Nbger Nordosten: Rennweg, Schoppershof, Gärten b. Wöhrd

  • Rennweg: Am Messehaus 20

    Das ästhetische Unglück am Rennweg nimmt seinen Lauf:


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    Anscheinend hat man zumindest Abstand davon genommen Styropor zu nehmen, man nimmt dann lieber Mineralwolle. Das ist bauphysikalisch vorteilhafter, weil belastbarer und nicht brennbar, aber in der Herstellung und Verarbeitung durchaus nicht unproblematisch. Zumindest scheinen die modernen Mineralfaserstoffe nicht mehr so gefährlich zu sein wie früher, aber auch bei Ihnen bleibt nur die Mülldeponie oder das energieintensive verbrennen/einschmelzen, was anders als bei Styropor nicht endotherm ist sondern enorm viel Energie benötigt, genauso wie der Herstellungsprozess. Ebenfalls fällt auf, dass die Dämmstoffdicke eher gering ist. Man ist weit von 20 cm oder so entfernt, unterm Strich fragt man sich umso mehr, was der ganze Quatsch soll. Das Erdgeschoss scheint man eh ganz außen vor zu lassen, die Kälte kann also schön von unten unter die Dämmung kriechen und Schimmel produzieren. Oh mann...


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    Quasi um das infernalische zu illustrieren haben noch ein paar Chaoten am Wochenende einen jungen Baum umgerissen. Mag den einen oder anderen das kalt lassen, was der handwerklich kunstvoll das Stadtbild bereichernden Sandsteinfassade wiederfährt, bei dem Baum kann man dann gar kein Verständnis mehr mitbringen. Binnen weniger Wochen ist die Straße zu einem traurigen Anblick geworden.


    Bilder von mir.

  • Jetzt hat es dieses unsägliche und völlig überflüssige Sanierungsprojekt auch in die Presse geschafft:


    https://www.nordbayern.de/regi…ruI49t0nHwecnDXfb9KozeZM4


    Darin lassen die Eigentümer die Hosen runter und geben zu, dass sie keine fachkundige Beratung hatten, dass sie ursprünglich nur das Dach machen wollten und die Fassadendämmung "mal eben mitmachen, da jetzt das Gerüst schon stehe" und das sie es eigentlich auch nur machen weil sie nur so eine Förderung erhalten.

    Die Kosten werden anschließend vollständig auf die Mieter umgelegt, aber ob die von der Maßnahme profitieren ist fraglich. Denn wer genau hinsieht erkennt dass da ziemlich unsauber gearbeitet wurde und die Dämmung einige Lücken aufweist:



    Man beachte in der Bildmitte unter den Fenstern das Brüstungsfeld. Dort sieht das ganze verdächtig aus und wenig fachgerecht.

  • Die Projekt-Seite ist nun online und es scheinen auch schon etliche Wohnungen reserviert zu sein. Das Bauvorhaben scheint in "Gold" und "Style" unterteilt zu sein. "Gold" bezeichnet die größeren Wohnungen im hinteren Bereich des Objektes und "Style" die kleineren Wohnungen vorne zur Bayreuther Straße. Auch drei Gewerbeeinheiten scheinen in Richtung Bayreuther Str. Platz zu finden:


    https://www.project-immobilien…ilien/bayreuther-strasse/

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    zum Heulen. Ein Beitrag zum Absturz des Viertels, ein Zeugnis von Kulturvandalismus, ein Opfer agressiver Lobbypolitik, ein Beispiel fehlgeleiteter staatlicher Anreize, ein Haus, in das ich selbst keinen Cent mehr investieren würde. Denn nach Dämmung kommt Abriss.


    Man sieht, dass kein Cent investiert wurde in neue Fenster. Die alten, klapprigen undichten Plaste- und Holzfenster sind gelieben. Würde mich mal interessieren, ob die Bewohner wirklich einen Vorteil bemerken, die Mieterhöhung wegen umlegbarer Dämmkosten vs. Energiekosteneinsparung. Nochmal ein Vorher-Foto, damit es wehtut:



    Mögen die Eigentümer mit ihrem sturen Egoismus bekommen was sie verdienen.

  • "Parc Lane" an der Bayreuther Straße 20 (ehem. Brunswick Bowling)

    Das Projekt "Parc Lane" von Project Immobilien geht nun in die Vermarktung:


    https://www.project-immobilien…ilien/bayreuther-strasse/


    Modellfoto im Showroom am U-Bahnhof Rennweg:


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    Bemerkenswert, da noch nichteinmal mit dem Abriss des Vorgängerbaus "Brunswick Bowling" begonnen wurde, scheint aber schon viel verkauft zu sein. Anekdote am Rande, von einem gut informierten Bekannten habe ich erfahren, dass der Vertrieb kurzzeitig gestoppt wurde, da die Nachfrage überraschend hoch gewesen sein soll. Die Preise wurden deswegen nach oben angepasst um wohl ca. 500 EUR/qm. Wenn man sich auf der Website umsieht sieht man dass sich die Preise weit oberhalb von 6.000 EUR/qm bewegen, was schon absolute Spitzenklasse ist für Nürnberg!


    Ich persönlich freue mich aber auf den Neubau, der die unbefriedigende Situation mit dem Flachbau und der leider vergammelnden historischen Sandsteineinfriedung endlich löst:


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    Und der Neubau soll ja nun durchaus passend gestaltet werden zu der Umgebung, die von Nachkriegsarchitektur der eher besseren Sorte geprägt ist, wie dieser massive Neubauriegel aus den späten 1950'ern mit ortstypischen, mehrgeschossigen Erkern und einer durchgehenden Ladenzone im Erdgeschoss:


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    Und diese Baugruppe mit den fein durch Balkone, Lisenen und verschiedenen Oberflächen gegliederten Fassaden, sowie das ungewöhnliche spitzwinklige Haus daneben mit der gekehlten Front finde ich besonders urban:


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    Da wird sich der Neubau denke ich gut einfügen und den Ort komplettieren.

  • Zu "Park Lane":

    Die notwendigen Baumfällarbeiten wurden anscheinend noch rechtzeitig durchgeführt. Zumindest kann man etliche Baumstämme und Äste auf dem ehem. Parkplatz hinter der Bowling-Halle sehen. Mit dem Abriss wird wohl innerhalb des nächsten Monats begonnen werden. Es wird von einer Bauzeit von 3 Jahren ausgegangen. Ca. 1/3 der Wohnung sind bereits verkauft bzw. reserviert. Eine Aufstellung der noch verfügbaren Wohnungen ist hier ersichtlich: https://www.project-immobilien…her-strasse/wohnungssuche

    Mit den gelieferten Grundrissen ist meines Erachtens wenig anzufangen. Man muss diese schon massiv "optimieren". Beispielsweise hat keiner der hoch bezahlten Architekten an einen Abstellraum gedacht. Tatsächlich wurden die Wohnungs-Preise nach ca. einem Monat nach oben "angepasst". In Nürnberg steigen die Preise schon vor Beginn des Baus. :D Dies erklärt auch die Lücken in der Wohnungsauflistung. Die Käufer dieser Wohnungen hatten wohl das Glück sich noch den alten Preis zu sichern, und um die nachträgliche Anpassung zu vertuschen, wurden die verkauften Wohnungen samt der alten Preise aus der Auflistung gestrichen.

    Die erste Gewerbeeinheit ist nun anscheinend auch schon reserviert.

  • Drei Jahre Bauzeit?! Aus guten Gründen hast du das hervorgehoben. Dass man noch das Bowlingcenter abreißen muss, schön und gut, aber vergleicht das mal mit der Bauzeit von der Pachebel-Realschule. Das hat nichtmal annähernd so lange gedauert und das ist eine Schule (öffentliches Bauvorhaben) und hier ist ein privater Investor am Werk. Da passt doch was nicht. Der Evangelische Campus ist vielleicht auch schon im Sommer 2023 fertig und da wird erst nächstes Jahr mit dem Abriss begonnen!
    So teure Wohnungen und dann auch noch so lange Wartezeiten, ich wusste garnicht, dass der Rennweg so eine begehrte Lage ist.

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    3 Jahre Bauzeit finde ich jetzt nicht so dramatisch. Dort befand sich früher ein riesiger Biergarten bevor das Bowling-Center dahin gekommen ist, womöglich noch mit alten gemauerten Kellern oder Sandsteingewölben oder so. Ich denke schon, dass man hier etwas Zeit einplanen sollte. Das Projekt ist auch nicht das allerkleinste, der Bauteil an der Bayreuther Straße steht dann auch auf der U-Bahn-Röhre. Ich denke wir werden hier langandauernde Tiefbauarbeiten sehen.

  • Ab Beitrag #215 hatte nothor vom Dämmstoff-Fassaden-Sakrileg beim Eckhaus Am Messehaus 20 in Schoppershof berichtet. Nach einem Streifzug am Wochenende durch dieses Viertel kann ich berichten, dass es dort in jüngerer Zeit auch einige erfreuliche Entwicklungen gab.


    Schoppershofstraße 1:


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    (Vorzustand)


    Gleich daneben: Schoppershofstraße 14A mit neuen Fenstern und aufgefrischter Fassade, die dabei allerdings leider etwas entfärbt wurde


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    (Vorzustand)


    Heerwagenstraße 28, Ecke Schoppershofstraße (gegenüber der Mammut-KiTa):


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    (Vorzustand)


    Fenitzerstraße 33. Sehr schön geworden!


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    (Vorzustand)


    Am Messehaus 4: Nun hatten auch die Bewohner der oberen Etagen ein Einsehen:


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    (Vorzustand)

    Adamstraße 47: Endlich wurde auch das wunderschöne Eckgebäude am Olof-Palme-Platz über alle Geschosse hinweg gebührend herausgeputzt:


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    (Vorzustand)

    Werderstraße 15:


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    (Vorzustand)

    Ansonsten noch im Auge zu behalten: In der Werderstraße 24, fast direkt am Fenitzerplatz, bahnt sich eine Fassadenrenovierung an. Wäre schön, wenn sich der gute Trend in diesem Viertel fortsetzen würde!


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  • Vom Abriss bedroht: Martin-Richter-Straße 19

    Wieder soll ein historisch wertvolles Gebäude abgerissen werden.


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    Ein Investor hat das Haus/Grundstück gekauft und plant den Abriss und einen Neubau. Das Gebäude ist das einzig gut erhaltene Vorkriegsgebäude in der Näheren Umgebung, das an sonsten eher wenig attraktiven Bestand aufweist. Zudem ist die Fassade sogar unbeschädigt und komplett. Der Denkmalschutz hat sich das Haus schonmal angesehen, soweit ich gehört habe, aber den Daumen nach unten gesenkt, weil ein paar Türen erneuert wurden und nicht mehr original sind.


    Schlussfolgerung: Wer in Nürnberg ein Denkmal besitzt und dem Denkmalschutz ein Schnippchen schlagen will, der muss einfach nur ein bisschen im Innern renovieren. Der Denkmalschutz hat hier keine Zähne, aber auch keine klare Haltung oder Linie für den Umgang mit historischer Bausubstanz in der Stadt. Alles nach 1850 scheint wertlos zu sein.


    Mich frustriert sowas. Kein Wunder dass viele Leute hier in Nürnberg einen Lockdown-Koller bekommen, sie können der Banalität ihrer Umgebung nicht wie gewohnt durch Urlausbreisen entkommen.

  • Es ist zum verzweifeln. In anderen Großstädten haben Bauherren auch ohne Denkmalschutz Anspruch auf Erhaltung von Historie und Stadtbildverträglichkeit, in Nürnberg muss unbedingt immer alles billig, schnell(lebig) und mit maximaler Flächenausnutzung sein. Was so entsteht ist keine Stadt, sondern eine Legebatterie. Der Imageschaden ist unermesslich!

  • Und Nürnberg verliert ggü. anderen "B-Städten" wie Leipzig und Dresden an Profil.


    Die Gründung und das Konzept der TU wird aber bundesweit wahrgenommen, so mein Eindruck.

    Muss Dir wie allen Vorschreibern recht geben. Wie achselzuckend in Nürnberg bauliches Erbe aus der Gründerzeit abgeräumt wird, ist eine Schande. Ob das anderswo nicht gelegentlich auch so passiert, weiß ich nicht, aber mein Eindruck wäre, dass in so einem Gebäude in anderen Städten edle Eigentumswohnungen entstehen würden und unten ins Geschäft ein hippes Café einziehen würde. Auf der Hoffläche könnte man ja sogar einen modernen Neubau mit optimierter Flächenausnutzung danebenstellen.


    Schön, dass das Konzept der neuen Technischen Uni Nürnberg tatsächlich überregional gewürdigt wird. Mittel- und langfristig kann das durchaus etwas bewegen. Allerdings besteht die Uni bis heute meines Wissens aus einem Präsidenten und einem Kanzler und einer Anmietung. Bis die ersten Studis so richtig loslegen und die Professuren voll besetzt sind, vom Bezug der ersten eigenen Gebäude ganz zu schweigen, werden noch ein paar Jährchen vergehen.


    Alles nach 1850 scheint wertlos zu sein.


    Du legst den Finger in die Wunde. Es ist schon bizarr, wie stolz man in Nürnberg auf die "Altstadt" ist (bin ich ja auch), die aber zu 90% kriegsbeschädigt ist. Komplett erhaltene Gründerzeitviertel werden gleichzeitig völlig außer Acht gelassen oder haben sogar Ghetto-Charakter. Gostenhof und Bärenschanze galten Jahrzehntelang als Glasscherbenviertel, dabei sind da bestens erhaltene, atmosphärische Straßenzüge mit kleinteiliger Infrastruktur an Geschäften. Aber viel zu viele Nürnberger sind im Denken leider in der Baumarkt-Kultur verhaftet. Lieber ein Reihenhäuschen mit Carport. Und für den individuellen Touch besorgt man sich einen Gartenzaun von OBI. :rolleyes:

  • Dass der Nürnberger Denkmalschutz eine Kette stetigen Versagens hinterlässt haben wir ja schon oft genug diskutiert.

    Vor knapp 8 Jahren oder so hat sich ein erklecklicher Teil der Bewohner des Rennwegviertels dafür eingesetzt, dass es hier Ensembleschutz gibt und das Viertel in seiner Gestalt bewahrt werden kann. Ich wurde damals auch um eine kurze Stellungnahme gebeten, die aber zwecklos war. Die amtliche Bewertung dieses Wunsches war: Abgelehnt, denn es stehen zu viele "Störer" im Viertel, also es sind bereits zu viele Nachkriegsbauten und "Obifizierungen", also schlecht gemachte Renovierungen vorhanden. Mit dieser Strategie kann natürlich langfristig kaum ein Denkmal gehalten werden, denn es sind immer irgendwelche Ausbesserungsarbeiten erforderlich.

    Wenn man die Denkmalschutzpraxis und ihre theoretische Haltung dazu gegenüberstellt, muss man stattdessen fürchten, dass man künftig auch wieder Denkmäler an die Abrissbirne verlieren wird. Denn was sind neumodische Zutaten wie Dachgauben, Stahltreppen oder sonstige Anbauten denn anderes als "Störer"? In den neuen Bundesländern beobachte ich dagegen eine gesunde Haltung des Denkmalschutzes: Alles, was im Kern historisch ist, wird geschützt, und eine Sanierung hat gleichsam eine Restaurierung zur Folge. Das Ergebnis: Ein aufblühendes Stadtbild und keineswegs eine Pleitewelle von Bauunternehmen.


    In Nürnberg ist man da noch auf einem primitiven Niveau. Ob das mit der fehlenden Uni zu tun haben könnte kann man ja mal besprechen.

  • ^^ Nürnberg hat ja sogar eine Architektur Fakultät - mit recht schlechtem Image. Eventuell könnte man da auch mal personell ansetzen.

    Profil verlieren d.h. etwas Eigenständiges verlieren ist in diesem Fall für mich gar nicht so sehr das Problem, denn wenn man ehrlich ist: das ist ein besserer Standard Gründerzeitler, nicht Neu-Nürnberger Stil. Eher ist das so etwas wie für die meisten ein gemeinsamer Nenner, wenn es um "schöne" Architektur geht. In jeder Stadt die etwas auf sich hält werden Gründerzeit Ensemble Viertel erwartet, und wenn man die nicht oder nur noch durchlöchert findet, wird das auf die gesamte Stadt übertragen: nicht hipp, nicht chic,...

  • So ist es, es ist der weiche Standort-Vorteil "Stadtbild". Darum wird schon in der Altstadt gerungen und hat die Gründung der Altstadtfreunde nötig gemacht. Außerhalb der Altstadtmauern sieht es dann noch schlimmer aus. Es gibt zwar ein paar Ensembles, auch Gründerzeitensembles, aber das ist gemessen an der Größe Nürnbergs mit 500.000 Einwohnern sehr dünn. 8.000 Einzeldenkmale in Nürnberg vs. 14.000 Einzeldenkmalen in Leipzig sprechen da eine eindeutige Sprache. Wenn man über Denkmale in deutschen Großstädten spricht, dann taucht da Nürnberg nicht ganz vorne auf, auch wenn es hier eine gewisse Anzahl ganz herausragender Beispiele gibt, die Europaweit ihresgleichen suchen, die sind aber allesamt mittelalterlich, vor 1850 und liegen in der Altstadt. In den Vorstädten sieht es dagegen eher grau und düster aus. Dort ist das Stadtbild als ganzes, als Lebensraum der Bewohner kaum konkurrenzfähig mit vergleichbaren Städten, was aber auch wesentlich an der mangelhaften gestalterischen Qualität der Sanierungen und Wohnungsneubauten liegt.


    Und was die Architekturfakultät anbelangt, sie besitzt tatsächlich keinerlei Strahlkraft. Ich habe von dort aber auch noch nie etwas Wegweisendes oder Aufsehenerregendes wahrgenommen, die Dozenten sind teilweise als Entwerfer für die hiesigen Bauunternehmer tätig und bringen dann solche Neubauten. Auch die Planungen für den Friedrich-Ebert-Platz stammen aus der Feder einer der Dozenten. Ist das auch überregional konkurrenzfähig? Ich weiß nicht...

  • Na nothor, ich finde du malst da zu schwarz. Es ist nicht so dass nur in Nürnberg alte, im Grunde gute Bausubstanz weggeräumt wird und es ist auch nicht so, dass es keine schönen Ensembles außerhalb der Altstadt gibt. Es mangelt an hochwertiger moderner Architektur, klar, aber ich wüsste nicht, dass dies in Dortmund, Bremen oder auch Leipzig so viel besser wäre.


    Bzgl. Abriss historischer Bausubsatz:

    Hier in Berlin fallen mir gerade 6 aktuelle Beispiele ein, bei denen völlig intakte Gründerzeitler samt Seitenflügeln und Hofbebauung in ungleich prominenteren Lagen abgerissen wurden oder noch werden.

    Also das was du schreibst ist kein Nürnberger Problem sondern ein Teil normaler Stadtentwicklung. Was in Nürnberg nur leider zu oft passiert, ist, dass die Ersatzbebauung extrem banal ist. Und in diesem konkreten Fall ist es extrem bedauerlich, weil das Haus sehr gut dazustehen scheint.


    d.

  • Sicherlich hast du da irgendwo Recht, aber insbesondere deine Beispiele sind ja insofern nicht so ganz vergleichbar, weil die Häuser alle abgestuckt sind und daher gerade eben nicht die schönsten der Straße sind, sondern eben die, ich sage mal "entbehrlichsten". Ist ja auch nicht so, dass mich jeder Abriss in Nürnberg alarmiert, aber es trifft hier halt auch immer wieder intakte Substanz, die sich bis heute weitgehend unbeschädigt bewahrt haben. Und deshalb finde ich ist die Kritik an dem Bauvorhaben in der Martin-Richter-Straße berechtigt. Wenn es ein fades, abgestucktes Haus träfe, naja, dann ist es halt so.