Nbger Zentrum: Sebalder und Lorenzer Altstadt

  • Lückenschluss Weißgerbergasse

    Fortschritt Neubau in der Weißgerbergasse (zuletzt in Beitrag 108):



    Erstaunlich, dass sich an dieser Stelle erst 70 Jahre lang nichts tut und dann recht zügig ein passabler Lückenschluss erfolgt. Jetzt sieht man auch gut, dass die Kritik am Projekt eingearbeitet worden ist: Das Erdgeschoss zeigt keine Spur mehr einer Garageneinfahrt.



    Wie es aussieht, gibt es stattdessen Wohnungen, denn die Befensterung entspricht den oberen Etagen. Gewünscht hätte ich mir hier größere Schaufenster und Platz für Galierien oder ein Café. Ob das Erdgeschoss hier als Wohnraum funktioniert - wo sich touristen und Stadtführungen durchschieben und am Wochenende das Partyvolk abhängt - mal sehen. Vielleicht irre ich mich aber auch, und es sieht nur aus wie Wohnungen. Da hier bekanntlich die Details entscheidend sein werden (Fassadenoberfläche, Fensterrahmen, Jalousien, Eichenholztüre) kann das Endergebnis aber noch überraschen.

  • 3. Bauabschnitt Sanierung Künstlerhaus (Ex-Komm)

    Nach langen Jahren beginnen im Sommer 2018 endlich die Bauarbeiten am 3. (und damit letzten) Bauabschnitt des Künstlerhauses am Königstorgraben:


    https://www.nuernberg.de/internet/pr/



    Die Stadt investiert damit erneut in ein sehr bürgernahes, das heißt in ein von ansässigen Initiativen geprägtes Kulturprojekt. Nach "auf AEG" und dem "Z-Bau" ein weiterer Impuls für Nürnbergs lokale Kulturindustrie...



    d.

  • 3. Bauabschnitt Sanierung Künstlerhaus (Ex-Komm)

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    Danke! Die Beschreibung auf der PM der Stadt Nürnberg ist schon sehr aussagekräftig. Die Mittelbayrische bietet ein ausführlicherem Bericht mit Fotos und Visualisierungen: http://www.mittelbayerische.de…aus-21503-art1459912.html


    Auf nordbayern.de Fotos mit Tageslicht: http://www.nordbayern.de/kultu…er-kunstlerhaus-1.5657130



    Ansichtskarte aus Privatsammlung


    Zunächst sichtbarste Erneuerung ist die Neugestaltung des Eingangsbereichs. Die zugemauerten Bögen werden wieder geöffnet, die Säulen mit den Kapitellen sichtbar und dadurch ein Portikus geschaffen, der die provinzielle Eingangssituation deutlich großzügiger werden lässt:



    Visualisierung: Architekt Florian Nagler, München


    Dadurch wird ein logischer Übergang in das großräumige Treppenhaus geschaffen, das ich mir heute angesehen habe. Das eindrucksvolle Treppenhaus verdeutlicht, dass das Gebäude auf lebendigen Publikumsverkehr ausgerichtet war. Dies hat aber durch die unterschiedlichen und gleichzeitigen Nutzungen mit den jeweiligen Interessen auch zum aktuellen Sanierungsdruck geführt:




    Die Hellhörigkeit im in diesem Altbau von 1910 verhindert, dass das Gebäude sein gesamtes Veranstaltungspotenzial voll ausschöpfen kann, da sich schallstarke Veranstaltungen gegenseitig stören. Wenn im Festsaal Konzerte laufen, dann man auch gut durch das Treppenhaus und die Flure zuhören:




    Am Seitentrakt zum Innenhof ist ein weiteres Treppenhaus - Gottseidank, denn nur so ist eine Veranstaltungsnutzung überhaupt möglich (Stichwort zweiter Fluchtweg):



    Der Hof dürfte bekannt sein, in den Sommermonaten liegt hier einer der beliebtesten Innenstadtbiergärten direkt hinter der Königstormauer und dem rechts aufragenden phantastischen Baumeisterhaus der Stadt Nürnberg von 1615, entworfen von Jacob Wolf dem Älteren, dem Architekten des echten Pellerhauses:




    Die Sanierung sieht an dieser Stelle einen angeblich im besten Falle unsichtbaren Anbau vor. An dieser denkmalpflegerisch allerhöchstsensiblen Stelle ist ein Neu-Anbau allerdings hoch problematisch:



    Visualisierung: Architekt Florian Nagler, München


    Der mit dem Umbau beauftragte Architekt Florian Nagler ist in Nürnberg bereits an der Marthakirche zugange. Dort allerdings ist die Sanierung nach dem Brand keineswegs unsichtbar, sondern wird stattdessen deutlich sichtbar sein. Hier jedoch verspricht der Architekt allerdings eine Sanierung, die vom Eingriff in den Gebäudecharakter her möglichst unsichtbar bleiben soll. Wie dieser Anbau unsichtbar bleiben soll ist nur zu erahnen, denn die Visualisierung bleibt da nur schematisch. Offenbar wird der bestehende "Anbau" abgerissen und mit Verwendung der alten Elemente neu aufgebaut, sodass die Befensterung bestehen bleibt und sich der Raumeindruck nur wenig ändert - denke ich zumindest. Man erkennt aber dass er höher wird und das Walmdach fehlt. Wir können gespannt sein.

  • Zu Beitrag 127, Königstraße 70



    nothor warf die Frage auf was sich hier am Gebäude derzeit tut.
    Auf der Homepage der Architekten "Hübsch Ramsauer Harlé " fndet man die Antwort. Das Gebäude wird umfangreich denkmalgerecht saniert!



    Alle Details dazu hier (oben rechts auf das "i" für info klicken)
    https://hrh-architekten.de/projekte/koenigstrasse-70/



    Schwerpunkt derzeit ist die Wiederherstellung von Fensterlaibungen und -Bögen im Erdgeschoss und die Wiederanbringung von Gesimsen und Mauerwerksbrüstungen an der Fassade.



    d.

  • Hans-Sachs-Platz

    Die Meldung auf nordbayern.de ist schon ein paar Tage alt, aber interessant ist sie trotzdem noch:


    Im Zuge der Renovierung der Gebäude des Evangelischen Siedlungswerks am Hans-Sachs-Platz soll der gesamte Platz aufgehübscht werden. Beides wäre aus meiner Sicht absolut zu begrüßen. So wie er derzeit aussieht, könnte er auch Schnell-Weg-Platz heißen. Dem ESW-Geschäftsführer sind u.a. die Pflanzenkübel ein Dorn im Auge. Auch ich werde nie verstehen, weshalb man in Nürnberg solche Gestaltungselemente überhaupt jemals eingeführt hat, die schon immer mickrig und einengend aussahen - und es auch immer tun werden. Ungute Vorahnungen habe ich nur angesichts des Stichworts "energetische Modernisierung", das lässt weitere Dämmfassaden befürchten. Ansonsten hätte der Platz trotz 3/4 Randbebauung mit nichtssagender Nachkriegsarchitektur Potential. Immerhin wird eine Seite vom Heilig-Geist-Spital eingenommen.


    Für die künftige Platzgestaltung äußere ich hier jetzt mal ganz dreist meine Wünsche: Das Kopfsteinpflaster bleibt, die Pflanzentrichter werden aber herausgerissen und an ihre Positionen rücken 1:1 freundliche Laubbäume und ergänzen die bereits stehenden Bäume (die bei der Neugestaltung bitteschön nicht angetastet werden). Diese bilden ein Karree entlang der Platzseiten, welches nur ggf. an der Seite des Heilig-Geist-Spitals offen bleiben und so den Blick auf die gotische Fassade freilassen kann. Unter den Bäumen, die den Blick auf die Commerzbank abmildern, kann ein verbreiterter Grün- oder Blumensteifen angelegt werden.


    Naja, soweit meine kleine Wochenendphantasie.


    Hier der entsprechende Artikel:
    http://www.nordbayern.de/regio…ehubscht-werden-1.5736870

  • Hans-Sachs-Platz

    Macht nichts, denn das ganze Projekt ist 'schon ein paar Tage alt', der Baukunstbeirat hatte zumindest den Teil der avisierten Gebäudesanierung und -aufstockung bereits im Mai 2016 besprochen:


    https://www.nuernberg.de/inter…erat6/bkb_2016_05_12.html


    Seither wird wohl geplant und justiert, interveniert und verhandelt. Vergangenen Herbst habe ich dann auch Fotos vom Gebäude gemacht, als die Aufbauten für das Altstadtfest im Gange waren:




    Am Gebäude ist eine Aufstockung geplant, da die aktuell vorhandenen zwei Obergeschosse mit steilem Satteldach etwas unternutzt anmuten, wenn man bedenkt um welche Lage es hier geht. Die Neubauten westlich des Hauptmarktes rund um den Augustinerhof werden ja mit bis zu vier Vollgeschossen plus teils mehreren nutzbaren Dachgeschossen realisiert! Die Planungen allerdings stießen nicht auf allzuviel Begeisterung (siehe Link):



    Visualisierung: ESW, Vorlage BKB 12.05.2016



    Visualisierung: ESW, Vorlage BKB 12.05.2016



    Visualisierung: ESW, Vorlage BKB 12.05.2016


    Offensichtlich hat man versucht, den Bestand optisch soweit wie möglich unangetast zu lassen, in dem einfach eine zusätzliche Etage zwischen Traufe und 2. OG geschoben wird. Das neue dritte Obergeschoss allerdings finde ich in allen vorgeschlagenen Varianten misslungen. Zwar finde ich die Aufstockung absolut gerechtfertigt und nachvollziehbar, aber das zusätzliche Geschoss entwickelt den Gebäudehabitus nicht adäquat weiter. Mir ist es viel zu auffällig und wirkt dadurch schwer. Es verschiebt die Fassadenwirkung deutlich in die Horizontale, obwohl mindestens die Nordfassade eine Unterteilung durch die Treppenhausrisalite besitzt. Die gehen dann verloren.
    Die Südseite zum Hans-Sachs-Platz finde ich nicht ganz so schlimm, da die Balkone die gesamte Fassade perforisieren. Aber da wünschte ich mir doch ein einheitliches Bild. Das beste für den Platzrahmen wäre aber wenn auf diesem Grundstück eine höhere Kleinteiligkeit erreicht würde, indem zwei verschiedene Gebäude angedeutet würden, z.B. indem sich die Balkongestaltung deutlich voneinander unterscheiden würde.
    Die Bedneken hisnichtlich der angekündigten energetischen Sanierung teile ich auch. Dabei verändert sich die empfindliche Wirkung der Lochfassade, das in Nürnberg unbestrittene Gestaltungsprinzip überhaupt, meistens deutlich und das oft negativ. Hoffentlich überlebt aber wenigstens die Bauplastik an der Hausecke:



    Hinsichtlich der Platzgestaltung habe ich aber eher wenige Wünsche. Ins Erdgeschoss soll ein Pizzarestaurant einziehen und mit einem Außenbereich den Platz zusätzlich beleben. Diese eigenartigen Pflanzkübelkonstruktionen sind mir aber noch nicht so negativ aufgefallen.


    Spannend wird es hier aber dann wenn mal das alte Bankgebäude angegangen wird. Ich denke nicht dass das noch lange hier bleibt. Das Banken mittlerweile keine Top-Innenstadtlagen merh belegen wollen/müssen, haben die Teambank (Beuthener Straße) und die VR-Bank (Milchhof) ja bereits gezeigt.

  • Vielen Dank für die interessanten Infos!


    Ja, dass der "Bunker low" von der Commerzbank bald verschwindet, hoffe ich ebenfalls. Was mich bei vielen Bauten in der sogenannten "Altstadt" aus den 1950er bis 1980er Jahren stört, verdeutlicht dieser Commerzbank-Bau geradezu exemplarisch: Die mittelalterlichen und die gründerzeitlichen Bauten waren, vereinfacht gesagt, schmal und hoch (oder zumindest, etwa durch die Dachform, hochstrebend). Viele Nachkriegsbauten sind breit und flach. Besonders "akzentuiert" wird das noch dadurch, dass Flachdächer aufgesetzt und kleine viereckige Guckloch-Fenster eingebaut wurden.


    Eine Aufstockung der ESW-Bauten sähe ich von daher sehr positiv. Schön wäre noch eine Fassadenverkleidung mit Naturstein, aber das wagt man ja schon gar nicht mehr zu hoffen.


    Was die Pflanzenkübel betrifft: Es sind nicht so sehr diese Trichter, die mir als Gestaltungselement missfallen. Es ist der Umstand, dass die Stadt Nürnberg gar keinen Sensus und keinen Ehrgeiz entwickelt, Plätze und größere Straßen durch Baumreihen lebendiger und freundlicher zu gestalten (implizit auch die eine oder andere dahinter stehende Bausünde zu bemänteln). Der visuelle Eindruck eines Platzes oder einer Straße wird ja nicht - wie man im Rathaus offenbar glaubt - von der "Möbilerung" mit Bepflasterung, Laternen, Bänken, Kübeln oder Brunnen bestimmt, sondern zuallervorderst von den umstehenden Gebäuden. Oder eben vom Blick auf gebäudehohe Bäume.


    P.S. Was mir an den Visualisierungen mal wieder auffällt: Da laufen lauter chice und vor allem jugendliche Menschen frisch und lässig an dem insgesamt doch eher drögen Gebäude vorbei. Eine viel realistischere Voraus-Simulation der realen Gegebenheiten wären z.B. dickbäuchige Anzugträger und gebückte Omis. Soviel als abschließendes Wort zum Sonntag.

  • Der visuelle Eindruck eines Platzes oder einer Straße wird ja nicht - wie man im Rathaus offenbar glaubt - von der "Möbilerung" mit Bepflasterung, Laternen, Bänken, Kübeln oder Brunnen bestimmt, sondern zuallervorderst von den umstehenden Gebäuden.


    Ja, das Gefühl habe ich auch. So lief ja auch der Wettbewerb um die Neugestaltung des Hauptmarktes ab. Wenn aber die einzigen Variablen, die man antasten darf, das Pflaster, die Laternen und Müllkübel sind, dann sollte man den Hauptmarkt lieber nicht antasten. Für den Hans-Sachs-Platz sehe ich das ähnlich, da sind m.E. die Gebäude und die Tiefgarageneinfahrt das Problem.

  • Mir ist zu Ohren gekommen, dass die Commerzbank ihre Filiale an der Lorenzkirche aufgibt zu Gunsten dieser Filiale am Obstmarkt. Das deutet eher nicht darauf hin, dass sich an dieser Stelle bald baulich etwas tun würde...

  • Danke für die Info, klingt auch plausibel. Die im denkmalgeschützten und exponiert gelegenen Gebäude recht kleine Liegenschaft lässt sich wohl kaum flexibel nutzen. Da hätte ich mich auch für das Bankgebäude am Hans-Sachs-Platz entschieden.
    Ich betrachte das dann aber auch nur als aufgeschoben, irgendwann geschieht dort bestimmt etwas.

  • 3. Bauabschnitt Sanierung Künstlerhaus (Ex-Komm)

    ^
    Das in die Burg investiert wird finde ich gut! Auch über den Ausbau der Stallung als Jugendherberge kann man sich nur freuen, damit ist der Burgberg niemals unbevölkert. Eine tolle und nachhaltige Werbung für die Stadt!


    Zum Künstlerhaus möchte ich noch ein paar Bilder bringen. Der Architekt, Florian Nagler, wurde von der NZ in einem Interview am Samstag zur Baustelle befragt. Ich selbst kenne das Künstlerhaus sogut wie garnicht, aber die Ankündigung des Architekten, man würde hinterher bestenfalls nicht erkennen können, dass man es saniert hat, finde ich spannend. Als Passant, der es nur vom Rad oder aus der Tram kennt, war mir aber nicht wirklich klar weswegen der Bau überhaupt ein Sanierungsfall sein soll. Jetzt im Winter kann man aber das ein oder andere auch von außen erkennen:



    Da stets betont wird, dass es um einen dritten und letzten Bauabschnitt geht, muss es auch vorangegangene Abschnitte gegeben haben. Von außen ist das dieser tage schon erkennbar. Links der bereits sanierte Teil mit neuem Dach, neuen Fenstern und aufgehellter Sandsteinfassade. Rechts der unsanierte Bauteil mit dem festsaal und dem repräsentativen Schmuckgiebel:



    Im Detail sieht man nicht nur die verwitterten Sandsteinquader, sondern auch diveres kleinere Schäden, zum Teil Einschusslöcher aus den Kriegshandlungen. Geplant ist wohl, dass diese Löcher nicht zugespachtelt werden sollen. Der links erkennbare Flachbau davor, in dem das Restaurant AUGUSTE derzeit seinen gastraum hat, wird dort verschwinden um Platz für ein Eingansfoyer zu schaffen. Dabei sollen die unschön zugemauerten Bogenarkaden wieder geöffnet und die Säulen freigelegt werden.



    Der Innenhof bei Tag zeigt, dass hier wohl ziemlich intensive Schießereien bei Kriegsende abliefen, die Fassade ist ziemlich stark durchsiebt. Wie beschrieben werden hier die deutlichsten veränderungen kommen, der turmartige Anbau rechts wird durch einen Neubau ersetzt oder entsprechend verändert und aufgestockt, um ein Wirtschaftstreppenhaus mit Lastenaufzug unterzubringen:



    Spätestens aber die Rückseite des Prachtbaus offenbart seinen Sanierungsbedarf. Deutlich erkennbar ist der Unterschied zwischen saniertem und unsaniertem Teil:




    Der Putz ist großflächig abgebröckelt und die Backsteinwand der Witterung ausgesetzt. Auch die Fenster sind wohl schon älteren datums und werden aufgemöbelt oder erneuert. Der Giebel scheint mir hier eher provisorisch wieder aufgebaut zu sein. Wichtigste Neuerung wird die Reaktivierung des prächtigen Eingangs sein, der wieder hergerichtet wird. Er soll direkt mit dem Foyer verbunden werden, und dem Haupttreppenhaus so seine Funktion zurückgeben.



    Ganz links ist das über 400 Jahre alte Baumeisterhaus zu sehen, in dem der Stadtbaumeister (Baureferent) sein Büro hat.



    Ich denke das wird ein gutes Ergebnis, und mindestens den sommerlichen Biergarten im Innenhof kann ich sehr empfehlen. Der Münchner Architekt Florian Nagler baut bereits direkt nebenan, er zeichnet verantwortlich für den Wiederaufbau der im Sommer 2014 abgebrannten Kirche St. Martha, und liegt dort auch im Plan.


  • Am Josephsplatz schreitet der Neubau an Stelle des vormaligen Delphi-Kinos voran (Zuletzt besprochen in Beitrag 130 diesen Strangs)



    Das Foto ist ca. 2 Wochen alt und zeigt die Veränderung des Raumeindrucks. Das Delphi war ja durchgängig dreistöckig, anders als der Neubau der die Traufhöhne der Platzkante nach Norden wieder stärker variiert. Wie ich finde tut dies dem Platz recht gut.

    Leider sind die beiden Fassaden links des Neubaus sehr mäßig. Vielleicht erbarmen sich die Besitzer der Gebäude und sanieren hier zeitnah behutsam und altstadtgerecht.


    Hoffentlich kommt dann aber nicht derartiges raus (Foto unten):

    Der Gründerzeitbau wurde offenbar in den 1980ern völlig entstellt. Sicher war dies mal ein ansehliches Gebäude das die Platzkante des Josephsplatzes gut ausfüllte. Heute ist es ein recht schäbiger Bau ohne Charme und Stil.



    Darüber hinaus ist der Josephsplatz durch die "Möblierung" und die parkenden Fahrräder & Autos in der Platzmitte eigentlich ziemlich unschön. Wie leicht wären hier Verbesserungen durch ein optimiertes Raummanagement möglich!



    In der Hinteren Ledergasse ist die Aufwertung durch die vorher als Lehmbaracke ausgeführte "Fassade" des Delphis im Grunde noch augefälliger als zum Josephsplatz. Drücken wir die Daumen das die Fassade ordentlich wird und diese bislang sehr unter ihren Möglichkeiten bleibenden Straße weiter aufwertet.



    d.

  • Marmorhaus am Josephsplatz

    ^das erwähnte und heute in der Tat schäbig daherkommende Gründerzeithaus am Josephsplatz hat aber bewegte Fassaden"mutationen" erlebt. Ich schaue mal ob ich historische Aufnahmen finde, die man hier zeigen kann. Erbaut wurde das Gebäude mit üppig dekorierter Gründerzeitfassade vom gleichen Typus wie das Bäckerhofgebäude oder der noch heute original erhaltene Kopfbau am Jacobsplatz, beide vis à vis zum Polizeipräsidium.


    Aber bereits vor dem Krieg wurde die Fassade im Stil der Sachlichkeit stark vereinfacht. Sämtlicher Stuck wurde entfernt und die Fassade in waagerechte Achsen gegliedert, indem zahlreiche horizontal laufende Simse angebracht wurden. Das Erdgeschoss wurde mit Marmor verkleidet und es zog ein Bekleidungsgeschäft ein. Das Gebäude wurde mindestens vom Modegeschäft als "Marmorhaus" bezeichnet. Ich hatte mal eine Hand voll Farbfotos aus der zeit, konnte sie aber nicht erwerben :-(
    Naja das Bekleidungsgeschäft verschwand, das Haus wurde erneut "saniert" und zu dem kläglich-schäbigen Rest, der heute noch dort steht. Jedesmal, wenn man Hand an das Gebäude gelegt hatte wurde es hässlicher. Sehr ärgerlich!

  • Stadtmauer


    Wie die SZ berichtet, hat die Stadt Nürnberg für die kommenden 12 Jahre 2,5 Millionen Euro in die Sanierung der äußeren Stützwand des Stadtgrabens bereitgestellt. Insgesamt ist für die Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen ein Investitionsbedarf von knapp über 10 Millionen erforderlich. Das bayrische Landesamt für Denkmalpflege wird sich an den Kosten beteiligen.


    Mehr dazu in der SZ:
    http://www.sueddeutsche.de/bay…iert-stadtmauer-1.3483644


    Und ausführlich auf der Seite der Stadt:
    https://online-service2.nuernb…daItem&agendaItemId=62080



    Die Nürnberger Stadtbefestigung ist eine der größten Ihrer Art und erfordert permanente Pflege. Mehr Informationen dazu:


    http://www.baukunst-nuernberg.…t=Letzte_Stadtbefestigung



    d.

  • Vordere Ledergasse 8


    Zuletzt in Beitrag 11 behandelt, zeigen sich nun endlich konkrete Fortschritte bei der Instandsetzung des klassischen Altstadtbaus.
    Die neuen (denkmalgerechten) Fenster werden derzeit eingesetzt, im Gebäude laufen offenbar die Ausbauarbeiten.



    In der Vorderen Ledergasse stehen noch ein paar weitere historische Bauten denen eine Auffrischung nicht schlecht zu Gesicht stünde…







    Am Josephsplatz…


    …schreitet der Neubau anstelle des alten Delphi-Kinos (zuletzt in Beitrag 157) weiter voran.






    Sanierung obere Karlsbrücke


    Derzeit wird die historische obere Karlsbrücke durch die Stadt instand gesetzt. Dazu dieses Foto




    NeubauWeißgebergasse / Sanierung Bestand Am Geiersberg


    Inzwischen ist der Bau mit den beiden Fassaden inder letzten Nachkriegslücke in Nürnbergs Weißgerbergasse äußerlich fertiggestellt (zuletzt behandelt in Beitrag 141).
    Das Ergebnis ist sehr altstadtkompatibel und aus meiner Sicht gut gelungen. Kritisierenswert sind allerdings die Erdgeschosszonen, wenngleich die ursprünglich geplanten Garagentore glücklicherweise abgewendet werden konnten.






    Der rückwärtige Teil am Geiersberg, der eine Bestandssanierung beinhaltete, zeigt wenig Veränderung zum Vorzustand.



    Insgesamt ist das Projekt recht ordentlich geworden.
    Wenn nun auch der rechte Nachbarbau inder Weißgebergasse optimierte Balkonbrüstungen und Fenster erhielte, verbunden mit einem ordentlichen Anstrich, es wäre fast zu schön um wahr zu sein…





    Sanierung Beim Tiergärtnertor 3


    Das Fachwerkgebäude ist derzeit eingerüstet und erhält (u.a.?) ein neues Dach.
    Auch die dortige Gastronomie (über viele Jahre bekannt als „Schlenkerla“) scheint derzeit geschlossen zu sein.




    In direkter Nachbarschaft stehen diese beiden Gebäude leer







    Sanierung Burgstraße (ehemaliges Dekanatsgebäude)


    Zuletzt erwähnt in Beitrag 110. Derzeit wird hier fleißig entkernt, entstehen sollen exklusive Wohnungen in bester Lage…



    mit Blick zum Fünfeckturm der Burg





    und in Nachbarschaft zum Rathaus



    d.

  • Hallo Dexter, ich will einfach mal danke sagen für den jüngsten sehr reichhaltig illustrierten Beitrag. Es ist schön, auf diese Weise aus der Ferne mitbeobachten zu können, was sich in der Heimat so tut. - Und da ist ja diesmal durchaus einiges Erfreuliches dabei.

  • Danke, dexter, für die vielen Bilder! Ich komme in den letzten Wochen kaum noch zu was, aber jetzt ist Sommer, und es geht wieder los.


    Zum ehem. Schlenkerla: Der Pächter hat aus Altergründen aufgegeben, das Haus wurde an einen Münchner verkauft. Der beabsichtigt die selbstverständlich denkmalgerechte Sanierung sowie einige behutsame Modernisierungen im Innern (Barrierefreiheiten etc.) um anschließend wieder mit Gastronomie durchzustarten. Der Tiergärtnertorplatz hat sich in den letzten Jahren ja zu einem der beliebtesten Orte für das Feierabendbier entwickelt, da ist abends schon ziemlich was los. Die Gaststätte dürfte dann auch brummen!


    Das Hotel neben dem Düll steht schon ziemlich lange leer. Da brauchts einen mutigen Unternehmer, der entweder wieder ein Hotel draus macht (wie der Elch in der Irrerstraße) oder es werden eben (Ferien-)Wohnungen daraus.

  • Neubau Weißgerbergasse

    Zum Neubau in der Weißgerbergasse: Ich finde den Bau auch durchaus akzeptabel, aber mehr auch nicht. Hätte ich mir bei der Fassade durchaus noch etwas detailverliebteres gewünscht, z.B. Fensterläden (ja, die gibts auch in modern) um gefälliger in das historische Vorzeigeumfeld zu passen. Ich akzeptiere aber die strenge, fast sparsame Gestaltung: Der Gebäuderücksprung und überhaupt die Tatsache, dass es zwei Fassaden statt einer geworden sind, ist schon nicht schlecht.


    Aber die merkwürdige Erdgeschosszone verstehe ich nicht so recht. Überhaupt finde ich es schade, dass die Straße v.a. tagsüber nur eine tote Kulisse ist. Die paar Lokale am Ort machen ja eher abends ihr Geschäft und ziehen da den Ärger der Anwohner auf sich. Wer tagsüber da durch läuft hat gute Chancen die Straße menschenleer zu fotografieren. Der Neubau hätte aber gut etwas repräsentativeres im Erdgeschoss vertragen: Toll, dass es keine provinziellen Garagentore geworden sind, wie ursprünglich geplant. Aber das sieht jetzt aus wie Wohnungen, und damit dürfte man wohl kaum glücklich werden. Warum keine Ladengeschäfte?


    Gibt es eigentlich überhaupt irgendwelche Pläne für diese Straße?

    • Ruhige Wohnstraße und Fotomotiv - dann stören aber die Spelunken gewaltig!
    • Lebendige Café- und Ateliergasse - dann hat man aber insbesondere bei diesem Neubau gepatzt.


    Mir ist nicht klar, was die Weißgerbergasse außer einem Fotomotiv noch sein soll.