BG Simplon + Revaler Spitze

  • in Punkto Farbe muss ich dir recht geben.
    Was Farben als Gestaltung alles ausmachen können, zeigt sich in deinen Bildern als Negativ heraus.
    Stellenweise würden die Gebäude viel Interessanter wirken.
    So sind sie doch eher langweilig anzusehen.
    Das verschlingt die Architektur.

  • Also das gelbe Gebäude ist ja sogar der negative Höhepunkt. Diese fenster mit den Gittern davor, grauenhaft. Hier hat man sich doch offensichtlich einen feuchten um das Stadtbild geschert. Traurig, dass sowas überhaupt genehmigungsfähig ist.

  • ich muß ja nun fast täglich daran vorbei und finde das gesamte ensemble ziemlich grausam....gegenüber die tatsächlich schicken helenenhöfe und dann diese gebaute banalität welche eventuell als idee ganz gut war, in natura jedoch unglaublich schlecht umgesetzt wurde... gegenüber wird wiederum relativ klassisch im sogenannten "berliner stil" mit backstein-verblendungen und gefälliger formensprache gebaut...das ganze wirkt einfach nicht, ist unruhig, ohne roten faden...große chance vertan, wie ich finde...da hätte man zumindest stilistisch ähnlich wie am spittelmarkt bauen sollen (da passt das meiste zusammen, ausser fellini)

  • Vorallem hätte man sich doch einfach an den Altbauten orientieren können. Jetzt mal ehrlich: welcher Architekt stellt sich jetzt hin und bahuptet sein graues Beton wäre da auf irgendeine Weise etwas besonderes in dieser Gegend?

  • Da ich mich in der Pflicht sehe bei pauschal abwertender Kritik ein bisschen gegen zu halten, möchte ich das auch hier tun.


    Ich bin nicht begeistert und finde den Gesamteindruck auch eher trist und ich stimme Saxonia darin zu, dass das gelbe Haus am schlimmsten ist und dies war mal ein einfacher aber recht ordentlicher 20er Jahre Wohnungsbau, der im Zuge der Sanierung ästhetisch ruiniert wurde. Aber:


    Ich finde die Eingliederung in die Gründerzeitbebauung der Umgebung gelungen. Es ist ein geschlossener Block mit mehrerern Einzelgebäuden, die auch individuell gestaltet wurden. Die Gebäude haben einige Auflockerungen in der Gestaltung z.B. durch vor- und zurücksprigende Fassadenteile auch im Dachbereich. Eigentlich finde ich das sehr positiv und durchaus exemplarisch für gelungene Neubauten. Trotzdem führt die Farbe aber insbesondere die für einen Neubau zu kleinen Fenster zu einem abgeschotteten, unfreundlichen Eindruck, was sehr schade ist. Ich finde die Transparenz vieler Neubauten, die eine gewisse Durchlässigkeit von Innen nach außen erzeugt, oft sehr positiv. Dies fehlt hier völlig, was denke ich schlimmer ist als die gedeckten Farben.


    Insgesamt also ein gemischtes Fazit.

  • Revaler Spitze Friedrichshain und die darum liegenden Gebäude, laut Kartenübersicht müsste das die Baugruppe Simplon sein.




    Fotos gemeinfrei, da von mir selbst gemacht.

  • Revaler Spitze

    Ich bin gestern am hier beschriebenen Projekt vorbeigelaufen. Ich muss sagen, dass mir die Architektur sehr gefällt. Die Klinker sieht man zwar erst auf der Rückseite, aber es scheint was ordentliches auf die Beine gestellt zu werden... Das ist leider nicht überall so, wenn man sich die BG Simplon anschaut. Dann sollten lieber die Herren der RS auf den Nachbargrundstücken aktiv werden, dass es zumindest nen Bau mit Substanz ist. Alles subjektiv!


    Ich habe leider keine Bilder vom aktuellen Stand gemacht.

  • Update

    Die Fassadenarbeiten an den Häusern 1 und 2 kommen zum Ende und das Ergebnis kann sich meines Erachtens sehen lassen. Vor allem das Eckhaus gefällt mir sehr gut.



    Haus 1, das "Fensterladenhaus":



    Haus 2, das Eckhaus Nord:




    Haus 3 und 4 sind auf halber Höhe angelangt. Das Haus 4 wird im Großen und Ganzen eine Spiegelung vom Haus 2.



    Rückseite Haus 1+2:



    Der Baubeginn für die Häuser 5 bis 7 erfolgt im nächsten Jahr:


  • Revaler Spitze

    Mittlerweile sind auch die Entwürfe für die verbliebenen Freiflächen - dem Bauabschnitt 3 - des Projektes Revaler Spitze online. Der Stil bleibt unverändert:


    Haus 5



    Haus 6



    Haus 7



    (C) alle: VARENTA & Co. Projektentwicklungsgesellschaft mbH

  • Ja, der Mann hat sich offensichtlich auf diesen Stil spezialisiert und es scheint genügend Investoren zu geben die diesen Stil für ihre Projekte verwirklicht sehen wollen. Zudem liegen die von dir genannten Projekte geografisch so weit auseinander, dass hier zu keinen Neoklassizismus-Overkill kommt.

  • ^Es gibt aber - finde ich - bei diesem Büro auch Zeitströmungen, die mitgemacht werden. Während die frühen Arbeiten wie die Prenzlauer Gärten noch, wie Du richtig sagst, einen neoklassizistischen Touch haben geht es bei den aktuellen Projekten immer wieder auch in die Frühmoderne. Abgerundete Balkone, Klinkerbänderungen usf. Das kann man nicht mehr als "neoklassizistisch" bezeichnen.


    Beispiele sind die Hofbebauung der Komponistengärten, das sog. Parkpalais am Friedrichshain (Fotos von mir) und weitere.



  • Ja und? Bei den Komponistengärten gibt es sogar einen Portikus.
    Das er moderne Formen in seine Entwürfe mit einfließen lässt macht sie für mich umso ansehnlicher als wenn er sich nur auf den starren Neoklassizismus konzentrieren würde.

  • Zitat

    geht es bei den aktuellen Projekten immer wieder auch in die Frühmoderne. Abgerundete Balkone, Klinkerbänderungen usf.


    Ist das ein Vorwurf? Es sind immer noch sehr schöne Häuser, von den man in manchen Gegenden - wohl auch in Berlin - nur träumen könnte. Haus 5, 6 und 7 kriegen jedes eine individuelle Fassade - bei größeren Projekten keine Selbstverständlichkeit und doch das, was eine lebendige Stadt ausmacht.

  • ich finde die gebäude von stephan höhne architekten sehr gelungen ja sogar symphatisch. sie sind ehrlich, versuchen einen nicht hinters licht zu führen mit styroporsäulen und misslungener proportionalität wie bei den rosengärten und kitschigen ballustraden wie bei den fellini-residences.
    ich mag den klinker, er hat regionalen bezug wenngleich oder gerade weil der stil mit den rundungen und den abgesetzten gesimsbändern mich an die schönen und absolut hochwertigen sozialbauten die im paris der 30er jahre im 18./19./20. arrondissement entstanden sind, erinnert.
    diese art gebäude, 2 etagen höher mit geschäften und restaurants und noch ein bisschen urbaner gestaltet könnte ich mir sehr gut anstelle der platten links und rechts vom roten rathaus vorstellen.

  • Also, wenn ich sehe was gegenwärtig für Kästen enstehen, verstehe ich die Kritik an den doch ganz angenehmen Bauten, die die Stephan Höhne Architekten verwirklichen, nicht.


    Solche könnte ich mir auch etwas zentraler ganz gut vorstellen, beispielsweise am Alexanderplatz oder am Molkenplatz.

  • Auch in meinen Augen ist das das Beste was derzeit an Wohngebäuden in Berlin gebaut wird. Leider wird es sowas wohl dennoch nicht in zentraler Lage geben da hier viele Leute die ich nicht unbedingt als Freunde dieses Stil einschätzen würde, ein gutes Wörtchen mitzureden haben.

  • Konstantin


    Sicher würde ich mir auch mannigfaltig Rekonstruktionen in zentraler Lage wünschen, so ist es nicht. Was jedoch meist sehr unrealistisch sein dürfte, ich lasse mich diesbezüglich aber sehr gerne eines Besseren belehren. Wenn ich mir die ganzen Platten in zentraler Lage betrachte, hätte ich mitnichten was dagegen, wenn das ein oder andere Gebäude die obengezeigte Formensprache aufgreifen sollte.


    Was mir grad einfällt, ich fände ein Backsteinhochhaus, vielleicht auch mit hohem Glasanteil am Alexanderplatz sehr reizvoll. Aber wir sind ja nicht bei Wünschdirwas - ich weiss.