Leipzig: Die Shopping-Diskussion

  • Gestern hat es mich mal in die Theaterpassage verschlagen - leider ein ziemlich trostloses Bild. Bis auf einen Club (wohl nur abends geöffnet) ist die Passage innen immer noch leer. An einem Laden hängt zwar ein Zettel "vermietet", aber sonst nichts. Die Passage selbst wirkte gestern ungepflegt. So wird es natürlich auch schwer, neue Mieter zu finden bzw. die Aufmerksamkeit potenzieller zukünftiger Kunden zu wecken - denn ein zweites Mal wird man vermutlich nicht neugierig dort hineinsehen.


    Ich hoffe, dass sich dort noch eine Verbesserung ergibt - zumindest könnte man die Schaufenster der leeren Läden als Ausstellungsfläche o. ä. nutzen. Das würde nur den Strom kosten und die Fußgängertunnel-Assoziation vielleicht etwas abmildern.

  • ^ Die Tristesse in der Theaterpassage ist bekannt. Letztendlich haben auch wesentlich prominentere Passagen in der Innenstadt mit fehlender Kundschaft zu kämpfen. Bei der Theaterpassage kommt erschwerend hinzu, dass sie im Prinzip nichts anderes als ein zugiger, finsterer Durchgang ist, in den man sich wie bei dir nur zufällig verirrt.


    Bei den Läden hat man vermutlich dennoch klare Vorstellungen, wer sie betreiben soll, sonst hätten sich in der Passage wohl schon längst irgendwelche Spelunken, Wettbüros, Internetcafés etc. eingenistet.

  • Im Wirtschaftsteil der WELT ist ein Artikel zum Thema "Deutschlands Innenstädte drohen zu veröden" erschienen.


    Interessanter als der Artikel selbst sind die Kommentare. Kommentatoren aus dem Osten sind kaum vorhanden. Stuttgart, München, der Norden und vor allem NRW tauchen häufig auf. Interessanterweise gibt es heftige Polemik gegen Fußgängerzonen. Völlig autofreie Innenstädte werden häufig als Grund für deren Niedergang vermutet. Neben der Sonntagsruhe.


    Viele Kommentatoren beklagen, dass 1-Euroläden, Handyläden, Billigrestaurants u.ä. die Innenstädte dominieren würden und Menschen, die nicht in das gewohnte Bild passen, werden als Gefahr wahrgenommen.

  • Die Leipziger Entwicklung ist mit der zunehmenden Aufwertung der City ja eher gegenläufig. Wobei die sehr kompakte und weitgehend autofreie Innenstadt so wohl auch nicht die Regel ist.
    Wer mit dem Auto zum City-Shopping fährt, kann hier direkt im Zentrum (kostenpflichtig) parken und die gesamte Innenstadt mühelos zu Fuß durchqueren. Aber sicher sollte man darauf achten, dass die Parkkapazitäten im City-Bereich auch zukünftig ausreichend dimensioniert sind.

  • Neueröffnungen:


    07.12.2017, 7 Uhr: REWE-Center im ALLEE-CENTER
    14.12.2017, 7 Uhr: REWE-Markt am Adler


    12.2017: Autocenter Weber/PopUp-Store in der Hainspitze

  • Die Presse aus Wien berichtet, dass Zalando in der Leipziger Burgstraße im Sommer ein Outlet eröffnen will. Das Outlet soll 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche besitzen.


    In der lokalen Presse war zu lesen, dass im Petershof auf zwei Etagen ein Fitness tempel eingerichtet werden soll.


    Na, das kann ja was werden. Nach den Fastfood-Tempeln der letzten Zeit...

  • Ich hatte schon vermutet, was die Leipziger Volkszeitung jetzt bestätigt: Zalando zieht in den Petershof. Das Ladengeschäft wird über die Burgstraße erreichbar sein. Im Erdgeschoß solle noch zwei andere Einzelhändler einziehen. Die Verhandlungen sollen laufen. Mal sehen...


    Aber beim Merkurhaus hat der gleiche Investor ganz gute Arbeit geleistet. Das gibt Anlass zur Hoffnung.


  • Die Leipziger Entwicklung ist mit der zunehmenden Aufwertung der City ja eher gegenläufig.


    Nach der letzten Passantenfrequenz-Zählung wurde schon mal gefragt Bleiben Leipzig die Passanten aus?


    mephisto 97.6 - das Leipziger Uniradio- hat Beiträge von Immobilienvermittlern ausgewertet. Diese kommen zum bekannten Schluss, dass sich die Leipziger Innenstadt im Wandel befindet. Neue Geschäfte werden eröffnet und beleben die Innenstadt.


    Vermehrt werden Gastronomiebetriebe eröffnet. Die Leipziger Volkszeitung vermutet bereits, das sich die Katharinenstraße zu einer neuen Gastro-Meile entwickeln wird, die sich bis zum Brühl und in den Museumshof erstrecken soll. Anlass ist die bevorstehende Eröffnung des Augustiner-Brauhauses am Markt.

  • Jens Rometsch von der Leipziger Volkszeitung wagt verhaltenen Opitimismus hissichtlich der Entwicklung in der Leipziger Innenstadt, nach dem er Berichte diverser Maklerhäuser ausgewertet hat. Der Petresbogen bekommt eine Aufwertung. Die französische Decathlon-Gruppe will noch 2018 auf 2.500 qm ein Sportkaufhaus eröffnen. Dazu wird auch die Fläche im 1. OG genutzt, auf der sich früher ein Fitnessstudio befand. Die Software-Firma Powercloud zieht in Steibs Hof. Im Gebäude der Ostmoderne Grimmaische Straße / Nikolaistraße -der früheren Löwenapotheke- zieht ein "superschickes" Nespresso-Café.


    Die restlichen erwähnten Objekte sind bekannt.

  • Daran anküpfend, widmete die FAZ letzte Woche eine kleinen Artikel zur Wiederbelebung der Innenstädte durch die Gastronomie. Als Chance für die wieder lebendigeren Innenstädte wird der starke Anstieg des Onlinehandels gesehen. Ketten ziehen sich etwas zurück und geben dadurch der Gastronomie wieder etwas den Platz.


    Leipzig wird zwar nicht erwähnt, findet aber im Symbolfoto mit der Winkelbebauung des MdbK eine Verknüpfung. Wie hier schon öfter erwähnt, blüht gerade die Katharinenstraße mit den neuen gastronomischen Einrichtungen ja richtig auf.

  • ^ Das Symbolfoto in der FAZ dürfte das Eiscafé La Luna in den Höfen am Brühl zeigen. FoodKurt empfinde ich wie an anderer Stelle schon mal geschrieben als Zumutung. Von daher finde ich auch die im Artikel genannten Beispiele wie Vapiano, Alex, Extrablatt oder Hans im Glück als keine große Bereicherung für der Gastroszene, aber das kann jeder freilich sehen wie er will.

  • ^ Nein, der Onlinehandel wird sicher nicht zu italienischen oder französischen Innenstädten führen. Dennoch bemerke ich den Unterschied in Leipzig - vor allem in den Sommermonaten. Was wahrscheinlich nicht nur auf das gestiegene Gastronomie-Angebot zurückzuführen ist. Sondern auch auf die gestiegenen Tourismuszahlen, welche ja mittlerweile so langsam an die Zahlen in Dresden herankommen.

  • ...
    Von daher finde ich auch die im Artikel genannten Beispiele wie Vapiano, Alex, Extrablatt oder Hans im Glück als keine große Bereicherung für der Gastroszene
    ...


    Für die Belebung der Innenstadt scheinen sie gebraucht zu werden. Schon das Mövenpick im Handelshof war eher eine Zumutung. Zum Glück gibt es ja inzwischen andere Etablissements. Die ganz große Tourilädeninvasion ist zum Glück noch nicht in Leipzig angekommen.

  • Laut LVZ hat Karstadt vom neuen Gebäude-Eigentümer die Kündigung für 2019 erhalten. Das will wohl jemand seine Rendite optimieren - entweder durch Druck auf Karstadt oder eine lukrativere Neuvermietung. Die mit Blick auf das große Warenhaus aber eigentlich nicht gerade einfach erscheint.
    http://www.lvz.de/Leipzig/Loka…tadt-Leipzig-dicht-machen


    EDIT: Bild berichtet, dass der neue Vermieter in den bisherigen Verhandlungen eine Mietsteigerung um 68 Prozent durchsetzen wollte. Betroffen wären vom Karstadt-Aus in Leipzig 400 Mitarbeiter.
    https://www.bild.de/regional/l…rstadt-55298248.bild.html


    EDIT 2: Zwischenzeitlich hat die LVZ ihren Artikel deutlich erweitert. Eigentümer ist demnach seit 2017 "eine Luxemburger Tochter des Schweizer Familienunternehmens Even Capital", der bereits der Petersbogen gehört. Ein Standort, der subjektiv in den letzten Jahren v.a. durch Fluktuation bei den Mietern auffiel.

  • ^ In den Petersbogen, unweit nebenan in der Schlossgasse gibt es den Fanshop des 1. FC Lok. Das Schrödter-Haus ist eine noble Adresse für den RB-Fanshop.

  • Im Schrödter-Haus befindet er sich nicht sondern im Neubau nebenan. Die gegenwärtige Fläche wird dann laut Artikel mit Büros vom Verein bespielt. Da der Petersbogen eh umgebaut wird und die beiden Vereine (Lok und RB) auf der admin. Ebene eh keine Probleme miteinander haben ist der neue Standort schon ok vor allem da die Passantenfrequenz in diesem Bereich der Innenstadt höher als am Neumarkt ist.

  • Ich nehme an, der RB-Fanshop wird großzügig an der Rotunde und im Übergang zur Burgplatzpassage platziert. Da Decathlon ja schon nach dem Umbau eine recht große Fläche an der Petersstraße erhält.


    Auf jeden Fall wird der Umbau wohl ansprechend gestaltet. Ansonsten würde RB dort keinen Store eröffnen. Ich bin mal gespannt. Der Lack ist dort gegenwärtig zumindest, ziemlich runter.

  • Die in Großbritannien geschwürartige Coffee House Kette "Costa Coffee" nimmt Anlauf auf Leipzig und wird 2019 im neuen Premier Inn in der Goethestraße ein Cafe eröffnen. Die britische Kette ist der global zweitgrößte Kaffehaus-Riese nach Starbucks und konnte bisher kein Fuß in Dtl. fassen. Nun geht die Kette hier in eine Partnerschaft mit der britischen Hotelkette Premier Inn. Nach Frankfurt und München wird Leipzig die Dritte im Bunde. Von Schiller zu Goethe, von dort nach Leipzig in die Goethestraße...;)

  • Da wir hier im Shopping-thread sind - in der Plautstraße in der Nähe des Lindenauer Hafens wurde dieses Autohaus neu errichtet:


    Schon etwas älter aber hier m.W. noch nicht gezeigt - dieser Autohausneubau in der Ludwig-Hupfeld-Straße:

    Eigene Bilder