Alter Henninger-Turm (2013 abgebrochen)

  • aus der heutigen fr:


    Ein Mantel umhüllt den Henninger-Turm


    Entwurf zur Zukunft des alten Brauerei-Geländes stößt auf Zustimmung: Viele Wohnungen, aber auch Büros


    Auf einhellige Zustimmung von CDU, SPD, Grünen und FDP stieß der städtebauliche Entwurf für die Zukunft des alten Henninger-Geländes am Montagabend im Römer-Ausschuss für Planen und Bauen. Gewöhnungsbedürftig: Der Henninger-Turm soll von zwei Seiten umbaut werden.


    VON CLAUS-JÜRGEN GÖPFERT




    Frankfurt · 8. Dezember · Ein Fachpublikum wartete im Ausschuss gespannt darauf, dass der Frankfurter Architekt und Planer Jochem Jourdan seine Vorstellungen erläuterte. Auf dem elf Hektar großen Henninger-Gelände am Hainer Weg in Sachsenhausen will er 105 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche (BGF) für Wohnen und 60 000 Quadratmeter für Büros und anderes "nicht störendes" Gewerbe wie etwa ein Hotel schaffen. Ein geschlossenes Wohngebiet mit 75 000 Quadratmetern BGF bedeckt in den Plänen den gesamten Südteil des großen Grundstücks.


    Jourdan stellt sich dort "Stadthäuser" vor, die auch mehrgeschossig sein können, zwischen denen sich Gärten und kleine Plätze ausdehnen. Die Wohnungen sind insbesondere für Familien mit Kindern gedacht und können eine Größe von 90 bis 200 Quadratmetern erreichen. Kleine Stichwege führen fast ausschließlich vom Hainer Weg ins Innere des neuen Quartiers.


    Rund um den Henninger Turm ist ein Stadtteilzentrum geplant, eine "kleine Stadtkrone", wie Jourdan sagte, mit drei "Punkt-Hochhäusern" von zwölf Geschossen. Hier gibt es einen großen Platz, umschlossen von Läden und Restaurants. Der Henninger Turm selbst wird von Südosten und Südwesten schmal ummantelt. So entsteht ein Gebäude mit genug Tiefe, um "Loft-Wohnungen" (Jourdan), ein Hotel, auch Büros aufnehmen zu können. Den nördlichen Teil des Geländes bildet ein Mischgebiet mit Bürohäusern, zwischen denen aber noch einmal bis zu einem Drittel Wohnhäuser stehen.


    Die Planer haben auch die Gewölbekeller inspiziert, die sich unter der alten, leer stehenden Henninger Brauerei ausdehnen. Nach Abriss der Brauerei sollen einige Gewölbe zugeschüttet werden. Andere sind statisch sicher genug, um "als Tiefgaragen genutzt zu werden" (Jourdan). Sogar für zweispurige Ein- und Ausfahrten sei Platz.


    Der Besitzer des Geländes, der Milliardär Dietmar Hopp, will laut Jourdan "sofort" mit der Wohnbebauung beginnen. Die Stadtverordneten waren sich einig, dass angesichts der Qualität des Entwurfs auf einen städtebaulichen Wettbewerb verzichtet werden kann. Es werden jetzt für einzelne Bereiche architektonische Wettbewerbe folgen.


    Nur der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Helmut Heuser, störte die Harmonie: Er urteilte, der Henninger-Turm werde "mumifiziert". Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) lobte dagegen die "sehr gelungene städtebauliche Konstruktion". Der planungspolitische Sprecher der CDU, Jochem Heumann, sah einen "guten Tag für das Wohnen in Frankfurt".


    Die SPD-Fraktionsvorsitzende Barbara Heymann nannte das große Wohngebiet "gut und richtig". Die Umgestaltungs-Idee für den Henninger-Turm sah sie persönlich als "spannend" an, sagte aber "Diskussionen" voraus. Prüfen will die SPD noch die Punkt-Hochhäuser: "Wir müssen klären, warum es diese drei kleinen Dicken sein sollen". Für die Grünen lobte Stefan Majer den Entwurf als "klaren Fortschritt". Der Umgang mit dem Henninger-Turm sei "der einzig realistische". FDP-Fraktionschef Volker Stein begrüßte das "ausgeglichene Konzept". Er freute sich darüber, dass "großzügige Wohnungen" auch unter der Einflugschneise des Flughafens geschaffen würden: "Das gehört zum großstädtischen Flair!"

  • Ich bin vom Entwurf enttäuscht.
    Denn für die befürworter der erhaltung des henniger Turmes muss eines klar sein.
    Von der vorherigen Form welche man ja so vermissen würde ist dieser umbau weit entfernt und nicht gelungen.
    Allein schon der abschluss des Turmes ist langweilig.
    Einfach eine hässliche Box mit dem alten restaurant aufsatz.


    Dann lieber einen kompletten neubau ( der wahscheinlich auch noch günstiger gekommen wäre ).

  • Mir gefällt der Entwurf überhaupt nicht. Alles ziemlich kalt und abweisend.


    Man hätte den Henninger Turm lieber abreissen sollen. Ich verstehe nicht was ein einem alten Getreidesilo schön oder erhaltenswert ist.


    Eine Aussichtsplattform mit Restaurant hätte man auch in einem Neubau als Bedingung unterbringen können.:(

  • Ich finde die Form des Turms ist nicht mehr stimmig. Passt irrgendwie nicht mehr zusammen Gebäude und Aufsatz. :(


    Aber ich war ja noch nie der grösste Anhänger des Henningerturms :D

  • Sieht doch eher nach einer schnellen Reissbrett-Loesung aus. In der Tat handelt es sich hier in erster Linie um kuehle Spaet-Sechziger Architektur und ist meiner Meinung nicht zeitgemaess (auf die Beduerfnisse von heute zugeschnitten). Kein Balkon weit und breit. Das wird sich sehr schwer vermarkten lassen und kommt der Wohnsilo-Architektur nahe, aus der mehr und mehr Leute entkommen wollen.
    Die Idee, den Henninger zu erhalten finde ich sehr gut - aber etwas einfallsreicher gestaltet sollte der 'neue' Turm schon sein. Teilweise mit Balkons versehen, teilweise aus spiegelndem Glas und ggf. etwas versetze Bauweise und auf dem Dach ein ueberdachter Pool unterhalb des drehenden Restaurants wuerden dem Turm schneller die erhofften Mieter bescheren.
    Die Leute von heute geben sich nicht mehr mit 08/15 Loesungen der Sechziger zufrieden!;)


    AN DIE PLANER: Gebt Euch mal bissel mehr Muehe und ueberarbeitet das nochmal!

  • Ist das in dieser Form schon endgültig? Oder nur eine "mögliche" Vision"?


    Verstehe nur nicht, warum man es da auf einmal so eilig hat. Bisher war der Henningerturm nicht unbedingt das Projekt, dass schnell voran getrieben werden sollte. Aber nur gut so. Je schneller, desto besser. :) Die aktuellen Baustellen in Frankfurt sind echt schon genug. Wo man hinschaut, wird gebaut. Und das in den wirtschaftlich ach so schlechten Zeiten.

  • Aber wie gesagt, das ist eh' noch 'ne bessere Baumassen-Visualisierung - lasst uns mal die Wettbewerbsergebnisse sehen!


    @Towercat, dann hoffen wir mal, dass der Henninger Turm noch etwas umgestaltet wird. Er hat etwas besseres verdient, als in einem 08/15 Turm wiederzuerwachen!;)

  • Das Modell ist ja mehr als bescheiden. Das hat der Henninger Turm nicht verdient. Ein wenig mehr Einfallsreichtum ,als der hier gezeigte Entwurf, hätte ich den Architekten schon zugetraut.
    Hoffentlich wird dieser Entwurf nicht umgesetzt !!!:mad:


  • Sehr gut ausgedrückt!
    Ich bin für einen Wettbewerb!

  • Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, was ich von diesem L-förmigen Anbau an den Henningerturm halten soll. Irgendwie sieht das ganze Ding geschwängert aus ...:(

  • Vieleicht wird das ganze ja noch ganz nett. Das ist ja schliesslich nicht der letzte Entwurf.


    Die Nebengebäude machen fast den Eindruck, als ob die Wohnungen grosse Tachterassen hätten. Das wäre doch schon mal was.


    Das einzige mit dem ich mich nicht anfreunden kann ist der Henninger Turmaufastzt. Das ganze passt irgendwie nicht mehr zusammen. Ich würde mir auf dem Dach eine organische Glaskuppel wünschen. Das müsste wie eine gläserne Schneehaube aussehen. Drinnen könnte man dann zwischen tropischen Gewächsen sein Bier trinken un d dabei die Skyline betrachten.


    Aber wie schon gesagt, den Turm hätte man dann lieber gleich ganz neu bauen sollen. Was bringt es wenn man ein Gebäude erhält, welches nach dem Umbau nicht mehr zu erkennen ist.

  • Schade, dass man den hässlichen Turm nicht einfach abreisst und einen neuen baut. Der Umbau des Turms sieht nicht grade überzeugend aus.

  • Also besonders schön finde ich den Henninger Turm ja nicht gerade. Bin aber im laufe der Jahre zu der Einsicht gekommen. Das dieser Turm einfach zu Frankfurt gehört. Ausserdem ist die Gestaltung des Areals äusserst stimmig. Und der Turm fügt sich nahtlos in die gesamte geplante Bebauung ein. :daumen:

  • der henninger turm soll einen kleinen bruder (80-85m hoch) bekommen:


    http://www.rhein-main.net/sixc…2_news_article&id=2068554


  • Auch in der Print-FR ist heute ein Artikel. Zusätzlich zu der FNP-Info (BMXicans Link) steht drin, dass in dem reinen Wohngebiet (mit 100.000m² BGF) östlich des Hainer Wegs nur Eigentumswohnungen entstehen sollen. In dem Mischgebiet um den Turm herum (weitere 60.000m² BGF) soll das Verhältnis 70% Büro und 30% Wohnen betragen. Eine geänderte Simulation war auch dabei:


  • ich liebe dieses projekt jetzt schon. allerdings frage ich mich, was die kleinen türme um den henninger turm dort machen - ich dachte sie wären gestrichen, weil es widerstand gab...

  • Endlich mal eine gute Nachricht für Frankfurt!
    Schön dass der Henninger Turm stehen bleibt, ich denke er ist für Frankfurt und vorallem für diesen Stadtteil ein wichtiges Vermächtnis dass nicht einfach abgerissen werden sollte.


    Und wenn daneben sogar noch ein Wohnhochhaus gebaut wird, noch besser! 80 Meter sind auch nicht so schlecht!