Baugeschehen: Sonnenberg/Yorckgebiet

  • Da das ein Architekturforum ist, sehe ich das auch meist unter architektonischen Gesichtspunkten, nicht unter stadtsoziologischen.

  • Wenngleich aus der Distanz "im Arzgebirg" verortet - na gut, sagen wir: "am Ar....irg" - höre ich durchaus mal gern, daß man sich von selbigem emanzipiert. Hätt ichs wissen müssen? Das sagt ja was aus! Die Schulpflicht (gepaart mit C-Stadtluft) hat in obigem Sinne also zu einem eher positiven Resultat geführt. :D


    Was nun ebenso rauskam ist, daß es sich doch - wie vermutet - um etwas zu emotionale Darstellungen der Sunnys weiter oben handelte. Ich jedenfalls bezog mich nicht auf die eine Platte oder paar Wohnungen, sondern aufs Ganze. Ich denke, selbst wenn eine geringfügige Kaßbergisierung einträte, dominierte doch noch lange ein gewisses Abstandsgebot seitens des Sonnenberges. Das bleiben wohl 2 unverheiratbare Töchter der Stadt.


    Nun aber zurück zum Architekturforum, wobei zu Stadtentwicklung stets auch das Soziologische und vieles mehr gehört und dies Forum ohnehin eher als Bauforum daherkommt. Greets.

  • Ich habe den Eindruck du wertest das ganz schön ab mit den Emotionen - dabei beruhen die Ergebnisse der Stadtentwicklung fast immer auf ganz persönlichen Befindlichkeiten derjenigen die das betreiben - und das sind oft nicht die Leute die ihre eigene Beschlüsse dann hautnah auch erleben bzw. selbst ausbaden.


    Ich finde eine Stadtentwicklung "von unten" bzw. vor Ort besser, als wenn schlaue Architekten und Stadtplaner von anderswo Gebieten hier was aufdrücken, was einfach nicht passt.


    Zum Architekturthema:


    Die Sanierungen die am Brühl oder auch auf dem Sonnenberg bzw. dem restlichen Stadtgebiet aktuell laufen sind oftmals wenig nachhaltig und zudem auch aus denkmalpflegerischen Aspekten zum Teil sehr grenzwertig. Da wird geschmiert, gebastelt und hinzugefügt ohne Sinn und Verstand - oftmals der geringen Bauzeit geschuldet.


    Dahingegen - und ich erwähne nochmals die Glaserei Liebert - bauen die Leute hier vor Ort oftmals langsamer, bedachter und in der Qualität besser.


    Ich würde den Brühl jetzt nicht als Disneyland bezeichnen wollen, das ist wirklich etwas überzogen. Dennoch ist etwas ganz anderes dort bisher herausgekommen als ursprünglich angedacht war. Das hat natürlich vielerlei, auch verständliche, Gründe.


    Ich hoffe nur, dass der Sonnenberg vom allgemeinen Flächenverheizen was hier gerade stattfindet bzw. auch immer wieder angedacht wird verschont bleibt - wobei die Stadt da natürlich nur bedingt eingreifen kann, das ist mir auch klar.

  • Was ich trotzdem auf dem Sonnenberg vermisse, sind gemeinschaftliche Bauaktionen. Also Bauherrengemeinschaften, die dann auch wirklich dort einziehen. Einen Ansatz gab es mal an der Ecke Würzburger/Fürstenstraße. Dort wollte eine Gruppe eine Art Altenheim mit Pflegekräften zum "Selbernutzen" bauen. Sind nie fertig geworden. Ansätze gibt es bei einer Gruppe an der Palmstraße. Dabei gibt es doch viele Grundstücke, die man kaufen könnte, ich meine auch die Agentur Stadtwohnen hatte das versucht. Ist leider nichts geworden. Auch Fassmann hatte wohl versucht, Nutzerkollektive zu finden. Naja, das spricht ja nun wieder gegen meine These des Wandels von sich heraus. Bin vielleicht nur ein bißchen deprimiert oder so.

  • Ok, nützt nüscht, jetzt gehts mit Emotionen weiter, es wird teils Wortklauberei betrieben.
    Ich sagte das nur daher, weil man nirgends mit Emotionen weiterkommt, eine Stadt auch kein Thema über Emotionen geregelt bekommt. Seis drum, da steckt noch mehr dahinter, daß man eben wissen muss. Den gut informierten und aus Erfahrung sachlich argumentierenden Bürger erkennt man nunmal an gewissem Imzaumehalten seiner freilich auch mal gärenden Emos. Egal.


    Bauforum = Baustellenforum = guck was die meisten Bilder zeigen: Baustellen, keine Archi. Auch schriftlich gehts nur hin und wieder um "Archi", meist gehts quer durch den Gemüsegarten. Aber ja, auch das darf natürlich jeder nun sehen, wie ihm beliebt.


    Ich hab im Übrigen nochmal nachgedacht: C gehört für mich zum Anrainergebirge - ganz klar. Den großen Pluspunkt des Citylink-Stadtbahnprojektes macht ja gerade die Anbindung des Umlandes bis hinein ins strukturschwächelnde Hügelland aus. Chemnitz ist unangefochtener Saugnabel und Zentrale-Orte-Primus dieser ganzen (Berg)Region - insofern Versorgungsschwerpunkt und Quasikapitale des Erzgebirges.


    bitte zurück zum Sonnenberg.

  • Zurück zum Sonnenberg: ich beobachte immer die Sanierung der Villa Dresdner Straße, Ecke Glockenstraße. Das sind sie nun beim Wiederaufbau der Balkone, Brüstungen und Schmuckelemente. Sehr interessant. Daneben wurde die Einfahrt gepflastert. Leider mit dem einfachsten Betonverbundpflaster, was es gibt. Das finde ich nicht gelungen! Das Ensemble aus Haus und Garten wirkt so gar nicht.


  • Elli Kny : Wer muss denn gleich ausfallend werden und Chemnitz ins Erzgebirge verorten?


    Hahaha, made my day :lach: :daumen:


    Ansonsten kann ich mich Cowboy, Elli, Lguenth und Saxonia nur anschließen: Der Sonnenberg ist noch weit davon entfernt, "gentrifiziert" zu werden. Schon gar nicht bei der Sanierung eines Plattenbaus. Gentrifier bevorzugen dann doch andere Wohnformen... Wie Saxonia weiter oben schon schrieb, glaube ich auch, dass eine gewissen - nennen wir es Fluktuation der Bevölkerung - dem Sonnenberg nur gut tun könnte. Das Image ist mies und dem wunderschönen Sonnenberg leider überhaupt nicht angemessen. Selbst wenn der Sonnenberg morgen nur noch von Managern bewohnt würde, das Image wäre noch auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte negativ.


    Davon abgesehen stimme ich auch dem Argument, die Stadt solle sich aus der Entwicklung des Gebietes raushalten, beim besten Willen nicht zu. Was dann entsteht, sind Glasscherbenviertel, die sich spiralförmig immer weiter selbst abwerten. Ich bin ein Verfechter des genauen Gegenteils: Die Stadt muss massiv in soziale und technische Infrastruktur sowie in Grün- und Freiräume investieren.


    "Ich hoffe nur, dass der Sonnenberg vom allgemeinen Flächenverheizen was hier gerade stattfindet bzw. auch immer wieder angedacht wird verschont bleibt"


    600 ha (entspricht 850 Fußballfeldern) müssen erstmal "verheizt" werden.
    Das erlebt hier keiner von uns mehr mit ;)
    http://www.chemnitz.de/chemnit…itteilungen/2015/380.html

  • Nichts Neues, aber mal ein paar Impressionen von der Dresdner Straße, Ecke ungefähr Peterstraße. Ich habe da immer den Drang, "aufzuräumen". Der Bratwurststand ist weg, dafür gibt es dann bald Burger.




    Fotos von mir.

  • Verstehe ich total. Hier wäre es tatsächlich mal schön, wenn das ganze Hinterhaus-Gerümpel weg käme... Auch für die Wohnqualität der ohnehin schon lärmgeplagten Anwohner (Bahnhof und Dresdner Str.) wäre das sicher ganz angenehm.

  • Die Dresdner Straße 58/Sonnenberg (Bild) befindet sich in Sanierung.
    Das Haus hat bereits komplett neue Fenster eingebaut bekommen, und ein Cafe wird dort an der Ecklage zur Gießerstraße auch seinen Platz finden.


    Aktuelles Bild von heute:


    2 Mal editiert, zuletzt von (dwt). () aus folgendem Grund: Bild hinzugefügt.

  • Der Private Eigentümer wird noch in 2017 beginnen die rund 90 Wohnungen zu sanieren, und dies scheinbar mit einen Architektonischen Akzent.


    "Auch äußerlich werde sich das Erscheinungsbild deutlich verändern. "Der Platten-Charakter wird nicht mehr zu erkennen sein""


    Ich möchte keine Träume zerstören, aber allzu viel sollten wir nicht erwarten. Für folgende angeblich außergewöhnliche Sanierung, die die Freie Presse erwähnt, hat Düma damals den Immobilienpreis in Leipzig gewonnen:



    Quelle: lvz.de


    Auf Immobilienscout finden sich auch Innenansichten. Einfach mal Leonhard-Frank-Straße suchen. (Verlinkung geht in 2 Wochen eh nicht mehr). Alles absoluter Standard, da gibt es selbst in Chemnitzer Platten hochwertigere Sanierungen! Die Begründung der Jury ist auch eher ernüchternd:


    Nach dem Erwerb wurde eine konsequente energetische Sanierung durchgeführt, die sich in Bezug auf Gestaltung und Ausstattung wohltuend von anderen Sanierungen in Großwandtafelbauart abhebt.
    Die Fassadenflächen wurden mit einem farblich in gebrochenem Weiß sehr zurückhaltenden, energetisch hoch wirksamen Wärmedämmverbundsystem verkleidet. Durch die feine Putzstruktur wird die flächige Wirkung der Fassade nochmals unterstrichen. Alle übrigen Gestaltungselemente wie die Dachtraufverblechung, die Fensterrahmen und Fensterbänke, der Sockelbereich, die Eingangstüren, die Vordächer, ebenso die Außentreppen sowie die Balkontürme werden mit einheitlicher anthrazitfarbener Fassung in ihrer Wirkung betont und so voll zur Geltung gebracht. Dieses minimalistische Farb- und Materialkonzept vermittelt eine für diese Immobilienart überraschende Eleganz.


    Aber vielleicht wirkt es ja in echt ganz anders.

  • Nichts Neues, aber mal ein paar Impressionen von der Dresdner Straße, Ecke ungefähr Peterstraße. Ich habe da immer den Drang, "aufzuräumen". Der Bratwurststand ist weg, dafür gibt es dann bald Burger.


    Wenn da mehr als ein neuer Name dahinter steckt, wäre es sehr schade. Habe sehr gern an der "Fresstanke" immer mal wieder preiswert gegessen. Übrigens immer einen Burger. Insofern ändert sich nicht viel. Und wenn alles in 2 Wochen fertig sein soll, dürfte es auch nicht mehr als eine neue Blechbude werden.

  • Zum Eckhaus Gießerstraße: das ist ein Iraker der dort seit Ewigkeiten an dem Haus rummurkst. Die Fassade wurde mal mit Denkmalmitteln gemacht. Jetzt bauen da ein paar Helferlein dran rum.

  • Drei Bilder der Jägerstraße 03/Sonnenberg, die vor kurzen an zu sehender Stelle gebrannt hatte.
    Ich glaube das dieses Leerstehende Haus zum Verkauf steht/Stand.


    Eventuell, so wie man den Geraden Schnitt am Dach sehen kann, wird Repariert. Das hofft man zumindest, da sonst mit jeder weiteren Jahreszeit
    die vorbeischreitet, es immer schlechter aussehen wird um das Haus.


    Die Jägerstraße ist leider eine sehr vernachlässigte Straße, in der aber auch Leben Einzug hält.
    Das besagt zu sehende Haus und der altwürdige Nachbar in grün, waren einmal von Seiten der Stadt, Abrisskandidaten.


    Der in Weiss zu sehende sanierte Plattenbau links, ist ein Bürogebäude.




    Juni 2017

  • Update, Neubau, Seniorenresidenz "Kirschhof" an der Augustusburger Straße/Sonnenberg



    Zuletzt im Beitrag hier <


    Auch wenn der Neubau sich nicht an die Bebauung der älteren Nachbarn Orientiert, ist hier das bisherige Ergebnis sehr Positiv.
    Die Fassade wirkt sehr Hochwertig und durch den Einsatz der Klinker, sogar Schön.
    Von der Rückseite des Baus habe ich heute keine Bilder, aber diese wirkt durch die besondere Farbgebung ebenfalls gelungen.


    Es ist mal keine Kiste die Lieblos einfach hingestellt wurde.
    Man hat sich mit der Gestaltung Ernsthaft auseinander gesetzt.
    Und, diesen Wille erkennt man, wenn man das Ergebnis vor Augen sieht.



    Beim nächsten mal wird's schärfer

    Juni 2017

  • Eine recht unscheinbar wirkende Nachricht dürfte einen entscheidenden Durchbruch in der Entwicklung des Sonnenbergs darstellen. Der Energieversorger Eins wird nämlich im Bereich der südlichen Zietenstraße bis Ende kommenden Jahres 70 Häuser an das Fernwärmenetz anschließen, parallel dazu sollen auch Trinkwasserleitungen und Abwasserkanäle in dem Bereich erneuert werden. Die Investitionssumme beträgt 2,8 Millionen Euro (Freie Presse).
    Diese Erschließung unterstreicht, dass man sich endgültig davon verabschiedet, den Bereich als todgeweihte Ruinenansammlung zu sehen. Es würde mich nicht wundern, wenn damit die Voraussetzungen für massive Investitionen in die Altbauten geschaffen werden sollen.

  • ^Super Nachricht.


    Doch nun wird die Zietenstraße, die vorher neu gemacht wurden ist, wieder aufgerissen.
    Das hätte man auch früher wissen können, das dieser Zeitpunkt für diese Investition kommen wird oder einmal kommen würde.


    Auch wenn die Parkbuchten nicht besonders sind, die da geschaffen wurden.
    Insgesamt hat das ganze inklusive Baumpflanzungen schon ein paar hunderttausend € gekostet.