Berliner Stadtverkehr kontrovers diskutiert

  • Sehr positive Neuigkeiten gibt es vom Hackeschen Markt: Dort wird zur Zeit die Einrichtung einer Fußgängerzone geprüft. Der Bezirk Mitte, die Senatsverwaltung für Umwelt und die Deutsche Umwelthilfe prüfen zur Zeit, wie eine machbare Lösung aussehen kann. Dabei sind sich offenbar alle einig, dass die Straßenbahn weiter über den Hackeschen Markt fahren soll, und auch die Radfahrer sollen weiter erlaubt sein. Für Autos könnte es aber eine Sperrung geben.


    Artikel Berliner Zeitung


    Ich würde einen autofreien Hackeschen Markt sehr gut finden. Er wäre ein weiterer Schritt zur Verkehrswende. Außerdem würde auch die Straßenbahn sehr davon profitieren, weil sie oft durch die chaotischen Verkehrsverhältnisse ausgebremst wird.


    Mod: Eingebundenes Presseartikel gelöscht. (Lag an einem update-bedingten Feature, dass bereits deaktiviert wurde.)

  • Was haben 100 Meter Sperrung für Autos mit einer Verkehrswende zu tun?


    Absolut nichts. Reine Augenwischerei.


    Der Hackesche Markt ist einer der urbansten Orte sie es gibt in Berlin. Der Autoverkehr ist sowieso marginal, einspuurig und sehr langsam.

    Anstatt über solche nichtsagenden Augenwischereien nachzudenken, sollte die Verkehrssenatorim mal wirklich was für eine Verkehrswende tun.


    Endlich neue Ubahnlinien bauen Elektrobusse anschaffen, Elektro- ladestationen für E Autos massiv ausbauen Fahrradhäuser massiv an zentralen Knotenpunkten errichten.

    Radwege massiv ausbauen und nicht nur Farbe irgendwohin Pinseln.

    Es gäbe so viel zu tun, eine Fußgängerzone am Hackeschen Markt ist das letzte, was es braucht.

  • ^ Der Autoverkehr am HM ist sicher vieles, nur nicht marginal. Er zwängt sich durch das Nadelöhr HM und Oranienburgerstr. Es wäre ein erheblicher Gewinn für den Fußgänger, wenn sich hier was ändern würde.

    Das sieht sogar die FDP so. Ich kann dieses krampfhaft Festhalten an jedem Meter Straße der Autofreunde nicht nach vollziehen. Es ist völlig absurd.

  • Endlich neue Ubahnlinien bauen Elektrobusse anschaffen, Elektro- ladestationen für E Autos massiv ausbauen Fahrradhäuser massiv an zentralen Knotenpunkten errichten.

    Radwege massiv ausbauen und nicht nur Farbe irgendwohin Pinseln.

    Es gäbe so viel zu tun, eine Fußgängerzone am Hackeschen Markt ist das letzte, was es braucht.

    Und dann haben wir im Herbst/Winter verwaiste Fahrradhäuser und leere Radwege, während die Autos und Busse auf den einspurigen Haupstraßen im Stau stecken. Radwege auszubauen ist mMn sowieso ziemlich sinnlos, da nicht wenige Fahrradfahrer trotz Radweg auf der Straße oder auf dem Gehweg fahren. Habe den Sinn dieser noch nie verstanden.

    Diese ganze "Verkehrswende" ist für mich eine einzige wahnhafte Halluzination.

  • ^ mal abgesehen davon, dass wir das schon gefühlt 1000 x hatten:


    Auch wenn du es nicht wahrhaben willst: Auch im Herbst und Winter sind viele Radfahrer unterwegs, und gerade dann benötigen sie sichere Radwege/-spuren. Nachts sind übrigens auch kaum Autos auf der Straße und keiner will deswegen die Straßen abschaffen.


    Sind gute und sichere Radwege/-streifen vorhanden, fährt kaum ein Radler auf der Straße oder dem Gehweg.

  • ^^ Die einzige Halluzination sind hier die von dir beobachteten verwaisten Fahrradhäuser und leeren Radwege. Ich würde auch gern mal sehen, wo Fahrradfahrer trotz ausgebautem Radweg auf Straße oder Gehweg fahren, das erfolgt meist dann, wenn der Radweg nicht benutzungspflichtig oder in einem nicht zumutbaren Zustand ist, auch wenn sich Autofahrer den gängigen Hupkonzerten und gefährlichen Überholmanövern nach zu Urteilen wesentliche Bestandteile der StVO bereits kurze Zeit nach Erwerb des Führerscheins vergessen.

  • Im Sommer steigt der Radverkehr gegenüber dem Winter um 60%. (Link). Klar sind die Radwege nicht verwaist. Klar sind sichere Radwege im Winter noch viel wichtiger. Aber die Verkehrswende bedeutet halt in der Tat, dass ein Stück weit doppelt Strukturen vorgehalten werden müssen. Genau wie bei der Energiewende (die Kraftwerkskapazität stieg als Folge der Energiewende um >90%. Die erzeugte Energie aber nur um 4%. Die Dinger stehen halt an Land/in DE oft still. Und dann müssen die fossilen für den gesamten Bedarf grade stehen können). Alles recht und gut - aber kostet alles ne Menge Geld - das man erstmal haben muss.

  • Wenn die Leute in ihren Stahlkisten wegen den achso großzügigen Fahrradwegen im Stau stecken, können sie ja überlegen mal die Öffis zu nehmen. Wir leben in Berlin, wer hier privat Auto fährt macht das idR aus Bequemlichkeit, nicht Notwendigkeit.

  • Ja, aber die Grenzen zwischen Bequemlichkeit und Notwendigkeit sind fließend


    Wer zwei oder drei Kinder hat und die bei Regen zu unterschiedlichen Orten kutschieren muss, für den ist das Auto vielleicht nicht nur bequem, sondern auch notwendig.


    Und ein Senior mit einem Ziel innerhalb Berlins, für das er mit ÖPNV 3x umsteigen müsste, der setzt sich vielleicht auch lieber ins Auto und nennt das Notwendigkeit.

  • ^/^^ Natürlich gib es auch Menschen, die tatsächlich auf das Auto angewiesen und weitere, bei denen man die Nutzug eines Autos nicht als reine Bequemlichkeit abtun kann. Nur stellen diese nicht unbedingt die Mehrheit dar. Deswegen aber jede Maßnahme zur Reduzierung des MIV generell abzulehnen, ist bequem und zeigt nur, dass man letzlich keine Veränderungen zugunsten anderer Verkehrsteilnehmer will - oder zumindest darf es die eignene Interessen nicht beschneiden und erst recht nichts kosten. Dabei käme weniger Autoverkehr auch genau denen zugute, die das Auto wirklich brauchen.


    Genauso seltsam ist das Argument, dass im Winter weniger Radverkehr stattfindet. Dass "doppelt Strukturen vorgehalten" werden, gilt für Autos umso mehr: Straßen und Autobahnen werden in einer Dimension vorgehalten, die nur wenige Stunden werktags, also zu den Stoßzeiten, benötigt werden - bekanntlich steht das Auto durchschnittlich rund 23 Stunden am Tag ungenutzt rum. Und beansprucht dann wie selbstverständlich möglichst kostenlos öffentlichen Raum - und das in erheblichem Maße.

  • Die Fußgängerzone am Hackeschen Markt scheint nun doch konkretere Formen anzunehmen. Laut einem Bericht der Berliner Zeitung, haben die Umweltverwaltung, der Bezirk Mitte und die Deutsche Umwelthilfe einen "Letter of Intent" zur Schaffung einer Fußgängerzone am Hackeschen Markt unterzeichnet. Die Deutsche Umwelthilfe will gemeinsam mit der TU Berlin das Projekt wissenschaftlich begleiten.


    Zu den Zeitplänen wird noch nichts mitgeteilt, aber es wäre schön, wenn das Projekt schon nächstes Jahr starten könnte.

    https://www.berliner-zeitung.d…ojekt-beteiligt-li.292408