Bereich Hauptbahnhof / Marienvorstadt

  • Naja, du prognostizierst nicht weniger als ein völliges auf-den-Kopf-Stellen des Viertels. Es ist ja nicht so dass das Theodor-Marx-Haus leer stand.


    Den Abriss finde ich wie gesagt auch von unglücklich bis schade - ich wollte nur dem wenigstens etwas Positives abgewinnen, da keine weiteren Bürozeilen entstehen, sondern Wohnraum. Der Druck ist enorm und das freue ich über jeden kleinen Zipfel gerade auch im inneren Bereich

  • Noch ein Wort zur Fassadenaufmöbelung am Motel 1: Da ich nicht in Nürnberg lebe und nur gelegentlich zu Besuch bin, ist das Hotel für mich gefühlt drei Jahre alt.


    Das Gebäude ist August 2008 eröffnet worden.


    Ich freue mich also das ein Besitzer einer empfindlichen Fassade das ganze auch schick hält.

  • Zum Thema Wärmedämmung gab es heute in der NZ eine interessante Meldung aus dem Wirtschaftsreferat: Wärmedämmungen, die in den öffentlichen (Luft-)Raum hineinragen, sind genehmigungs- und kostenpflichtig. Pro lfd. Meter Dämmung werden einmalig 27,50 €, insgesamt mindestens 900 € fällig. Begründet wird es damit, dass die Dämmungen immer dicker werden und die bisherige Toleranzgrenze von 8 cm Dämmstärke teilweise um ein mehrfaches überschritten wird.
    Wer mal an einem frisch gedämmten Haus an einem schmalen Gehweg vorbei gegangen ist wird die Problematik (Mathildenstraße 5, Zwinglistraße) kennen. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten:
    1. Die Dämmung ragt nur in den Luftraum, setzt aber nicht auf den Boden auf. Dies war bislang kostenlos, wird aber ab 01.07.2017 kostenpflichtig (siehe oben).
    2. Die Dämmung setzt auf der Gehwegoberfläche auf, dann war schon immer eine Kompensationszahlung an die Stadt fällig, das Sondernutzungsrecht für die Fläche musste bezahlt werden.


    Für die Dämmopfer besonders blöd, denn zusätzlich erleiden die der Gehwegnutzung ausgesetzten Dämmungen im vgl. zu Dämmung über privaten Gartenflächen durchaus häufig Schäden, die gem. der Verarbeitungs- und Nutzungshinweisen der Hersteller umgehend repariert werden müssen (Brandgefahr). Diese Schäden müssen also auch noch auf Kosten des Eigentümers beseitigt werden. So wird schnell erkennbar, dass diese Systeme eine Kostenfalle für die Besitzer werden können. Umso frustrierender, wenn sich nichteinmal ein massiver Einspareffekt einstellt. Ich kann davor nur warnen.

  • Das Gebäude ist August 2008 eröffnet worden.


    Ich freue mich also das ein Besitzer einer empfindlichen Fassade das ganze auch schick hält.


    Klar. Lieber schick halten als verschmuddeln lassen. Aber wenn ein Eigentümer die Fassade alle ca. 9 Jahre instandsetzen muss, hätte er auch von Beginn an etwas wertigeres - und attraktiveres - verwenden können. Glasfronten lassen sich abwischen. Naturstein sieht noch nach Jahrzehnten gut aus.


    Ich jedenfalls hoffe auf eine baldige Dämmungs-"Dämmerung".

  • Abriss Theodor-Marx-Haus

    Unterdessen geht das Zerstörungswerk weiter. Das Rückgebäude an der Flaschenhofstraße ist bereits verschwunden, das Vorderhaus an der teilgesperrten Marienstraße steht noch als Ruine dort.




    Die elegante Fassade des Karl-Theodor-Marx-Hauses steht noch selbstwusst neben dem ehemaligen Gauhaus. Wenn man direkt davor steht fragt man sich warum der Abbruch dieses historisch wertvollen Hauses unbedingt nötig sein soll. Die Fassade zeigt keine Risse, die Wände sind dick, die Geschosshöhen großzügig - die Zutaten für begehrten Wohnraum sind vorhanden. Der Grund muss also das Geschäftsmodell sein, das der Eigentümer auf dem Grundstück umsetzen will, und in das sich das ehrwürdige Haus nicht hineinpressen lässt. Um direkt Tatsachen zu schaffen, wurde schoneinmal die Inschrift aus dem Eingangsportal getilgt. Denn dort stand einst geschrieben "Dr.-Karl-Theodor-Marx-Haus". Der Name soll dem Projekt wohl nicht weiter im Wege stehen und wurde deswegen heraus gebrochen.



    Von einer Firma, die in die Fußstapfen des Nürnberger-Nothilfe-Vereins hätte treten können ist das natürlich ein provokantes Signal. Und ebenso, dass man noch immer nichts darüber veröffentlicht hat, wie der Nachfolgebau aussehen soll.

  • Bahnhofsplatz


    Die Umbauarbeiten sind inzwischen weitgehend abgeschlossen, Zeit- und Kostenrahmen wurden eingehalten.
    Wie ist es geworden? "Nicht schöner aber sicherer" - so der OB dazu.
    In der tat sind die Veränderungen erst auf den zweiten Blick zu erkennen:


    - Errichtung Fußgängerweg vom Bahnhofs-Hauptportal zum Handwerkerhof
    - Umsetzung Barrierefreiheit am gesamten Platz (inkl. der Straßenbahnhaltepunkte)
    - Verbesserung der Fahradwege
    - Optimierung der Zu- und Abfahrten für Taxis (und später auch Kurzparker)
    - etc.


    Die Presse berichtete:
    http://www.mittelbayerische.de…tig-21502-art1586543.html



    Hauptbahnhof


    Im Bahnhof selbst wurde zwischenzeitlich Deutchlands erste neue DB Information eingeweiht. Weitere Großstadtbahnhöfe werden bald mit ähnlichen neuen Informationshäuschen ausgestattet.


    http://www.nordbayern.de/regio…berg-in-betrieb-1.6911346


    d.

  • Wenn ich zur Weihnachtszeit mal wieder zuhause bin, werde ich mir mit Interesse ankucken, wie das geworden ist. Der oberirdische Übergang zur Innenstadt ist sicher ein Gewinn. Wahrscheinlich muss man dann aber gleichzeitig noch mehr schauen, dass sich in der Königstorpassage nicht noch weiter "die Szene" breit macht. Viel wäre noch gewonnen, wenn dieses gräuslige massive Nachkriegskiosk-Unterstand-Dingens in der Platzmitte durch eine modernere, transparentere Struktur ersetzt werden könnte.


    Dass der Platz in Nürnberg liegt, erkennt außerdem jeder, der aus einer entfernten Galaxie in eine zufällige Stadt auf unserem Planeten gebeamt wurde: Mir ist keine andere Großstadt bekannt, die in derart konsequenter Weise auf das Pflanzen von Bäumen entlang der wichtigsten Plätze und Verkehrsachsen verzichtet.


    Dadurch wirkt das ganze optisch armselig, obwohl der Platz von imposanten Bauten umstanden ist: Hauptbahnhof, Königstorturm, Stadtmauer, Grand Hotel, ehem. "Bavarian American Hotel", Künstlerhaus, demnächst der m.E. sehr gelungene neue Komplex anstelle der Hauptpost. Der Bahnhofsplatz ist der mit Abstand großstädtischste Platz der Stadt - und verkauft sich deutlich unter Wert. Chance mal wieder vertan. Und es wird neben der Optik auch auf die dämpfende und ausgleichende Wirkung verzichtet, die Bäume angesichts Verkehrslärm und Abgasen entwickeln.


    Erinnert sich noch jemand an Baureferent "Pflasterle"? Dessen weltanschauliches Erbe hält länger vor als ich es gedacht/gefürchtet hätte...

  • Schön fände ich ja, wenn man schon keine großzügigen Bäume pflanzen kann, so wie sie früher vor dem Bahnhofsportal standen, Alternativen dazu nutzen würde. Was ich in anderen Städten immer wieder sehe sind große Blumenampeln und -etageren, die man an Laternen, Masten anbringen oder als Türme aufstellen kann. Das macht viel mehr her als die mobilen Bäume und wirkt nicht so provisorisch, sondern wäre repräsentative Stadtmöblierung. In osteuropäischen Großstädten wird so effektiv die Betontristesse gebändigt.

  • Ergebnis: Neudörferstraße/Bahnhofstraße

    Der Neubau an der Neudörferstraße/Bahnhofstraße gegenüber des Marientunnels ist fast fertig:



    Für sich gesehen finde ich den Bau garnicht mal so schlecht. Die Fassadenstruktur wirkt wesentlich hochwertiger als es die Visualisierungen (Beitrag 81) prophezeit haben. Die Betonung der Waagerechten durch die Fensterbänder ist gottseidank aufgegeben worden, so blieb uns der Charme eines Büroklotzes aus den 1970'ern erspart. Auch ist die Fassade nicht standardweiß und glatt gespachtelt, sondern besitzt eine farbliche Gliederung durch die Fensterflächen. Das versprochene Highlight, nämlich die Terassenanlage nach Norden hin zur Whörder Wiese mit Blick auf die Altstadt sind verwirklich worden, sogar mir den Bäumen, die in der Visu angedeutet wurden:



    Schat tatsächlich nicht so schlecht aus, mir gefällt es sogar.
    Allerdings muss ich einschränken, dass mir der gesamte Komplex für diese Lage zu wuchtig ist, zu langgezogen, denn er nimmt etwa die Hälfte des gesamten Blocks ein. Ich hätte es verträglicher gefunden, wenn man es gewagt hätte, den Schein einer Anlage aus mehreren Einzelgebäuden herzustellen. Das wäre besonders im Hinblick auf die sämtlichst (!!) unter Denkmalschutz stehenden Nachbarhäuser erfreulich gewesen, die nun etwas erdrückt wirken. Aber immerhin, ich hatte schlimmeres befürchtet, und bin schon allein durch die angenehme Farbe positiv überrascht.

  • Marienzeile

    Mit der Errichtung eines ersten Bauabschnitts der Projektentwicklung "Marienzeile", dazu mehrere Beiträge weiter oben im Thread, wird demnächst begonnen. KPMG bezieht Teile des Gebäudes "Wilhelm". Auszüge aus einer heutigen Pressemitteilung von Aurelis Real Estate:
    [INDENT]Aurelis beginnt mit den Bauarbeiten für den ersten von vier Bauabschnitten in der Bahnhofstraße


    Die Aurelis Real Estate hat mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Projekt Marienzeile einen Mietvertrag abgeschlossen. Aurelis wird dazu das projektierte Bürogebäude Wilhelm in der Nürnberger Bahnhofstraße errichten. Teil des Hochbauvorhabens ist auch eine Tiefgarage mit 100 Stellplätzen. KPMG mietet einen Großteil der Flächen in der insgesamt rund 9.200 Quadratmeter großen Immobilie. Anfang 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen, für das Jahr 2020 ist die Fertigstellung geplant. [...]


    Wilhelm bildet als signifikantes Kopfgebäude den Auftakt im geplanten Bürostandort Marienzeile, der sich in zentraler Lage zwischen Marientunnel und der Technischen Hochschule Georg-Simon-Ohm befindet. In den vier freistehenden Objekten, die jeweils in einzelnen Bauabschnitten entwickelt werden sollen, sind insgesamt ca. 30.500 Quadratmeter Bruttogrundfläche für Büros, Gastronomie, Einzelhandel und Showrooms möglich. Für alle Gebäude wird eine DGNB-Zertifizierung in Gold angestrebt.[/INDENT]


    Visualisierung Kopfbau mit dem Schriftzug der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft:



    Bild: KSP Jürgen Engel Architekten / 3dkad / Aurelis Real Estate

  • Sehr gut, dass es mit der Marienzeile demnächst losgeht.


    Und ebenfalls gut, dass es mit der KPMG einen prominenten ersten Mieter gibt. Firmen von deren Renommee können sich keine "Schrott- und Billigarchitektur" als Aushängeschild leisten. Also sollte die Gewähr bestehen, dass die Marienteile tatsächlich hochwertig und nicht abgespeckt ausgeführt wird. Dem Gesamtbild der architektonisch bis heute immer noch öden und einfallslosen Bahnhofstraße kann das nur gut tun.


    (P.S. Bin gespannt, ob die hübschen Bäumchen, welche die Visualisierung zieren, am Ende auch angepflanzt werden. Zu wünschen wär´s!)

  • Na immerhin setzt es die Fassadenfront an der Bahnhofstraße konsequent fort, ohne nach unten abzufallen. Detaillierte Entwürfe der Architekten haben dem BKB bereits 2014 vorgelegen, und schlugen eine in schwarzem Klinker ausgeführte Fassade vor. Das wäre von der Gestaltungsqualität schon deutlich hochwertiger als das bisher an der Bahnhofstraße entstandene und vergleichbar mit den Planungen für die GfK am Kohlenhof, bei der mit roten Klinker gearbeitet wird. Bin mal gespannt, welches architektonische Profil sich die KPMG hier mit der neuen Firmenniederlassung geben möchte.

  • VAG-Kiosk Bahnhofsplatz

    Nun kommt er also, der "T-Store" der VAG: http://www.nordbayern.de/regio…f-bahnhofsplatz-1.7311995


    Baubeginn lt. NN-Bericht Anfang 2019. Beim Namen muss ich zwar eher an einen Telekomshop denken und ob sich da bei Wind und Wetter jemals jemand hinsetzen wird sei mal dahingestellt. Architektonisch ist es sicher nicht DER Hit, aber meiner Ansicht nach schon besser als das bisherige olle Ding.

    Einmal editiert, zuletzt von Goho_live () aus folgendem Grund: Ergänzungen

  • Das von KurushiX oben zuletzt am 13. Februar 2018 gezeigte Bauprojekt "KPMG-Gebäude" an der sog. "Marienzeile" hat nach relativ kurzer Zeit Endhöhe erreicht. Sehr gut sichbar aus der Ferne der Marienstraße:



    Ich bin mal gespannt wie sich das entwickelt. Nicht nur bei der schwelenden Diskussion 'Wohin mit dem Gesundheitsministerium' schießt mir die Marienzeile immer wieder durch den Kopf. Die Gegend ist allerdings absolut nicht vergleichbar mit dem Gewerbemuseumsplatz, hier herrscht viel mehr moderne Tristesse, wie hier in der Neudörfer Straße, die zwar durch die Neubauten aufgeräumt und ordentlich daherkommt, aber eben auch abweisend und unattraktiv geblieben ist:



    Im Hintergrund sieht man auch das bald rohbaufertige Projekt in der Flaschenhofstraße, das hier bereits vorgestellt wurde.

  • Manchmal kann man wirklich die Gedanken bekommen, dass Stadtplaner in Nürnberg noch nie was von Bäumen gehört haben. Die Straße auf dem Bild würde nicht halb so schlimm aussehen, wenn ein paar Bäume oder Büsche der Straße entlang gepflanzt worden wären. Aber ist ja ein allseits bekanntes Phänomen in Nürnberg.

  • Bei meinem Nürnberg-Streifzug am Maifeiertag kam ich an ein paar Baustellen vorbei, die mir noch nichts gesagt haben. Was kommt denn hier neben den NN-Verwaltungsbau in der Marienstraße? Sieht ja gar nicht so schlecht aus. Gibt es da bekannte Visualisierungen?