Kleinere Projekte Charlottenburg-Wilmersdorf

  • ...zeigt meiner Erachtens jedenfalls exemplarisch das Dilemma des Bauens in Deutschland: Dem deutschen Durchschnitsbürger fehlt offenbar der Blick für Ästhetik und Baukultur oder er macht sich nichts daraus... Andere Länder wie Großbritannien, wo es haufenweise gelungene neue Wohngebiete gibt, machen es vor.


    Mal wieder einer dieser Rundumschläge, dazu inhaltlich völlig falsch und unzulässig verallgemeinernd. Und dann immer dieser Selbsthass. Glaub mir, vom Luxussegment mal abgesehen gibt es in anderen Ländern keineswegs viel mehr gelungene Wohngebiete, nicht haufenweise und schon gar nicht in Grossbritannien. Mich erstaunt, wie du zu so einer Fehleinschätzung kommen kannst.


    Die Häuser in der Hilde-Ephraim-Straße sind offensichtlich nicht von einem einzelnen Investor gebaut worden sondern in Eigenregie die sich diese unvorteilhaften Grunstücke hinter der Schallschutzwand gekauft haben. Wenn diese Leute mehr Geld für einen Architekten hätten ausgeben können, hätten sie sich auch ein besseres Grunstück leisten können.

  • necrokatz : Ich habe mich vielleicht etwas zu pauschal ausgedrückt, aber rechtfertigt das diesen Tonfall, nur weil Du offenbar anderer Meinung bist?
    In Großbritannien habe ich eine zeitlang gelebt und viele Neubaugebiete gesehen. Das war meist ein besserer Standard als hierzulande.


    Und noch eine Anmerkung zu den den Grundstückpreisen. Schallschutzwand hin oder her, in der Lage zu bauen dürfte kein Schnäppchen sein. Da sollte erst recht ein wenig Geld für einen passablen Architekten drinnen sein...

  • ^ Zustimmung. In GB werden natürlich oft ganze Wohngebiete von einem einzigen Unternehmen entwickelt. Die Häuser sehen dann oft alle gleich aus, aber dafür gibt es dieses grässliche Sammelsurium aus unterschiedlichsten Baustilen und sich beissenden Farben nicht. Hierzulande darf jeder bauen was er will, da steht dann eben die kitschige Pseudo-Toskana-Villa neben einem Schwedenhaus und die architektonischen Standards sind denkbar niedrig.

  • ^ Sie sorgt für den harmonischen Gesamteindruck eines Wohngebiets. Es muss natürlich nicht jedes Gebäude gleich aussehen, es reicht schon, wenn auf ähnliche Gebäudeformen und -größen, sowie harmonische Farbgebungen geachtet wird.

  • Kleinere Projekte Charlottenburg-Wilmersdorf

    2 kleinere Projekte im Westen...


    Bonnani scheint einer der Lieblingsarchitekten der Bauwert-Gruppe zu sein. In der Zillestraße 86 wird gerade folgendes Projekt realisiert:



    (C) Arno Bonanni Architekten


    Ein weiteres Bonnani-Projekt realisiert die Egena AG ab Sommer 2012 in Schmargendorf. Hier die Visualisierungen vom Charlottenbrunner Carree:





    (C) Arno Bonanni Architekten


    Projektseite

  • Sömmeringstraße, "Grüne Neune"

    Das Wohnensemble "Grüne Neune" wird entlang der Sömmeringstraße zwischen Spreebord und Quedlinburger Straße errichtet. (Siehe u. a. Beitrag #97)


    Der südliche Teilbereich dieses Projektes ist fertig. Es sieht doch sehr nach 60er/70er Jahre aus, abgestufte Legohäuser (eins davon knallbunt) mit glatten, strukturlosen Fassaden und einfachsten Balkonbrüstungen. Immerhin Dachterrassen, und beim mittleren hellen Gebäude ist noch das oberste Geschoss mit den hohen Fernstern ganz okay.


    So ganz neu sieht es ja recht freundlich aus, aber auf mich macht das Ganze keinen allzu nachhaltigen Eindruck. Ich fürchte, in spätestens 10 Jahren sind die Fassaden ziemlich abgeranzt.






    Der nördliche Abschnitt Richtung Quedlinburger Straße ist noch eingerüstet:


  • Das schönste an diesem Projekt ist der Name 'Grüne Neune', der sich richtig wohltuend vom üblichen BWL-Sprech und den Anglizismen abhebt. Das Gebäude selbst ist halt eines von der Sorte die solange abgewohnt werden, bis sich ein Neubau wieder lohnt. Also nichts für die Ewigkeit, sondern triviale Wohnarchitektur. Eigentlich ist dies nichts Schlimmes.

  • Charlottenburger Ufer (17)

    Baumaßenverteilung | Die ergänzenden Neubauten sind grün eingezeichnet:

    Quelle: http://www.inventio.de/architektur

    Der Bestandsbau:




    Eigene Bilder/ Nutzungsrechte liegen bei mir


    Die INVENTIO Projectpartner GmbH plant zusammen mit dem Architekturbüro Pott Architects am Charlottenburger Ufer 50 Wohneinheiten (Wohnungstypen: Townhouses, Industrielofts, Penthouses mit Dachterrasse) zu errichten. (Projekthomepage: http://www.inventio.de/cu17-ueberblick)


    Bei dem Gebäudeensemble wird es sich um einen Hybrid aus einem alten Industriegebäude und 2 neuen Baukörpern handeln. Die Neubauten entstehen straßenseitig und werden konträr zum Bestandsobjekt modern gestaltet sein.


    Der offizielle Vertriebstart für das Projekt wird voraussichtlich noch 2012 erfolgen.


    Meinung: Ein feines Projekt in guter Lage. Insbesonders gefällt mir außnahmsweise (!), dass die Bauhöhe der Neubauten in der Mitte bewußt reduziert wurde und so weiterhin einen straßenseitigen Blick auf den Bestandsbau erlaubt, bzw. einen Spreeblick aus diesem heraus.

  • Kleinere Projekte Charlottenburg-Wilmersdorf

    Neues Bildmaterial gibt es jetzt von der Baustelle Brandenburgische Strasse 49/50, Ballenstedter Strasse 18, Münstersche Strasse 10. Ein Bild von diesem Projekt hatte bereits Kleist im Post #125 geliefert. Die gesamte Ecke ist im Moment eine Baustelle.


    Die Ecke Ballenstedter Brandenburgische Straße sah gestern so aus:



    Das Werbeschild in Nahaufnahme:



    Die Perspektive zeigt im Übrigen die Rückseite des sich im Bau befindlichen Gebäudes. Die Baustelle entlang der Brandenburgischen Straße:



    An der Ecke Brandenburgische Münstersche Straße steht auch ein Bauschild mit einer Perspektive der Straßenansicht:



    Den Entwurf hat das Architekturbüro Rudolph, Lo & Partner geliefert. Ich habe gerade mal gegoogelt. Das Büro hat zwar eine Seite, allerdings enthält diese bisher nur das Impressum. Über dieses Projekt oder andere kann man leider (noch) nichts erfahren.


    Noch ein Foto von dieser Ecke:



    Und direkt auf der anderen Straßenseite gibt es eine weitere Baustelle. Hier errichtet der evangelische Kirchenkreis Wilmersdorf eine evangelische Grundschule:




    Die Architekten sind zoomarchitekten. Auf deren Seite kann man auch weitere Ansichten und einen Grundriss der Schule finden.


    Zum Schluss noch ein Foto des bereits fertiggestellten Neubaus:


  • mir fällt es sehr schwer, diesem Bau etwas abzugewinnen, unten eine rote Kiste mit der wie eine Pest um sich greifenden Marotte der versetzten Fenster und oben noch eine Kiste, wie später draufgepackt mit ein paar winzigen Einfluglöchern für Fledermäuse oder Spechte...

  • mir fällt es sehr schwer, diesem Bau etwas abzugewinnen


    Mir auch. Dazu hätte man die untere Seite stärker kontrastieren müssen. Ich hätte mehr Fensterzwischenräume, also kleine "Säulen" geschaffen und die Bauhaus-Ästhetik weitergeführt, indem man auf diese komischen Bleche am Fenster verzichtet, also möglichst minimalistische Ästhetik.


    So was verstehe ich immer nicht. Ich bin Laie, aber diese ästhetischen Dinge ergeben sich doch von selbst. Der untere Teil ist zu charakterlos und hat zu wenig ästhetische Aussage.


    Oder bin ich da im Irrtum?

  • Das Problem ist hier eher weniger der Unterbau als der chaotische weiße Aufsatz. Die Fensteranordnung ist große Kinderkacke und nicht mal funktional zu begründen. Was will man denn mit solchen Mini Fenstern anfangen?

  • Na man sieht doch auf dem Baustellenschild, was die kleinen Fenster sollen: Lichtspiele in der Dunkelheit, eine Art Sternenhimmel...Dasselbe "Marketing", wie bei den Vollglasfassaden, die dann im Abendlicht mit Beleuchtung gezeigt werden, weil sie bei Tage nur ne schwarze Wand (hier ein weißer Kasten) sind...


    Dafür sieht das andere ja ganz nett aus. Die Ecke war ja davor auch recht runtergekommen. Insofern ist auch das andere Haus eine Verbesserung...

  • DR Bund Gebäude Fehrbelliner Platz

    Die DR Bund lässt ihr wuchtiges Dienstgebäude Ruhrstraße (Bauteil D) am Fehrbelliner Platz sanieren. Der Kasten dürfte so aus den 70/80ern stammen (siehe Google Street View):



    Die Visualisierung auf dem Bauschild dazu, optisch wird demnach wohl alles beim alten bleiben:




    Gleich daneben angrenzend, am Hohenzollerndamm Ecke Ruhrstraße, steht dieses schöne Gebäude:


  • Kleinere Projekte Charlottenburg-Wilmersdorf

    Hohenzollerndamm Ecke Ruhlaer Ecke Marienbader Straße,Neubau


    Wurde bisher m.E. noch nicht vorgestellt,der Neubau steht nach allen Seiten frei.



    Blick zur Ruhlaer Straße



    Clayallee -akueller Baufortschritt eines bereits mehrfach gezeigten Neubau


    Gefällt mir.




    Blick vom Mittelstreifen der Clayallee



    eigene Bilder,gemeinfrei,hochgeladen mit http://www.pic-upload.de/


  • ich kenne das projekt wo es noch im verkauf war. Preislich lag es zu dem zeitpunkt in der mittleren Preisspanne, aber was die lage angeht, deutlich schlechter.
    Jetzt sehe hier das erstemal die Fotos vom Bauprojekt und bin enttäuscht und muss sagen, grausam. Eine Architektur aus den 80er oder 90er Jahre, einfallslos und langweilig. Solche Balkongerüste und Fenster erinnern mich an die ,,tollen''Sozialbauten ende der 80er Jahre. Peinlich was sich der Investor dort geleistet hat und für die leute, die so viel geld ausgegeben haben tut es mir leid!

    Bitte keine Bilder quoten. danke.
    Bato

  • ^
    Ich habe zuerst auch gedacht, dass dort 70er/80er Jahre Platten saniert wurde, aber das ist nicht vintage, sondern retro ;)
    Also mir gefällt's besser als so manche grellbunte neuzeitliche Architektur, klar gibt's auch besseres, aber das ist dann meistens auch hochwertiger, da doch lieber etwas unaufgeregteres, dass sich gut in die bestehende Bebauung einfügt.
    Und die Leute sitzen ja auch in den Häusern und schauen sie sich nicht die ganze Zeit an ;)