Dom-Römer-Areal: Bau-Thread

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    Es ging RYAN-FRA aber sicherlich um die ursprüngliche Farbe des Bestandes, nicht um frühere Planungen für die Rekonstruktion. Die einzige farbige Darstellung der Goldenen Waage, die ich kenne, ist dieser Photochromdruck, der den Zustand nach der letzten Renovierung zeigt. Ich weiß zwar nicht, ob die gedruckte Farbe der Realität entsprach, sehe aber auch keinen Grund, warum sie das nicht tun sollte. Demnach wäre es eine dunkle Färbung.

  • Danke, ist aber auch nur ein nachträglich coloriertes S/W-Foto. Dunkelbraun könnte auch dunkles Rotbraun sein. Vermutlich kein Beige?


    Also Mr. TristanX, was war es denn nun für eine ursprüngliche Farbe?

  • Ich gehe davon aus, dass Herr Jourdan genau weiß, weshalb er die aus der Erbauungszeit übliche Farbe gewählt hat. So tief, wie er die Goldene Waage generell und jedes Bauteil im Einzelnen erforscht hat. Vielleicht hat er sogar an den erhaltenen Eckpfosten Farbreste gefunden oder eben andere Hinweise auf die ursprüngliche Farbe.
    Man darf sich von den Postkarten nicht täuschen lassen. Diese zeigen den Zustand nach Entfernung des Verputzes und der anschließenden Sanierung. Durch den Verputz ist es möglich, dass bis auf rudimentäre Reste die ursprüngliche Farbfassung verschwunden oder diese vielleicht eben mit dem Putz entfernt wurde (Drahtbürste), um das Holz schön von allen Putzresten, Flecken und eben auch dann leider Farbresten zu befreien.

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    Ich meinte mit "ursprünglich" allerdings auch den Zustand nach dem Entfernen des Putzes (1899) und nicht den Zustand nach der Erbauung.
    Denn für die Rekonstruktionen gilt doch, dass die Fassadengestaltung dem Zustand unmittelbar vor der Zerstörung der Altstadt entsprechen soll, oder?

  • Ich vermute nachwievor bei ursprünglicher Farbe ein helleres Braun. Aber natürlich ist es eine Vermutung.
    Aber es ist wie gesagt nicht ungewöhnlich, dass bei Fachwerk grundiert wird, dass das Holz bis zum endgültigen Anstrich "geschützt" (?) wird.
    Habe dies bei vielen Fachwerkhäusern beobachet, die saniert wurden, dass das Fachwerk vorübergehend eine Farbe hatte, die es am Sanierungsende dann nicht mehr war.
    Also, abwarten! ;-)

  • Interessant finde ich die niedrige Sandsteinmauer Richtung Dom. Die Funktion ist mir nicht ganz klar. Wäre vielleicht überlegenswert sie auch zu rekonstruieren.

  • Die niedrige Sandsteinmauer war eine Art Erinnerungsdenkmal. Früher standen Häuser direkt an den Dom gebaut - und demzufolge gab da eine schmale Straße zwischen Dom und Goldener Waage. Als die Häuser am Dom abgerissen wurden, wurde die Sandsteinmauer errichtet um den ursprünglichen Straßenverlauf zu dokumentieren: Vom Dom bis zur Mauer standen Häuser, von der Mauer bis zur Goldenen Waage war in dieser Breite eine Straße.
    https://upload.wikimedia.org/w…ge_Alter_Markt_-UCSAR.jpg

  • Der Zaun vor der Goldenen Waage ist jetzt durchblickbar. Eine Begutachtung des Erdgeschosses ist aus nächster Nähe möglich, mit guter Sicht ins Innere.


    Augenblicklich sieht es dort so aus:


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    Der östlichste U-Bahn-Zugang ist derzeit gesperrt. Unter Markt 8 wurde am Samstag vernehmlich gearbeitet. Vermutlich wurde das Gerüst deswegen abgebaut. Da die Fassade noch fehlt, wird es wohl später wieder aufgestellt.



    Die Rampe zur Schirn-Rotunde ist weiterhin in Bau (und schien mir ziemlich dominant), das Mauerwerk im Hintergrund gehört zur Rekonstruktion Markt 15, besser bekannt als "Neues Rotes Haus":



    Markt-Nordzeile:



    Im Vergleich zum letzten Foto in #713 wurden bei Markt 40 ("Zu den drei Römern") auf dem Putz vertikale Leisten angebracht, diese sind wohl Teil der Schmuckfassade (Vis aus früherer Planungsphase):



    Bilder: Schmittchen

  • Ich bin glücklich und froh über das Altstadtprojekt in Frankfurt. Es ist für mich ein positives Projekt, das einen lebenswerten Stadtteil entstehen lässt. Ncch dem Krieg wurde - möglicherweise aus finanzeillen Gründen eine zwar funktionale Stadt gebaut, aber für das Gemüt war halt nichts dabei. Die neue Altstadt ist aber genau das. Fürs Gemüt. Ich bin überzeugt, dass sich die Menschen darin wohl fühlen werden und sie werden Stolz sein, auf ihre Stadt. Er ruft förmlich nach mehr. Ich denke, dass viele Menschen in einer solchen Umgebung wohnen möchten und auch der Tourismus wird davon profitieren. Als Nicht-Frankfurter werde ich es mir nicht nehmen lassen, das Original anzuschauen und ein paar Tage in der Stadt zu verbringen. Ich freue mich für alle Frankfurter.

  • Schon vor einigen Tagen wurde an der Braubachstraße 23 die Skulptur "Apfelweintrinker" angebracht. Es handelt sich um eine Spolie vom (erst) 1940 nach Planung des Architekten Hermann Senf errichteten Vorgängerbau. Vor dem Abriss dieses Gebäudes für den Bau des Technischen Rathauses wurde die Skulptur gesichert.



    Bild: DomRömer GmbH


    Über den Einbau der zweiteiligen Skulptur, alleine der obere Teil ist 300 Kilogramm schwer, berichtet die DomRömer GmbH an dieser Stelle.



    Bild: DomRömer GmbH


    Wie früher erhielt die zwischenzeitlich restaurierte Spolie mit der Inschrift "Ja's is e wahrer Göttertroppe so Reweblut von Äppelbääm" einen Platz am Eingang zur Neugasse. Zu sehen auf dieser Visualisierung:



    Bild: Eingartner Khorrami Architekten

  • Danke für die Bilder Schmittchen. Anscheinend ist dem guten seine Nase abhanden gekommen...sieht jetzt doch etwas verstümmelt aus. Auf dem alten Foto sieht es so aus, als ob die Nase der Skulptur vor der Demontage ein beliebter "Die-Nase-reiben-bringt-Glück"-Talisman gewesen ist (so poliert und glänzend)!
    Werde bei meinem nächsten Frankfurt-Trip Knete mitnehmen und eine Not-OP durchführen ;-)

  • Sieht so aus. Womöglich ist das erst beim Einbau passiert, denn es hieß, die Skulptur sei in gutem Zustand gewesen, da im Archiv gelagert, sie habe nur gereinigt werden müssen. Zeit für eine Nasenkorrektur ist ja noch. Mehr Sorge macht die niedrige Einbauposition im Hinblick auf Vandalismus, auch wenn sie dem historischen Vorbild entspricht. Foto von heute:



    Bild: Schmittchen

  • Rekonstruktion Markt 15 und 17 | Kostensteigerung | Kunstverein

    Mit der Rekonstruktion des "Roten Hauses" (Markt 17) und des daneben liegenden "Neuen Roten Hauses" (Markt 15) geht es nicht voran, das ist bestimmt nicht nur mir aufgefallen. Den Grund erfährt man heute in der FAZ-Printausgabe. Bei der Holzdecke über dem offenen Erdgeschoss des Roten Hauses haben Architekten und/oder Statiker wahrscheinlich Fehler gemacht. Beim historischen Vorbild bestand die Konstruktion aus neun Balken, geplant und bereits gebaut wurde aber mit zehn Balken. Nun stimmt die gesamte Statik nicht mehr, da die oberen Geschosse selbstredend auf jenen Balken stehen sollen.


    Immerhin ist das frühzeitig aufgefallen. Der Geschäftsführer der Dom-Römer GmbH ist daher zuversichtlich, dass der Fehler zu beheben sein wird. Die Gesellschaft hat nun den Offenbacher Tragwerksplaner Dominik Mangelmann beauftragt. Eine Verzögerung von vier bis sechs Monaten ist allerdings zu erwarten. Der Rohbau des "Roten Hauses" soll nun Ende Januar 2017 fertig werden.


    Auch ist eine weitere Steigerung der Gesamtkosten zu erwarten. Die letzte Schätzung belief sich auf 186 Millionen Euro, nun sollen noch einmal zehn Millionen hinzukommen. Als Hauptgründe werden Planung und Bau der Pergola (vier Millionen) sowie die geänderte Planung für das Haus "Esslinger" (zwei Millionen) genannt. Die Rekonstruktion am Hühnermarkt war zunächst als Wohngebäude geplant und teils auch gebaut worden. Nach einer - spät gefallenen - Entscheidung der Stadtverordneten soll nun aber das Struwwelpetermuseum einziehen. Die Kosten für die Umplanung sind mit zwei Millionen Euro etwa gleich hoch wie die vorgesehen Baukosten, demnach ist mit insgesamt vier Millionen Euro zu rechnen. Einzelheiten zu den Kosten sollen in der Sitzung des Dom-Römer-Ausschusses am kommenden Montag genannt werden.


    Der Kunstverein will bekanntlich den Haupteingang an die Gasse Hinter dem Lämmchen verlegen. Das Denkmalamt war zunächst dagegen. Nun hat die Behörde doch zugestimmt.

  • Aus meiner Laienperspektive hätte es mir umgekehrt eingeleuchtet, dass die Statik nicht stimmt, wenn man mit neun statt zehn Säulen plant. Aber so rum ...? Ist ein Mehr an Tragfähigkeit ein Problem?