Mainzer Landstraße zw. Platz der Republik u. Taunusanlage

  • Mainzer Landstrasse 49

    Die Arbeiten sind nun auch auf der Mainzer Landstraße nicht mehr zu übersehen. Das Gebäude hat einen Großteil seiner Fassade verloren und im Inneren auf das Rohbau-Gerippe zurückgebaut. Links, vor der ehemaligen Garageneinfahrt, wurde ein Betonfundament gegossen, wahrscheinlich für einen Kran.

    Bild von mir

  • In einem Artikel der FAZ zur Situation des Gibsons findet sich der Hinweis, dass das Canyon weiter auf sich warten läßt. Die Gibson-Mannschaft will ab Mai die Fläche bespielen, "Für mindestens 18 Monate werden die Gibson-Betreiber als Zwischennutzer ein 6800 Quadratmeter großes Gelände an der Mainzer Landstraße mieten. Die Fläche können sie nutzen, bis dort die Arbeiten für das Neubauprojekt „Canyon“ beginnen."

  • OK, das irritiert leicht. Was gibt es denn für einen Grund, da zu warten? Meines Wissens steht schon seit einem halben Jahr die Finanzierung, ich hatte gehofft, jetzt geht es bald los. Finden die niemanden, der das bauen kann, warten die auf einen Ankermieter oder wurde eventuell die Finanzierungszusage widerrufen?

    Ich mache mir etwas sorgen ob das überhaupt etwas wird.

    So nervig, dass wir in Frankfurt an zentraler Stelle immer wieder jahrzehntelange Brachen und Ruinen haben.

    Die Fläche soll übrigens für Beach-Volleyball und Paddle-Ball genutzt werden, mit parallelem Beach-Bar-Betrieb, kein Musik-Fokus. Sicherlich ein Highlight für sich an dieser Stelle, die Gibson-Leute werden das schon gut machen. Insofern kann ich dann mit der Verzögerung ein stückweit leben.

    Es wäre nur sehr schade, wenn das Projekt komplett sterben würde, bzw. von Anfang an nur Fake war, um von der Stadt Genehmigungen zu bekommen. Ich bin kein Experte, gehe aber einfach mal nicht von dem Worst-Case-Szenario aus.

  • Das Hauptproblem ist sicherlich der Abschluss des Ankermieters. Potentielle Nutzer für ein derartiges Großprojekt (ich schätze ca. 50-60 % Vorvermietungsquote, wenn nicht sogar höher) stehen nicht Schlange und agieren auch eher restriktiv in der aktuell angespannten wirtschaftlichen Situation.

  • Ein Investor für das Canyon gibt es. Jedoch stellt Blackolive fest, dass die Leerstandsquote sich in 2024 von 9,7% auf 12% erhöht hat. Gleichzeitig sieht Blackolive die Mieten bei > 40 EUR / Quadratmeter im Bankenviertel da die Finanzierungs- und Baukosten gestiegen sind. Mieter suchen durchaus innenstadtnah neue und moderne Flächen, gleichzeitig sind genügend Projekte am entstehen oder sind geplant (Q).

    Somit stehen potentielle Ankermieter nicht Schlange und nicht jeder Investor baut spekulativ (Wo bitte geht‘s zur Phrasenkasse? ;).

    In der Tat ist der jahrelange Leerstand der Immobilie und die 18-monatige Zwischennutzung, vermutlich sogar länger, an dieser exponierten Lage zu beklagen.

    [Spekulation] Möglicherweise hätte eine höhere BGF in Verbindung mit einer Nutzungsänderung von Büro auf Büro plus Wohnen, sofern genehmigt, dem entgegen gewirkt [/Spekulation].

  • Ergänzend zu meiner Spekulation ein Bild vom Areal des geplanten Canyon.

    Wohnbebauung auf dem halben Areal zur Nidda- und Weserstraße hin wäre möglich und stilistisch könnte man sich bspw. am geplanten Mäckler‘schen Neubau oder an der postmodernen nachbarschaftlichen Bebauung mit dem Tonnendach (hier die rückseitige Ecke Nidda-/Elbestraße zu sehen) orientieren.

    IMG-4374.jpg

    Bild: main1a

    2 Mal editiert, zuletzt von main1a (26. Januar 2025 um 21:43) aus folgendem Grund: Dach, nicht Fach 😵‍💫

  • Mainzer Landstrasse 49

    Hier hat der Wiederaufbau begonnen. Die vordere Gebäudeabschluss wird neu erstellt. In den letzten Tagen und auch heute ist dafür Beton geflossen. Im schlecht einsehbaren rückwärtigen Teil wird ebenfalls ordentlich gewerkelt.

    IMG-2443.jpg

    Bild von mir

  • Canyon:


    Zwei Versorgungswerke aus Schleswig-Holstein - die Apothekerversorgung und das Versorgungswerk der Zahnärzte - stehen nach einem gescheiterten Immobilieninvestment in Frankfurt vor massiven Abschreibungen.

    Das Handelsblatt schreibt, dass beide im Jahr 2023 jeweils über 50 Millionen Euro abschreiben und für 2024 mit weiteren Verlusten rechnen mussten.

    • Die beiden Versorgungswerke investierten in das Büroprojekt Canyon
    • durch steigende Zinsen und fehlende Mieter geriet das Projekt in finanzielle Schieflage
    • trotz absehbarer Probleme mit dem Projekt wurde weiter investiert, der gemeinsame Anteil auf 35 Prozent
    • Der angelsächsische Investmentmanager Tite Street Capital übernahm im Sommer 2024 die Mehrheit
    • Anteile der Versorgungswerke schrumpften daraufhin auf 5,04 Prozent (Apotheker), bzw. 7,56 Prozent (Zahnärzte).
    • Die Verluste der Zahnärzte beliefen sich im September 2024 auf rund 46 Millionen Euro.
    • Der Objektgesellschaft ist es weiterhin nicht gelungen, einen Ankermieter für das Canyon zu finden, daher war im Jahr 24 mit weiteren Belastungen zu rechnen (weitere Belastung von 7,7 Millionen €)
    • Es sei nicht mit einer Rückzahlung des gewährten Darlehens zu rechnen, sodass dieses inklusive Zinsen vollständig abgeschrieben werde
    • Haupteigentümer Tite Street Capital bleibt optimistisch und will das Projekt fortsetzen
    • Großteil der investierten Gelder ist verloren; geringe Hoffnung auf zukünftige Erträge

    Quellen: Versicherungsbote, Handelsblatt

    Fraglich, ob sich bei solchen Vorgeschichten weitere Investoren finden werden. Momentan sehe ich da eher schwarz. Was meint Ihr?

  • Für die Realisierungsaussichten dürfte das kaum Bedeutung haben. Denn die Versorgungswerke investierten als das Projekt von CV Real Estate betrieben wurde. Das ist jetzt anders, inzwischen ist das Vorhaben in Händen von Tite Street. Die Übernahme erfolgte 2024 im Rahmen einer Restrukturierung. Die dabei eintretenden Verluste betrafen auch das Invest der Versorgungswerke, wahrscheinlich ganz überwiegend. Damals wurde in Schleswig-Holstein wohl reichlich blauäugig gehandelt. Ob es für die dortigen Apotheker und Zahnärzte jetzt noch täglich für ein warmes Essen reicht? Ist gar die Cayenne-Leasingrate in Gefahr?

  • Schon diese Zwei-Jahresverschiebung war ja komisch, nachdem es vorher immer nur euphorische Erfolgsnachrichten zu dem Projekt gab.

    Ich würde auch erwarten, dass die Investorensuche davon weitgehend unbeeindruckt sein wird, sofern das Gesamtprojekt einigermaßen einfach strukturiert ist und da der Lead Investor ja an Bord bleibt.

    Spannender ist die Frage was man an dem Projekt falsch eingeschätzt hat:

    Zins- und Konjunkturentwicklung i.V. Frankfurter Nachfrage nach hochwertiger Bürofläche?

    Oder lag es doch an der schwierigen geographischen Lage im nördlichen Bahnhofsviertel (nach vorne top, aber hintenraus ist die Niddastrasse (noch der ordentliche Teil, aber der komplett versiffte Bereich liegt schräg gegenüber)) ?

  • Revitalisierung Villa Sander, Mainzer Landstraße 10

    Der in Beitrag #378 vorstellte Umbau der Villa Sander in ein Business Center der Marke "Satellite Office" scheint abgeschlossen. Das frühere Gästehaus der Deutschen Bank wurde außen aufgefrischt, auch wurde ein Nebeneingang barrierefrei umgebaut. Sonst hat sich kaum etwas verändert, was in Anbetracht des Denkmalschutzes und des bisher guten Bauzustands nicht verwunderlich ist. Aktuelle Fotos:

    6424_villa_sander_maila10.jpg

    6425_villa_sander_maila10.jpg

    6426_villa_sander_maila10.jpg

    Haupteingang, ein Foto des im Hintergrund sichtbaren Lichthofs gibt es in #378.

    6427_villa_sander_maila10.jpg
    Bilder: Schmittchen

  • Die Taunusanlage 20, die bekanntermaßen gerade renoviert wird, ist ein Flickenteppich. Von vorne ein spektakulärer Altbau, die Rückseite (und Teile der Seite) war bisher aus einer Art Backstein. Offenbar will man jetzt die Rückseite im Stile der schönen Front verschalen, so dass sich ein einheitlicher Look ergibt.

    TAneu1.jpg


    TAneu2.jpg

  • Erweiterung Campus DZ Bank durch Fifty Avon, Mainzer Landstraße 50

    Die DZ Bank hat das "Fifty Avon", Mainzer Landstraße 50, erworben. Die Bank will das Bürohaus umbauen und modernisieren lassen, um es bis 2030 in ihren Campus zu integrieren. Dieser wächst damit um rund 30.000 Quadratmeter.

    Der Umbauentwurf kommt aus dem Büro Caspar.Schmitzmorkramer, Köln. Die folgende Visualisierung ist als noch nicht final deklariert.

    mainzer_landstrasse_50_umbauentwurf_dz-bank-campus.jpg
    Bild: DZ Bank AG / Caspar.Schmitzmorkramer GmbH / Bloomimages

    Das markante Bürogebäude an der Ecke zur Westendstraße wurde ab 1994 für eine Tochter der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank errichtet und zwei Jahre später fertiggestellt. Der Entwurf stammte aus London, von dem Büros Sidell Gibson Architects (mehr). Das zunächst "Alkmene", in der Folge "ML50" und "frank und frei" genannte Bürohaus verfügt über acht Obergeschosse. Zuletzt wurde es 2015 umgebaut, unter anderem für Multi-Tenant-Nutzung, dazu oben.

    Mein Foto von 2013:


    2363buerohaus_alkmene.jpg
    Bild: Schmittchen

  • Puh, das find ich tatsächlich nicht gut. Das Gebäude hat mir durch die dunkle, wertige Erscheinung, die Fassade mit einer gewissen Tiefe und den klar gegliederten Fenstern immer sehr gut gefallen. Das war irgendwie gleichzeitig dezent, aber aussagekräftig - gleichzeitig monumental, aber auch wieder kein Retro-Kitsch. Vielleicht späte Postmoderne im besten Sinne. Auch der Farbkontrast zum Kronenhochhaus fand ich spannend. Der neue Entwurf ist zwar irgendwie gefällig, aber auch austauschbar. Das reißt mich definitiv nicht vom Hocker.

    Einmal editiert, zuletzt von OllaPeta (13. März 2026 um 11:07)

  • Das geht mir genauso. Ich mochte den bisherigen Bau auch immer sehr. Er hatte eine sehr eigene Charakteristik und mit seiner dunklen Symmetrie immer eine Art souveräne, aber nicht aufdringliche Monumentalität. Der Bau auf der Visualisierung gefällt mir dagegen nicht. Glatte Glasfassaden auf Fußgängerebene und noch dazu bei einem solch langen Gebäude wirken immer abweisend, auch wenn sie im Rendering noch so transparent daherkommen. So was gehört in ein Gewerbegebiet, in dem es keine Fußgänger gibt, aber nicht mitten in die City. Der Architekt sollte daher noch mal in sich gehen. Wenn schon eine neue Fassade, dann vielleicht doch eher etwas mit Natursteinanteil.

  • Eigentlich wollte ich nichts schreiben, aber es juckte mir in den Fingern. Danke an meine Vorredner. Hier wird ein Gebäude, dass aus dem Rahmen fällt und mir immer schon gut gefallen hat ersetzt durch eine mMn austauschbares und nichtssagendes ersetzt. Warum steht das nicht unter irgendeinem Schutz?

  • Mir geht es so wie meinen Vorrednern: auch nach über 30 Jahren wirkt das Gebäude nicht aus der Zeit gefallen. Aussagekräftig, aber nicht aufdringlich, mit gegliederter Fassade, den vertikalen Streben und horizontalen Gittern, die sich farblich von den Nachbarn absetzt und dennoch gut zum Westend-Ensemble anfügt. Dahingegen wirkt der neue Entwurf, wie bereits mehrfach erwähnt, zweidimensional, austauschbar. Unbestritten ist jedoch, dass es eines Refurbishments bedarf (Technik, Fenster, Fassade). Schade wäre es außerdem wenn das Fitness-Studio ausziehen müsste. Gerade an Wochenenden und zu Nicht-Bürozeiten ein Frequenzbringer. Sonst reiht sich doch wieder Bürogebäude an Bürogebäude.