Bereich Hauptbahnhof / Marienvorstadt

  • Lückenschluss Flaschenhofstraße 20

    Die Baulücke gegenüber der ehemaligen Kunsthochschule soll ebenfalls bald bebaut sein.



    Laut meinem Katasterplan von 2003 stand dort wohl bis vor einigen Jahren ein Haus. Hagen-Architekten haben auch für diese schwierige Baulücke einen Entwurf geliefert, der sich an dem Naubaukomplex im Osten orientiert und das advangardistische Moment weiter steigert: Ein ausdruckstarker Erker und kräftige Farbkontraste sind hier offensichtlich das Gestaltungsmittel der Wahl:



    Visualisierung: Hagen Architekten Nürnberg


    Gefällt mir gut, die abgesetzte Sockelzone, der dreigeschossige Erker, an sonsten streng sachlich. Das passt zu den beiden Nachbarhäusern.

  • Die bayerische Staatsregierung hat bei einer Klausurtagung den Umzug des Gesundehitsministeriums von München nach Nürnberg beschlossen. Die Planungen für den Umzug sollen zeitnah starten. Gesucht wird ein Standort für ca. 250 Mitarbeiter in Bahnhofsnähe. Damit soll es den Münchner Mitarbeitern leichter fallen, im Zweifel zu pendeln.



    http://www.nordbayern.de/regio…t-nach-nurnberg-1.5382871



    Wie wäre es in dem Neubau am Bahnhofsplatz von Haupt-Immobilien (ehemalige Post)? Repräsentativ und sehr gut angebunden. Etwas weiter weg, aber schon lange auf eine neue Behörde wartend: Das alte Arbeitsamt neben dem ehemaligen "Deutschen Hof". Na wir werden sehen.
    Auf alle Fälle ist es, nach der Depandance des Finanzministeriums, eine politische Aufwertung für die Stadt.



    Darüber hinaus:
    Die Planungen für den Umbau des Bahnhofsplatzes laufen offenbar auf Hochtouren. Der Nelson-Mandela-Platz muss daher etwas länger (bis vrsl. Frühjahr 2018) auf den Umbau warten - er wird gebraucht als Ausweichfläche für den Taxistand.



    d

  • Das wären beides gute Standorte! Ich kann mir gut vorstellen dass haupt-Immobilien nur auf so einen Ankermieter wartet.
    Allerdings kann ich mir wiederum nicht vorstellen, dass die derzeitigen Pläne mit einem Ministeriumsbau kompatibel sind - wo ist da der diskrete Abstellplatz für Ministerkarossen, und die übrigen Dienst- und Mitarbeiter-Kfz.
    Das alte Arbeitsamt könnte die bessere Immobilie dafür sein. Ausreichend groß ohne sich Etagen mit anderen Nutzern teilen zu müssen, ein großer ruhiger Innenhof und mehrere Möglichkeiten, diskret anzufahren. Steht das nicht sogar unter Denkmalschutz?
    Denkbar wäre aber auch auf dem Gelände der AOK einen Neubau hochzuziehen, das wäre dann aber nichts Kurzfristiges.


  • Heute sind 2 Monate rum, hab noch nicht eine Veränderung gesehen, bzw einer der da arbeitet! Typisch Nürnberg! Es hies nämlich, es würde schon im Sommer 2016 begonnen, und unser Aufenthaltsraum der VAG käme weg!

  • Im von dir zitierten Artikel auf nordbayern.de steht aber:
    "Im Jahr 2017 soll mit den Umbauarbeiten begonnen werden."
    Da kann ja noch keiner daran arbeiten.

  • vom Abriss bedroht: Marienstraße 15

    Wie die NZ und NN berichteten hat das Landesdenkmalamt das Theodor-Marx-Haus in der Marienstraße mitsamt Rückgebäuden an der Flaschenhofstraße trotz seiner historschen Bedeutung für nicht denkmalwert beurteilt. Mehr Bilder auch hier: http://dernuernberger.blogspot…ange-der-marienstrae.html



    Obwohl das Gebäude mehrere Nürnberger Namen, die allesamt Großes für die Stadt geleistet haben, vereint, soll es nicht erhaltenswert sein. Dann bleibt wohl als einziges Denkmal in der Straße, das den Krieg überstanden hat, das benachbarte Gauhaus der Nazis mit seinem martialischen Wandfresko übrig, das die Denkmalschützer als erhaltenswert einstufen.



    Nürnberg, eine Täterstadt.

  • Und weg!


    Auf der Homepage von Hübsch Ramsauer Harlé finden sich inzwischen mehrere hochauflösende Visualisierungen, was dafür hinkommen soll:
    https://hrh-architekten.de/projekte/marienterrassen/


    Gefällt mir recht gut. Definitiv eine Aufwertung dieser Ecke. Ich frage mich allerdings, ob die eher betuchtere Klientel, die hier angesprochen werden soll, wirklich in unmittelbarer Nähe zur Bahnhofsstraße wohnen (und lange dort bleiben) mag.


    Ach übrigens: Was ist denn eigentlich inzwischen aus der "Marienzeile" auf der anderen Straßenseite geworden?

  • Umbau Bahnhofsplatz, alte Hauptpost, Osttunnel-Durchstisch



    Kommenden Mittwoch wird die Planung für den Bahnhofsplatz im Rathaus verabschiedet. Mit dem Umbau möchte man im April beginnen und bereits im November fertig sein. Nachzulesen hier:
    https://online-service2.nuernb…daItem&agendaItemId=60922



    Die Presse berichtet dazu:
    http://www.nordbayern.de/regio…es-beginnt-2017-1.5683538


    Erwähnt wird in dem Artikel auch, das Haupt-Immobillien inzwischen einen Bauantrag für das Gelände der alten Hauptpost gestellt hat. Der Abriss des Bestands beginnt Mitte 2017. Ausgeklammert bleibt vorerst der Rundbau, bei dem man um eine Lösung für die statischen Probleme sucht.

    Darüber hinaus werden die Planungen für den Osttunnel-Durchstich zum Nelson-Mandela-Platz durch die DB wieder aufgenommen. Sobald diese abgeschlossen ist, werde mit der Stadt über die Finanzierung des Vorhabens verhandelt. Na da heißt es also nun Daumen drücken!



    d.

  • Wenn man bedenkt, dass in der letzten BKB-Sitzung auch die Errichtung eines Tagescafés am Nelson-Mandela-Platz (Thread) behandelt wurde (Ergebnis ist mir nicht bekannt), aber davon auszugehen ist dass es auch mittelfristig dort in die Bauphase gehen könnte, wird das demnächst richtig heiß rund um den Hauptbahnhof.


    Die Sache mit dem Rundbau verfolge ich mit großem Argwohn. Hier geht es um die Glaubwürdigkeit der bayerischen Denkmalpflege. Ein Denkmal kaufen unter der Zusage, es erhalten zu wollen, dann ein Gutachten vorlegen das dessen Unsanierbarkeit belegt und auf einen Abriss hinarbeiten, stinkt. Möglicherweise ist auch das ein Grund, den Beginn der Abrissarbeiten am Kopfbau zu verschieben. Um den Investor nicht zu brüskieren könnte hier vorgeschoben worden sein, dass es noch Abstimmungen mit der Post usw. geben müsse.

  • In der NZ war am 04.02. von der letzten BKB-Sitzung zu lesen, in der die VAG den geplanten Umbau des Pavillions auf dem Bahnhofsvorplatz vorgestellt hatte. Der Ist-Zustand sei weder attraktiv noch effizient nutzbar:



    Der Ist-Zustand ist mir jetzt allerdings noch nicht so negativ aufgefallen muss ich sagen. Es ist zwar keine Schönheit, aber sicherlich nicht das Kernproblem des Bahnhofsvorplatzes. Wie dem auch sei, lt. Zeitung beabsichtigt die VAG einen neuen Pavillion, in dem es einen Pausenraum für das Bus- und Trampersonal gibt, einen "Ticket-Store" entsteht und Platz ist für einen Brezen-Kolb-Restaurant, wie er bereits am Umsteigehalt Am Wegfeld existiert. Man verspricht sich eine Aufwertung des Platzes, da im Zuge dieser Sanierung auch ein Straßenbahngleis verlegt würde, um den schmalen Bahnsteig der Linie zum Doku-Zentrum zu verbreitern.


    Der BKB allerdings war von der Planung nicht begeistern und kritisierte ein Zubauen des Platzes, weil dem bestehenden Pavillion weitere Räume hinzugefügt werden und die Transparenz dadurch abnehme. Bis hierher kein Drama, aber die VAG sagte lt. Zeitung, dass sie bei ihren Planungen bleibe oder den Bau nicht durchführen würde.
    Sehr interessant, wenn man bedenkt dass wenige Tage zuvor ein Interview mit dem BKB abgedruckt wurde, in dem man die zunehmend positive und konstruktive Zusammenarbeit mit den Bauherren lobte.

  • Abriss Marienstraße 15 und Flaschenhofstraße 2


    Nun ist es soweit, und es geht schnell: Die ominöse WIN GmbH lässt das historisch wertvolle Theodor-Marx-Haus umgehend abreissen, nachdem der letzte Mieter ausgezogen ist. Damit auch niemand reinfunken kann wurde direkt das Dach des besonders wichtigen Vorderhauses demoliert.



    Was nachkommt weiss noch niemand, es sind noch keine Pläne veröffentlicht worden. Bekannt ist aber nur soviel, es wird maximal verdichtet und sich an die geplante Gestaltung des noch zu bebauenden Nachbargeländes anpassen. Wir können eine weiße Styroporwüste erwarten. Wohin dieses "qualitätvolle" Bauen führt kann man gerade eindrucksvoll in der Bahnhofstraße, eine Parallelstraße weiter beobachten. Dort ist dieser schwierige Stadtteil schon durch Schaumstofffassaden einfacher Hotelbauten geprägt. Das Motel-One ist erst wenige Jahre alt, doch die Fassade muss schon komplett überarbeitet werden.



    Dass diese früh notwendige Fassadenrenovierung ein Garantiefall und damit kostenlos für den Eigentümer sein könnte ist eher unwahrscheinlich, vielmehr frisst es möglicherweise entstandenen Betriebskostenersparnisse ganz oder teilweise auf. Schöne neue Zeit!

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    Interessanterweise steht heute ein kleiner Artikel über das Projekt in der NZ. Die WIN GmbH beabsichtigt danach ein Wohnprojekt zu realisieren, das wie jenes in der Marthastraße funktionieren soll. Dafür werden noch Familien gesucht, die dort einziehen können. Ziel ist eine gemischte Bewohnerstruktur aus jungen Leuten, Familien und Senioren, die sich gegenseitig helfen.
    Ich persönlich bin ja der Meinung, dass dieser Standort dafür ungeeignet ist. Das Viertel ist jetzt nicht das schönste, grünste und der nächste Supermarkt befindet sich im Hauptbahnhof. Das sich hier Familien nicht darum reißen dort zu wohnen wundert mich nicht. Und auch für Senioren gibt es doch sicherlich attraktiver liegende Adressen, das einzig schöne ist die nahe gelegene Wöhrder Wiese, die aber nicht barrierefrei erreichbar ist. Platz für einen objekteigenen Garten ist auch nicht vorhanden. Im Zeitungsartikel wird allerdings auch berichtet, dass die Tiefgaragenplätze bereits nahezu alle vergeben seien.
    Wie ich erfahren habe ist die Wahl auf diesen Standort nur deshalb gefallen, da die Firma das Objekt aus der Konkursmasse eines gemeinnützigen Vereins erhalten habe. Der Standort ist für das Projekt ja eher ungeeignet. Wenn also das Projekt genau so erfolgreich sein soll wie die Marthastraße, muss sich die Firma noch ziemlich ins Zeug legen.

  • Da hab ich naiverweise bis zuletzt gedacht, der Abriss würde noch verhindert ...
    immerhin entsteht jetzt im Zusammenhang mit der Brache östlich nebenan und dem Neubauprojekt zwischen Reindel. und Neudörfer Staße ein neues, nahezu zusammenhängendes Wohngebiet, zwar schon etwas hart an der Marien-/Bahnhofstraße, aber man sollte sich vom bestehenden Autolärm nicht abschrecken lassen bei der Bauplanung. Wenn erstmal das Wohngebiet fertig ist, wächst der Druck automatisch auf eine Nahversorgung und Verkehrslösungen, die dann den bereits dort wohnenden Menschen auch zugutekommen. Zentrale Wohnlagen (auch für Familien) arbeiten gut der Gewerbemonotonie und der Hektik entgegen. Die Wöhrder Wise ist fußläfig nahe.

  • ....aber man sollte sich vom bestehenden Autolärm nicht abschrecken lassen bei der Bauplanung.


    Naja, du prognostizierst nicht weniger als ein völliges auf-den-Kopf-Stellen des Viertels. Es ist ja nicht so dass das Theodor-Marx-Haus leer stand. Die Gewerbeeinheiten waren bis zuletzt vermietet und am Ende wohnte noch jemand im Vorderhaus und zog nur unfreiwillig aus. D.h. die Durchmischung war gegeben, die Immobilie funktionierte. Es ist nur so dass die Firma WIN GmbH nun weitere Umsätze generieren muss, weitere Investitionen tätigen muss und da bietet sich zunächst die Betrachtung dessen an, was man schon im Besitz hat. Dass es sich um ein historisch bedeutsames Haus handelt neben dem ehemaligen Gau-Haus der NSDAP ist leider Pech. Dabei wird ein bedeutender Teil Nürnberger Geschichte gleich mit weg geräumt.


    Das auf den Bauboom dort irgendwann automatisch ein Supermarkt und weitere Infrastruktur folgen würde ist dabei ein frommer Wunsch. Denn ausreichend Platz wäre wohl nur dort wo die "Marienzeile" entstehen soll, bei der selbiges aber nicht geplant ist. Und m.E. bleibt das Viertel dann immer noch verhältnismäßig unwohnlich. Der Abriss des Theodor-Marx-Hauses ist wirklich unglücklich.

  • Schade um das Gebäude ist es auf jedem Fall.
    Aber bis zum Lidl im Bahnhof müssen die neuen Bewohner von dort gar nicht. Näher ist der Aldi in der Königsstraße und sogar auch der Penny und die Norma (und Landbierparadies) in der Allersberger Straße. Gerade für ältere Leute attraktiv könnte auch das relativ günstige Essen in der Pressekantine sein. Und über die Hadermühle kommt man auch barrierefrei zur Wöhrder Wiese.

  • Also, wirklich zu Ende gedacht kommt mir dieses Konzept nicht vor. Da stimme ich nothor völlig zu. Sowohl die Marienstraße als auch die Bahnhofstraße sind „Rennpisten“, auf denen tagsüber die Verkehrslawine rollt und bis spätabends gerne das Partyvolk die entsprechenden Lokalitäten ansteuert – bzw. noch später wieder verlässt. Dass da ausgerechnet Kinder und Senioren wohnen sollen (Lärm, Abgase, Unfallgefahr), ist doch absurd. Naja, die allgemeine Wohnungsnot macht´s wohl möglich.


    Noch ein Wort zur Fassadenaufmöbelung am Motel 1: Da ich nicht in Nürnberg lebe und nur gelegentlich zu Besuch bin, ist das Hotel für mich gefühlt drei Jahre alt. Wahnsinn, dass da jetzt schon was gemacht werden muss. Wer allerdings erwartet, dass eine weiß gestrichene Styropor-Dämmwand an einer so verkehrsreichen Straße recht viel länger als diese wenigen Jahre ordentlich ausschaut, dem ist kaum mehr zu helfen. Zu hoffen ist auf jeden Fall, dass das verwendete Material von höheren Sicherheitsstandards ist als beim Grenfell Tower in London. Man sollte diese ganze Dämmerei, bei der m.E. reines Kosten-Nutzen-Denken die Entscheidungen bestimmt, ohnehin nochmal auf den Prüfstand stellen: unter Sicherheits- wie aus Energiespar-Aspekten und nicht zuletzt auch unter dem Aspekt der Ästhetik.


    (Wie die Öko- und die Sparbilanz aussieht, wenn man notwendige Sanierungen alle paar Jahre einbezieht, kann man sich schon fragen.)

  • unter Sicherheits- wie aus Energiespar-Aspekten und nicht zuletzt auch unter dem Aspekt der Ästhetik.


    Sorry, aber man merkt, dass du lange nicht mehr in Nürnberg warst. Das Wort Ästhetik hat man hier schon lange aus dem Wortschatz gestrichen. :lach:

  • .... Näher ist der Aldi in der Königsstraße und sogar auch der Penny und die Norma (und Landbierparadies) in der Allersberger Straße. Gerade für ältere Leute attraktiv könnte auch das relativ günstige Essen in der Pressekantine sein. Und über die Hadermühle kommt man auch barrierefrei zur Wöhrder Wiese.


    Naja, also wirklich "nah" im seniorenfreundlichen Sinn ist das nicht, da liegen jeweils nennenswerte Wegstrecken und ziemlich stattliche Verkehrsadern bzw. große Kreuzungen dazwischen. Mit der Hadermühle, das stimmt, ist zwar nicht der direkteste Weg, aber naja. Summa Summarum, ich würde da nicht wohnen wollen mit einer jungen Familie. Anders wäre es vielleicht mit einer verkehrsberuhigten und begrünten Flaschenhofstraße als Anwohnerstraße! Bezeichnend für die Struktur des Viertels ist doch: Familienwohnungen sind noch zu haben und werden in der Zeitung angeboten wie sauer Bier, die Tiefgaragenstellplätze sind aber weg wie warme Semmeln... Das Grundstück wäre also besser mit einem Parkhaus bebaut.