Stralsund: "Quartier 17" [Neubau]

  • Stralsund: "Quartier 17" [Neubau]

    Durch Zufall bin ich auf folgendes Projekt der TLG Immobilien gestoßen:


    "Quartier 17 – ein Ensemble mit Stil
    In der historischen Altstadt der Hansestadt Stralsund schließt die TLG IMMOBILIEN eine Lücke. Wir bauen das Quartier 17 wieder auf. Auf rund 18.000 m² entstehen Büros, Einzelhandels- und Gastronomieflächen, eine Tiefgarage sowie zum Teil barrierefreie Wohnungen.


    Geografische Lage
    Altstadt-Kern der Hansestadt Stralsund,
    neben Rathaus und Nikolai-Kirche


    Objektadressen
    Ossenreyerstraße 52-62
    Badenstraße 3-6
    Heilgeiststraße 80-83
    Kleinschmiedstraße 1-11

    Mietflächen
    6.200 m² Einzelhandels- und Gastronomieflächen
    3.000 m² Praxen- bzw. Büroflächen
    1.800 m² Wohnflächen (ca. 30 Wohnungen)
    6.000 m² Tiefgarage mit 188 Plätzen auf zwei Ebenen"
    (c) Website


    Die Fassaden werden alle "modern" gebaut, Rekonstruktion erfolgt wenn ich das richtig sehe und lese wohl keine. Es gibt jedoch eine Anpassung an die Umgebung, was in dieser historisch überwiegend intakten Lage wohl das Minimum an Anforderungen ist.
    Visualisierung:

    Bildquelle: TLG


    weitere Informationen finden sich hier:
    LINK

  • Da hab ich schon schlechtere Einkaufszentren gesehen. Im Modell sieht das schön kleinteilig aus, wenngleich mir die Flachdachzonen noch recht verschenkt erscheinen.


    Gibts Fotos wie es dort derzeit vor Ort ausschaut?

  • Hallo


    ich find's gar nicht so schlecht. es nimmt doch dank der vielen einzelnen fassaden sehr viel rücksicht auf die umgebung.


    hier ein webcambild: http://www.tlg.de/fileadmin/us…/webcam/baustelle_hst.jpg


    und ein paar weitere infos: http://www.stralsund.de/hst01/…7998002D8D56?OpenDocument


    soll wohl im 2. Quartal 2013 fertig werden.
    gibt's denn in stralsund noch mehr größere brachen in der innenstadt? Die Stadt liegt ja eigentlich traumhaft. Schde, dass diese Stadt nicht mehr Einwohner hat. :(

  • Ich möchte jetzt einmal Fotos der Baustelle zeigen. Bin heute extra deswegen in Stralsund gewesen ;) naja, und weil die Stadt jederzeit einen Besuch wert ist!
    Die Innenstadt ist wirklich traumhaft schön.


    Ecke Heilgeiststraße/Ossenreyerstraße:



    Die Entscheidung, dass man die Fassaden optisch in kleinere Einheiten aufteilt, finde ich für die Innenstadt von Stralsund goldrichtig. Nicht vorrangig, weil die ehemalige Bebauung ebenfalls so kleinteilige Fassaden hatte, sondern weil auf diese Weise einfach am angemessensten auf die noch vorhandene historische Bebauung reagiert wird.
    Die Straßen sind auch recht schmal, sodass der Neubau mit einer einzigen, gesamten Fassade (gleich wie die Architektur auch sein würde) nicht wirklich zur Geltung kommen könnte.


    Blick Ossenreyerstraße Richtung Süden:



    Situation an der Ecke Badenstraße/Ossenreyerstraße, an welcher zwei Bestandsgebäude von den neuen Gebäuden umschlossen werden:



    Vom selben Standpunkt (aber weiter nach rechts geschwenkt) aus habe ich vom August 2010 noch ein Foto gefunden, auf dem man ansatzweise einen Eindruck davon bekommt, wie die Situation vorher aussah (links wird jetzt alles bebaut):



    Und hier sieht man die Situation in der Badenstraße. Das Foto ist vor den beiden Bestandsgebäuden in Richtung Osten aufgenommen worden. Die umzäunte Fläche rechts gehört zum Projekt:



    Und zum Schluss noch ein Foto (auch von 2010) aus dem Turm der Marienkirche in Richtung Nicolaikirche. Das Areal des Projektes befindet sich direkt vor den Türmen der Kirche, also dort, wo man diese gelbe Gerätschaft erkennen kann.


  • Vielen Dank für das Update!


    Bist du öfter mal in Stralsund? :)


    Es heißt übrigens "Heilgeiststraße". Aber das nur am Rande.


    Es tut sich gerade unheimlich viel in der Stadt. Ich habe auch noch einen aktuellen Sack voll Bilder, kommt dann bei Interesse.

  • Hallo AequitArt,


    das Malheure mit dem Straßennamen habe ich gleich geändert ;) Danke für den Hinweis.


    Ich wäre gerne öfters in der Stadt, gerade weil dort so viel gebaut wird. Das betrifft viele Sanierungen, aber auch sehr interessante Neubauten. Und diese Kombination von Altem mit Neuem finde ich an vielen Stellen in Stralsund sehr gelungen.
    Aber eben weil ich so selten dort bin, ist es mir einfach nicht möglich über die dortigen Projekte zu berichten. Ich zeige auch immer gerne Fotos, von denen ich leider auch kaum welche habe.


    Ich hätte jedenfalls Interesse an deinen Fotos :)


    Ich will mal beispielhaft ein Bild von einem kleinen Projekt in Stralsund zeigen, das mir sehr gut gefallen hat. Auch hier ist das Interessante die Verbindung von Historischem und Neugebautem.


    Das Gebäude stammt aus der Feder eines Stralsunder Büros (Gnadler.Meyn.Woitassek). Es wurde von April bis Dezember 2011 in der Papenstraße errichtet und mit dem Landesbaupreis Mecklenburg-Verpommern 2012 ausgezeichnet.


  • Das ging jetzt aber ziemlich schnell. Wenn ich die Fotos richtig zuordne, haben sie da in nur kurzer Zeit ganz schön was hochgezogen. Ich war erst vor 3 Monaten in Stralsund und muss sagen, dass die Stadt eine sehr schöne Altstadt und einen tollen Hafen hat, mit Fischkutter-Imbissständen etc. Leider haben auch hier wieder die großen Banken sich einige der schönsten Häuser unter den Nagel gerissen und ihre Filialen darin eröffnet.


    Ich würde übrigens jedem von der Hafenrundfahrt abraten. :nono:

  • ^ was ist schlimm daran, wenn Banken die repräsentativen Gebäude erwerben, sanieren und dann ihre Filialen in der Altstadt eröffnen. Ist ja wohl besser als ein Leerstand.

  • Bauzustand Februar 2013

    Obwohl an den Fassaden des Neubaus noch die Gerüste stehen, läßt sich mittlerweile gut einschätzen, welche Wirkung der Neubau haben wird. Aus meiner Sicht ein Gewinn für das Stadtbild im Vergleich zu der vorherigen Freifläche. Wermutstrophen bleibt allerdings der Abriss des Altbaus in der Kleinschiedstraße, dessen Fassade vermutlich von der qualitativen Gestaltung her gegenüber den übrigen Straßen abfallen wird. Visualisierungen der Fassaden in der Kleinschmiedstraße konnte ich bisher nicht finden, aber da es sich um die Straße mit der geringsten Kundenfrequenz des Blocks handelt, befürchte ich, dass man sich dort am wenigsten Mühe bei der Fassadengestaltung geben wird.


    Ansicht Ossenreyer-/Heilgeiststraße

    Stufengiebelhaus Ossenreyerstraße

    Ansicht Ossenreyer-/Badenstraße


    Ansicht Badenstraße

    Ansicht Kleinschmiedstraße

    Ansicht Kleinschmied-/Heilgeiststraße


    Eigene Aufnahmen

  • Interessant wird es in ein paar Jahren

    Hallo zusammen und danke für den Beitrag aus meiner Heimatstadt.


    Ich finde die Bebauung grundsätzlich auch gelungen, vor Allem da auf eine Einkaufsgalerie verzichtet wurde. Diese sind bei Projektentwicklern ja immer äusserst beliebt, wirken sich aber erheblich auf gewachsene Strukturen aus.
    Hier in Stralsund wird die Ossenreyerstrasse mit den neuen Geschäften im Quatier 17 wieder in der vollen Länge belebt, was wirklich sehr schön ist und den alten Markt näher an die Einkaufsmeile heranbringt.


    Etwas schade ist, dass sich die Stadt nicht zu einer Einzelvermarktung durchringen konnte, insbesondere nachdem die ersten 2 Investoren schon gescheitert waren. Zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich wieviel Kulturerbe noch unter der ehemaligen Brachfläche lag.


    Etwa 50% der mittelalterlichen Brandmauern (teilweise bis zu 120cm stark) und Kellerstrukturen waren noch in einem wirklich guten Zustand. Zu allen früheren Zeiten hätte man diese auch wieder genutzt, heute natürlich nicht
    mehr.


    Eine Einzelvermarktung mit echter Abwechslung in der Fassadengestaltung durch unterschiedliche Eigentümer und verschiedene Unterhaltungsintervalle, sowie Erhalt der mittelalterlichen Grundrisse (siehe Welterbeantrag), hätte langfristig sicherlich eher dem Welterbestatus zu Gesicht gestanden, als eine vollflächige Bebauung mit einer Tiefgarage.


    Nun ist es anders gekommen und ich freue mich über die neue Bebauung.


    Trotzdem bereiten mir folgende Punkte dann doch etwas Kopfzerbrechen:


    1. Wird die TLG die Kleinteilige Fassadenstruktur auch in den nächsten Jahren aufrecht erhalten können, ohne das es künstlich aussieht.


    2. Wie wirkt sich eine nicht in das Verkehrskonzept Stralsunds passende Tiefgarage mitten im Zentrum (Zu- und Abfahrt mehr als fragwürdig) auf die Altstadt aus.


    3. Taugt die TLG als Center-Betreiber (z.Zt. mehr als chaotisch)


    4. Was wird aus der Kleinschmiedstrasse? Zulieferstrasse für die Geschäfte?


    Viele Grüße von der Ostsee


    Marc

  • Hallo zusammen!


    Inzwischen ist ja seit dem letzten Beitrag und den letzten Photos einige Zeit vergangen. Auf der bekannten Webcam sieht man immer nur eine Ansicht. Deshalb möchte ich gern die DAF-Mitglieder aus Stralsund und Umgebung recht herzlich bitten, einige aktuelle Bilder dieses schönen Bauprojektes einzustellen.
    Mir ist beim Vergleich der Modelle und der Webcam-Ansicht bereits eine Veränderung aufgefallen. Es interessiert mich brennend, wie sich die Fassaden mittlerweile präsentieren.


    Es wurden hier mehrfach Bedenken zur Kleinschmiedstraße geäußert. In dieser Modellansicht sieht die geplante Architektur gut aus. Gleichwertig zu den anderen Seiten. Die Einfahrt zur Tiefgarage scheint auf der Ecke zu liegen. Auf die Umsetzung bin ich gespannt.


    Vielen Dank im Voraus!:)

  • Update Stralsund Quartier 17

    Dieses Wochenende hatte ich Gelegenheit, Stralsund zu besuchen. Ich habe fast alle zum beinahe fertigen Bauvorhaben Quartier 17 gehörenden Gebäude fotografiert und werde sie im folgenden hier einstellen, und zwar beginnend mit dem südwestlichen Eckbau gegen den Urzeigersinn um den Block.
    Insgesamt finde ich das Projekt durchaus gelungen. Einzelne Gebäude sind zwar mit teils fragwürdigen, manchmal billig wirkenden Fassadenmaterialien ausgeführt, haben reine Einfahrts-Erdgeschosse oder andere Schwächen im Einzelnen - insgesamt nimmt der Komplex aber die Kleinteiligkeit und den optischen Rhythmus der umgebenden, weitgehend geschlossen erhaltenen Altstadtstraßen auf. Die früher hier nahe dem Alten Markt und keine 50 m vom historischen Rathaus entfernt klaffende städtebauliche Lücke wurde geschlossen. Luxusausführungen à la Neumarkt in Dresden konnte man aus verschiedenen Gründen sicherlich hier nicht erwarten. Dennoch kann die Lösung mE in vielerlei Hinsicht durch ihre gute Einpassung in einer einmaligen Situation als gelungen angesehen werden und könnte durchaus andernorts vorbildhaft wirken.


    Ossenreyer-/Ecke Heiliggeiststraße:


    Heiliggeiststraße:

  • Kleinschmied-/Ecke Badenstraße:


    Badenstraße:



    Hierbei handelt es sich um die zwei integrierten Bestandsbauten in dem Block (fast Ecke Baden-/Ossenreyerstraße):