Baugeschehen: Sonnenberg/Yorckgebiet

  • So könnte ich mir das gut vorstellen. Für Chemnitzer Verhältnisse wäre das aber schon ein sehr großes Vorhaben... Die Anzahl der dort entstehenden Wohnungen würde wohl bei 120 - 250 liegen... Ob der Chemnitzer Markt dafür schon bereit ist? Ich hoffe jedenfalls, dass der Investor hier langfristig denkt und die Fläche so beplant, dass hier in Zukunft ggf. noch weiter verdichtet bzw. angebaut werden kann.


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  • Danke für die Veranschaulichung. Genau so schwebte mir das auch im Kopf herum, aber mit Worten ist das schwieriger herüberzubringen. Zum Schulgelände müsste man wohl etwas die Geschosshöhe reduzieren, damit das nicht erdrückt wird. Der Bebauungsplan umfasst übrigens das ganze Gebiet bis zur Ecke Zietenstraße / Heinrich-Schütz-Straße, wo die gigantische Grünfläche vielleicht auch nicht für alle Zeiten zementiert bleiben muss. Zumindest eine Blockrandbebauung kann man ja mal mutig vorsehen.


    Sehr interessant wäre auch, ob der das ganze Gebiet teilende Gewerbebau eigentlich noch genutzt wird (Luftbild, hinter dem blauen Bau zur Zietenstraße). Diesen ganzen Innenhof hatte ich bisher gar nicht richtig auf dem Schirm, weil der von keiner der umgebenden Straßen einsehbar ist. Es gibt offensichtlich eine CrossFit-Bude in der anderen Halle (Luftbild), auch eine Fahrzeugaufbereitung lässt sich im Internet unter der Adresse Reinhardtstraße 4 finden. Vielleicht ist die dann in der anderen Halle?

  • Die Grünfläche an der Ecke Zieten-/ Heinrich-Schütz-Straße finde ich eigentlich ganz nett. Diese ist gut gestaltet und scheint auch recht gepflegt. Der große Baumbestand gefällt mir dort auch sehr gut... Zudem lockert sie den Sonnenberg noch etwas auf, was natürlich auch der Wohnqualität dort entgegenkommt. Lediglich an die beiden noch existierenden Gebäude könnte man gerne noch je ein Gebäude setzen, welches die Brandwände verdeckt und hin zur Grünfläche vermittelt. Dringender sollte man sich stattdessen um die fehlenden Ecken und Lücken am Sonnenberg kümmern. Im direkten Umfeld finden sich einige davon: Palm-/ Rathenau-/ Philippstraße; Sophienstraße beidseitig; Lessingstraße beidseitig oder Reinhardt-/Palmstraße. Von daher würde ich eine Vergrößerung des B-Plan-Gebietes und einen Erhalt der Grünfläche ganz gut finden...


    Ich bilde mir ein, dass sich in dem blauen Gebäude an der Zietenstraße ein Teppich/ Wohntextil- bzw. Raumausstatter befindet. Mit Sicherheit kann ich das aber nicht sagen. Ansonsten wäre es natürlich schön, wenn man die Crossfit-Halle als Nutzung in einen der zukünftigen Neubauten überführen könnte.

  • Heute wieder einige Neuigkeiten und Bilder zum Sonnenberger Baugeschehen:


    In der Fürstenstraße 8 ist die Sanierung eines denkmalgeschützten Altbaus im Reformstil durch Hildebrand und Partner fast abgeschlossen. Es entstehen Eigentumswohnungen.


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    In der Peterstraße 28 wurde ein Altbau komplex umgebaut. Hier entsteht als bundesweit einmaliges Projekt innerhalb des Hauses über mehrere Etagen eine sogenannte Aquaponik-Anlage, d.h. ein geschlossener Kreislauf aus Nutzpflanzen und Fischzucht, der der nachhaltigen Nahversorgung mit frischen Lebensmitteln dienen soll. Fertig scheint man bisher nur im Außenbereich zu sein. Die Energieversorgung des Hauses läuft unabhängig vom Netz über zwei Brennstoffzellen, die auch den Fuhrpark des Betreibervereins aufladen. Das Konzept klingt spannend - ich bin gespannt.

    Über die Fassadengestaltung lässt sich natürlich streiten. Man hat das Haus komplett zugedämmt und den alten Fassadenschmuck abgeschlagen - war wohl nicht denkmalgeschützt.


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    Aus Richtung Lessingplatz:


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    In der Sebastian-Bach-Str. 8 nimmt der Neubau der Isi Home Gestalt an. Man erkennt bereits jetzt, dass man sich stark an den gründerzeitlichen Nachbargebäuden orientiert.


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    @ Arnold: Du hattest nach der Zukunft der Faßmann'schen Gießerei gefragt. Ich habe dort heute jemanden vor Ort gefragt und der sprach von einem Kunst- und Kulturzentrum; die Pläne seien aber noch nicht ausgereift.

  • An der Peterstraße 28 konnte kein Fassadenschmuck abgeschlagen werden, weil vorher schon keiner mehr dran war, siehe Vorher-Nachher-Bilder unten. So gesehen würde ich also von einer deutlichen Verbesserung der Ansicht sprechen, auch das neue Dachgeschoss und die Eckbalkone sind ganz gelungen. Nur die sprossenlosen Fenstern im Dachgeschoss schmälern den Gesamteindruck.


    Vorher (2015):

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    Quelle: (dwt).


    Nachher:

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    Quelle: Konrad R.

  • Um das Wandbild ist es schade...

    Die Fassaden-Farben finde ich in dem Bereich etwas gewöhnungsbedürftig. Mit dem grün/pink und dem blau/violett ist mir das zu bunt.

    Ansonsten aber definitiv eine Verbesserung zum Vorzustand. Soweit ich das am Bild beurteilen kann, wurde die Fassade nicht gedämmt, oder?

  • Sorry, das konnte ich auf dem kleinen Bild nicht erkennen, sondern bin wie arnold auf den Styropor-Trugschluss hereingefallen. Dann hat man sich aber zumindest viel Mühe gegeben. Man hätte das Styropor auch einfach so dranklatschen können, wie man es gelegentlich hier im Forum auch schon gesehen hat. So gesehen ist das fast eine Vorzeigesanierung.


    Ohne Denkmalschutz kommen Sanierer um eine aufwändige Dämmung aus rechtlichen Gründen aber wohl auch gar nicht mehr herum, die dann natürlich aus Kostengründen als Außendämmung gemacht wird. Von der Sinnhaftigkeit bin ich noch nicht wirklich überzeugt, eine Dämmung von Dach und Keller mit Verwendung isolierter Fenster würde wahrscheinlich völlig ausreichen.

  • Viel Aufwand hat man sich bei diesem Haus auf alle Fälle gemacht. Da wurde alles entkernt und völlig umgebaut. Schön, dass man die Gliederung wieder aufgenommen hat und der Fassade damit ein historisches Aussehen gibt, aber da ich Substanzfetischist bin, kann ich mich trotzdem nicht so recht dafür erwärmen. Gerade bei den Gründerzeitlern mit ihren doch recht dicken Außenmauern sehe ich die Außendämmung nicht so recht ein - aber ja: das ist eine Kostenfrage. Bei Marco-Ravo-Immobilien z. B. gibt es meist eine Innendämmung (da haste nur leider keinen Dübel mehr in die Wand bekommen), aber die sparen dafür an anderer Stelle.

  • Im Gebäude wird doch aufgrund der Aquaponik-Anlage viel mit Wasser hantiert werden - ist da eine Dämmung nicht noch viel größerer Mist als sonst schon? Schließlich muss doch die Feuchtigkeit irgendwie aus dem Haus, bleibt dann aber wegen der Dämmung im Mauerwerk stecken. Schimmelbildung ist ja schon bei einer normalen Wohnnutzung ein Problem der Dämmung. Wenn dann aber zusätzlich noch soviel Wasser hinzu kommt... Da bin ich gespannt, wie sich das Gebäude in den nächsten zehn Jahren entwickeln wird.

  • Neues vom Sonnenberg: An der Uhlandstraße wird die Georg-Weerth-Oberschule um einen Anbau erweitert, der auch den Lückenschluss zur Turnhalle herstellt. Leider musste dafür massiv in die Bausubstanz des historischen Bestandsbaus von 1876/77 eingegriffen werden.


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    Die Weerth-Schule dürfte eines der ältesten erhaltenen Schulgebäude im Bereich der Chemnitzer Kernstadt sein. Sie gefällt mir ausgesprochen gut. Die Größe des Baus bei gleichzeitig zurückhaltendem Dekor lässt an die Aktienspinnerei/neue Uni-Bibliothek denken.


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    Noch einmal eine größere Ansicht der Front zur Uhlandstraße; das aktuelle Baugeschehen spielt sich auf der Rückseite ab. Links im Bild angeschnitten ist die nächste Baustelle, von der zu berichten ist.


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    Die Uhlandstraße 1 wird von der Isi Home saniert. Auf der Seite des Unternehmens finden sich leider noch keine Informationen zum Projekt. Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz; die Fassade scheint in früher DDR-Zeit verändert worden zu sein. Hoffentlich wird es hier keine Dämm-Orgie geben.


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    Kommen wir zu einem alten Problemfall mit nunmehr glücklichem Ende: Das Kontorhaus der Strumpffabrik "Wex und Söhne" in der Dresdner Straße 34, das vor einigen Jahren zumindest notgesichert wurde. Man lasse sich vom Konterfei Herrn Faßmanns nicht täuschen - auch dieses Gebäude aus dem Jahr 1860 wird von der Isi Home saniert. Links im Bild die Villa Beckert, die noch auf einen Investor wartet.


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    Im Inneren laufen bereits Beräumung und Entkernung. Ich habe dieses Gebäude immer mit dem Wendepunkt am Chemnitzer Immobilienmarkt in Verbindung gebracht, nachdem der damalige Besitzer die "Villa" nach dem Teileinsturz der hinteren Fassade 2007 nicht abbrechen sondern notsichern ließ - und das in einer Zeit, in der die GGG als größter Vermieter in der Stadt massenhaft historische Bausubstanz mit Förderung vernichtete.


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    Zum Abschluss zwei Bilder vom aktuellen Stand der Sanierung der Villa Rudolph in der Dresdner Straße 76. Die vor Jahren im Rahmen der Notsicherung abgebrochenen Mauerkronen wurden wieder aufgemauert; das Gießen neuer Zwischendecken wird vorbereitet.

    Scheinbar wird das Projekt von F+K-Architekten in Chemnitz betreut. Wirkliche Informationen findet man auf deren Seite aber nicht. Neben einer Visu, die die originalgetreue Wiederherstellung erhoffen lässt, heißt es nur, dass das Projekt "Schlösschen" in der Genehmigungsphase sei: https://www.f-k-architektur.de/projekte/ (nach unten scrollen).


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    Auch an der Remise rechts im Bild wird bereits gearbeitet.


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  • ^^

    Für mich war das immer die Körnerschule, weil das so schön noch an der Fassade steht. Wusste gar nicht, dass die heute anders heißt. Recht verwirrend. Mit Blick auf den Namensgeber, wird das wohl seit Zonenzeiten schon so sein.

  • Du wirst lachen. Ich habe die Schule selbst erst als "Körnerschule" im Netz gesucht und habe mich gewundert, dass ich gar nichts finden konnte . Mann, hinken die digital hinterher, habe ich erst gedacht... :)

  • ^^^ Uhlandstraße 01

    Diese visuelle Zeichnung der Uhlandstraße 01 (im Zitat) ist sicher ein Abbild wie es einmal aussah.

    Im Umkreis des Körnerplatzes wohl das letzt Unsanierte Gebäude.

  • (dwt). hat im Bernsdorf-Thread auf die Mitteldeutsche Wohnen KG als neuen "Player" auf dem Chemnitzer Immobilienmarkt verwiesen. Auf deren Seite finden sich auch zwei Vorhaben auf dem Sonnenberg:


    Sonnenstraße 69, 15 Wohnungen, 36 m² - 105 m², 105.500 € – 325.500 € (Link, Luftbild)


    Als Fertigstellungstermin wird 2020 angegeben. Haben die Arbeiten dort wirklich schon begonnen und sind (nahezu) abgeschlossen? Ich habe da leichte Zweifel, für die Lage an der südlichen Zietenstraße sind das nämlich happige Preise. MIt Aufzug, Balkonen, Fußbodenheizungen und neu gestaltetem Innenhof verspricht man aber auch einiges, das man dort nicht wirklich erwarten würde.


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    Eigenes Bild von 2013


    Uhlandstraße 25, 10 Wohnungen, 46 m² - 119 m², ab 3550 €/m² (Link, Luftbild)


    Fertigstellung Dezember 2021, ähnlich hochwertige Sanierung wie in der Sonnenstraße. Das Haus wird zwar auch als Denkmal vermarktet, steht aber bisher nicht der Liste des Landesamtes für Denkmalpflege. Es ist aber nicht abwegig, dass man das zur Förderung des Sanierungsvorhabens noch unter Schutz stellen wird, die Substanz gäbe das her.

  • (dwt). hat im Bernsdorf-Thread auf die Mitteldeutsche Wohnen KG als neuen "Player" auf dem Chemnitzer Immobilienmarkt verwiesen. Auf deren Seite finden sich auch zwei Vorhaben auf dem Sonnenberg:


    Sonnenstraße 69, 15 Wohnungen, 36 m² - 105 m², 105.500 € – 325.500 € (Link, Luftbild)


    Als Fertigstellungstermin wird 2020 angegeben. Haben die Arbeiten dort wirklich schon begonnen und sind (nahezu) abgeschlossen?

    Man arbeitet dort schon seit einiger Zeit. Stand heute ist es aber noch eingerüstet, also noch nicht abgeschlossen.

  • Naja, eigentlich ist es nur logisch, dass jetzt - 'kurz' vor der Kulturhauptstadt - auch neue Player auf den Chemnitzer Immobilienmarkt aufmerksam werden. Und aus meiner Sicht ist es ebenfalls logisch, dass der Sonnenberg dabei stärker in den Fokus rückt - auch bei höhenwertigen Sanierungen mit einem Ausbaustand, den man hier noch nicht am Schirm hat. Der Sanierungsstand am Kaßberg liegt bei nahezu 100%. Potential besitzt der Sonnenberg, keine Frage. Schön, dass sich das nun offenbar auch bei den Projektentwicklern herumspricht. Hoffen wir, dass sich auch die GGG hier beteiligt - gerne auch mit dem ein oder anderen Neubau und Lückenschluss.

  • Apropos "Kulturhauptstadt": Das städtische Gelände im Karree zwischen Zietenstraße, Augustusburger Straße, Jakobstraße und Schüffnerstraße soll im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres eine bedeutende Rolle spielen. Schon jetzt sitzt hier eine städtische Kreativwerkstatt, die "Stadtwirtschaft". Das Gelände soll in den kommenden Jahren zu einem Zentrum der Chemnitzer Kulturszene entwickelt werden. Michael Stötzner will seine diesbezüglichen Pläne am Mittwoch im Stadtrat vorstellen.

    Soviel ich weiß gehörte das Areal einst zu den städtischen Entsorgungsbetrieben; die Bebauung stammt aus den 1890er Jahren.

    > https://www.tag24.de/chemnitz/…ur-hotspot-werden-1764025

  • Die geplante Sanierung der Villa Dresdner Straße 34 war schon bekannt (siehe hier im Forum). Tag24 steuert heute in diesem Artikel jetzt die Informationen bei, dass ISI Home der Bauherr ist, die Arbeiten bis zur ersten Hälfte 2022 abgeschlossen sein sollen und Im Erdgeschoss und dem ersten Stock neben je zwei Wohneinheiten je eine Gewerbefläche vorgesehen werden. Die Arbeiten haben auch schon begonnen.