Autos, Radler, Fußgänger etc. (Aufteilung des Straßenraums)

  • Wie schon erwähnt, müsste so ein Umbau der innerstädtischen Straßenräume mit einem Gesamtkonzept einher gehen, dass zum Ziel hat, die Mobilität im Stadtgebiet vom Auto auf andere, flexiblere, platzsparendere Transportmittel zu verlagern. Letztere müssen dann natürlich auch immer weiter optimiert und vernetzt werden, sodass am Ende nicht nur mehr Platz (also neu und attraktiv zu gestaltender Straßenraum) entsteht, sondern auch ein Mehrwert in der innerstädtischen Mobilität, weil weniger Leute im Einzel-Pkw im Stau stehen, Parkplätze suchen oder sonst wie nicht vernünftig von A nach B kommen und dabei andere wiederum blockieren. Gerade in München gibt es durch seine Kompaktheit großes Potenzial in diese Richtung. Und natürlich wird es ein großes Plus an Lebensqualität werden, wenn nicht nur die Straßen und Plätze entlang des Altstadtrings sondern auch Dachauer-, Ludwigs-, Prinzregenten-, Maximilian, Zweibrücken-, Lindwurm-, Schwanthaler-, Arnulfstraße u.v.m. mit Bäumen, breiten Gehwegen, breiten Radwegen etc. neu gestaltet werden.

  • Auch die Briennerstraße soll nun offenbar durchgehend in beiden Richtungen großzügige Radlspuren bekommen. Das hat das KVR beschlossen, nachdem Verkehrszählungen hier ein erhöhtes und steigendes Radleraufkommen gemessen haben. Dafür sollen ca. 17 Autoparkplätze wegfallen, auf dem engen Absschnitt westlich des Odeonsplatzes ist eine Einbahnregelung für Autos im Gespräch. Allerdings könnten die KVR-Planungen nun am Veto der CSU im Stadtrat scheitern.


    https://www.abendzeitung-muenc…49-a4a8-cfcb10751b89.html

  • Autofreies Gärtnerplatzviertel?

    Eine Bürgerinitiative fordert eine weitgehend autofreie Verbindung zwischen Viktualienmarkt und Isar, die auf der Reichenbachstraße verlaufen soll.
    https://gaertnerplatz-fussgaengerzone.com/


    Dazu gibt es auch eine Online-Petition: https://www.openpetition.de/pe…tnerplatz-fussgaengerzone


    Vermutlich ein guter erster Schritt, um endlich die Innenstadtbereiche konsequent von den Autos zu befreien. Hier geht es ja, wie schon öfter erwähnt, nicht nur um den tatsächlichen "Verkehr", sondern ganz besonders auch um den vielen Platz, den abgestellte Autos momentan im Straßenraum wegnehmen.


    Dazu auch noch ein aktueller SZ-Beitrag: http://www.sueddeutsche.de/mue…kt-bis-zur-isar-1.4038766

  • Dazu passend, wird hier das Konzept der "Superblöcke" aus Barcelona vorgestellt. Mehrere Häuserblöcke werden zusammengelegt und die Straßen dazwischen vom Autoverkehr befreit. Der einstehende Raum ist dann Fußgängern, Radlern vorbehalten bzw. wird für innerstädtische Erholung genutzt. Das wäre doch auch mal eine Idee für die Max- Ludwigs- und Isarvorstadt. An der TU Berlin wird das Barcelona-Vorbild untersucht. Ein weiterer Vorschlag wäre, die Gebühren für Anwohnerparkausweise deutlich zu erhöhen, um einen Anreiz zum Autoverzicht für Innenstadtbewohner zu erzeugen bzw. wertvollen Straßenraum für andere Nutzungen zu gewinnen. So werden in Berlin derzeit auch "Quartiersgaragen" ausprobiert, mit dem Ziel, dass der Weg zum Auto genau so weit ist wie zu einem öffentlichen Verkehrsmittel.


    https://www.businessinsider.de…-aus-innenstaedten-2018-4

  • Brienner Straße


    Quelle: https://www.muenchen.de/rathau…rd-fahrradfreundlich.html


    Ein weiterer wichtiger Schritt. Jetzt wird es Zeit, dass der westliche Bereich zwischen Königsplatz und Stiglmaierplatz bzw. der weiter Verlauf der Nymphenburger Str. angepackt wird.


    Kennt jemand den "Verkehrsentwicklungsplan Radverkehr" bzw. ist dieser Plan im Netz abrufbar? Ich konnte leider nichts finden...

  • Allerdings geht es laut Beitrag nur um den westlichen Abschnitt zwischen Theresienwiese und Paul-Heyse-Str. Warum nicht bis Sonnenstr.? Dieser Flickenteppich ist mir unbegreiflich. Genau so unsinnig das Desaster auf der Rosenheimer Str. :nono:


    Edit: Dass für jeden neu markierten Miniaturabschnitt von der Stadt eine eigene Pressemeldung herausgegeben wird, zeigt, wie unbedarft an das Thema herangegangen wird.


    https://ru.muenchen.de/2018/17…er-Dachauer-Strasse-80469
    https://ru.muenchen.de/pdf/2018/ru-2018-09-17.pdf#page=4

  • Mehr Platz für Radler 2:

    Auch die Marsstraße erhält ab Sommer 2019 auf dem 600 Meter langen Abschnitt zwischen Pappenheim- und Seidlstraße einen eigenen Radweg. Dadurch entfällt der bisherige, lediglich durch eine Markierung vom Fußweg abgetrennte Radweg. So gibt es künftig auch mehr Platz für Fußgänger.
    Durch die Maßnahme entfällt in beiden Richtungen je eine Autospur.


    https://www.sueddeutsche.de/mu…atz-fuer-radler-1.4138474

  • Allerdings geht es laut Beitrag nur um den westlichen Abschnitt zwischen Theresienwiese und Paul-Heyse-Str.


    Das würde ich nicht als westlichen Teil der Schwanthalerstr. bezeichnen. Das ist der mittlere Teil. Der westliche Teil ist doch wohl der zwischen Ganghoferstr. und Martin-Greif-Str.


  • Quelle: https://www.muenchen.de/rathau…/Rosenheimer-Strasse.html


    Unfassbar, wie kompliziert, aufwendig und langsam die Verwaltung hier vorgeht, dabei handelt es sich doch einfach nur um einen längst überfälligen Radlstreifen auf einer der wichtigsten Verkehrsrouten der Stadt! Wie viele Jahre will man noch mit halben Lösungen, Evaluierungen, Umplanungen etc. vertrödeln? :bash:

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    Der Nordring hängt an der DB.


    Da ich die Strecke öfter mit dem Rad fahre: An Tempo 30 hält sich so gut wie niemand, ok, es wird langsamer als bisher gefahren, doch angenehm ist es nicht dort zu radeln. Die Autos überholen regelmäßig mit viel zu geringem Abstand.
    Es sei denn ich fahre mitten auf der rechten Spur, dort wo auch die Radl auf der Fahrbahn aufgebracht sind :D.


    iconic : Was wäre denn deine präferierte Lösung?


  • iconic : Was wäre denn deine präferierte Lösung?


    Wie MGerlach01 schon schreibt, ist die Lösung hier wirklich nicht sonderlich kompliziert: Erst muss natürlich auf beiden Seiten der evtl. noch für den "stehenden" Autoverkehr versperrte Raum aufgelöst werden, dann dürfen Ausfallstraßen dieser Art, die dermaßen weit in die Innenstadt hineinführen, im Idealfall maximal eine Autofahrspur je Richtung haben, mit nur in Ausnahmefällen einer zusätzlichen Abbiegespur. Wenn dann immer noch zu wenig Platz für Radlstreifen und breitere Bürgersteige für Fußgänger ist, dann müssen eben die Autofahrspuren weiter verengt, bzw. evtl. Bäume gefällt werden. Ist aber alles kein Geheimnis, man kann sich das bei anderen europäischen Städten, die mit der Verkehrswende schon deutlich weiter sind, direkt abkopieren.

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    Hm, die Parkplätze würde ich auch entfernen. Ich denke, dass allein diese Maßnahme völlig ausreichend für schöne Radlwege wäre. Allerdings dürfte das bei den Anwohnern vermutlich auf wenig Gegenliebe stoßen.


    Eine Spur pro Richtung komplett zu streichen, könnte zu unmittelbarem Verkehrschaos bis zurück zur A8 führen, da die Rosenheimer sonst durchgehend zweispurig verläuft. Hier bräuchte es mMn zunächst ein Masterkonzept für den gesamten Bereich A8-Rosenheimerstr.-Innsbrucker Ring.


    Was für mich ein No-Go ist, ist es, Bäume zu fällen. Gerade der Rosenheimerstraße würde in diesem Abschnitt mehr Grün sehr gut zu Gesicht stehen. Auch im Sinne der Luftqualität.

  • Die Streichung von Parkplätzen sollte in der Regel genügen um ausreichend Platz zu schaffen. Oberirdische Parkplätze am Straßenrand sind die ineffizienteste Nutzung dieses knappen Raums überhaupt. Gerade auf wichtigen Einfallstraßen wird so wichtiger Straßenraum blockiert. Daneben entsteht durch Parkplatzsuchende zusätzlicher Verkehr (etwa ein Drittel des innerstädtischen Verkehrs). Das Wegfallen von Parkplätzen am Straßenrand löst also gleich mehrere Probleme:
    - es entsteht Platz, der dem regulären Verkehr zur Verfügung steht
    - man kann alternativ dort breite Fahrradwege anlegen oder zusätzliche Grünflächen
    - durch den gezwungenermaßen rückläufigen Verkehr der Parkplatzsuchenden wird das Verkehrsaufkommen durch Autos nachhaltig reduziert.


    Man könnte im Gegenzug z.B. in der Rosenheimerstraße eine oder mehrere Tiefgaragen schaffen, die nur den Anwohnern (gegen Gebühr) zur Verfügung stehen. In Summe braucht man dann wahrscheinlich immer noch weniger Parkplätze als aktuell vorhanden sind, weil einige Anwohner dann auf das Auto verzichten werden.

  • Ein Anfang...

    In einem anderen Thread wurde neulich die Verantwortung der Unternehmen bzgl. der Verkehrsprobleme diskutiert, u.a. Dienstwagen vs. alternative Reisevehikel.


    Dass BMW nun laut eigener Aussage seinen Mitarbeitern in München seit September Elektro-Leihräder zur Verfügung stellt und damit mehr als die heute 4.000 der 40.000 Angestellten, die täglich mit dem Rad zum FIZ oder ins Werk fahren, auf die umweltschonenderen Zweiräder bringen will, ist der SZ immerhin eine Meldung wert:


    https://www.sueddeutsche.de/mu…ren-mitarbeiter-1.4150873