Sonstige Bauprojekte südlich des Mains

  • Projekt "The 34" - Umbau Dreieichstraße 34

    Die Dreieichstraße 34 kann ohne Zweifel als Problemimmobilie gelten. Seit 2015 steht das Wohnhaus an der Ecke zum Neuen Wall leer. Der Abstieg begann mit unsachgemäßen Umbauarbeiten, es folgte Nutzung durch Obdachlose, Schädlingsbefall, eben das ganze Programm (bereits 2018 die FNP).


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    Südseite:


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    In einem Nebengebäude auf dem Grundstück gab es einst Gastronomie, erschlossen von der Willemerstraße. Auch diese Räume verfallen längst.


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    Nun haben Bauarbeiten begonnen. Ein großer Baum an der Südseite wurde gefällt. Ein Bauschild hängt aus, das auf "Nutzungsänderung von einer Schank- und Speisewirtschaft in 3 Wohneinheiten im EG, Anbau zur Wohnraumerweiterung 1.OG-4.OG, Anbau von Balkonen, Einbau eines Aufzuges sowie Rückbau des Daches und Wiedererrichten in geänderter Form mit Ausbau zu einer Wohneinheit sowie Rückbau und Wiedererrichten des gartenseitigen Anbaus in geänderter Form zur Herstellung von 2 Wohneinheiten und einem Laden (Kiosk) in einem Mehrfamilienhaus" hinweist. Den Umbau plant das Büro Franken Generalplaner.


    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/6154_dreieichstrasse_34_umbau.jpg

    Bilder: Schmittchen


    Im Netz findet sich ein Projektname "The 34" und eine Website dazu. Entstehen sollen 18 Wohneinheiten auf fünf Etagen. Zur Willemerstraße ist der Neubau eines Doppelhauses geplant. Mit der Fertigstellung wird 2025 gerechnet. Das ist der Entwurf:


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    Ganz gut, meine ich. Anstelle des eingeschossigen Anbaus zur Dreieichstraße soll bis hoch zur Traufe angebaut werden. Wenngleich ohne Dachüberstände, bleibt es bei einem geneigten Dach. Die Luftbildvisualisierung zeigt auch das neu zu errichtende Doppelhaus.


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    Bilder: Franken Generalplaner / E21 GmbH / IAM Immobilien / Rendervision

  • Ein sehr erfreuliches Projekt! Die Erdgeschosswohnung mit bodentiefen Fenstern auf Straßenniveau zur abstandslosen Interaktion mit Passanten hat dabei allerdings einen recht speziellen Reiz.

  • Sehr schöne Renovierung: Hier wird ein Schandfleck beseitigt und neuer Wohnraum geschaffen. Sehr schön finde ich auch die "Geripptes" Optik an der Fasade, ähnlich wie bei der Erweiterung des Bürgerhospitals vor ein paar Jahren (Westhafenturm und MyZeil haben es in Glas). Fänd es nicht schlecht wenn man daraus in Zukunft eine Frankfurt spezifische Fasadendekoration bei verschiedenen Neu- und Umbauten machen könnte.

  • Eine klare Aufwertung für diese einstige Bauruine mit vielen schönen Details wie der Rauten-Fassade. Das „34“ wird aufgrund der Eck-Lage sicherlich ein Hingucker. 17 Wohnungen deuten daraufhin, dass hier vor allem (sehr) wohlhabende Singles angesprochen werden sollen. In direkter Gehdistanz zur EZB und wenige Meter von Main und Affentor Biergärten entfernt, wird sich das Klientel wohl auch finden. Hier sieht man bspw. die Preise, die für die 1,5 Zimmer Wohnungen aufgerufen werden. Auch ein „städtisches Tiny House“ gibt es im Hof.


    Verantwortlich zeichnet sich das Frankfurter Büro Franken Generalplaner, das u.a. in Sachsenhausen für den Neubau an der Kleinen Rittergasse bekannt ist, ebenfalls mit Sonder Fassade. Auch das 34 hat dort eine eigene Seite. Dort erfährt man, dass es sich um 17 Wohneinheiten und 1 Gewerbeeinheit handelt (scheinbar die ehemalige und neue? Trinkhalle an der Willemerstrasse). Die Erweiterung ist eine Holzständerbauweise auf Stahlbeton Bodenplatte.


    Nicht gut ist, dass die Platane abgeräumt wurde, einst eine der ältesten und größten Bäume der Nachbarschaft. Sie war dem Kran wohl im Weg, aber hier sollten dann auch entsprechend Ersatzpflanzungen von ausgewachsenen Bäumen erfolgen und nicht die üblichen Kirschlorbeer Alibi Büsche.

  • Ich kann mich den Jubelarien nicht im geringsten anschließen. Die Kubatur mag ja vielleicht halbwegs ok sein, aber hier wird aus einem Gründerzeitler mit durchaus viel Potenzial mal wieder ein einfallsloser pseudo-moderner Allerweltsbau gemacht. Sämtliche Gestaltungsmerkmale entsorgt bzw unkenntlich gemacht. Der Dachüberstand+Attika komplett entfernt (und statt passender Schieferdeckung gibts mal wieder nur billiges Blech) so dass es aus Fußgängerniveau aus auch noch aussieht wie eins der unzähligen grausamen Flachdächer. Sorry, architektonisch ist das eine massive Verschlechterung im Vergleich zum Bestand. Vor Allem die neue Fassade zur Dreieichstraße hin ist absolut inakzeptabel.

  • ^ Nur weil das Haus vor 1920 gebaut wurde, ist allein das noch kein Grund für seine Erhaltung oder Rekonstruktion. Ich sehe dort vor allem einen misshandelten, entstellten gründerzeitlichen Allerweltsbau, dessen – nicht besonders anschauliche - Schauseite nach Norden zum Neuen Wall und zur Dreieichstraße weist. Zu der nach heutigen Vorstellungen attraktiven Südseite liegen Treppenhaus, Küchen und Toiletten, die verwahrloste Hofsituation mal außer Acht gelassen. Die Krone der Hässlichkeit ist der eingeschossige Anbau an der Dreieichstraße. Man kann ihn abreißen oder aufstocken. Abriss führte zu einer Art Vorgarten in einer Straße, die noch nie Vorgärten hatten, wäre unharmonisch. Aufstocken heißt mehr Nutzfläche um den Preis, die alte Fassade zur Dreieichstraße hin auch oberhalb des Erdgeschosses zu verdecken. Was bliebe dann noch vom ursprünglichen „Gründerzeitler“? Ich verstehe deine Kritik an moderner Architektursprache, aber um den Bestand ist es nicht wirklich schade.

  • Doch darum ist es schade, weil überall wo solche Altbauten abgerissen werden, von wenigen Ausnahmen abgesehen noch kein einziges Mal es ein Architekt geschafft hat etwas zu planen das für das Stadtbild zumindest gleichwertig ist. Auch hier wieder ist das optisch ein ganz massiver Rückschritt ganz im Geiste der unseligen 70er-Jahre.

    Die ganzen Kritikpunkte am Bestandsgebäude hätte man allesamt auch mühelos beheben können, ohne dem Gebäude seinen derzeit klar erkennbaren Gründerzeitlook vollständig zu rauben und die übliche seelenloses Banalität walten zu lassen die schon viel zu lange die Entwürfe der meisten der derzeit agierenden Architekten prägt.

    Noch dazu ist das Gebäude fast vollständig von weiteren Gründerzeitlern umgeben. Der Bestand passt da trotz seiner Entstellung noch gut mit rein, der Umbauentwurf ist mal wieder der übliche schlecht gemachte Look-at-me-Effekt mit Stinkefinger.

  • Die Erdgeschosswohnung mit bodentiefen Fenstern auf Straßenniveau zur abstandslosen Interaktion mit Passanten hat dabei allerdings einen recht speziellen Reiz.

    Vor allem nicht irgendwelche Passanten, sondern vor allem Partygänger, die die Dreieichstrasse als Hauptschneise verwenden in Richtung Alt-Sax.


    Daher wäre es auch völlig naiv mit einem offenen Innenhof mit niedrigen Zäunen, wie auf dem Render gezeigt, zu planen. Es ist klar was dann ab 22 Uhr in diesem Innenhof passieren würde und welche unangenehmen Gerüche besonders im Sommer aufkommen würden.


    Sehr schön ist übrigens, dass 50 Meter weiter vom „34“ das neue Eck Restaurant „Daheim Drei Steubern“ im August fertig wird. Die verwahrloste Erdgeschoss Ebene dieses Altbaus erhält gerade eine erhebliche Aufhübschung. Die relativ lieblos gestaltete Dreieichstrasse mausert sich. Diese Straße ist mit ihren relativ intakten Gründerzeitlern eigentlich für eine Bundesstrasse viel zu schade.

  • Ich finde den geplanten Neubau in Ordnung. Den Bestandsbau finde ich, abgesehen von der gründerzeittypischen Rückseite, tatsächlich schön. Mir fehlt immer ein bisschen der Wille und die Fantasie, auch entstellte Gründerzeitbauten, wie sie in Städten wie Frankfurt eher die Regel sind, zu erhalten und wieder herzurichten. Ein paar rekonstruierte Fensterlaibungen, ein vernünftiges Dach und ein paar Umbauten an der Südseite und schon stünde hier wieder ein richtiges Schmuckstück. Zur Straße hin eine Hecke und auch den Hof könnte man passend bebauen. Warum kann man sich nicht ein bisschen was von Leipzig abschauen. Völlig heruntergekommende Gründerzeitler wurden dort nach der Wende aufwendig saniert und oftmals nach Jahrzehnten wiederbestuckt. Das waren meist keine Prachtbauten, ganze Straßenzüge bestehen aus relativ einfachen Fassaden. Leipzig gilt heute nicht umsonst als eine der schönsten Städte Deutschlands.

  • Humperdinckstraße 26 (Abriss & Neubau)

    In der Kategorie "kleinere private Bauvorhaben" ist von einem Neubau in der Humperdinckstraße 26 zu berichten. Dort wurde eine aus den 1950er Jahren stammende Villa abgerissen. Sie soll durch einen Neubau mit 3 WE ersetzt werden. Bauträger ist eine FA. HA Wohnbau aus Lauterbach, Entwurfsverfasser das Büro D.A.S. Architekten aus Darmstadt. irgendwas visuelles kann man leider nicht verlinken.



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    Grafik & Schrägluftbild: geoportal.frankfurt.de, 06/2024


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    eigenes Foto

  • Seehofstraße 42-44/Siemensstraße 7 (Abriss)

    Ein größeres Bauvorhaben wurde im Osten von Sachsenhausen angeschoben. Die Fa. City 1 Grundbesitz GmbH aus Neu-Isenburg hat dieser Tage begonnen, den gesamten Baubestand der Liegenschaften Seehofstraße 42-44 und Siemensstraße 7 abzubrechen. Eine Baugenehmigung ist noch nicht öffentlich, so dass nicht bekannt ist, was dort gebaut werden soll. Viele Jahre lang war das Grundstück der Betriebshof einer Kanalreinigungsfirma; was in der Siemensstraße 7 war, weiß ich nicht. Das zu einer Parzelle vereinigte Grundstück ist über 1.500 m² groß.


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    Grafik: geoportal.frankfurt.de, 06/2024


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    eigene Bilder

  • Wiener Straße 28 (Abriss u. Neubau)

    Das kleine Häuschen mit den 2 Fenstern zur Straße musste weichen für einen Neubau mit 7 Wohnungen, eine private Nachverdichtung in kleinem Umfang. Entwurfsverfasser ist das Büro FFM Architekten aus Frankfurt.



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    Bild: geoportal.frankfurt.de, Schrägluftblid 2023


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    Grafik: geoportal.frankfurt.de, 06/2024


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    eigene Bilder