Kleinere Projekte Rennweg, Schoppershof, Gärten b. Wöhrd

  • Das Wetter und die früh einbrechende Dunkelheit lassen nicht viele Fotopostings zu. Dennoch hier zwei:


    Das Haus Fichtestraße 42 ist auf dem Letzten Foto des Beitrags Nummer 2 dieses Strangs zu sehen. Seit gefühlt anderthalb Jahren in der Sanierung, hat es diese Woche im ersten Obergeschoss drei neue Fenster erhalten. Darüber sind noch die Vorgängerfenster zu sehen:



    Schaut deutlich aufgewertet aus!


    Das selbe in der Schoppershofstraße, wo die Nummer 55 renoviert wird (Beitrag Nr. 40). Das Erdgeschoss hat hier neue Holzfenster erhalten:



    Der große, ehemalige Ladenzugang hat eine differenziertere Fensterfläche erhalten:



    Kleine, aber erfreuliche Neuigkeiten.

  • Fortschritt Hermann Auge Spielwarenkontor

    Bei einem Sonntagsspaziergang zeigte sich die von der Fassadenverblechung befreite alte Gründerzeitfassade des Herman Auge Gebäudes in der Fichtestraße. Man kann gut die alte Fassadengliederung aus rotem Sichtklinker und vertikalen Fensterreihen mit Putzschmuck erkennen. Dieser ist schon vor vielen Jahren für die Verblechung entfernt worden.



    Die Seitenwand ist für den Anbau und die Aufstockung um ein Penthouse gesichert worden:



    Die Fassade wieder dem Ursprungszustand näher zu bringen könnte sich lohnen. Denn die Fichtestraße ist hier recht ansehnlich:



    Ecke Sulzbacher Straße, ggü. des ehem. Mohag-Geländes. Das Gebäude links wurde im November gesandstrahlt ....


  • Fassade Schoppershofstraße 55

    ... genau so wie die Schoppershofstraße 55, die ebenfalls gereinigt wurde. Das Erdgeschoss hat neue Fenster erhalten, das einliegende Geschäft wurde zu Wohnraum umgebaut. Mich würde mal interessieren, ob die übrigen Fenster auch noch gewechselt werden? Das Haus ist jedenfalls nicht leer stehend:




    Direkt gegenüber befindet sich die Bismarckschule. Unweit hiervon strebt der Berufsschulneubau in der Deumentenstraße seiner Vollendung entgegen. Das Viertel wird daher in den Räumlichkeiten des ehem. "Plus" Bismarckstraße Ecke Schoppershofstraße einen weiteren Beck bekommen.

  • Adamstraße 41

    Die Adamstraße 41 wird neu vermarktet. Wie der Projektentwickler WONEO bereits in den Nürnberger Nachrichten am 24.10.2012 ankündigte, wird man nun die Sandsteinfassade erhalten. Die Erdgeschosswohnung findet man nun in einem Exposee im Netz Link: http://www.immobilienscout24.de/expose/66408792


    Darin findet man zum Einen eine Zeichnung der Straßenfassade, die nun erhalten bleibt. Ebenso die große Tordurchfahrt. Allerdings bleibt es wohl bei der Absicht, ein großes Fenster in die Etagen zu schneiden. Notwendig ist das ja nicht und stört die Proportionen der Fassade doch empfindlich. So richtig verstanden haben die Verantwortlichen ja nicht, was den Reiz dieses Hauses in dieser Umgebung ausmacht.


    Vermutlich ist das die Verpflichtung aus der Tatsache heraus, dass die Wohnungen bereits verkauft sind.

  • Schultheiss will in der Händelstr 1 eine Wohnanlage bauen: Link


    Hier die Visualisierungen:




    Bildquelle: Schultheiss-Projekt


    Die NN berichten auch: Anwohner protestieren gegen Neubau in Erlenstegen


    Der Artikel in der in der NN ist jedoch leider mal wieder sehr tendenziös. Dort wird ohne kritische Hinterfragung ein Mitglied eines Bürgervereins zitiert, die von "unvollständigen Bebauungsplänen" redet, einem Umstand der diese "monströse" Planung erst möglich mache. Nunja. Lesen, denken, ignorieren. Die aktuelle Planung entspricht jedenfalls dem Bebauungsplan.


    Die Miniposse wird komplettiert von Schultheiss, die sich (warum auch immer) auch noch zum Thema Bebauungsplan äussern. Ein Sprecher wird mit der Aussage zitiert, dass in einer überalterten Gesellschaft große Grundstücke mit Einfamilienhäusern nicht mehr zeitgemäß seien. (Wenn der Herr das wirklich so gesagt haben sollte, sollte er sich nen neuen Job suchen. Kann man sich noch ungeschickter ausdrücken?) Gleichzeitig erfährt man auf der Schultheiss Seite, dass die nahestgelegenste ÖPNV-Anbindung des Projekts eine 400(!) Meter entfernte Bushaltestelle ist.

  • Danke für die Meldung! Den Artikel habe ich ebenfalls diese Woche gelesen und war auch etwas überrascht. Voller dummes Zeug. Hast du richtig wieder gegeben. Allerdings verstehe ich die Anwohner schon, die ihr EFH-Viertel da bedroht sehen. Ob es gerechtfertigt ist ist eine andere Frage.

  • Adamstraße 15

    Die Adamstraße im Osten der Innenstadt scheint ja sehr gerne in die Presse zu kommen. Leider nicht immer positiv. Diesmal ist es jedoch kein architektonische Schandtat, sondern eher eine soziale Bombe, die dort jemand gezündet hat. Es berichtete die NN:


    http://www.nordbayern.de/regio…g-1.2696806?searched=true


    Um dieses Haus geht es...




    ...ein typisches Nürnberger Mietshaus, an dem immer mal wieder herumrepariert wurde sodass es heute völlig gesichtslos dasteht. Ich schätze das Rückgebäude ist mit von der Partie. Und obwohl der Aufhänger des Berichts nicht architektonischer Art ist und daher nicht in erster Linie für dieses Forum relevant ist, verliere ich trotzdem ein paar Worte darüber, denn der Eigentümer will das Haus sanieren und die Miete von derzeit rd. 2,80 EUR/qm auf 14 EUR/qm erhöhen.


    Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Gründerzeithaus. Die Fensterformate und Geschosshöhen verraten es. Der Zeitungsartikel spricht von Nachkriegsbau, der mit "wenigen Mitteln hochgezogen" worden sei, ein Kriegsschaden könnte also die Ursache für sein Aussehen sein. Bei dem vom Eigentümer gewünschten endgültigen Mietpreis müsste es sich meines Erachtens um eine Extrem-Luxussanierung handeln, denn 1300 EUR für 90 qm sind in Nürnberg soweit ich weiss in eigentlich keiner Lage erzielbar. Und die Lage der Adamstraße 15 ist zwar zentral und hervorragend erschlossen, aber die Straße selbst ist an diesem Abschnitt eher unattraktiv: Die lärmende Sulzbacher Straße nebenan, kein Grün und kaum Parkplätze. Die Straße ist eng und die übrige Bebauung eher unterdurchschnittlich. Über das Gebäude selber kann ich wenig sagen. Aber der avisierte Mietpreis müsste m.E. eine vollständige Wiederherstellung aller Gründerzeitelemente des Hauses beinhalten (völlig utopisch) und selbst dann wäre die Lage immernoch mittel bis einfach (leider). Selbst bei einem Abriss und Neubau wäre die Renditeerwartung wohl völlig überzogen. Besonders bemerkenswert ist der Kommentar des Eigentümers, die Mieter würden nach der Modernisierung mit 900 EUR mehr Monatsmiete immerhin von niedrigeren Nebenkosten profitieren (da habe ich herzhaft gelacht).


    Realistischerweise wird das Haus wohl entkernt werden, vollwärmegedämmt durch billiges WDVS (und damit gewiss nicht attraktiver), weiss gestrichen und am Ende für 10 EUR/qm maximal vermietet. Besser der Eigentümer verkauft es jetzt, denn Käufer gucken scheinbar nicht so genau hin wie mir das manchmal scheint. Hier steht uns nun wohl eine weitere Polystyrolfassade mit Fungizidanstrich in Haus.


    Nachtrag: So hat das Gebäude vermutlich mal ausgesehen (sorry für die schnelle Skizze):


    Von "ewig nix dran gemacht" kann also keine Rede sein.

  • Händelstraße 1 in Erlenstegen

    @ Scritch, das aktuelle "Exposé", so kann man es ja nicht wirklich nennen, es ist eine schnell hingeschusterte Anzeige in einem der einschlägigen Portale, ruft für das Schultheiss-Projekt in der Händelstraße rekordverdächtige 4.650 EUR/qm auf. halleluhja!!! Zumindest preislich scheint Nürnberg langsam zu den großen Städten in Deutschland aufzuschließen.

  • Vielleicht findet man ja ein paar Rentner (ist ja offiziell Zielgruppe), denen man mit so einer Anzeige das Geld aus der Tasche ziehen kann. Wenn Schultheiss jedoch weniger Glück hat, sollten sie mit dieser Art Preissetzung lediglich die die Motten anziehen und spätestens 6 Monate nach Baufertigstellung von diesen Fantasiepreisen abrücken.


    Lass sie halt träumen...

  • Adamstraße 15

    Die Vermarktung des Gebäudes hat begonnen. Aufgerufen werden 300.000 EUR für 93 qm. Äußerlich bleibt es bei dem anspruchslosen Kasten, siehe Visualisierung:



    Quelle: Immo Homes, Anzeige aus Immowelt.de, 01.03.2013


    Chance vertan.

  • Adamstraße 41

    Sie sind zwar nicht spektakulär, wohl auch nicht einzigartig in Nürnberg, aber ich möchte sie dennoch ein vielleicht letztes mal zeigen: Details aus dem in Sanierung befindlichen Haus Adamstraße 41.


    Den Hausflur, eine Durchfahrt in den Innenhof, schmückt eine unbeschädigte Stuckdecke im Stil der Neorenaissance:



    Das Holztreppenhaus ist auch sehr typisch für Nürnberger Altbauten. Der Wandputz wurde entfernt, ebenso die tragende Außenwand. Zur Hälfte wird die Außenwand jetzt durch einen Betonschacht gebildet, vermutlich dem Fahrstuhlschacht (nicht zu sehen):




    Im 1. OG sieht man schon entfernte Innenwände und die Stuckdecken der vier Zimmer zur Straßenseite.



    Hohlkehle, Zierstab.....




    ... und jeweils eine Lampenrosette.




    Diese Details werden vielleicht dran bleiben, aber unter einer ca. 10 cm abgehängten Gipskartondecke verschwinden.
    Das Holztreppenhaus und die Stuckdecke im Hausflur bleiben bestehen.

  • Fichtestraße 42

    Was für eine Wohltat für den Stadtbildsensiblen. Ohne Aufforderung, Druck, Protest, Gemotze, Genörgele oder anderweitig [aus Investorensicht] nervige Intervention greift man bei der Altbausanierung in der Fichtestraße 42 zu....



    .... Innendämmung!!! Es gibt also noch Menschen mit Geschmack. Schon die erneuerten Fenster verraten es:



    Davon könnte sich Woneo echt einiges abgucken, bei denen geht ja daneben was nur daneben gehen kann. Hier dagegen geht man mit Verstand an die Sache ran. Der Bauherr müsste immernoch die "Fichtestraße Projektentwicklungs GmbH & Co. KG" sein.


  • Adamstraße 41

    In der Adamstraße hat man nun die großen Durchbrüche durch die Sandsteinfassade erstellt, um die im Exposé gezeigten Panoramafenster unterzubringen. Der Durchbruch wurde augenscheinlich sauber geschnitten, sodass die Fassade hinterher immernoch recht ansehnlich sein sollte. Einen Durchbruch dieser Art in einer Sandsteinfassade ist mir so noch nirgends aufgefallen.



    Ich bin auf das Endergebnis gespannt.

  • Dann gabs da wohl bei der Aktion "rettet die Sandsteinfassade" ein Mißverständnis. Ich dachte eigentlich die Fassade bleibt so erhalten. Jetzt fällt zwar die angedachte Dämmung weg, aber anscheinend werden trotzdem große Fenster hineingeschnitten.


    Panoramafenster sind übrigens was für Häuser mit großen Gärten. In der Stadt übersieht man gerne, das man durch solche Fenster auch in die Wohnungen schauen kann.

  • Tja das ist wohl der Kompromiss bei der Sache. Die Wohnungen waren bereits verkauft, als der Bauherr sich überreden ließ die Sandsteinfassade zu erhalten. Ich gehe davon aus, dass die Käufer mit dem Umschwenken auf Innendämmung einverstanden waren, nicht aber damit auf das Fenster zu verzichten (warum auch immer). Per sé finde ich das nicht so schlimm, wenn man das sauber ausschneidet und ein durch Sprossen und Kämpfer elegant geteiltes Panoramafenster einbaut kann das durchaus auch gut aussehen. Die bittere Wahrheit wird aber wohl sein, dass es eine riesige, banale Fensterscheibe mit Außenrollo sein wird, welches aus den von dir genannten Gründen öfter unten als oben sein wird.


    Ich bin eh für eine Renaissance der historischen Fensterläden in der Stadt. Die geben der Fassade eine viel angenehmere Gestalt und erfüllen den Sichtschutz genauso wie die Rollos.

  • Mathildenstraße 13

    In der Mathildenstraße / Ludwig-Feuerbach-Straße wird ein weiteres Gründerzeithaus auf energetisch saniert. Das Haus wird als Hotel genutzt und ist vermutlich, wie viele andere Häuser in dem Quartier, ein Wiederaufbau nach Kriegszerstörung. Die Sprossenfenster aus der Nachkriegszeit wurden schon durch neue Einscheibenfenster ersetzt. Die neuen Fenster sind auf die Außenwand gesetzt worden, vermutlich als Vorbereitung für das Aufbringen einer 17cm+ Styropordämmung auf der Wand, um den Schießscharteneffekt etwas abzumildern.



    Crop, nachbearbeitet fürs Detail:



    Vorzustand Google Streetview (link)


    Damit setzt sich der stille Abstieg des Viertels in architektonischer Sicht nach dem Abschlagen der Stuckfassade in der Mathildenstraße 9, der Dämmung der Adamstraße 15, der unglücklichen Durchlöcherung der Sandsteinfassade der inmitten von Einzeldenkmälern liegenden Adamstraße 42 weiter fort. Schade um das bislang doch recht schöne Viertel. Es gibt aber auch leuchtende Beispiele, wie die Schoppershofstraße 55 oder die Fichtestraße 42.

  • Schoppershofstraße 55

    Eine Frage an die Experten unter den Foristen. An der schön wiederhergerichteten Fassade Schoppershofstraße 55 wurden heute morgen die Fenster von Arbeitern mit Folien abgeklebt. Wird da eine Imprägnierung des Sandsteins vorbereitet? Oder hat das einen anderen Hintergrund?


    Edit:


    Am Nachmittag war schon alles wieder entfernt worden, also eine Imprägnierung. Das Gerüst vor dieser schlicht-schönen Sandsteinfassade sollte also bald verschwinden.

  • Interessante Hintergrundinfos zu den Gründerzeitlichen Wohnvierteln Nürnbergs:


    http://www.nordbayern.de/regio…wird-ausgeraumt-1.2959389


    Hier wird das Beispiel der tradidtionsreichen Bau- und Kunstschlosserei Wittkopf in der Adamstraße kurz portraitiert. Die Schlosserei wurde 1904 gegründet, in der gleichen Zeit wurden auch die beiden Jugendstilhäuser errichtet, in denen der Schlossereiinhaber Mietwohnungen als Altersvorsorge eingerichtet hat:



    Das Rechte, die Nummer 41, steht seit längerem unter Denkmalschutz. Das linke, grüne, konnte erfreulicherweise dieses Jahr 2013 in die Denkmalliste als Einzeldenkmal aufgenommen werden:



    Nicht zuletzt wegen der einzigartigen Schlosserwerkstatt, deren Teile teilweise in das Museum Industriekultur an der Äußeren Sulzbacher Straße verbracht werden. Im Innern soll dieses Haus noch weitgehend original erhalten sein. Sicherlich gesuchte Wohnungraritäten, mit Holzfußböden, Stuckdecken, Kassettentüren, und ein aufwändig gestaltetes Treppenhaus (immerhin die Visitenkarte eines Hauses). Auf dem Dachfirst ist eine geschmiedete Armillarsphäre aufgesetzt:



    Beide Gebäude gehören nun der Woneo Gesellschaft. Der Plan der Altersvorsorge dürfte für die Wittkopfs damit aufgegangen sein. Bleibt zu hoffen, dass diese Häuser dem Stil des Viertels angemessen renoviert werden.

  • Abgerüstet präsentiert sich die aufgearbeitete Sandsteinfassade der Schoppershofstraße 55 strahlend hell hinter dem gleichalten Baum. Die neuen Holzsprossenfenster in dunkelblau passen zu der leicht crèmegrauen Natursteinfassade sehr gut. Klasse gemacht!




    Das sollte Standard sein! Statt dessen bekommt man den Eindruck, je mehr Geld ein Bauherr zur Verfügung hat, desto großer ist die Wahrscheinlichkeit schlussendlich unpassende Fenster und eine verunglückte Fassade vorzufinden. Die Fichtestraße 42 in der Nachbarschaft entwickelt sich ähnlich hoffnungsvoll! :daumen: