Nbger Südstadt: Glockenhof, Hummelstein, Galgenhof, Gibitzenhof, Steinbühl

  • Ohne die Klagen über die bauliche Ödnis in Galgenhof (nomen est omen) in diesem Faden (oder Strick) künstlich zu lange oben hängen lassen zu wollen...


    Ja, das Gebäude in der Allersberger Straße ist wirklich eine Ausgeburt des Bauingenieurs. Aber mal ehrlich, dieses Viertel hinter dem Hauptbahnhof war nie eine Sonnenseite von Nürnberg und wird wohl auch nie mehr eine werden. Über dortige Einzelbauten, und seien sie auch noch so missglückt, kann ich mich nicht wirklich ärgern. Viel wichtiger ist es, dass an den größeren, prominenteren, prägenderen Stellen im Stadtgebiet das gestalterische Niveau gehoben wird. Beim Tafelhofpalais, dem gegenüber geplanten Nachfolgebau für das Ergo-Hochhaus, dem Umbau der Postdirektion am Rathenauplatz, dem Kohlenhof oder in der Altstadt beim Augustinerhof vermag ich das auch durchaus zu erkennen.


    Aber insgesamt mag der Deutsche halt seine rechten Winkel und seine Bauklötzchen... Ein Calatrava oder eine Zaha Hadid werden leider anderswo geboren und sozialisiert...


    P.S. Der Industriebau und die Remise in der Vogelweiherstraße waren mir bisher nicht bekannt. Wahrscheinlich kam ich immer nur bei Dunkelheit auf dem Weg zum Hirsch daran vorbei. Was um alles in der Welt, nothor, führt Dich da tagsüber vorbei? ;)

  • Na, da kann man ja beruhigt sein dass SO was in der Regel eben nicht von Architekten, sondern nur von Bauingenieuren entworfen wird ;)

    Hallo Sprenggiebel,


    als baukunstaffiner Bauingenieur (ja, die gibt es auch und das nicht zu wenige) möchte ich dieses Pauschalurteil nicht so stehen lassen. Es gibt auch viele Architekten, die solches planen. Der Bauingenieur ist aufgrund seines Studiums/Tätigkeitsprofil dafür zuständig, dass die gesamte Infrastruktur (Statik, Bemessung Wasserentorgung, Straßen, Kanalisation u.v.m. funktioniert. Gestaltung ist in unserem Beruf weniger vorgesehen, dafür sind die Architekten zuständig ;-).


    Kritischer sehe ich die Profitmaximierung von Investoren, denen "ihr" Bauwerk von der Gestaltung so was von egal ist, es sei denn diese nützt ihrem Geldbeutel und die Planer/Architekten setzen nur das um, was von ihnen diktiert wird, wie "könnten Sie die Decken noch 10-15 cm niedirger machen, damit wir noch ein weiteres Geschoss unterbringen können" oder "das Sprossenfenster aus Holz ist doch viiiel zu teuer, gehts es auch mit dem Einscheiben-Kunststoffenster" -->Nürnberger Fensterkrankheit! und vieles mehr.


    Die Baukunst und Schönheit von Gebäuden für das Stadtbild ist wichtig für die Gesellschaft, die am und in den Gebäuden lebt.


    Seis drum und einen schönen Tag noch!

  • Ich fände es gut, wenn die Urheber eines Gebäude mit einer Plakette daran genannt würden. Vielleicht ließe sich so die Qualität heben. Bei uns in Nürnberg ist es leider genau gegenteilig: Es gibt meist nichtmal Bauplakate oder dergleichen, die ankündigen, was kommen wird. Ich kenne das von früher eigentlich, da hatte jede Baustelle eine stolze Bautafel mit Zeichnung/Visu, der Entwurfsverfasser wurde genannt. Heute tut man so als würde das Bauwerk anschließend niemand bemerken.

  • Danke Denkmalfreund für diese Perspektive als baukunstaffiner Ingenieur. Ich kannte nämlich nur die von Ingenieuren die wirklich nix mit Baukunst anfangen können oder die ehemaliger Architektur Studierenden, die sich eben immer beschwerten, dass die Konkurrenz beim Hausbau nicht nur aus Architekten, sondern auch aus Bauingenieuren besteht ;)

    Es war hier glaube ich auch mal irgendwo im Forum erwähnt worden, dass auch die Gründerzeit Häuser nicht alle einen Architekten hatten. Bei Bauschmuck aus dem Katalog, der ja wirklich von ausgebildeten Gestaltern entworfen wurde und der die Gliederung übernehmen kann war das nicht so schlimm. Auch einige Wiederaufbauten der 50er sind teilweise ohne Architekten hochgezogen worden, was man schon deutlich eher negativ bemerkte.

    Ich kann mir hier jetzt kaum vorstellen, dass ein ausgebildeter Architekt so einen plumpen Anschluss ans Nebengebäude plant. Oder gar die Regenrohre, die brutal die Farbfläche zerschneiden - damit fällt man doch schon im 2. Semester durch! Da hätte es doch andere Möglichkeiten ohne Kostenexplosion gegeben.

    Andererseits gibt es natürlich Architekten, denen der Stadtraum anscheinend egal ist, z.B. die vom Neubau statt des Dr.-Karl-Theodor-Marx-Hauses. Die gaben sinngemäß der NZ die Worte: "Ja klar schauts jetzt schlechter aus als der Vorgängerbau. Aber wir planen für die Bewohner, die Grundrisse innen sind uns wichtig!" Ja, blöd nur dass die Passanten deutlich mehr in der Zahl sind, da finde ich es nicht ok, die einfach so zu ignorieren.

    Zudem der Bau hier ja auch keineswegs sooo unprominent ist, wie nothor bereits erwähnte sieht man ihn immer wenn man von der Marienvorstadt aus in den Süden Richtung B4R will., das ist schon eine relativ wichtige Ausfallstraße, wenn natürlich nicht so exponiert wie an den großen Plätzen der Stadt, entlang der Bahnstrecke oder an der Pegnitz.

    Versteckt in Nebenstraßen entstehen teils interessante Gebäude, wie bei der Hadermühle. So einen Ansatz hätte es aber auch hier gebraucht!

  • Das Gebäude in der Gibitzenhofstraße wächst rastant empor. Keller ist schon fertig, das EG im Bau.


    Und die Außenmauern stehen direkt am Gehsteigrand... Für die Bewohner des EG gibt es aber zumindest die Vorzüge eines Hochparterres.

  • Für die Bewohner des EG gibt es aber zumindest die Vorzüge eines Hochparterres.

    Das Konzept des Hochparterre ist in meinen Augen leider arg unterschätzt. In Nürnberg ist das merkwürdiger Weise sehr selten, dabei wertet es das Erdgeschoss massiv auf. Ich habe es nie verstanden, wieso die Erdgeschosse hier tatächlich meist auf Straßenniveau sind, schon seit der Gründerzeit, und man vom Gehsteig den Leuten innen auf den Frühstücksteller gucken kann. Unattraktiver gehts doch garnicht.

  • Umnutzung ehemaliges Möbelhaus Werner


    Zwischen Dianastraße und Frankenschnellweg, direkt neben der Endhaltestelle Tram-Linie 4 soll laut diesem Bericht das ehemalige Möbelhaus in eine SelfStorge- und Büroimmobilie umgewandelt werden. Eröffnung ist noch für dieses Jahr geplant. Etwas verwirrend ist die Aussage mit der Anbindung zur "Autobahn A8"... das ist wohl jemand mit den Projekten durcheinendergekommen :) Ansonsten eine erfreuliche Entwicklung und ein geeigneter Standort für diese Nutzungsart.


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    Quelle: Space Plus

  • Gottseidank haben sie da nur ein gelbes A hingesteckt, wenn sie A8 geschrieben hätten, hätte das eine peinlich nachträgliche Suche nach einem Grund für die 8 gegeben. Damit beginnt vielleicht eine Aufmöbelung der Dianastraße. Wobei "Möbel" eher ein schlecht gewähltes Wort ist :-) Dem Essplatz Werner ist jedenfalls auch nicht hinterher zu trauern. Ich glaube, es gibt nicht mehr so viel Bedarf für diese Art Möbel und außerdem genug Konkurrenz.


    In der Dianastraße gäbe es jedenfalls noch genug Arbeit.


    Die ehem. Geyer-Werke sind zur Hälfte Brachfläche zur anderen Hälfte einigermaßen verwahrlost. Ein Plan ist mir nicht bekannt.


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    Gegenüber ist die Industrieruine auch eher extensiv genutzt. Ich war da mal drin. Im Norden und im Süden sind kaum genutzte Parkplätze eine weitere Bebauungsmöglichkeiten. Da nimmt keiner richtig Geld in die Hand, um ein Konzept zu entwickeln.


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    Für beide Gewerbestandorte ist de Lage bisher wohl nicht interessant genug. In absehbarer Zeit wird die Straßenbahn bis Finkenbrunn verlängert. Eine weitere Haltestelle wird es mangels Nutzung vor der Ringbahnbrücke kaum geben. Aber analog Thon, wird wohl die Endhaltestellen-Schleife am Heistersteg abgerissen und in die Bahn in die Mitte verlagert. Zwischen dem bisherigen Möbelhaus und dem Diana-Block ist also auch noch Bauflächenpotential.


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    Gegenüber der Endhaltestelle stehen zwei kriegslädierte Back- und Sandstein-Altbauten, die eigentlich ganz nett anzusehen sind. Es muss ja nicht immer alles durchgentrifiziert werden.


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  • Aber analog Thon, wird wohl die Endhaltestellen-Schleife am Heistersteg abgerissen und in die Bahn in die Mitte verlagert.

    Da im Rahmen des Tramausbaus 2030+ die neue Linie 11 von Mögeldorf zumindest vorerst an Gibitzenhof enden soll, wird die Wendeschleife wohl erst mal noch erhalten bleiben (siehe hier auf Seite 5).

    Was aus den ganzen Gewerbegebieten um Gibitzenhof mal werden soll, habe ich mich auch schon häufiger gefragt. Vielleicht bringt die Straßenbahnverlängerung ja hier nochmal neue Dynamik rein. Auch eine zusätzliche Haltestelle zur besseren Erschließung des Areals sollte mittelfristig ja dann immer noch umzusetzen zu sein.

  • Vielen Dank für die aktuelle PDF!


    Da habe ich mich wohl leider sträflicherweise länger nicht mehr mit den neuesten StraBa-Plänen befasst. Interessant, wie man sich da die geplanten 9 Linien so vorstellt und durch drei neue kürzere Trassen + eine Reaktivierung an der Pirckheimer Straße bzw. am Berliner Platz möglich würden


    Tatsächlich peinlich neu ist mir, die Campus-Linie über den Stresemannplatz zu führen. Das erscheint mir auch schlauer, als eine Trasse um den Cramer-Klett-Park, der engen Wassertor- und der Wollentorstraße herumzubiegen.


    Die Linie 11 nicht an den beiden Endmöglichkeiten voll an- bzw. auszufahren, halte ich für schwach. Da wird wieder am falschen Ende gespart. Man wird im Bedarfsfall als Nutzer zum Umstieg in die Jew. parallelen Linien gezwungen. Aber das kann man alles noch ändern, wenn das die Fahrgastzahlen hergeben sollten. Die Frage, wo eine evtl. Haltestelle in der Dianastraße hinkommt, kann dann erstmal vertagt werden. Die Bewohner der Werderau wirds freuen, nur über den Heistersteg zur Straßenbahn zu müssen. Die VAG wäre versucht, die Haltestelle nach Süden zu verlegen, um eine angedachte zweite Haltestelle zu verhindern.


    Schön jedenfalls, dass die Altstadtquerung mit im Plan ist - sogar mit 2 Linien bedient wird. Das wird einige mir bekannte Skeptiker beruhigen, die anscheinend irrwitziger davon ausgehen, dass da an Rathenauplatz und Hallertor zwei künftige Endhaltestellen entstehen.


    Auf jeden Fall wird die neue Linie zum Finkenbrunn ein paar Investoren aufwecken. Gerade das Beispiel Pirckheimer Straße hat ja gezeigt, was im umgekehrten Fall einer Stilllegung passieren kann.

  • Vor einiger Zeit hab ich im Ratsinformationssysten gelesen, das südlich des Möbel-Werner-Gebäudes eine Kita und/oder Kindergarten hinkommen soll. Das ganze wird umrundet von der neuen Wendeschleife im Rahmen der Verlängerung der Straßenbahn über die Gartenstadt.

    Vielleicht komm ich morgen mal zum Nachschauen, waren auch einige Pläne und Visualisierungen dabei

    Edit:
    Doch schnell nachgeschaut: Projekt Freeze: Neubau Kinder- und Jugendtreff Dianastraße mit 3-gruppigem Kindergarten
    Dort ist aber nur ein grober Plan - Bilde mir aber ein, irgendwo mehr Details von dem Gebäude gesehen zu haben.

    Edit2:
    Beim Vogel auf Facebook war es

  • Na, hab ichs doch geahnt, dass die Haltestelle nach Süden verlegt wird. - aber gleich mit Schleife? Was war denn an der alten falsch? Kostet doch unnötig Geld. In der Mitte der alten Schleife steckt jedenfalls ein Ballspiel-"Käfig" für Jugendliche

  • Hä, was soll das denn? Man verlegt die Straßenbahnwendeschleife um 200m? Der Sinn erschließt sich mir nicht, was passt denn nicht an der alten und was hat das mit der Verlängerung zu tun? Oder versteh ich da grad was falsch...🤔

  • Nein nein, du denkst da schon in die richtige Richtung - der Gedanke kam mir ja auch (s.o.)

    Nur die Überlegung, die neue/alte Haltestelle weiter nach Süden zu verschieben, damit man sich eine weitere vor der Brücke spart, würde Sinn machen. Die nächste, an der Minervastraße, ist die einzige, die bis Finkenbrunn geplant ist. Aber die 200 m machen wirklich das Kraut nicht fett. Besser wäre eine weiter entlang der Minervastraße - wenn überhaupt. Aber wer weiß, was es für Pläne bei Geyer gibt.

  • Da im Rahmen des Tramausbaus 2030+ die neue Linie 11 von Mögeldorf zumindest vorerst an Gibitzenhof enden soll, wird die Wendeschleife wohl erst mal noch erhalten bleiben (siehe hier auf Seite 5).

    Die Tram als schienengebundenes Oberflächenverkehrsmittel ist auf Wendemöglichkeiten und Weichenverbindungen im hohen Maße angewiesen, um bei Unfällen, Straßensperrungen oder Bauarbeiten flexibel umgeleitet oder verkürzt werden zu können. Von daher wäre die Aufgabe dieser Wendemöglichkeit betrieblicher Unsinn und nicht im Sinne der Fahrgäste.
    Das war in Thon genau so, nur dort hat man natürlich auf's Geld geschielt, oder positiv gesprochen, städtebauliche Aspekte mit denen des Nahverkehrs abgewogen.

  • Nein nein, du denkst da schon in die richtige Richtung - der Gedanke kam mir ja auch (s.o.)

    Nur die Überlegung, die neue/alte Haltestelle weiter nach Süden zu verschieben, damit man sich eine weitere vor der Brücke spart, würde Sinn machen. Die nächste, an der Minervastraße, ist die einzige, die bis Finkenbrunn geplant ist. Aber die 200 m machen wirklich das Kraut nicht fett. Besser wäre eine weiter entlang der Minervastraße - wenn überhaupt. Aber wer weiß, was es für Pläne bei Geyer gibt.

    Betriebliche Gründe gibt es hier sicher nicht, die 200m machen wie gesagt keinen wesentlichen Unterschied. Wenn die Gleise der Wendeschleife "durch" sind und ohnehin erneuert werden müssten, mag es sich aus anderen Gründen anbieten, die Schleife im Rahmen der Verlängerung gleich zu verlegen.

  • Die Tram als schienengebundenes Oberflächenverkehrsmittel ist auf Wendemöglichkeiten und Weichenverbindungen im hohen Maße angewiesen, um bei Unfällen, Straßensperrungen oder Bauarbeiten flexibel umgeleitet oder verkürzt werden zu können. Von daher wäre die Aufgabe dieser Wendemöglichkeit betrieblicher Unsinn und nicht im Sinne der Fahrgäste.
    Das war in Thon genau so, nur dort hat man natürlich auf's Geld geschielt, oder positiv gesprochen, städtebauliche Aspekte mit denen des Nahverkehrs abgewogen.

    Diesen Überlegungen ist also geschuldet, dass die Schleife am Berliner Platz gottseidank bisher erhalten blieb und nun wohl bald wieder im Regelbetrieb genutzt wird. Auch das Stück an der Hainstraße, Teil der große Schleife um das neue Luitpoldviertel herum zum Historischen Straßenbahndepot, wird bald Teil der Campuslinie.

  • Diesen Überlegungen ist also geschuldet, dass die Schleife am Berliner Platz gottseidank bisher erhalten blieb und nun wohl bald wieder im Regelbetrieb genutzt wird. Auch das Stück an der Hainstraße, Teil der große Schleife um das neue Luitpoldviertel herum zum Historischen Straßenbahndepot, wird bald Teil der Campuslinie.

    Richtig, die Schleife am Berliner Platz und der Erhalt der Schienen in der Pirckheimer Straße als Betriebsstrecke war Voraussetzung dafür, dass die Schleife in Thon überhaupt überbaut werden konnte.

  • Der Grund für die neue Wendeschleife in Gibitzenhof steht im o.g. Thema im Stadtrat:
    "Damit soll die aktuelle, weiter nördlich gelegene und für neue Straßenbahnzüge wenig geeignete Wendeschleife ersetzt werden."


    Zudem macht es ja auch den Bau der Verlängerung einfacher. Man kann die Strecke mit Haltestellen und neue Wendeschleife ausbauen, ohne den Betrieb der bisherigen Strecke zu unterbinden. Nur am Ende ist für wenige Wochen eine Sperre nötig und der Abriss der alten kann dann später erfolgen.