Allgemeine Meldungen Südstadt


  • Der abgesetzte Sockel gefällt mir zwar gestalterisch ganz gut, aber eine völlig vermauerte Wand, über größere Distanzen ohne Fenster, Türen oder Tore wirkt nicht sehr einladend und auch auf das Umfeld wenig bereichernd.


    Es gibt genug Sprayer, die sich über solch eine Wand sehr freuen! :D

  • Verlust: Villa in der Parsifalstraße 46

    Mit verstörendem Tempo machen die Nürnberger Bauunternehmen immer wieder einige der wenigen Villen platt, die es in der Stadt noch gibt. Vor kurzem hat es die alte Fabrikantenvilla der Pinselfabrik in der Maxfelder Veillodter Straße erwischt, die von "Bauhaus und Liebe" aus dem Weg geräumt wurde für den Neubau der bis dato teuersten Eigentumswohnungen in diesem Segment in Nürnberg.


    Die lokale Konkurrenz "Schultheiss Projektentwicklung", die im gleichen Segment unterwegs ist, hat unterdessen eher ohne viel Echo eine fast noch schönere Villa im beliebten Nibelungenviertel weg geräumt. In der Parsifalstraße 46 stand bis vor kurzem noch ein schmuckes Wohnhaus mit großzügigem Garten:


    Vorzustand Google: Klick


    Die Neuplanungen sehen scheinbar weiterhin auch den Abriss des noch bestehenden Hauses Walkürenstraße 28 aus der Gründerzeit vor, womit die gesamte Straßenflanke neu bebaut werden kann. Das Exposé von Schultheiss spricht indes nur von der Walkürenstraße 28, während der Verkaufscontainer auf dem Abrissgrundstück steht. Es ist also zu erwarten, dass hier zwei gleichartige Neubaublöcke hingestellt werden, es ist ja günstiger wenn man einen Entwurf zweimal realisieren kann, denn man spart Planungskosten. Wie von Schultheiss üblich, ist Standardkost an Eigentumwohnungen vorgesehen, WDVS-Fassaden, garniert mit Stahlgittern, Lüftungsöffnungen und Standardfenstern mit Rollläden:



    Visualisierung: Schultheiss


    Noch sieht das Gründstück etwas verwunschen aus, und man mag sich kaum vorstellen wenn dieser Klotz hier bald auf einem dafür zu kleinem Grundstück steht.



    Auch hier wird die Umgebung blumig beschrieben mit "Der Stadtteil ist geprägt von Wohnhäusern und Villen aus der Jugendstilzeit sowie den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts", genau so eines hat man hierfür abgerissen. Insofern nehmen sich die Nürnberger Baufirmen hier nichts, die sich bemerkenswert wenig voneinander unterscheiden und kein eigenes Profil herauszubilden versucht sind, die gleiche Gestaltungssprache verwenden und auch die gleiche Vorgehensweise haben bei ihren Projekten. Wenn schon etwas auf dem Grundstück steht, weg damit. Als Architekturfan ist das für mich echt ein Tiefschlag. Bei all den Errungenschaften bei der Neuentwicklung von Baumaterialien und den Möglichkeiten für Konstruktionen müsste doch heutzutage ein Gestaltungsreichtum bei Neubauprojekten erreichbar sein, der den der Gründerzeit in den Schatten stellen könnte. In der Gründerzeit versuchten die städtischen Behörden den Wildwuchs an Gestaltungswut der Bauherren durch entsprechende Satzungen in den Griff zu bekommen. Tatsächlich befinden wir uns heutzutage wieder was den Gestaltungsreichtum angeht an einem Tiefpunkt wie zuletzt im Mittelalter, als wirklich nur die "Koste was es wolle"-Projekte eine aufsehenerregende Strahlkraft entwickelten wie Burgen und Kirchen, der Durchschnittmensch aber in Bretterbuden wohnte. Die Städte wünschen sich heute lieber wieder mehr Architektur, mehr Leidenschaft, mehr Ausstrahlung. Angeboten werden aber oft die immergleichen Kisten.

  • Neubebauung Mannheimer Straße 15-17

    Während man die Scheindebatte um die erforderliche Durchgrünung der Stadt auch in der Presse führt:


    http://www.nordbayern.de/regio…ur-die-altstadt-1.4569974


    Wonach nicht nur in der Altstadt mehr Grün-Inseln erforderlich sind bei den immer länger dauernden Warmperioden unserer Sommer, werden die potenziellen Gründflächen in der Stadt konsequent zugebaut. In der sehr dicht bebauten, durchaus auch lauten und belasteten Südstadt, Stadtteil Gibitzenhof, hat sich für die Anwohner einer historischen Wohnanlage aus den 1920'er Jahren eine Freifläche erhalten, die bislang auch als Spielplatz diente:



    Konsequenter weise wird ja, weil wir alle wissen in Nürnberg Wohnraum knapp ist (kann ich aus meinem privaten Umfeld eher nicht bestätigen), die Doktrin der effizienten Flächennutzung verfolgt. Folgerichtig wird durch den Eigentümer der Fläche, die "Selbsthilfe e.G." eine Bebauung vorgesehen:



    Stadtebaulich und in Mikroperspektive sicherlich sinnvolle Lückenschließung der Blockrandbebauung ist die Baumaßnahme wohl zu begrüßen. Dennoch, wenn man stehts die Baulücken überall dergestalt schließt, wird man dem Stadtökologischen Ziel, mehr Grün in die dicht bewohnte Stadt zu bekommen, eher nicht näher kommen.


    Wie dem auch sei, das Südende der Mannheimer Straße, das hier als Wendehammer für PKW ausgeformt ist, erhält hier eine neue Gestalt. Die Pläne lassen sich im Detail beim Baukunstbeirat Nürnberg begutachten:


    http://www.nuernberg.de/imperi…5/6_plaene_2015_07_22.pdf


    Auch das Protokoll dazu ist zwischenzeitlich zu lesen, und es spricht mir aus der Seele: Die Gestaltung der Gebäude ist unterirdisch und entspricht keinesfalls dem, was die Umgebung architektonisch vorgibt. Eine weiss gestrichene Styropororgie, die Wegwerfarchitektur unserer Zeit.

  • warum so kritisch mit diesem Entwurf, Nothor?


    so verkehrt finde ich ihn nicht. Passt halbwegs in die Umgebung, bietet passable Grundrisse und hat (endlich, endlich wieder) ein Hochparterre!!!

  • Sanierung: Ritter-von-Schuh Platz 1

    Oh man, ja an diesem Haus bin ich auch schön öfter vorbei gekommen, da hätte man noch einiges herausholen können, z.B. durch geteilte Fenster. Denn immerhin hat man allen Fensteröffnungen trotz einfachster Wärmeaußendämmung eine farblich abgesetzte Laibung spendiert, fast so wie es vorher war.



    Sattdessen hat man wieder diese Bruchbudenfenster hineingezimmert. Das wirkt nicht sehr hochwertig. Mal sehen wie die Balkone aussehen, die noch neben den Erker angebracht werden.
    Gerade die Balkonanlage finde ich verbunden mit der aufgebrachten Wärmedämmung wenig überzeugend. Die starken Stahlprofile stellen eine gut funktionierende Wärmebrücke in das Mauerwerk dar, sodass es zu bauphysikalischen Problemen und letztlich Schimmel kommen kann. Von den zugemauerten seitlichen Erkerfenstern wollen wir mal garnicht sprechen.



    Über so eine Sanierung kann man sich wirklich ärgern, und diese sind auch der Grund, weswegen ich eher skeptisch bin wenn es darum geht Sanierungsanreize zu schaffen. Nürnbergs Bauherren vergeigen das zu oft.


    Gemeinsam mit dem verlorenen Fassadenbild am Eckgebäude Maffeiplatz 20 gegenüber des Ritter-Von-Schuh Platz, der an sich eher zu den erlebenswerteren in Nürnberg zählt, hat der Platz stadtbildtechnisch in den letzten 12 Monaten einiges eingebüßt. Insbesondere für diese Bruchbudenfenster sollte es eine Zusatzsteuer geben!

  • Obere Baustraße

    Zum o.g. Bauprojekt gibt es neue Visualisierungen:





    Visualisierungen: KIB-Gruppe; http://www.kib-wohnen.de/


    Mir gefallen die Entwürfe eigentlich wirklich gut, es gibt Fensterlaibungen, geteilte Fenster, eine rythmisch gestaltete Fassade und ein Dach. Angesichts der sehr engen Straße geht auch die zurückhaltende Gebäudehöhe von 3 Obergeschossen + Mansarde völlig in Ordnung. Einzig die Erdgeschosszone ist völlig daneben, sie lädt zum beschmieren und dranpinkeln ein. Betrachtet man sich das letzte Bild wird klar, dass die gestalterische Aufmerksamkeit wie in Nürnbegr oft üblich in den Innenhof gelegt wurde. Und scheinbar befinden sich im Erdgeschoss auch Wohnräume, die nur zur Straße hin zugemauert sind.

  • Dieser Sockel ist ja wohl echt daneben! Schon klar, dass man darin gut Garage und Lagerräume unterbringen kann, aber städtebaulich ist diese Fassadenlösung desaströs. Ich habe ein ähnliches Bauwerk in der Nachbarschaft, direkt gegenüber von zwei straßenbildprägenden Häusern im Nürnberger Stil – sehr unschön. Allerdings stammt diese Bude aus den 60ern, da frag ich mich schon, ob man inzwischen nicht dazugelernt hat. Pragmatismus ist nicht der Weisheit letzter Schluss, vor allem nicht in einem städtebaulichen Umfeld, wo auch Interessen der Allgemeinheit zu beherzigen sein sollten (auch die ästhetischen).

  • Neubau "I-Live 2" Regensburgerstraße 2-10

    Ein nicht uninteressantes Neubau- und Verdichtungsprojekt kündigt sich an in der Südstadt an der Regensburger Straße (Google Streetview):


    https://www.nuernberg.de/imper…5/4_plaene_2015_11_25.pdf


    Das anscheinend prächtig laufende Objekt "I-Live" in der Allersberger Straße (Beitrag mit aktuellen Foto) bekommt eine Fortsetzung, größer und hoffentlich auch attraktiver in der Regensburger Straße, garnicht weit weg. Die Pläne, die dem BKB vorgelegt wurden, versprechen ein stadtbildprägendes spitz zulaufendes Eckgebäude zwischen Regensburger- und Köhnstraße mit einer durchbrochenen Fortsetzung Richtung Osten:




    Entwürfe: i-live Holding GmbH, Aalen


    Der BKB scheint begeistert zu sein von dem Willen, endlich eine Bebauung des Grundstücks anzugehen. Allerdings sind im Protokoll verschiedene Problemkreise genannt, die wohl noch nicht ausreichend berücksichtigt wurden, wie die Ausrichtung der Wohnungen angesichts der Verkehsbelastung an der Straße, oder die Größe und Belichtung der neu entstehenden Innehöfe zu den Bestandsgebäuden in der Köhnstraße. Thema sind auch die Radwege an beiden Straßen. Das Projekt hat einen guten Anfrang genommen, hoffen wir dass es nicht kaputt diskutiert wird und am Ende garnichts kommt.

  • Fertig: Neubau Sperlingstraße

    In der Sperlingstraße, im Stadtteil Rabus, wird derzeit ein äußerlich weitgehend intakt wirkendes Gründerzeithaus abgerissen.



    Der Neubau ist nun seit Kurzem fertig und bald bezugsreif. Auf den ersten Blick recht ansprechend, die gestalterischen Mittel, die der Entwurfsverfasser hier benutzt hat, gefallen mir grundsätzlich:



    Es hat alles was ich mir wünschen würde, eine gegliederte Fassade, betonte Fenstergewände und ein abgesetzter Gebäudesockel. Dadurch paast Gebäude zwar gut in das gründerzeitlich geprägte, aber zurückhaltend gestaltete Wohnviertel. Allerdings wirkt die Durchgestaltung sehr kompromisshaltig. Es musste wieder die zusätzliche Wohnetage untergebracht werden, um die Traufhöhe einzuhalten, was speziell in diesem Fall ein extrem tiefliegendes Parterre erzwingt. Man könnte es fast Souterrain nennen. Die Fensterbank liegt tiefer als die Gesäßtaschen der Passanten. Ob dort allerdings wirklich Wohnräume untergebracht sind weiss ich nicht.




    Die Brandwand des Sandsteinhauses hat man stehen gelassen, und so ragt immernoch eine Reminiszenz an den verlorenen Vorgängerbau am Ort in die Höhe. Schade drum.

  • Neubau: Kopernikusplatz 11

    Eine hässliche Lücke am Kopernikusplatz wird endlich mit einem Neubau geschlossen. Die an sich garnicht so verkehrte Randbebauung des Platzes bekommt bald sein letztes Puzzlestück.



    Das schwierige Baugrundstück bietet nur wenig Platz insbesondere für eine attraktive Fassade:



    Wohnkapital errichtet hier nun ein Mehrfamilienwohnhaus. Das besondere in diesem Falle: Vor Ort ist eine Visualisierung sichtbar! Die meisten Bauherren in Nürnberg verzichten - möglicherweise aus Scham angesichts des belanglosen Einheitsbreis - auf Visualiserungen vor Ort. Nicht so hier:



    Zu Recht wie ich finde, der Entwurf sieht eigentlich ganz ordentlich aus, ich freue mich über eine Sockelzone und den eleganten Glaserker. Das Haus passt gut in die Lücke zwischen diesen leider etwas sparsam gepflegten Gründerzeithauses und der Renditekiste aus den 1980'ern.

  • fertig: Neubau Wiesenstraße Ecke Gugelstraße

    Auf der Grundstücksbrache Wiesenstraße Ecke Gugelstraße ist zwischenzeitlich ein Neubau hochgezogen worden [...]


    .. der inzwischen fertig gestellt und bezogen ist: Ein Nürnberger Südtstadtbau eben. Unauffällig, etwas bieder aber nicht allzu streng.


  • BV: "Gugelpalais"

    Unweit der im letzten Beitrag genannten Adresse ist ein weiterer Neubau in Vorbereitung, der den verheissungsvollen Namen "Gugelpalais" trägt. 911-Wohnbau realisiert in der Gugelstraße 27-29 ein Neubauprojekt, in dem ausschließlich Wohnungen entstehen werden. Die Website bietet eine eher bescheidene Visualisierung an:



    Visualisierung: 911wohnbau


    Vor Ort zeigt sich, dass man sich viel Mühe geben muss, wenn man hier ein Palais hinstellen möchte. Gelungene Palais in Nürnberg sind ja eher die Seltenheit. Die Straße ist eng, wenig Grün und geprägt von Nachkriegsbebauung, die ebenfalls eher kein Palais sind. Impressionen:




    Damit wird die Innenstadt weiter verdichtet und verdunkelt. Die Nürnberger Südstadt ist ohnehin eine der dichtbesiedelsten Stadtregionen Deutschlands, jedes weitere Haus verschärft die Situation weiter. Man muss das nicht schlimm finden, denn vorher war der ort ebenfalls weder ansehnlich oder ökologisch wertvoll (Vorzustand google Streetview)
    Aber wirklich hilfreiche Projekte, die der Südstadt anstatt stets mehr Bewohner auch mehr Luft und Grün bringen, sind mir nicht bekannt. Hier liegt der wirkliche Engpass.

  • Nibelungenplatz

    Der Abriss der Nachkriegshäuser am Nibelungenplatz ist nun beinahe abgeschlossen. Angeblich soll ein Stuttgarter Bauträger die Neubebauung übernehmen.

  • Nibelungenplatz

    Hey Danke, das hab ich garnicht mitbekommen!
    Die Bildersuche spuckt eine Visualisierung eines Münchner Büros aus:




    Visualisierungen: Büscher Architekten, München


    Schaut soweit ganz brauchbar aus, und verspricht am Ende attraktiver zu sein als es der Bestand (google Streetview) war.


    Man scheint hier der gehobenen Wohnadresse zu entsprechen und etwas dem attraktiven historischem Umfeld angepassteres hinstellen zu wollen. Z.B. dieses Jugendstil-Eckhaus verleiht dem kleinen Platz doch das Flair, was zahlungsbereite Wohnungssuchende in Nürnberg suchen:



    Der abgerissene Komplex ist im Bild hinten rechts zu sehen und war mir seinerzeit wohl kein Foto wert.

  • fertig: Schwanhardtstraße 40-42

    Siebentritt & Donauer hat nun auch ihr Projekt in der Schwanhardtstraße abgeschlossen, zuletzt hier gezeigt. Die Ähnlichkeit des Entwurfs zum nur wenig früher entstandenen Bau in der Peterstraße ist sichtbar: eine verhältnismäßig reich gegliederte Fassade, ein ziegelgedeckte Walmdach und ein deutlich abgesetzter Gebäudesockel lassen diese Neubauten sehr vertraut aussehen. Sie passen letztlich dadurch auch gut in das in beiden Fällen historische Umfeld.



    Ein besonderes Markenzeichen der Entwurfsverfasser aus dem Hause S&D scheint der mächtige, grau gehaltene Rahmen um die Hausfassade zu sein, die sich wirklich 1 zu 1 in beiden Entwürfen wiederfindet. In Nürnberg kennen wir diese Rahmen schon aus den 1950'ern und sehen sie an verschiedenen Stellen in der Stadt.