IntercityHotel und Bus-Terminal am Hauptbahnhof (realisiert)

  • Fernbusbahnhof entsteht an der Hauptbahnhof-Südseite

    Heute wollen CA Immo, die Stadt Frankfurt und die Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding einen Vertrag zum Bau eines Fernbus-Terminals unterzeichnen. Das schreibt die FNP. Auf dem großen Parkplatz an der Südseite des Hauptbahnhofs, dem früheren Khasana-Areal, sind außer dem Terminal "zwei Immobilienprojekte" und ein Parkhaus geplant. Im Laufe des Tages soll ein städtebauliches Konzept vorgestellt werden.

  • Der Vertrag ist ein "Letter of Intent", also lediglich ein Vorvertrag. Besonders interessant ist das geplante Vorgehen in zeitlicher Hinsicht: Das Busterminal soll gleich gebaut werden, dazu ein Parkhaus als Provisorium (sicher um wegfallende Parkplätze sofort ersetzen zu können). Betreiber des Busbahnhofs soll die ABG Holding werden. Im Parkhaus sind auch Fahrradabstellplätze vorgesehen, offenbar in größerer Zahl. Weitere Bauten sind beabsichtigt, aber nicht konkret geplant. Erst einmal sollen mehrere Baufelder für spätere Entwicklungen im nördlichen Teil des Areals geschaffen werden. Details gibt es in einer noch ganz frischen Pressemitteilung der Stadt, nachfolgend Auszüge daraus.


    [INDENT]Bürgermeister Olaf Cunitz und Verkehrsdezernent Stefan Majer begrüßen die Absichtserklärung zwischen CA Immo Deutschland GmbH und der ABG Frankfurt Holding über die teilweise Umwandlung des Parkplatzes in der Mannheimer Straße in einen Fernbusbahnhof. "Für den Magistrat der Stadt Frankfurt war immer klar, dass eine städtebauliche Entwicklung an dieser Stelle einen Fernbusbahnhof enthalten muss", sagen Cunitz und Majer. "Die Fläche an der Südseite des Frankfurter Hauptbahnhofes ist dafür ein idealer Standort: zentral gelegen und bestens angebunden an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr."


    Unter Berücksichtigung des bestehenden Baurechts und des Hochhausrahmenplans der Stadt Frankfurt soll das Areal einer etappenweisen Entwicklung zugeführt werden. Ein wesentliches Merkmal des Konzepts ist die Aufteilung des rund 8.300 Quadratmeter großen Areals in drei etwa gleich große, unabhängige Baufelder. Vorgesehen ist, dass auf der bislang ausschließlich als Parkplatz genutzten Fläche zunächst im nordwestlichen Teil ein provisorisches Parkhaus errichtet wird. Dadurch entsteht auf dem südlichen Abschnitt des Geländes zeitnah Platz für einen bedarfsgerechten Fernbusbahnhof mit voraussichtlich 14 Bussteigen. Der nördliche Teil soll parallel dazu in zwei Baufelder geteilt und entwickelt werden. Mittelfristig sollen dann Tiefgaragen das provisorische Parkhaus ersetzen und oberirdisch bauliche Entwicklungen möglich sein. Die Investitionen für den Fernbusbahnhof und das Interims-Parkhaus werden von der CA Immo getragen. Die ABG Holding wird den Fernbusbahnhof sowie das Parkhaus durch ihre Tochtergesellschaft Parkhaus-Betriebsgesellschaft mbH betreiben. Die heutige Anzahl an Pkw-Stellplätzen bleibt erhalten.[/INDENT]

  • Sehr schön. Fast alles ist besser als die jetzige Situation. Habe das Vorhaben auf eine Google Maps Karte übertragen, sofern ich es richtig herausgelesen habe:



    Vergrösserbare Karte:





    Bild: Google Maps, Bearbeitung Adama

    2 Mal editiert, zuletzt von Adama () aus folgendem Grund: Kartenüberarbeitung

  • Ja, in etwa so (nach der Überarbeitung) stelle ich mir das auch vor. Ein paar Fragen bleiben:
    Wie lange muss ein (Interims-)Parkhaus stehen, damit es sich amortisiert? Das lässt ja dann einige Rückschlüsse auf den weiteren Zeitplan zu.
    Außerdem: Was passiert in der Zwischenzeit mit der "Entwicklungsfläche"? Wahrscheinlich bleibt sie einfach ein Parkplatz, aber dann kann man das ja auch so benennen.
    Letzte Frage ist die nach den bisherigen Busplätzen (ich zähle bei google maps 6) auf dem Parkplatz neben dem Haupteingang. Fallen die dann weg und können ggf. durch Parkplätze ersetzt werden?

  • Zeit wird's

    Na endlich kommt Bewegung in die Sache. Die jetzige Situation ist einfach untragbar. Ich hatte neulich das Pech zum Finanzamt zu müssen und abgesehen davon, dass kein Parkplatz zu haben war wird man zu Fuß fast von den zahllosen Bussen überfahren.
    Grade für Menschen die per Bus in Frankfurt ankommen bietet sich bisher ein trauriges Bild. Schön, dass der Südeingang des Bahnhof endlich entwickelt wird. Ich hoffe jetzt, dass uns kein ewiges Provisorium bevorsteht.

  • große oder kleine Lösung

    Man prüft bzw. hat geprüft, ob der Busbahnhof mit einer darüber liegenden Wohn- oder Bürobebauung sinnvoll ist.
    Also strebt man grundsätzlich kein Provisorium an. Könnte aber dennoch dazu kommen, dass nur teilüberdachte Bussteige gebaut werden mit den entsprechenden Spuren und eine überdachte größere Wartezone samt Tickethäuschen und Kiosk. Hoffen wir das mal nicht.

  • Zuletzt genanntes wäre nicht unbedingt ein Aushängeschild für die Stadt. Als ob sich eine Stadt wie Frankfurt nichts ordentliches leisten könnte. Dann könnte man das Geld ebenso sparen wenn es wieder eine Lösung wird die den Widrigkeiten des Wetters ausgesetzt wird.
    Ich hoffe sehr das man sich für einen Wetterunabhängigen Busbahnhof entscheidet.
    Unabhängig von evtl. Wohn-, oder Bürobebauung darüber.


    Desweiteren hoffe ich noch immer auf ein ansprechendes Hochhaus an dieser Stelle. Die Bahn hat Ihre Pläne wohl aufgegeben wie man so hört. Aber vielleicht gibt es ja andere Interessenten für diesen Standort.

    Einmal editiert, zuletzt von Adama () aus folgendem Grund: Wortwahl geändert

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    Im großen und reichen Hamburg ist der Busbahnhof auch nur die Variante mit überdachtem Haltestieg, inkl. Wartehalle mit Kiosk, McDonalds und Ticketschaltern. Sieht trotzdem modern und gut aus und erfüllt seinen Zweck. Ein Gegenbeispiel wäre Berlin, dort ist der ZOB auch in einen Gebäudekomplex mit Hotel und Büros integriert und sieht trotzdem furchtbar aus.

  • Eine aufwendige Lösung für einen Fernbusbahnhof kann es kaum werden, denn man gönnt sich lediglich ein halbes Jahr Bauzeit. Mitte des Jahres Baustart und Fertigstellung Ende 2015, schreibt die FAZ hier. Mit mehr als neuen Haltesteigen mit Überdachung würde ich nicht rechnen. Reicht ja auch, der Steuerzahler braucht Busunternehmen keine Nobellösung zum Mini- oder gar Nulltarif hinstellen. Und eine Lösung wie in München, die sich durch Büro- und Einzelhandelsmieten refinanziert, hielte ich an dieser Stelle der Stadt nicht für sinnvoll. Abgesehen davon wäre zumindest die jetzt in Anspruch genommene Fläche dafür zu klein (und der Rest zu schade). Ende des Jahres wird wohl auch das Parkhaus fertig sein, das vier Stockwerke erhält. Das Erdgeschoss soll Fahrrädern vorbehalten bleiben. Entstehen soll das Parkhaus im nordwestlichen Teil des Areals (Q), Adamas Plan stimmt also.

  • Stimmt. ZOB Hamburg ist ja auch größer als das was jetzt in Frankfurt gebaut werden soll, d.h. es gibt dort deutlich mehr Haltestellen, einen kleinen Supermarkt, McDonald's, Indoor Wartebereich, usw. Die geplante Lösung in Frankfurt ist dagegen schon etwas enttäuschend.

  • Die Frankfurter Rundschau geht etwas genauer auf die Planung ein.


    Dazu meine jetzt aktualisierte Skizze:



    Bild: Google Maps, Bearbeitung: Adama




    14 Haltebuchten sind auf dem südlichen Teil des Geländes an der Pforzheimer Straße geplant, zehn Quer- und vier Längsparkplätze.
    Die Haltestellen sollen so plaziert werden das die Busse von beiden Seiten beladen werden können. Toiletten soll es geben, evtl. einen Kiosk (dieser ist angedacht aber noch nicht sicher).


    Es gibt demnach 3 Baufelder:
    Baufeld 1: Das Nordöstliche Baufeld; CA IMMO möchte Baufeld 1 selbst entwicklen, aber kein Hochhaus. Nutzungsoptionen wären Büros, ein Hotel oder Einzelhandel. PK: Ich sehe schon das nächste MotelOne :nono:
    Baufeld 2: Das "temporäre" offene Parkhaus mit 4 Etagen und 340 Stellplätzen, mindestens 3 Jahre soll es betrieben werden, danach könne eine anderes Baurecht geschaffen werden. Evtl. ein Hochhaus.
    Baufeld 3: die komplette Südseite an der Pforzheimer Straße, also der Busbahnhof.



    Interessenten für ein Hochhaus gibt es nicht, nachdem auch die Bahn Ihre Planungen für einen Bahntower komplett beendet hat.
    Herr Cunitz spricht auch nur noch von maximal 100m Höhe für ein Hochhaus. Sagt der Rahmenplan nicht 200m an möglicher Gesamthöhe? Kennt er seinen eigenen Rahmenplan nicht?


    Naja es scheint sich eine sehr kleine "Lösung" abzuzeichnen mit einem einfachen zweckmässigen Busbahnhof und unspektakulärer Architektur auf den anderen Baufeldern.


    Campanile, Bahntower sind endgültig vom Tisch wie es scheint.

  • Das scheint mir aus der Sicht des Fahrgastes eine ungünstige Aufteilung des Areals. Die Busbahnsteige werden in maximaler Entfernung vom Hbf gebaut. Das verlängert Umsteigezeiten, vor allem aber ist es mit Gepäck wahrscheinlich ein Hindernislauf.
    Alles in allem für die prominente Lage eine enttäuschende Entwicklung.

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    Aber ganz ehrlich, es handelt sich um einen Busbahnhof direkt neben dem Hbf. Da erwarte ich keine spektakuläre Architektur. Und wer weiß, wie sich der ganze Busverkehr entwickeln wird, wenn erstmal einige Marktteilnehmer verschwinden, andere fusionieren und die Preise steigen werden. Ich kann mit einer "einfachen" Lösung leben, sofern sie das Verkehrsproblem in der Ecke entschärft und dafür im Bankenviertel / Innenstadtbereich weiterhin interessante Projekte entwickelt werden.

  • Anordnung der Baufelder

    Okay, keiner der Aufbauten wird so exklusiv, dass man auch nicht wieder umplanen könnte. Wer weiß, was in drei Jahren auf dem Fernbusmarkt los ist. Aber ich bin der Meinung, dass das Baufeld 3 eher an die Mannheimer Straße gehört und auch die Linienbusse da halten sollten. So quetscht man die offenen Busbuchten zwischen zwei Gebäude und verlängert künstlich und ohne Not die Fußwege.
    Warum nur?

  • Das sehe ich genau so. Es würde doch mehr Sinn machen den Busbahnhof gegenüber des Seitenzugangs des Bahnhofs anzulegen und die Gebäude an die Pforzheimer Straße zu packen. Vor allem wenn's wirklich kein Hochhaus werden sollte, fände ich die „offene Seite“ des Blocks zum Bahnhof hin besser. Wäre übrigens schade um den HH-Bauplatz. :nono:

  • Die Platzierung des Busterminals im Süden des Areals wird dem Zwang folgen, dass ein Hochhaus nur im Norden möglich und/oder baurechtlich zulässig wäre. Und so groß ist die Entfernung zu den Gleisen nun auch wieder nicht.