Kleinere Projekte Rennweg, Schoppershof, Gärten b. Wöhrd

  • Danke für die Erwähnung. Solche löblichen, wenn auch kleinen Projekte, gehen ja doch meistens unter oder fallen gar nicht auf.


    Es ist schön zu sehen, daß es in Zeiten von Sondermüllenergieeffizienzplatten noch derartige Beispiele gibt. :daumen:

  • Stadtteil Rennweg/Schoppershof ist beim Landesdenkmalamt durchgefallen: http://www.nordbayern.de/regio…nurnberg-wachst-1.2987365


    Hier wird direkt Bezug genommen auf die Adamstraße 41. Man kann durch die Erwähnung des Bürgerengagements pro Denkmalschutz deutlich herauslesen, dass man sich in seinem Wohlfühlumfeld bedroht fühlt von rücksichtlosem Umgang mit dem Viertel. Ich hoffe, das hat nicht zu viele negative Folgen.


    Für denjenigen, der sich in seinem Viertel wohlfühlt ist der Denkmalschutz der beste Partner. Anders lässt sich kaum verhindern, dass einem die Presslufthämmer und Styroporplattenhersteller zu Leibe rücken.

  • Schoppershofstraße 6

    Auch über die kleinen Verbesserungen kann ich mich freuen. Der imposante Altbau an der Schoppershofstraße 6 gegenüber dem Beck hat nach nun einigen Wochen des Innenausbaus neue Fenster mit 3-fach Isolierglas erhalten:



    Das Haus ist vermutlich mal um ein viertes Vollgeschoss aufgestockt worden. Das vierte Obergeschoss wirkt niedirger und auch die Fensterreihung passt nicht ganz.
    Eine Totale, Januar 2013:



    Hoffentlich bekommen alle Maueröffnungen neue Fenster (bis auf das Erdgeschoss). Die dreigeteilten Sprossenfenster mit Oberlicht waren sicherlich auch früher schon so. Die Optik des Gebäudes gewinnt so einiges an Eleganz zurück. Ich hoffe die Fassade wird früher oder später auch noch etwas gepimpt, und damit meine ich kein WDVS. Das Haus ist insgesamt von den Abmessungen her wuchtiger als die umgebende Bebauung. Der Giebel, der hinter dem Hotel "Drei Linden" in der Sulzbacher Straße zu sehen ist, ist noch original und war auch historischen Aufnahmen ebenso schon so.


    Da beweisen die Bauherren schon ein sensibles Gespür für die Bedeutung von Fenstern für das Straßenbildes, und tragen schon diese kleine Maßnahme zur positiven Entwicklung des Viertels bei. Klasse!

  • Schoppershofstraße 51

    Während das Gebäude Schoppershofstraße 6 weitere neue Fenster erhält, steht dem Jugendstil-Stuckaltbau von 1907 in der Schoppershofstraße 51 (in Beitrag 26 schon vorgestellt) die Modernisierung ins Haus.


    Es wird zugesichert, dass die Fassade, die zu den schönsten Stuckfassaden im Viertel gehört, zu erhalten. Im Kontrast zu den Sandsteinfassaden am oberen Ende der Straße, die ohne Stuckelemente verwirklicht wurden, und den meist etwas vereinfachten Putzfassaden im südlichen Teil der Straße, ist dieses Haus in der Gegend echt einzigartig. Ich vermute, dass die Fassade in diesem Zustand schon seit 100 Jahren besteht. Sozusagen ein Dokument für die Langlebigkeit einer massiven Fassade. Man wird auch auf außen angebrachte/sichtbare Rollläden verzichten, sehr löblich.



    Detail:



    Die Rückwand indes wird massiv verändert: Es werden Balkone angesetzt und es wird gedämmt. Ebenfalls wird der gesamte Dachstuhl erneuert und angehoben, um eine großzügige Dachgeschosswohnung unterzubringen. Man darf sich auf das Ergebnis freuen! :daumen:

  • In der Mathildenstraße wurde schon 2012 die Nummer 9 wärmegedämmt (Beitrag 5 und Beitrag 17), wobei man noch ein paar Gesimsleisten wieder aufgeklebt hat. Nun ist das Eckgebäude Mathildenstraße 13 Ecke Ludwig-Feuerbach-Straße an der Reihe. Augenscheinlich saniert eine Malerfirma die Fassade. Vorzustand google klick.


    Foto von heute:



    Ich bin zwar kein Bautechniker, aber auch hier fehlt es an den Brandriegeln, die über die Fenster gehören oder umlaufend alle zwei Etagen auszuführen sind. Verstehe nicht, wieso das doch gemacht wird, liegt hier der Energiesparzwang über den Sicherheitsbedürfnissen?


    Schritt für Schritt verschwindet dieser Abschnitt des Stadtteils Gärten bei Whörd unter Styropor. Zu Hoffen bleibt dass dieser Trend an der Ludwig-Feuerbach-Straße stoppt, denn dort beginnt die attraktivere Bebauung aus der Jugendstilzeit.

  • Geuderstraße 7 eingerüstet

    Das Jugendstilhaus Geuderstraße 7 ist eingerüstet worden.
    Bemerkenswert, da weder die Fassade noch das Dach sichtbare Schäden aufweisen. Die Fassade ist eine etwas ältere WDVS-Fassade, bei der die Dämmschicht noch nicht ganz so übertrieben dick ist wie man es heute ausführt, und bei der man pietätvoll die Schmuckelemente aus sandstein erhalten und aufgefrischt hat. Leider kann ich nicht sagen, was man dort vor hat.


  • Adamstraße 41

    Die Adamstraße 41 ist nun vom Gerüst auf der Straßenseite befreit:




    Mein betrachtendes Auge urteilt mit einem gutmütigen "NAJA". Deshalb, da ich die ursprüngliche Planungen kenne und die Umsetzung verheerend auf den Straßenzug gewirkt hätte. So bleibt das Sandsteinkleid erhalten. Allerdings die brutal hereingebrochenen Panoramafenster, die baumarktmäßigen Fenster mit außenliegenden Rolläden bedeuten leider keine Verbesserung gegenüber dem Vorzustand. Dazu die einfachen Fenstergitter aus verzinktem Stahlrohr vor den Panoramafenstern und die Dachlandschaft in Zinkverblechung haben die Ausstrahlung eines Häuslebauerprojektes auf dem Lande, und wirken auf mich wenig professionell. Für eine gute Wohnlage und ein ambitioniertes Sanierungsprojekt, das man hier eigentlich hätte umsetzen sollen, eindeutig zu wenig. Dennoch, das schlimmste ist uns erspart geblieben. Das WDVS, dass für die Adamstraße vorgesehen war, hat man kurzerhand auf das Schwesterprojekt Valznerweiherstraße gepappt.


    Zufällig ist mir ein Vetreter des Bauträgers vor der Tür über den Weg gelaufen, der sowohl die Adamstraße als auch die Valznerweiherstraße als gelungen und wunderschön anpries. Ähem, naja, ohne Kommentar. Es wurde nachgeschoben dass die Kunden danach verlangen würden (wohlgemerkt, nach einer mit Styropor verklebten Sandsteinfassade!!). Das darf meines Erachtens angezweifelt werden.... Über Geschmack lässt sich streiten, für Geschmacklosigkeit jedoch hab ich kein Verständnis.

  • nothor : Deinem Urteil ist von meiner Seite fast nichts hinzuzufügen. Dass der Bauträger nicht mal gewillt war, das hässliche Schaufenster neben der Durchfahrt zu Fenstern rückzubauen und auf geteilte Fenster verzichtet hat, sagt alles. Solche schönen Altbauten einem dermaßen phantasielosen Bauträger in die Hände zu geben, ist wie Perlen vor die Säue geworfen.

  • Ja, du hast Recht, viel Mühe hat man sich nicht gegeben. Es wurden nur die Dinge gemacht, die billig sind. In der Fichtestraße 42 (Fotos sobald das Gerüst weg ist) gibt sich der Bauträger Alexander Rothschild mehr Mühe und zeigt, wie man es richtig macht: Es wurden die Fensteröffnungen im Erdgeschoss vergrößert und dem Urzustand angenähert und das Dachgeschoss wird ebenfalls großzügig umgestaltet. Und ohne Denkmalschutz wird schlicht der besseren Vermarktbarkeit von Altbauwohnungen Innendämmung eingesetzt und objektgerechte Fenster mit Teilung und Oberlicht wurden eingebaut. Da können sich die Macher der Adamstraße einige Scheiben von abschneiden.


    Möge WONEO ihre Objekte an Rothschild abtreten, und wir wären dieses Unheil los.

  • Was habt ihr für ein Problem ? .. sieht doch klasse aus . Das Haus wurde nicht zugespachtelt .. das ist das wichtigste .. finde es ist eine Top Mischung aus Alt und Modern.

  • Alles Moderne wird irgendwann alt. Nur wenn das Moderne hochwertig ist, ist es auch im Alter noch etwas wert. Vergleiche mal die Sebalder Kontore mit dem FH-Neubau am Dürrenhof, beide Baujahr 2013. Dann weisst du was ich meine.

  • Aktueller Baufortschritt des Mehrfamilienhauses in der Bayreutherstr. (gegenüber Brunswick Bowling). Die Baulücke wird bald geschlossen sein:



    Eigenes Foto.

  • Mathildenstraße 13

    Die feuerpolizeilich nicht regelgerecht ausgeführte Wärmedämmung an der Mathildenstraße 13 wird nun verputzt. Die Bauverwaltung hat keine Handhabe das vorschriftsgemäße Anbringen dieser entflammbaren Dämmhülle zu überwachen, da unsere Energiepolitik das Nachrüsten eines sog. Vollwärmeschutzes als nicht genehmigungs- und anzeigepflichtig einstuft.



  • Geuderstraße 7 - Dachrenovierung

    Die Geuderstraße 7 hat neue Regenverrohrung und Verblechungen erhalten, sonst wurde an dem recht schnieken Haus nichts gemacht.



    So sieht eine gut gemachte Dachsanierung aus! Kupfer, das in Würde patiniert, grün oder braun wird und dann nahezu ewig hält. Klasse!

  • Fichtestraße 42

    Nach nun bald 2-Jähriger Bauzeit zeigt sich der Jugendstilaltbau wieder ohne Gerüst. Innen voll entkernt und im Hof Balkone und Fahrstuhl angebaut, hat man auch die Straßenfassade massiv überarbeitet.


    2012:



    2013:



    Eine angenehme Veränderung in dem Viertel, in dem schon wenige Meter weiter so völlig rücksichtslos saniert und überformt wird. Bei näherem Hinsehen jedoch fallen ein paar Details auf, die fehlen. Ich kann z.B. keine Ziegeleindeckung mehr über den Risaliten seitlich des Erkers mehr erkennen. Hier ist blos, aber immerhin zum Glück, das mehrfach profilierte Gesims geblieben.
    Das rechte Erdgeschossfenster hätte bestimmt auch großzügiger geöffnet werden können. Stattdessen hätte ich die Fensterbank höher gelegt (Sichtschutz). Und ganz zuletzt die erschlagenden Fenster der Dachpartie. Die Räume dahinter und die Aussicht sind sicher ganz phantastisch. Aber die Größe der Fenster hätte m.E. eine andere Teilung erforderlich gemacht, damit es die Proportionen dieser schön gegliederten Jugendstilfassade nicht kaputt macht. Hier würden Sprossen in Brüstungshöhe gut aussehen.

  • Nothor, bei vielen Projekten kritisierst Du recht erbarmunglos, wenn beispielsweise gegliederte Fenster zu einem großen Fenster kombiniert werden. Versuche doch auch einmal in deinen Rezensionen die positiven Aspekte einer Objektsanierung zu beleuchten. (Wie zB in diesem Falle die neu gegliederten Fenster und zwangsentfernte Satellitenschüsseln).


    Nichtsdestotrotz wie immer: Danke für die Bilder!

  • Du hast ja völlig recht, die Erhaltung der Fassade im Grundsätzlichem incl. der filigranen Balkonbrüstung auf dem Erker, die geschmackvollen Fenster sowie die zumindest ansatzweise Wiederherstellung der Erdgeschosszone mit Bogenfenstern und die Entfernung der Satellitenantennen sind auf jeden Fall erfreulich. Wobei ich das Abschrauben der Antennen nicht unbedingt als Leistungsmerkmal einer Sanierung bezeichnen würde. All diese Dinge hatte ich aber schon freudig gelobt, als das Haus noch eingerüstet war!


    Die Umgestaltung der Dachlandschaft finde ich durchaus kritikwürdig, was nicht heisst dass ich sie ablehne. Ich hätte sie in Details anders gestaltet. Selbst das Abbrechen der gemauerten Wand incl. Gesims finde ich nicht schlimm. Nur manchmal wünsche ich mir noch etwas mehr Gestaltungswillen und Geschmackssicherheit. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau, die Fichtestraße 42 gehört zu den gelungensten Sanierungen 2013. Immerhin handelt es sich hier weder um ein Ensemble noch ein Einzeldenkmal. Da hätte man auch deutlich brutaler rangehen können.

  • Spielwarenkontor "Hermann Auge" Fichtestraße

    Das Fabrikgebäude in der Fichtestraße, hier letztmalig gezeigt, zeigt sich zwischenzeitlich abgerüstet, zumindest was den Altbau anbelangt. Und der Altbau ist auch das interessante an dem Gesamtprojekt (gewesen), das aus Alt- und Neubau besteht. Der Altbau war nämlich schon weitgehend verkauft, noch bevor mit dem Neubau begonnen wurde. Altbauwohnungen gehen in Nürnberg!


    Gewesen - weil man leider eine wirklich seltene Chance vertan hat. In mittlerer Lage am Rande eines beliebten Gründerzeitviertles stand hier bis vor einem halben Jahr noch ein reinrassiges Fabrikgebäude mit bis zu 3,30 hohen Decken, massiv gemauerten Geschossdecken, großen Sprossenfenstern und einer Klinkerfassade im Indutrielook. Geblieben sind davon nur die Fenster, und auch diese sieht man nur wenn man direkt davor steht. In die Straßenflucht geblickt dagegen strahlt das Gebäude nur noch Schießscharten-Rohbaucharakter aus:



    Direkt davorstehend kann man noch erahnen, dass es mal etwas anderes war als ein einfaches Wohnhaus. Nun kann man auch die sicherlich sehr teuren großen Fenster sehen.




    Es ist wirklich schade, dass man die Fassade des Fabrikgebäude nicht mit in die Gesamtkonzeption mit einzubeziehen verstanden hat. Stattdessen ist der Kunststoff-Einheitbrei draufgeklebt worden. Immerhin ohne die Fenster zu verkleinern.
    Auf der Traufkante wurden für die Penthouses gemauerte Säulen für die Zäune erstellt: Hier hat man sich plötzlich wieder an den Charakter des Gebäudes orientiert. Im Ergebnis schmälert die ungegliederte fantasielose Fassade den Gesamteindruck erheblich, sodass die Sanierung nicht mehr so hochwertig anmutet wie man sicherlich beabsichtigt hatte. Die Regenrohre von den Loggien verstärken diesen enttäuschenden Eindruck noch.


    Schade, das hätte echt viel Potenzial gehabt. In Leipzig z.B. hätte man hier mehr heraus geholt, wie hier z.B. brandaktuell zu sehen: http://www.deutsches-architekt…hp?p=401239&postcount=339
    In den neuen Ländern erreicht man hier ein ganz anderes Niveau. Nürnberg kann da kaum zeitgemäße Sanierungen dieser Art vorweisen.

  • nothor , danke für das Update! Ich stimme Dir vollauf zu. Sehr schade, dass Bauherr und Architekt das Potential dieses Schmuckstücks nicht erkannt haben. Man sieht gar nicht mehr, dass es sich um einen Altbau handelt. Wie vermarktet man denn sowas? Als "Altneubau"?? Schade, von der hübschen Klinkerfassade ist nur ein seelenloser weißer Block übrig... Erinnert mich an diese üble Show "Endlich schön!", wo sie vom Leben gezeichnete Frauen so lange vom Schönheitschirurgen bearbeiten lassen, bis alles Inidividuelle und Reizvolle in den Gesichtern nivelliert ist.

  • Fassadenrenovierung Äußere Sulzbacher Straße

    Das Eckgebäude Äußere Sulzbacher Straße / Löhnerstraße hat eine Fassadenauffrischung erhalten, nachdem in den letzten Monaten der Putz bröckelte udn abstürzte. Vorzustand: Google Streetview, allerdings nur zur Nordseite hin, was jetzt ein wenig skuril aussieht.


    Der Reiz dieser Fassade ist der dezente Runderker, der nicht aus der an sonsten schlichten Putzfassade herausragt. Sicher war es dem Bauherrn damals nicht erlaubt einen Erker an dieser Stelle zu bauen, daher wählte er diese Lösung (reine Vermutung). Zur Löhnerstraße sieht man noch die Fassadenfarbe, die ich den 60'ern oder 70'ern zuschreiben würde, während man die Fassade zur Äußeren Sulzbacher Straße neu gestaltet hat. Weisse statt dunkelbraune Fensterrahmungen und eine erdfarbene Gestaltung fühen das Haus zurückhaltender in die ganze Zeile ein, die noch komplett aus Gründerzeithäusern aus dem Spätjugendstil, kurz vor dem 1. WK, besteht.




    Ich habe mich über diese kleine Sache sehr gefreut, eine Verschandelung durch Armdicke Schaumstoffdämmung ist diesem Abschnitt also bislang erspart geblieben.