden keine leute mehr darin wohnen, was falsch ist; und sich dann wie ein kleinkind auf den neubau zu freuen. es muss schon erlaubt sein das geschehen zu hinterfragen.

    3 Mal editiert, zuletzt von ARCADIEN ()

  • Kleinere Projekte Tempelhof-Schöneberg

    Schöneberg Hauptstraße,neben ehemaligen Prälat.


    Ist schon eine Weile fertig,es gab bereits Bilder aus der Bauphase.Gehört zur Diakonie,wenn ich mich nicht täusche.Die Altfassade an der Hauptstraße wurde integriert,dass gesamte Gebäude war bis auf die Fassade abgetragen wurden.
    Blick vom Mittelstreifen der Hauptstraße



    Blick vom früheren Prälat Gelände,heute Lidl.



    Blick aus der Hauptstraße



    eigene Bilder,gemeinfrei,hochgeladen mit http://www.pic-upload.de/

  • ^Also das gefällt mir nun überhaupt nicht. Proportionen, Material und Farben harmonieren nicht. Warum hat man nicht die Geschosshöhen des Altbaus übernommen. Es gibt keinen Sinn mehr für Ästhetik, nur noch Profitstreben.

  • ^ Nach den Bildern in maps.google scheint die Verschandelung der Altbaufassade durch Anbauten und Aufstockung schon ein paar Jahre her zu sein. Bei der aktuellen Sanierung wurden dann noch ein paar Balkone drangeklatscht und die Gauben erneuert. Erfreulich ist nur, dass die ursprünglichen Fenstern nicht durch einfache Kunststofffenster ersetzt wurden.

  • @Arcadia
    Die Balustrade auf dem Flachdach ist ein typ. Element des (vor allem ital.) Barock. Da sich das Gebäude in einer Gegend befindet, deren Villenbebauung (wenn auch nicht grad an der Englerallee selbst) allerlei Stile adaptiert und imitiert, spricht wohl nichts dagegen. Besser als die Zahnklinik im Papphaus ggü. ists allemal. Die Kästen auf dem Dach...Naja, das ist sicher weniger barock, aber... Das Grün beißt sich irgendwie mit dem Blau des Himmels und dem Grün der Blätter. Aber ich finde die verkleideten Regenrinnen ganz raffiniert als Unterteilung der Fassade. Finde eher den "Marmor" der Kolonnaden zu viel des Guten und unpassend zum Rest. Ich frage mich eh, wozu man hier die Kolonnaden und die Markisen braucht. Das Grundstück ist von nem Zaun umgeben. Das wird wohl kaum zum Kaffeetrinken gedacht sein.

  • Ben


    mein nickname hier ist arcadien nicht arcadia, danke :-)


    ich kenne die betreffende gegend um die engleralle sehr gut und nirgends aber auch wirklich nirgends sind solche ballustraden zu finden. das gebäude ist in seinem stilmix völlig losgelöst von seiner umgebung die mehr 50er 60er jahre villen umfasst. und barock ist es auch nicht! barockballustraden sind rundlich, kegelförmig und anmutig diese erinnern mich mehr an das was man in der karl-marx-allee unter dem schönen namen zuckerbäckerstil findet. der marmor ist ebenfalls und hier gebe ich dir natürlich recht, völlig unpassend in dieser gegend.

  • Schöneberg

    Das Projekt in der Bautzener halte ich für richtig.Auch wenn da wildes,ungenutztes Stadtgrün verloren geht.Bis vor wenigen Jahren war die Bautzener für den dort ansässigen,rabiaten und schäbigen Gebrauchtwagenhandel,bekannt.


    Gut finde ich,dass es Auflassungen zwischen den Häusern gibt,so dass es Einblicke aus der Bautzener und besseren Tageslichteinfall gibt.Wichtig ist m.E. dass unbedingt genügend PKW Stellplätze geschaffen werden.Entweder als Tiefgarage,im EG oder das genügend Stellflächen ausgewiesen werden.Die Bautzener ist bereits heute,bei einseitiger Bebauung,absolut überbelegt.


    Die geplante S Bahn 21 tangiert dieses Gebiet nicht.Die S 21 soll über die Wannseebahn geführt werden,also über den S-Bahnhof Yorkstraße-Großgörschenstraße und dann die Cheruskerkurve.


    Hier ein Blick in die Bautzener Straße,von der Ecke Großgörschenstraße.



    Zwischen Bautzener Platz und Monumentenstraße wird die Freifläche Teil des Nord-Süd Grünzuges,der Abschnitt nennt sich Schöneberger Schleife.



    Blick von der Monumentenbrücke in Richtung Yorkstraße,links ist die Bautzener Straße zu sehen.Der Grünzug ist ca. 60-80m breit liegt tiefer als die bautzener Straße und ist von gammeligen Gewerbe und Bahnbauten bestanden.
    In Richtung Yorkstraße steigt das Gelände an,so dass am unteren Ende der Bautzener das Gelände auf Straßenniveau liegt und sogar etwas darüber.




    Auch auf der anderen Seite der Bahngleise,hinter der Kreuzbergstraße,ist ein ca.30-100m verschieden breiter Streifen,ehemaliger Bahnanlagen,z.Z.ungenutzt.




    Schöneberg,Ansbacher Straße,neben dem KaDeWe


    lt.BZ sollen die Wohnungen sehr,sehr teuer und bis zu 370 m² groß werden.


    http://www.maison-ouest.com/startseite.html


    http://www.bz-berlin.de/bezirk…meter-article1591857.html


    eigene Bilder,gemeinfrei

  • Kleinere Projekte Tempelhof-Schöneberg

    Gelände der ehemaligen Schwielowseeschule,hinter der Monumentenstraße


    seit Jahren gammelte die Schule vor sich hin,jetzt wird sie abgerissen und ein recht großes aber versteckt gelegenes Areal ist frei.Es wird dort wieder eine neue Schule gebaut werden.Die Johannes Schule,bisher an der Bundesallee angesiedelt,möchte dort neu bauen.Das Objekt hatte zuletzt der insolventen,skandalumwitterten Treberhilfe gehört.







    Die benachbarte Turnhalle wird ebenso saniert



    eigene Bilder,gemeinfrei,hochgeladen mit http://www.pic-upload.de/