Leipzig: Stadtumbau in den Großwohnsiedlungen Grünau u. Paunsdorf

  • Wieder Wohnungsbau in Grünau

    Jens Rometsch faßt in der LVZ die aktuellen Planungen für Grünau zusammen:


    LVZ, 24.10.2014
    Grünau geht durch die Decke!
    In dem Stadtteil entstehen hunderte neue Wohnungen - sogar ein Hochhaus soll gebaut werden


    Über die "See-Terrassen" der Genossenschaft Lipsia an der Zschampertaue, bei denen an diesem Mittwoch Richtfest gefeiert wurde, ist hier im Forum ausführlich berichtet worden. Laut Lipsia-Vorstand Wilhelm Grewatsch soll es bereits über 150 Anfragen für die 48 Mietwohnungen geben, die durchschnittlich 80 Quadratmeter groß sind, über eine gehobene Ausstattung, große Balkone sowie im Erdgeschoss über einen kleinen Garten verfügen und um die 8 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete kosten. Der Einzug soll im Mai 2015 beginnen. Zur Situation der Lipsia allgemeint meint Grewatsch; "Bei unseren 3600 Wohnungen in Grünau haben wir jetzt einen Leerstand von 5,6 Prozent. Durch weitere Investitionen auch in andere Bestände wollen wir ihn im nächsten Jahr auf 5,1 Prozent senken."


    Auf die Neubaupläne der Genossenschaft Kontakt hat Kunvoozius schon hingewiesen. Im nächsten Jahr soll der Bau von 56 möglichst preisgünstigen Mietwohnungen für junge Familien am Frankenheimer Weg beginnen. Nahe dem Lindenauer Hafen wurden hier vor wenigen Jahren noch Häuser abgerissen. Nun sind Dreigeschosser (ohne Fahrstuhl) für 5,6 Millionen Euro nach dem Vorbild von im Jahr 2000 fertiggestellten Bauten in Connewitz geplangt, erklärt Vorstand Rainer Löhnert.


    Die Wohnungsgenossenschaft Transport (Wogetra) wird ab Frühjahr 2015 den ganzen Bereich zwischen den Einkaufszentren PEP und Allee-Center umgestalten. Dabei sollen zwei Elfgeschosser an der Offenburger Straße, die heute zu etwa zwei Dritteln leerstehen, für 16 Millionen Euro in eine seniorengerechte Wohnanlage umgebaut werden. In den Erdgeschossbereichen wird die Arbeiterwohlfahrt (AWO) eine Sozialstation mit Begegnungsstätte, Tagespflege und acht Plätzen für die Nachtpflege einrichten. AWO-Geschäftsführerin Dana Rönsch: "Wir werden dort 50 Mitarbeiter beschäftigen. Ziel ist, dass die Nutzer unserer Unterstützungsangebote selbst bei Pflegestufe 3 nicht ins Heim müssen." Die 60 verbliebenen Mietparteien in der Offenburger Straße sollen von der Wogetra während der Bauarbeiten in den genau gegenüberstehenden Block Ludwigsburger Straße 18-24 "umgesetzt" werden, der dafür extra von der Baugenossenschaft Leipzig erworben wurde. Nach dem Umbau werden 186 barrierefreie Wohnungen mit kleineren Grundrissen als bisher zur Verfügung stehen.


    Die Genossenschaft Lipsia hat Baupläne für einen 14-Geschosser in der Brackestraße erarbeitet, An der Stelle hatte sie im Zuge des Stadtumbaus 2007 einen Elfgeschosser mit 275 Wohnungen abgerissen. Nach dem Ende der zehnjährigen Schutzfrist für die Abrissfördermittel soll 2017 mit dem 7-Millionen-Euro-Projekt begonnen werden. Das Haus soll 42 m hoch werden und 60 Zwei-Raum-Wohnungen umfassen, außerdem große Gemeinschaftsterrassen auf dem Sockel und in den Dachetagen. Ein flacher Anbau bietet Raum für einen Concierge-Dienst und weitere Serviceangebote.


    Die Johanniter bauen Dezember 140 leere Wohnungen im Neptunweg und der Saturnstraße für 10 Millionen Euro mit einem neuen Konzept mit dem Titel "Generationenwohnen" um.

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    Auch wenn der Stadtumbau (ergo meist Abriss) vor einigen Jahren unumgänglich war, so wird hier mit Steuergeldern das auf und ab der Bevölkerungsentwicklung subventioniert.
    Teilweise wurden in Grünau ja sogar in den 90ern (teil)sanierte Gebäude nach der Jahrtausendwende abgerissen. Nun entstehen wieder Neubauten, die vielleicht in 25 Jahren aufgrund des dann endgültig einsetzenden Bevölkerungsrückgangs wieder abgerissen werden müssen.
    Oder man spekuliert darauf, dass künftig nicht nur 200.000-300.000 Flüchtlinge kommen, sondern bald 2-3 Mio. p.a.? Denn das Wachstum von Leipzig wird spätestens um 2020 deutlich nachlassen, wenn nicht in gleichem Maße wie dem Zuzug Arbeitsplätze entstehen (die vor allem auch besser bezahlt sein müssen, sonst kann sich die Mieten niemand mehr leisten, der gerade so seine 8,50 verdient). So lobenswert ich es für Grünau und ganz Leipzig finde, so perfide mutet es an, dass man zwischen 2004 und 2012 hunderte Alt- und Plattenbauten abgerissen hat und nun wieder neu baut. Viele Gebäude hätten damals noch eine Schonfrist gebraucht und wären sicher nicht in sich zusammengefallen. Beispiele gibt es dabei quer durch die Stadt. Die Verluste der Eigentümer sind wohl das größere Problem bei "abwarten" statt "abreißen". Jedoch gibt es auch diverse kritische Berichte, dass sich einige Unternehmen, auch die LWB, mit den Subventionen des Abriss von Schulden ohne konkretes Konzept befreit haben. Vor allem im Altbausegment sind die Gebäude oft ohne jedes Konzept von Gohlis bis Volkmarsdorf gefallen.
    Ich bin gespannt, ob der Zuzug bis 2017 so stark bleibt und auch nach Grünau abfärbt oder ob die (eventuelle) Realität manches Projekt wieder einschlafen lässt. Interessant ist die Tatsache, dass Grünau zwar viele "Arme" beherbergt, aber auch Leute mit besserem Einkommen dort hinziehen, da 8 Euro kalt bekanntlich nichts für "Arme" ist.

  • Insbesondere zur Sanierung des Wohnblocks in der Offenburger Straße durch die Wogetra:


    Radio Mephisto 97,6, 23.10.2014
    Stadtentwicklung
    Grünau soll schöner werden
    Grünau, die größte Plattenbausiedlung Leipzigs, ist nicht gerade das beliebteste Viertel der Stadt. Doch das soll sich jetzt ändern. Die Initiative „Wir für Grünau“ möchte das angeschlagene Bild des Stadtteils aufpolieren.
    http://mephisto976.de/news/gru…oll-schoener-werden-46120


    info tv Leipzig, 23.10.2014
    16 Millionen Euro für altengerchtes Wohnen in Grünau
    »Wir für Grünau« will 186 Wohnungen in Grünau renovieren
    http://www.info-tv-leipzig.de/…rchtes-wohnen-in-gruenau/


    Leipzig-Fernsehen, 23.10.2014
    Grünau – Altenfreundliches Wohnen als Zukunftsmodell
    http://www.leipzig-fernsehen.d…ohnen-als-Zukunftsmodell/


    Komfortables Wohnen im Herzen von Grünau
    Mit dem Projekt „Wir für Grünau“ realisiert die WOGETRA in der Offenburger Straße 5-15 Mietwohnungen, in denen ältere Menschen weiterhin Eigenständigkeit genießen
    http://www.gruenau.wogetra.de/wir-fuer-gruenau-2/


    @ Altbaufan:

    Denn das Wachstum von Leipzig wird spätestens um 2020 deutlich nachlassen, wenn nicht in gleichem Maße wie dem Zuzug Arbeitsplätze entstehen ...

    .


    Vermutlich ist das der falsche Thread dafür, aber worauf stützt sich Deine Prognose? Und selbst wenn der Zuzug deutlich nachlassen sollte wäre dies noch lange kein erneuter Bevölkerungsrückgang, sondern eben nur weniger Zuzug. Und warum soll dann ausgerechnet Grünau davon besonders betroffen sein und nicht etwa die Suburbia? Und warum sollte eine Abschwächung des Zuzugs bei den sehr speziellen Angeboten des altengerechten Wohnens größere Auswirkungen haben?

  • Leipzig-Grünau: Größter Leerstandsrückgang

    PM W&R Immocom, 13.03.2015
    http://www.wundr.de/
    https://www.konii.de/news/leip…andsruckgang-201503131318



    http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=468698


    60 Schönau: 4280
    61 Grünau-Ost: 7472
    62 Grünau-Mitte: 12092
    64 Lausen-Grünau: 12156
    -------------------------------------
    36000


    + 63 Grünau-Siedlung (neu bebaut nach 1990): 3812

  • Drei Wohnhäuser hat die Lipsia eG in der Zschampertaue 54-60 gebaut. Zuletzt waren sie in 77 zu sehen. Nun sind sie schon lange fertig und voll bezogen. Was gleich auffällt, die Häuser sind umzäunt, was in grünau wohl eher eine Seltenheit ist. Die drei Häuser umschließen einen kleinen "Platz" der öffentlich zugänglich ist. Man wird aber schnell neugierig angeschaut als unter 50 Jähriger:)



    Die Lispsia eG will übrigens ab 2017 in der Brackestraße einen 12 Geschosser bauen. Hier ein bild des zukünftigen Bauplatzes.

    Einmal editiert, zuletzt von indautxu () aus folgendem Grund: Fehlerkorrektur

  • ^ Danke für die Bilder. Neubau in Grünau lohnt sich wieder. Wenn jetzt noch die schiefen und mit Unkraut überwucherten Gehwegplatten aus Ostzeiten wegkommen, sähe alles noch schöner aus. Zu dem geplanten kleinen Hochhaus gab es auch schon im DAF Infos und Bilder. Die Baudokumentation dazu darf gern hier fortgesetzt werden.

  • Die Platte ist zurecht umstritten. Die innerstädtische Platte ist zurecht umstrittener. Obwohl sie sporadisch wieder als Lösung des Wohnungsproblems diskutiert wird, hofft wohl keiner ernsthaft auf Ihre Rückkehr.
    Niemand muß wie ich der Meinung sein, die wenigen Beispiele innerstädtischen Plattenbaus sollten im Original erhalten bleiben, ob aber diese Sanierung in der Nürnberger Straße eine Verbesserung des Originalzustands ist, wage ich zu bezweifeln:


    Ich finde auch, dass man einige Beispiele erhalten sollte, insbesondere wenn sie wie die Platten an der Nürnberger Straße Besonderheiten in der Gestaltung erkennen lassen. Dazu würde sich bspw. der mittlere Teil anbieten.


    Trotzdem finde ich sie im Bauerbe etwas deplattziert und schlage vor, diesen eher weniger genutzten Thread nicht nur auf Grünau und Paunsdorf zu beziehen, sondern allgemein auf den Umgang mit Plattenbauten zu erweitern. :)


    Zur Ergänzung noch die Rückseite des Blocks in der Nürnberger:





    Bei den zusätzlich angebauten Fahrstühlen stellt sich auch die Frage, ob sowas an dieser Stelle wirklich sinnvoll ist, wenn man die Mieten nicht auch seitens der LWB in die Höhe treiben will. Wohnungen in dieser Lage sind auch ohne Lift problemlos zu vermieten und es gibt sicher an anderer Stelle notwendigere Investitionen in den LWB-Bestand (und Neubau).



    In Schönefeld werden an der Volksgartenstraße 2 LWB-Hochhäuser saniert




    Hoffentlich sieht es am Ende nicht so aus...

  • Neubau Lipsia Brackestr.

    Hi, als jahrelanger stiller Leser nun doch mal die Anmeldung hier. Hoffentlich habe ich das richtige Thema getroffen.
    Mit dem Lipsia Projekt in Grünau geht es langsam los. Seit mitte April steht der Bauzaun (von Diringer & Scheidel), ein paar Baucontainer sind auch da und der Kran wurde am 8.5. hochgezogen.
    Gestern kam der Bagger und seit heute rollen die Lkw zum abtransport.
    Das Bausschild wurde gestern auch platziert, mit dem Bild aus dem Beitrag von DAvE LE Lipsia eG plant vierten Neubau für Grünau.
    Bilder kann ich ein paar beisteuern, aber die muss ich noch hochladen.


    Die Lispsia eG will übrigens ab 2017 in der Brackestraße einen 12 Geschosser bauen. Hier ein bild des zukünftigen Bauplatzes.

  • Danke.
    Leider habe ich erst im vorbeifahren auf den Bauschildern den Hinweis gelesen das der Spatenstich zu dem Lipsia Turm am 17.5. stattfinden soll. Falls irgendwo bekannt habe ich es sicher überlesen bzw. habe ich nichts dazu gefunden auf die schnelle.

  • ^ Von mir ebenfalls ein herzliches Willkommen und nein, die Info hatten wir hier noch nicht.


    Schön, dass es jetzt los geht.
    Das müsste dann das erste neue Wohnhochhaus seit der Wende sein, oder?

  • ^ ja, in der Tat ist es das erste Wohn-"Hochhaus" seit der Wende. Das Büro Fuchshuber hat da einen guten Entwurf hingelegt. Ich bin gespannt auf die Umsetzung.


    Falls die Umsetzung gut ist, ist es von der Architektur und Höhe auch ein Element, welches ich gerne öfter in Stadt zu Nachverdichtung sehen würde. Auch gerne mit 5-10 Geschossen mehr. Das kann ich mir insbesondere auch für den 18. Oktober, den Bayerischen Platz, sowie die Nordvorstadt vorstellen. Vor allem für die LWB und die Genossenschaften wäre eine Art Baukasten für vier oder fünft Ausführungsoptionen gar keine schlechte Sache.

  • Kaufhalle in der Grünauer Alle verschwindet und die Außenanlage davor wird gleichzeitig neu gestaltet.





    Warum man nun außgerechnet graues Betonpflaster in einer Plattenbausiedlung verwenden muss ... naja.

  • ^ nur mal zum Vergleich: ist die Höhe diesen wirklich sehr kleinen "Hochhauses" eigentlich bekannt? Ich hatte im Netz geschaut und nichts gefunden.



    Zumindest wäre diese Art Wohnungsbau auch die ideale Möglichkeit der Verdichtung. Da die Höhe noch keinen Blockrand sprengt und auch in der Kernstadt funktionieren kann. Vor allem an Kreuzungszuläufen oder verkehrlichen günstigen Punkten wie direkte S-Bahn/Tram Anbindung.

  • ^ Ich denke, es wir können mit etwa 3 Meter pro Geschoss rechnen. Bei 13 Stockwerken kommen wir also auf knapp 40 Meter für das Hochhäusschen in der Brackestraße.


    Deinem zweiten Absatz stimme ich zu.

  • Stand am Hochhausbau


    - Rohbau fertig
    - Fassadendämmung beginnt
    - Fenstereinbau beginnt


    @ Cowboy; 3,25m je Geschoss und 42,15m Gesamthöhe