Jüdisches Museum - Erweiterung, Umbau und Sanierung (realisiert)

  • Welliger Putz bei einem Altbau empfindet man vielleicht auch eher als "üblich" und was den Effekt verstärkt ist sicherlich die Größe der zusammenhängenden Flächen beim Neubau. Meine Kritik ist ja auch unter Vorbehalt zu verstehen: ich werde es mir demnächst mal vor Ort anschauen, dann relativiert sich sicher vieles.


    Das Ziel eine Ensemblewirkung zu erhalten, finde ich ausdrücklich gut.

  • Eröffnungstermin steht fest

    Nach rund fünf Jahren Bauzeit wird das Jüdische Museum Frankfurt am 21. Oktober die Türen seines Neubaus und des sanierten Rothschild-Palais für die Besucher öffnen. Das älteste Museum seiner Art in der Bundesrepublik wird dann über insgesamt 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche verfügen und die jüdische Geschichte Frankfurts von Aufklärung und Emanzipation bis zur Gegenwart in einer neuen Dauerausstellung mit neuen Schwerpunkten zeigen.


    Dies ergibt sich aus einer heutigen Pressemitteilung der Stadt. Dieser beigefügt sind drei Fotos aus dem Inneren - das Atrium des Neubaus :


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    Alle Bilder in diesem Beitrag: © Jüdisches Museum Frankfurt, Fotos Norbert Miguletz


    Offenbar wurden die Räume ausgesprochen schlicht gehalten, man könnte es auch karg nennen. Das gilt wohl nicht nur für den Neubau (genannt "Lichtbau"), der Thumb links zeigt den Raum für Wechselausstellungen, sondern auch für das Rothschild-Palais, auf dem Foto rechts ist ein Treppenhaus dort abgebildet.


    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/juedisches_museum_pressepic_interieur_2.jpg Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/juedisches_museum_pressepic_interieur_3.jpg

  • Ich finde es nicht besonders ansprechend. War und bin schon von außen nicht begeistert; aber wenn ich jetzt die Eindrücke von innen sehe wird das leider nicht kompensiert. Vor allem auch schade, dass offensichtlich sogar das alte Palais so farblos wurde.


    Ich weiß nicht, was die Architekten sich dabei dachten: der Raum für die Wechselausstellungen wirkt auf dem Bild einfach nur kalt und abweisend. Wenn das so bleibt... Erinnert mich eher an eine Tiefgarage.

  • Einige Fotos des nahezu abgeschlossen Um- und Neubauprojekts. Die Aufnahmen sind schon ein paar Tage alt. Vom Untermainkai:


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    Der von Staab Architekten entworfene Neubau (der "Lichtbau") und ...


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    ... und die Nordseite des sanierten Rothschild-Palais von der Untermainanlage aus gesehen:


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    Ostseite des Neubaus:


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    Der Bertha-Pappenheim-Platz mit der Skulptur des israelischen Künstlers Ariel Schlesinger:


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    Bilder: N. N.

  • Ein richtiger Guckkasten ist da entstanden, mit dem Pappenheim-Platz als Szene - inklusive Versenkung. Besonders schön sichtbar auf dem zweiten Bild. Ich freue mich sehr darauf, daß mein emotional Frankfurter Lieblingsmuseum endlich wieder öffnet. Und was den von einigen kritisierten Wechselausstellungssaal angeht: wer selbst schon Ausstellungen mitproduziert hat, weiß so einen Freiraum mit geringen architektonisch bedingten Einschränkungen sehr zu schätzen. Und bei der Übernahme von Ausstellungen aus anderen Museen ist derart hohe Bespielbarkeit ein großer Vorteil. Denn kostensparende Koproduktionen und Wanderausstellungen sind mittlerweile eher Standard als Ausnahme.

  • Ja, ist eine schöne Skulptur. Irgendwo als singulärer Solitär würde das vielleicht sogar funktionieren. Aber ihr vergesst, dass wir uns hier mitten in der Innenstadt befinden, das Gebäude ist ein Teil des Stadtraums - aber just zu jenem trägt es absolut gar nichts positives bei mit seiner seltsamen Kubatur und dem ignorieren sämtlicher Fluchtlinien.

    Fällt derzeit nur deswegen nicht so auf, weil die Rückseite die man seinerzeit dem gegenüberliegenden Schauspielhaus verpasst hat noch um ein vielfaches abstoßender ist.

  • ^ Wir befinden uns in der Wallanlage. Anfangs hat mich gestört, dass der Bau ein großes Stück Grün wegnimmt, jetzt stimmt mich etwas milder, dass ein Hof bzw. Platz entstanden ist, der diesem Anfang der Wallanlage eine Fassung und eine hohe Aufenthaltsqualität gibt. Die Baulinie zur Hofstraße setzt der Baukörper fort, bzw. schließt er eigentlich eine Lücke:



    Von der anderen Seite:



    Die "Wirtschafts- und Verwaltungsseite" etwas näher:



    Die Westkante führt genau zur Ecke des Rothschild-Palais, was harmonisch wirkt. Diese Linie wird noch von der Platzkante betont. Hier noch einmal der Blick in den Hof, den zur öffentlichen Seite später zwei Pflanzeninseln fassen werden, an denen gerade Immo Herbst arbeitet:


    Bilder: epizentrum

  • Skulptur vor dem Jüdischem Museum Frankfurt


    Ein Blickfang des neu gestalteten Ensembles ist ein aus zwei Bäumen bestehendes Kunstwerk zwischen dem Alt- und dem Neubau. Aus der Nähe betrachtet sieht die Skulptur aus, als würde sie aus zwei echten Bäumen bestehen, die silbern angesprüht wurden. Es handelt sich jedoch um ein 11 Meter hohes und 1,8 Tonnen schweres Metall-Kunstwerk eines israelischen Künstlers mit dem Namen "Untitled". Fertigungstechnik: Aluminiumguss mit Edelstahlkern.


    Interpretationshilfe: Der eine Baum ist entwurzelt, der andere nicht. >>> Quelle <<<


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    Fotos: Beggi

  • Sieht gut aus. Leichte hist. Anleihen, aber stiehlt dem Altbau trotzdem nicht die Show als graues Betonmonster oder verschandelt ihn nicht durch einen Liebeskind'schen Keil oder so.

  • Entgegen der in #143 geäußerten Feststellung wurde das Rothschild-Palais während der Sanierung nicht farblos. Drei Bilder aus dem Inneren:


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    Oben historisches Treppenhaus im Stil der Neorenaissance (weitere Ansicht), unten historischer Rauchsalon im Stil Louis XIV. (weitere Ansicht), jeweils noch während der Renovierung.


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    Korridor im Rothschild-Palais mit historischem Stuck:


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    Bilder: © Jüdisches Museum Frankfurt, Fotos: Norbert Miguletz


    Mehr Fotos, von Brigida González und Norbert Miguletz, gibt es im Baunetz. Dort finden sich auch Grundrisse und Schnittgrafiken der Museumsgebäude.