Ostend-Boom geht weiter / links und rechts der Hanauer

  • weil ich erst seit samstag wieder einen neuen scanner habe:)
    ich bin ja ganz begeistert was die dinger jetzt können.
    etwa negative einscannen und solche sachen.
    Ich hätte schon oft gerne etwas eingescannt konnte halt nicht weil ich keinen hatte...

  • Frankfurt
    Ihr Stadtwerk ist noch Stückwerk
    Der Immobilienkrise zum Trotz treiben Ardi Goldman und die Max Baum Immobilien GmbH die Pläne für das Stadtwerk weiter voran. Die Vorvermietungen für das Büro- und Gastronomie-Quartier halten sich zwar in Grenzen, für das kommenden Jahr kündigt das Konsortium dennoch den ersten Spatenstich an. Die Entwickler setzen ihre Hoffnungen auf Mieter, die Preise wie an der Peripherie zahlen wollen, aber der Büro-Monokultur überdrüssig sind.


    Als Michael Baum, Sohn Max Baum und Ardi Goldman Ende August die Pläne für das Stadtwerk im Ostend zum zweiten Mal der Presse vorstellten (die erste Präsentation fand im Dezember 2001 statt), waren die Zeitungen anderntags des Lobes voll. Die gefällig gestaltete Mischung aus Büro- und Lifestyle-Quartier gefiel. Die Journalisten lobten zudem den Mut, ja die Kühnheit, mit der die drei Projektentwickler an ihrem ambitionierten Vorhaben festhalten. "Das ist geradezu ein Projekt für die Krise", hatte Michael Baum bei der Pressekonferenz gesagt und damit den Tenor für die Berichterstattung gewissermaßen vorgegeben. Er lautete: Hier stehen drei Männer, die sich von der allgemeinen Verzagtheit nicht anstecken lassen und ihren einmal gefassten Plan unbeirrt in die Tat umsetzen.
    Auf einem 4,3 ha großen Grundstück an der Ferdinand-Happ-Straße, das die Partner im Spätsommer 2001 von der Bahn gekauft haben, wollen sie einen Bürostandort etablieren, der zugleich eine Touristenattraktion sein soll. Vorgesehen sind neben rund 65.000 qm Büroflächen verschiedenen Charakters (Standardbüros, Lofts) ein Theater, mehrere Musikclubs, eine 1.500 Zuschauer fassende Veranstaltungshalle, ein Fitness- und ein Wellness-Center, ein Design-Hotel mit 170 Betten, schicke Möbel- und Textilgeschäfte mit effektvoll inszenierten Showrooms, ein Supermarkt, Läden für den täglichen Bedarf und als Herz des Ganzen eine Fülle von Design-Lokalen, darunter Bars, Espresso-Boutiquen, ein Seafood-Restaurant, ein so genannter Euroasiate und ein rustikales italienisches Wirtshaus, das Baum jun. als eine Mischung aus "Ebbelwoi und Italiener" beschreibt. Allein Wohnungen sind nicht vorgesehen, da sie sich angeblich mit der Außengastronomie und den Musikclubs nicht vereinbaren lassen.


    "Fahr mich dahin, wo in Frankfurt etwas los ist!"


    Getreu der Goldmanschen Devise "Lieber gut kopieren als schlecht erfinden" sucht sich das Konsortium die Vorbilder für die Lifestyle-Gastronomie in Metropolen wie London, Madrid, Rom, Hamburg oder Berlin zusammen. Dabei setzt das Trio auf die Trend-Spürnase Goldmans, der mit der Entwicklung des Büro- und Nightlife-Quartiers Union-Brauerei in der Hanauer Landstraße bewiesen hat, dass er eine Lage kreieren kann. Den Platz, den das Stadtwerk im Bewusstsein der Bevölkerung dereinst besetzen soll, beschreibt Max Baum so: "Wenn ein Taxifahrer gebeten wird, einen Fremden dorthin zu bringen, wo in Frankfurt etwas los ist, dann soll er zu uns fahren."
    Die Umsetzung ihrer Vision haben Baum und Goldman in die Hände von fünf namhaften Architekturbüros gelegt: KSP Engel und Zimmermann, Professor Mäckler Architekten, Landes & Partner (alle Frankfurt), Ortner & Ortner Baukunst (Wien) und Allmann, Sattler, Wappner (München). In neun Workshops, an denen die Chefs persönlich teilnahmen, haben sich die Planer eine Stadt in der Stadt ausgedacht, deren kleinteilige Struktur aus Gassen und Plätzen den Eindruck erwecken soll, man spaziere durch ein gewachsenes Stadtviertel. 19 ineinander verschränkte, blockartige Gebäude sind entlang zweier Achsen aufgereiht. Die Mitte des Quartiers bildet ein großzügiger Platz. Farbe und Material der Fassaden wechseln, den rechteckigen Gebäudekörpern wird durch mehrgeschossige Aussparungen die Wucht genommen. Viele Fassaden sind verklinkert, wie überhaupt die Architekten bei der Verkleidung der Gebäude auf Stein und Beton und nicht auf Glas und Stahl gesetzt haben. Im Osten schirmt ein Parkhaus das Viertel zum neu entstehenden Containerbahnhof hin ab, über die gesamte Länge des Stadtwerks zieht sich eine viergeschossige, zum Teil unterirdische Parkebene. Insgesamt finden 1.400 Autos Platz. Bis auf den Anlieferverkehr ist das Quartier als Fußgängerzone geplant.
    Die Situation auf dem Büromarkt lässt die Investition trotz der ansprechenden Architektur und der Fülle von Ideen als großes Wagnis erscheinen. Ungeachtet aller gastronomischer Accessoires ist auch in diesem Fall die Vermietung von Büroraum das wirtschaftliche Rückgrat der gesamten Investition. In Frankfurt jedoch stehen über 1 Mio. qm leer, bis Ende des Jahres kommen weitere 345.000 qm dazu. Wer braucht da, fragt man sich, im Osten der Stadt neue Flächen? Auch die Lage wirft Fragen auf. Die Hanauer Landstraße und das Ostend werden zwar, nicht zuletzt wegen der Nähe der geplanten Zentrale der Europäischen Zentralbank, als Zukunftsstandort gehandelt, doch leer stehende Neubauten zeugen auch hier von manch geplatztem Investorentraum. Überdies liegt das Stadtwerk gar nicht direkt an der Hanauer Landstraße, sondern gleichsam im Hinterhof der großen Verkehrsader und ist nur über zwei vergleichsweise kleine Straßen zu erreichen. Das Gleisfeld des Ostbahnhofs schneidet das Areal komplett vom nördlichen Teil des Ostends ab. Eine Fußgängerbrücke verbindet das Gebiet allerdings mit dem Ostpark. Die drei wagemutigen Entwickler geben sich trotz ungünstiger Rahmenbedingungen von ihrem Konzept voll überzeugt. Mit der Kombination von Arbeiten, Einkaufen und Amüsieren spreche man vor allem unzufriedene und darum wechselwillige Mieter im kleinen und mittleren Flächensegment an, "die nicht nur an die Gewerbesteuer denken".


    "Wir machen den anderen die Häuser leer."


    Diese Zielgruppe, so Max Baums Theorie, langweilt sich in der Bürostadt Niederrad, in Rödelheim, am Kaiserlei oder in Eschborn in glanzlosen, abgenutzten Gebäuden aus den 60er und 70er Jahren, ist angeödet von der Bürowüste der Umgebung und will darum das riesige Flächenangebot und die sinkenden Preise für einen Ortswechsel nutzen, am besten in einen architektonisch anspruchsvollen Neubau in einem angesagten Viertel mit Bars, Geschäften und 24-Stunden-Betrieb auf der Gass’. Wer da nicht ans Stadtwerk denkt, möchte man meinen, ist selber schuld. "Wir machen den anderen die Häuser leer", verkündet der junge Developer forsch. "Die Leute stellen derzeit ihre Mietflächen in Frage", fährt er fort, "darum ist der Zeitpunkt genau richtig, das Stadtwerk jetzt vorzustellen." Mit 13 bis 16 EUR/qm biete man Mietpreise wie in der Peripherie, aber ohne deren Monokultur. Flächen sollen schon ab 200 qm zu haben sein. Da das Stadtwerk aus vielen eher kleinen Gebäuden besteht - das größte hat 7.000 qm Mietflächen -, sollen auch mittelständische Firmen die Möglichkeit haben, durch Anmietung eines ganzen Hauses "eine Identität zu bilden". "Selbstverständlich denken wir nicht nur an Lifestyle-Mieter, sondern genauso an klassische Büronutzungen wie Banken oder Versicherungen." Allem zur Schau gestellten Optimismus zum Trotz können Vater und Sohn Baum, für deren Neun-Mann-Unternehmen das Stadtwerk das Folgeprojekt zum mehr oder weniger abgeschlossenen Westhafen darstellt, gelegentliche Anflüge von Selbstzweifel nicht immer unterdrücken. Natürlich könne man in diesen Zeiten auch "kleinere Brötchen backen", zeigt sich Sohn Max auf kritische Fragen einen Moment nachdenklich. Vom Stadtwerk sei man aber fest überzeugt, fügt er sogleich hinzu, Vermietungskrise hin oder her. Die Pläne nennt er selbst "mutig und ambitioniert". Einmal rutscht ihm aber auch das Wort "Husarenritt" heraus. Die Initiatoren können die Tatsache nicht verhehlen, dass sie genüber der ersten Präsentation keine wirklich neuen Fakten auf den Tisch legen können, sieht man einmal von dem vertieften architektonischen Konzept und dem Fortgang des Bebauungsplans ab. Den geringen Vermietungsstand - die Rede ist von "zwei halben Gebäuden" - begründet Baum mit "Verzögerungen im B-Plan-Verfahren" und dem wenig glaubhaften Satz, die Vermarktung habe "gerade erst begonnen".
    Für das Hotel kann er ebenso wenig einen Betreiber nennen wie für eines der Textil- oder Möbelgeschäfte. Auch im gastronomischen Bereich sind Mietverträge wohl Fehlanzeige. Dennoch versichert Max Baum, man werde 2004 mit dem Bau von sechs Gebäuden beginnen. Danach soll das Stadtwerk in zwei weiteren Abschnitten realisiert werden. Eine "flickenteppichweise Bebauung" schließt er aus. Eine selbstbewusste Ankündigung, der wohl nur Taten folgen werden, wenn die Menschen, wie er hofft, "endlich wieder den Mut haben, Entscheidungen zu treffen". (cvs)
    http://www.immoportal.de

  • Auch hier hat man Anfang der Woche mit den Bauarbeiten begonnen. Die Baugruben werden ausgehoben und massenweise Bau- und Schlafcontainer aufgstellt...


  • fantastisch, dass auch der osthafen nun entwicklet wird, wobei es schon sehr schade ist, dass dort keine wohnungen enstehen werden. die revitalisierung der hanauer landstrasse 200 siet recht interessant aus. ich frage mich auch, was für ein hochhaus das sein soll auf der hanauer 172. und warum nennt man das dreieck ufo? sind die nicht meistens rund?

  • Es ist schon der Wahnsinn, was in den letzten Jahren aus dem Ostend und besonders der Hanauer Landstrasse geworden ist. Das wird irgendwann einmal eine der beliebtesten Wohngegenden in Frankfurt sein.

  • Also da ich hier schon angesprochen werde: es ist doch ganz einfach Jungs.


    Runde UFOs kommen von runden Planeten und dreieckige UFOs.....

  • Der Eingang zum Innenhof des UFOs sieht sehr interessant aus. Wenn die Projekte in der Gegend fertig sind kann das ein sehr interessanter Stadtteil werden. Fast alle Objekte wirken IMO sehr steril. Im Gesamtkontext könnte so eine sehr stilvolle Atmosphere entstehen.

  • Zitat

    Original geschrieben von gfs
    Ich find's toll, dass endlich, endlich das Mainufer an vielen Stellen der Stadt wieder attraktiver wird!


    Da gebe ich Dir Recht gfs, alleine die Bebauung mit kleinen Wohnhochhäuser hat das südliche Mainufer seit den letzten vier Jahren extrem belebt, man merkt das vor allem im Sommer wenn man dort spazieren geht. Dem nordöstlichen Ufern steht dieselbe Renaissance bevor!

  • Es ist schwierig etwas zu vergessen das leider immer weiterwuchert. Man faßt sich an den Kopf wenn man sowas sieht.
    "Nachhaltige Baukultur"....sicher. Schön wärs.

  • Hat doch mit alt oder nicht alt nichts zu tun. Man sieht es oder sieht es nicht. Die endlose Variation kubischer Formen und eintöniger "Materialästhetik". Immer und immer wieder dieselbe Leier. Fällt uns denn gar nichts anderes mehr ein? Es ist doch einfach nur arm oder? Mit gutem Design hat das nichts zu tun. So schafft man keine lebenswerten Städte. Nur bessere Industriegebiete. Das Schlimme ist daß diese Architekten das wissen - aber nach alter Ideologie zu Werke gehen, nicht nach der aus derartigem Städtebau gewonnenen Erfahrung der letzten Jahrzehnte.

  • Zitat

    Hat doch mit alt oder nicht alt nichts zu tun. Man sieht es oder sieht es nicht. Die endlose Variation kubischer Formen und eintöniger "Materialästhetik". Immer und immer wieder dieselbe Leier. Fällt uns denn gar nichts anderes mehr ein? Es ist doch einfach nur arm oder? Mit gutem Design hat das nichts zu tun. So schafft man keine lebenswerten Städte. Nur bessere Industriegebiete. Das Schlimme ist daß diese Architekten das wissen - aber nach alter Ideologie zu Werke gehen, nicht nach der aus derartigem Städtebau gewonnenen Erfahrung der letzten Jahrzehnte.



    Ich finde sowohl die Qualität. als auch die Vielfalt die wir in dem Viertel zu erwarten haben verhältnismässig gut!
    Gib mir mal ne Alternative, die dir vorschwebt........
    Und komm mir jetzt bitte nicht Neoklassizismus oder sowas! :rolleyes:
    Ich schliesse mich mal der Frage von Towercat an: Was ist "gutes" Design?
    Das, was bestimmten Geschmäckern entspricht?