Dom-Römer-Areal: Bau-Thread

  • Das Deckengewölbe im Haus "Klein Nürnberg" wird aus Mainsandstein bestehen. Also nichts mit Spritzbeton oder dergleichen. Es wird eine Holzschalung erstellt, dann werden erst die Spitzbögen und danach die Diagonalrippen eingesetzt und schließlich, wenn der Mörtel durchgetrocknet ist, die Schalung entfernt (Q1|Q2). Dann werden sechs Kreuzgewölbe, die auf zwei Mittelpfeilern (Foto) ruhen, fertig gestellt sein. Das alles macht die Firma Graser aus Bamberg (Web), die DomRömer GmbH lässt es sich 160.000 Euro (Q) kosten.


    Erdgeschoss-Grundriss Hinter dem Lämmchen 8 (nicht aus der Entwurfsplanung, Einzelheiten werden anders realisiert):



    Grafik: Dreysse Architekten


    Aus dem originalen "Klein Nürnberg" eine ungefähr 90 Jahre alte Ansichtskarte der Gastwirtschaft "Zum Kapell'che" mit Deckengewölbe:



    Bild gemeinfrei (urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen)

  • Klar, die Strebebögen werden aus Mainsandstein gebaut, aber die Gewölbefächer doch nicht, oder? Wenn ja, dann wäre das sensationell - weil extremes Puzzle.
    Das alte Bild zeigt ja auch das Bögenwerk in Sandstein, das jeweilige Gewölbefach verputzt.

  • Mit einem wichtigen Detail befasst sich ein aktueller Journal-Artikel. Es geht um die Rekonstruktion Hühnermarkt 20 ("Zur Flechte") und um die Fenster. Am 15. Dezember werden dort 17 Kastenfenster eingebaut. Das einfachverglaste äußere Fenster erhält Sprossen und wird aus wetterbeständiger Eiche bestehen, mit Leinölfarbe weiß lackiert. Das innere Fenster erhält eine Dreifachverglasung und wird aus Kiefernholz gefertigt. Ein Foto gibt es auch.


    Die Schreinerei Ost aus Gründau-Lieblos stellt nicht nur die Fenster für das Haus "Zur Flechte" her, sie ist für 28 der insgesamt 35 Parzellen beauftragt. Für die Fertigung der rund 800 Fenster benötigt der Betrieb ungefähr acht Monate. Das Holz für die Rahmen kommt übrigens ganz aus der Nähe, aus Neu-Isenburg und aus Langen.

  • ^schöne Fenster, aber warum innen billiges Holz verwendet wird bei den Kaufpreisen der Häuser, erschließt sich mir nicht.


    Auf der gesamten Baustelle ist anscheinend grad die Hochzeit der Zimmermänner angebrochen. Vor dem Winter will man anscheinend noch so viele Dachstühle wie möglich fertigbekommen, um zumindest Folie aufziehen zu können. Gut, dass der Winter Druck macht.

  • Sieht der Entwurf Braubachstrasse 27 jetzt 4 statt 2 Bogenfenster vor? Der Entwurf auf der Dom Roemer-Steite passt doch nicht zu dem Erdgeschoss des Beton-Rohbaus.

  • Ja. Die Entwürfe auf der DomRömer-Website sind nicht aktuell, auch der für die Braubachstraße 27 nicht. Das dürfte die finale Planung sein, die Grafik ist von der Website der Architekten:



    Bild: Bernd Albers Gesellschaft von Architekten


    Hier noch einmal im Vergleich mit dem 1911 erbauten Gebäude.


    Ob außer den vier erhaltenen Wandfiguren von der U-Bahn-Rolltreppe auch die Nischenskulptur der Madonna (Mutter mit Kind) und die Figuren auf der Balustrade wiederkommen, weiß ich nicht, wird man abwarten müssen. Albers zeigt auf seiner aktuellen Website jedenfalls auch eine Version mit diesem Fassadenschmuck.

  • ^ Ich muss sagen, dass mir der neue Entwurf ästhetisch genau so zusagt wie das zerstörte Original. Bei Umsetzung des Entwurfs kann man mMn an dieser Stelle dann nicht mehr von einem Kriegsverlust sprechen.

  • Das ist mal ein positives Ergebnis der Überarbeitungsphase. Es hat sogar Chancen, besser zu werden, als der durch die Überbetonung der Horizontalen etwas plump und gedrungen wirkende Vorgängerbau, dem gegenüber der jetzigen Planung ein Vollgeschoß fehlte. Sein verschwurbelter Rosinenschneckengiebel, der sich nicht recht zwischen Neobarock und Jugendstil entscheiden konnte, und die ungleichmäßige Abwicklung der Erdgeschoßzone mit dem in die äußerste Ecke geklemmten Hauseingang sind auch keine architektonischen Highlights, denen man nachtrauern müßte.

  • Ich denke wenn man überall so eine Mühe an den Tag gelegt hätte bei der Bebauung deutscher Städte hätten wir heute keine Diskussionen. Hier zeigt sich exemplarisch wie man Moderne und Historie versöhnen kann. Wie man die Vergangenheit ehren und trotzdem nach vorne schauen kann. Ich finde viele Architekten haben sich hier wirklich einmal mehr als fünf Minuten Gedanken gemacht.


    Auch hat sich die Stadt hier wirklich engagiert und nicht den erst besten Entwurf einfach durchgewunken. So kommt eben für deutsche Innenstädte ein wirklich fantastisches Ergebnis heraus. Ich hoffe dass dieses Areal ein Modell für andere Orte in Frankfurt und auch über Frankfurt hinaus wird.

  • Goldene Waage, Klein Nürnberg

    Bei der "Goldenen Waage" ist der erste Sandstein für die Fassade angekommen! Ein paar Bilder von heute Vormittag.





    Zum Einbau der Gewölberippen im Haus "Klein Nürnberg" (s.o.) gibt es nun auch auf der Seite der DomRömer GmbH einige sehenswerte Fotos vom 04.12.: klick!


    -Bilder von mir-

  • Man muss sich beim Anblick des Sandsteins fast die Augen reiben und in den Arm zwicken, ob das nicht nur ein Traum ist. Kann´s kaum erwarten durch die neuen alten Gassen zu schlendern.

  • Da kann ich Dir nur Recht Geben. Das sieht mehr als vielversprechend aus. Wir können nur hoffe, dass das alle so empfinden und nicht wieder die üblichen Bekloppten kommen und Ihre Graffiti-Spuren hinterlassen. Ich denke da an so unrühmliche Beispiele wie die Treppenaufgänge an der neuen Osthafenbrücke.

  • Dom-Römer-Projekt wird wieder teurer

    FR und FNP berichten über eine Verteuerung beim Dom-Römer-Projekt:

    • Die Kosten steigen um knapp 16 Mio. € auf knapp 186 Mio. €
    • Die Einnahmen werden sich auf ca. 68 Mio.€ belaufen, darunter allein 32,5 Mio. € für den Verkauf der Neubauten
    • Die Mehrkosten teilen sich wie folgt auf:

      • 1,63 Mio. € für die behindertengerechte Erschließung des Schirn-Plateaus
      • 1,14 Mio. € für die Pergola
      • 1,45 Mio. € fallen im Umfeld des Stadthauses an, u.a. durch die Insolvenz des Gebäudeausstatters
      • 1,69 Mio. € fallen für die Dom-Römer-Tiefgarage an, die zusätzlich gegen Wasser abgedichtet werden musste
      • 0,92 Mio. € fallen für Grabungen des Denkmalamtes im Baugrund der Altstadt an


    • Zusätzlich hat man sich darauf geeinigt, die bereits im Umfeld des Römers verwendete Beleuchtung auch auf den Dom-Römer-Bereich zu erweitern (48 Leuchten). Damit sprach man sich gegen die Empfehlung des Gestaltungsbeirates aus
  • Entlang der Braubachstraße geht's derzeit zügig voran.



    Braubachstraße 23
    Wie RYAN-FRA bereits bemerkt hat bekommt die Braubachstraße 23 bereits seine rote Sandsteinfassade.
    Hier ein Fassadenmuster an der Frontseite des Gebäudes. Zur Neugasse hin hängt sogar schon eine ganze Reihe,
    nur lieder war's schon ein wenig zu dunkel um diese Ecke mit dem Phone abzulichten.


    Das Fassadenmuster...


    Hier nochmal ein wenig ran gezoomed (leider nur mit Digizoom)...



    Braubachstraße 27
    ...ist gefühlt über Nacht aus dem Boden geschossen und wächst bereits gen zweites Obergeschoss.





    Braubachstraße 29 „Zum Glauburger Hof“
    Hier wird endlich der oft erwähnte Treppenaufgang (des Nachbargebäudes) auf die Ankunft des Glauburger Hofs vorbereitet.
    Also keine Panik – aufatmen, dat olle Ding wird hübsch verpackt und in den Neubau integriert. :D




    Nicht gerade direkt an der Braubachstraße, eigentlich sogar direkt auf der anderen Seite des Dom-Römer-Areals
    steht der Giebel des Stadthauses am Markt (gegenüber der Schirn Rotunde) erstmals nahzu komplett frei.
    Und hat übrigens eine sehr schöne Fassade, die sich allerdings auf Grund der Riffelung im Putz leider nicht allzu schön fotografieren lässt.
    Die trendy Putzvariante verusacht nämlich je nach Vergrößerung und Bildschirmvariante ein ziemlich psychedelisches Moiré.



    Bilder von mir.

  • Und man sieht auch, warum diese geriffelten Putzvariationen früher nie großflächig verwendet wurden sondern nur zwischen anderen Schmuckelementen: Man sieht jede Kaffeepause, jedes Mittagessen und das Schichtende ist unter dem Spitzen Winkel auch deutlich erkennbar, weil dieses Material nass-in-nass verarbeitet werden muss und die Technik keinen sauberen Ansatz erlaubt. Die Wellen in der Mitte zwischen dem Boden des ersten OG und der Brüstung im zweiten sind auch keine Moiréeffekte sondern ungleichmäßiger Auftrag.

  • Vielleicht die im Text erwähnte, aber nicht bezifferte Beleuchtung mit den historisierenden Laternen?
    Ich frage mich nur, was Grabungen des Denkmalamts in diesem Etat zu suchen haben. Wahrscheinlich wird die neue Rauchabzugsdecke auf dem U-Bahnsteig auch noch irgendwann in der Altstadt-Rechnung auftauchen.