Block74 | Ehem. Freudenberg-Areal Boxhagener Straße

  • Danke HarrySeidler für diese Berliner Bilder bei Hamburger Wetter. Der Eingang war und ist die Visitenkarte eines Hauses – und der Portikus der BOX 80 mit der Holz-Glasfront über zwei Etagen gefällt mir besonders. Ein Hauch von Bürgerlichkeit, auferstanden aus Ruinen. Endlich erkennen Architekten (und Investoren) wieder, wie viel Charme und Charakter ein weiträumiges, großzügiges Entré einer Architektur spendet.


  • Zum Projekt "Schreibfederhöfe" sind auf der Webseite des Entwicklers neue Visualisierungen aufgetaucht. Auch der Vertriebsstart bei ImmoScout hat begonnen. Gegenüber dem vor einem Monat gezeigten Stand wurden die Klinkerfassade des Gebäudeteils im Innenhof und die Glas-Balkonbrüstungen bereits wegrationalisiert. Auch die großzügige öffentliche Durchwegung zwischen Boxhagener Str. und Weserstr. scheint durch den Garten/Spielplatz und den Zaun am Durchgang Weserstr. zumindest stark eingeschränkt worden zu sein.


    Edit: Es gibt jetzt auch eine Projektwebseite: https://schreibfederhoefe.de. Im Interview mit Annette Axthelm wird deutlich, dass keine öffentliche Durchwegung mehr geplant ist. Sehr schade.


    Zum Vergleich die vorherigen Visualisierungen:

  • Im direkt daneben liegenden Neubaublock laufen die Einzüge auf Hochtouren.


    Auch wenn nicht alle Details überzeugen, könnte es doch durch die Vielfalt recht ansprechend werden. Ich bin gespannt, wie der öffentliche innere Bereich wirkt und was, außer dem auf stylisch gemachten Penny, dort noch an Einzelhandel einzieht.


    Ein Rundblick:











  • Die Anlage ist zum großen Teil bezogen. Die landschaftlichen Bereiche werden gerade fertig gestellt und nun der Länge nach passierbar. Der öffentliche Platz im Zentrum wirkt großzügig und die differenzierte Gestaltung ist überzeugend. Das Wissen um die Dämmweise ist der einzige Wermutstropfen.







  • ^ Ich finde, nach außen, also rund um den Block, ist das Projekt eine gelungene Erweiterung der Blockrandstadt. Nach innen gefällt es mir weit weniger: Der quadratische Platz ist in zu viele Richtungen zu offen, um als Platz zu funktionieren. Natürlich bleibt die endgültige Gestaltung abzuwarten, aber die billig gepflasterten Zuwege lassen nichts Tolles erwarten. Scheint eine Mischung aus Vorstadtpiefigkeit und pseudo-idyllischem Gated-Community-Privatpark zu werden, ohne wirklich gated zu sein.


    Die Fassaden finde ich in ihrer Patzschke-Haftigkeit auch nicht überzeugend. Man weiß halt nicht nur um die Dämmweise, man sieht sie auch. Und den Sockelzonen sieht man an, dass sie eine Beletage nur vortäuschen, während im Innern Standard herrscht – weshalb Erdgeschosse und 1. Etagen so gedrungen wirken. Naja, ich will nicht klagen; mir gefallen die Fensterläden (sofern sie echt sind) und die roten Ausklapp-Markisen. Und das ist doch auch schon was.

  • Scheint eine Mischung aus Vorstadtpiefigkeit und pseudo-idyllischem Gated-Community-Privatpark zu werden, ohne wirklich gated zu sein.

    ^


    Zumindest dieser Teil ist wenig sachlich und konkret. Könnte so auf jeden Platz des 19. Jahrhunderts zutreffen, weil er zu "offen" ist. Glaube aber zu verstehen was du meinst. Das es überhaupt einen öffentlichen Zugang gibt, finde ich persönlich gut. Das der kleine Platz allerdings keine Funktion hat, ist tatsächlich bedauerlich. Wenigstens hat man sich getraut einen kleinen Schatten der großartigen Städteentwicklung der Gründerzeit zu kopieren...

  • Könnte so auf jeden Platz des 19. Jahrhunderts zutreffen, weil er zu "offen" ist.


    Eben nicht. "Zu offen" meint nicht "jeder kann drauf", sondern bezog sich auf die umliegende Bebauung. Gelungene Stadtplätze (z.B. aus dem 19. Jahrhundert) haben eine klar konturierte Raumkante – dieser hier nicht, weil sich in fast alle Richtungen andere Plätze oder halboffene Hinterhöfe anschließen.


    Mit Piefigkeit war die sich andeutende Bepflanzung und Bepflasterung gemeint: Z.B. bekommen die Platzseiten der Gebäude keine Berliner Bürgersteige, sondern eine Betonsteinpflasterung in Baumarktqualität. Auch die eigentliche Platzgestaltung scheint eher Richtung privater Minipark als urbaner Stadtplatz zu gehen.


    Will sagen: Die Bauherren konnten sich nicht entscheiden und haben eine Mischung aus (engem) Gründerzeitplatz, (offen-moderner) Abstandsbauweise und privatem Garten geschaffen. Das ist in meinen Augen nichts Halbes und nichts Ganzes.

  • ... was ich in einem anderen Thread gerade schrieb.... dies ist doch kein Platz!
    Es ist ein ganz simpler Innenhof nicht mehr und nicht weniger ein wenig aufgehübscht vielleicht.
    Über die Architektur und das Geräusch das ensteht wenn ich dagegen klopfe, schweige ich lieber.

  • Den ortsansässigen Linksfaschisten scheint die Architektur auch nicht zu behagen, deswegen legen sie lieber ein Feuer und räuchern drei Wohnungen aus, anstelle sich um eine Enteignung zu bemühen


    https://abload.de/img/img_19177hjog.jpeg


    Und ein farblicher Akzent passt immer, läuft als Friedrichshainer Kunst am Bau


    https://abload.de/img/img_1916osk9n.jpeg


    --------------------
    Hinweis der Moderation: Die Einbindung der Bilddateien wurde in Links geändert. Bitte künftig auf die Richtlinien für das Einbinden von Bildern achten! Vielen Dank.
    Bato


    :bash:

  • Nichts läge auch ferner!


    Die Farbspritzer wurden sicherlich auch nur von Kindern verursacht, die etwas zu heftig mit Fingerfarbe gespielt haben.


    In Friedrichshain kann es auch schon mal passieren, dass sich die Mitglieder des ortsansässige Schützenvereins versehentlich im Ziel irren


    https://www.torial.com/matthias.bolsinger/contents/196514


    (Ironie des Schicksals: der gezeigte Betroffene ist ein ehemaliger Schulkamerad, der im Unterricht stets mit linken Parolen glänzte und der jamaikanischen Kultur :dooby: so sehr zugetan war, dass er dort einen Teil seines Lebens verbrachte)

  • ^ Die Farbbomben sind sicher politisch gemeint. Aber bevor man den Vorwurf der politisch motivierten Brandstiftung erhebt, sollte man Anhaltspunkte haben. "Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen!" läuft nicht mehr.

  • ^^ Ich habe jetzt den langen taz-Artikel nicht gelesen, aber gibt es denn Hinweise darauf, dass der Brand und die "Friedrichshainer Kunst am Bau" zusammen hängen? Gibt es zum Beispiel einen zeitlichen Zusammenhang?

  • Ich habe die Spuren der Brandstiftung bewusst nicht gezeigt, um diese absurden Diskussionen zu vermeiden. Wir haben als Baugruppe selbst vor Jahren in Friedrichshain gebaut und jeder Bauherr beschäftigt sich hier mit der Möglichkeit solcher Attacken - nicht aber in Wilmersdorf.


    Der ästhetischen Kritik von Architektenkind stimme ich aber vollkommen zu - ganz besonders an den Wegen in Baumarktdesign. Hätte man den Traveplatz, den Boxi, den Kollwitzplatz oder Zionskichplatz, den Savignyplatz oder den Ludwigkirchplatz zum Vorbild genommen, wäre es um Längen besser geworden. Dennoch bin ich angesichts des aktuellen Durchschnitts zufrieden. Mit Erfolg hat man sich an der Gründerzeit orientiert.

  • ^ Die Farbbomben sind sicher politisch gemeint. Aber bevor man den Vorwurf der politisch motivierten Brandstiftung erhebt, sollte man Anhaltspunkte haben. "Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen!" läuft nicht mehr.


    Nun, ich kläre an der Stelle gerne auf, da ich mit einem Anwohner sprechen konnte. Der Brandanschlag war selbstverständlich politisch motiviert. Welcher Seite ist mir eigtl. egal, aber man muss sich einfach nur mal mit diversen Liebig–Befürwortern unterhalten und es wird sehr schnell klar, aus welcher Ecke solche „antifaschistischen Aktionen“ kommen.

    Man sprüht ja mittlerweile auch gerne großflächig an Häuserwände „Liebig 34 verteidigen!“ und ist sich gar nicht bewusst, dass man sich längst von der Lebensrealität in Friedrichshain (Familienkiez + abgeschlossene Gentrifizierung = hohe Preise) entkoppelt hat.

  • ^Nun, nichts anderes hat Architektenkind behauptet. Es ging um den vermeintlichen Brandanschlag und den klärst nicht im Geringsten auf.


    Gentrifizierungsdebatte am besten dort weiterführen. Danke
    Bato