Nbger Zentrum: Sebalder und Lorenzer Altstadt

  • Neubau neuapostolische Kirche

    Die Gerüste um das neu gebaute Gotteshaus der neuapostolischen Gemeinde in der Karlstraße sind gefallen:



    Am Umfeld wird noch gebaut.



    Viel Backstein, wenig Fenster. Am Schaugiebel zur Karlstraße hin, über den die Gemeinde sich der Öffentlichkeit darstellt, gibt es gar keine Fenster. Sehr abweisend.



    Über den Fußgängerweg entlang der Pegnitz gibt es diesen Durchblick durch das Gotteshaus bis in den Innenhof des Sozialgerichts an der Weintraubengasse:


    Im Ergebnis muss ich doch sagen, so qualitätvoll die Bauausführung auch wirkt, der Entwurf insgesamt ist misslungen und wird der städtebaulichen Situation nicht gerecht. Es ist ein abweisender, geschlossener Backsteinbunker entstanden, der seine Funktion als Kirchengebäude auch noch schamvoll versteckt. Vielleicht kommt ja noch ein Kreuz oben drauf, aber das würde ich nicht erwarten. Ich fand hier den Altbau dann doch irgendwie passender.


  • Ludwigsplatz 17

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    Was geht jetzt hier ab, kommt da etwa Dämmung drauf!?


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    Die weit rausragenden billigen Fensterbretter sind immer Teil eines Wärmedämmverbundsystems. Aber hier und jetzt, ist denn garnichts mehr vor diesem Wahnsinn sicher? Man hat erst dieses Jahr im obersten Stockwerk die seitlichen Fenster wieder hergestellt, passend eingeputzt und entsprechend auch den Putzrahmen rumherum sorgfältig rekonstruiert. Wie passt das jetzt mit diesen Fensterblechen zusammen? OMG.


    Hier mal eine historische Abbildung von 1930 aus Gerlach: Das Buch der alten Firmen der Stadt Nürnberg:


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    Man könnte natürlich aus dem Gebäude auch ein Schmuckstück machen. Oder es halt weiter ruinieren bis zum Schandfleckstatus.

  • Unglaublich... Nürnberg hat alleine im Hinblick auf "verstümmelte" Häuser so ein riesen Potential und verschenkt es jedes Mal wieder. Wahnsinn.

  • Ja, das "Wempe"-Haus ist auch zu einer Dauerbaustelle geworden. Fotos von heute:


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    Sind neue Riesenfenster drin, die aber einen sehr unfertigen Eindruck machen. Da muss noch irgend eine Schablone drüber.


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    Im Innern scheint alles Kopf zu stehen, kompletter Rohbaulook, soweit man dort reinschauen kann. Insgesamt hab ich ein ungutes Gefühl, ws dieses Gebäude anbelangt. Eigentlich ein Geschäftspalast, der wirklich ein bisschen seiner alten Grandezza zurück verdient hätte. Aber diese falschen Fensterbleche lassen mich nicht los, entweder ist das kompletter Pfusch, oder hier steht noch eine Dämmorgie und damit komplette Ruinierung des Hauses an:


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    Auch bei der Bauruine in der Färberstraße gibt es Aktivität. Hier wurde die alte, vergammelte Glaswolldämmung abgepopelt. Die war mittlerweile durch jahrelanges Wind und Wetter auch zerfleddert, nass, veralgt und sicher voller Ungeziefer und Staub, also nicht mehr zu retten. Entweder geht es hier weiter, oder die Entsorgung solcher Dämmung ist ab kommendem Jahr teurer, sodass der aktuelle Eigentümer das lieber jetzt noch gemacht hat:


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    Ich würde mich sehr freuen, wenn man die Fassadengestaltung noch ein bisschen überarbeitet und verfeinert, denn der Klotz ist schon ein ziemlicher Monolith, sprengt die Maßstäbe dort und hat eine in sich öde Fassadenstruktur. Auch wenn die messingfarbenden Fenster schon recht nett sind:


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  • Sanierung: Josephsplatz 3

    Wie ich nur beiläufig mal irgendwo gehört habe wird ein Teil - oder das ganze - des Postgebäudes in der Adlerstraße zu Eigentumswohnungen umgebaut. Dazu findet interessanter Weise auch eine Aufstockung statt.


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    Das Haus ist nun wirklich keine Schönheit, ganz im Gegenteil, vgl. Streetview. Aber es würde noch hässlicher, wenn man beginnen würde in der Aufstockung einen anderen Fensterrhytmus zu wählen, oder überhaupt eine andere Fassade. Da ist es doch wesentlich besser wenn man die Aufstockung so gestaltet dass es so aussieht, als wäre es schon immer so gewesen. Das hat ja auch am Hans-Sachs-Platz schonmal funktioniert. Dort hat das ESW vor einigen Jahren auch aufgestockt. Zunächst war ja geplant, das zusätzliche Stockwerk anders zu gestalten, aber auf Wirken der Altstadtfreunde hin hat man es so realisiert wie es heute ist, und das Gebäude konnte seine Ausstrahlung der Wiederaufbaujahre bewahren.


    Möglicherweise haben die Altstadtfreunde auch am Josephsplatz seelig gewirkt und verhindert, dass ein komisches Attikageschoss aus Blech und Schaumstoff oben drauf kommt, sondern das Ganze auch hier so aussehen wird als sei es schon immer so hoch gewesen. Hoffentlich aber wird die Fassade insgesamt farblich ansprechender gestaltet, sie war bestimmt einst etwas lebhafter und weniger langweilig.

  • fertig: Neubau Neuapostolische Kirche


    Wurde hier noch garnicht gezeigt. So ganz mein Fall ist der Bau nicht. In einem Nachbarforum brachte ein User eine Fotomontage, auf dem "Lidl"-Schild an der Fassade angebracht war, und das trifft es ganz gut. Der Bau ist sicherlich wertig und auch handwerklich gut ausgeführt, aber im Vergleich zum Vorgänger kein Zugewinn im Stadtbild.

  • Ich empfinde den Bau auch nicht als großen Zugewinn - das liegt aber eher an der Kubatur und der städtebaulich unentschlossenen Gesamtsituation.

    Stärker als der pieffige Vorgängerbau ist er aber für mich allemal. Zusammen mit dem erneuertem Umfeld ist das hier schon eine deutliche Aufwertung der sensiblen Ecke.


    d.

  • Update zum Umbau Lorenzer Platz, fotografiert am 15.12. durch mich



    Die Arbeiten am Platz sind noch nicht abgeschlossen, aber schon weit gediehen, wie die Bilder zeigen.

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    d.

  • ^

    Danke dir, den Umbau verfolge ich nun auch schon die gesamte Zeit. Und es zieht sich. Die Gestaltung des Bodens und des gesamten Platzes gefällt mir ganz gut. Auch die organisch anmutende Platzierung und Form der Baumscheiben ohne Ecken, die am Ende ohnehin platt gelaufen werden von abkürzenden Fußgängern gefallen mir sehr gut.

    Was mich aber nicht begeistern kann ist die Möblierung: Es fehlen (noch?) Bänke und Papierkörbe, entweder am Platzrand oder rund um die Baumscheiben. Und da ich die historisierenden, Nürnberger Kandelaber sehr gerne mag finde ich diese streichholzartigen Parkplatzlaternen nicht so toll, die wirken pseudomodern und einem hochwertigen Altstadtplatz überhaupt nicht angemessen. Diese Kandelaber sollten in der gesamten Altstadt vorgeschrieben sein. Man kann ja auch einflammige Versionen davon aufstellen, wenns eine Unterhaltskostenfrage ist.

  • Man kann ja auch einflammige Versionen davon aufstellen, wenns eine Unterhaltskostenfrage ist.

    Die Anschaffung solcher individuelleren Laternen ist teurer. Aber meines Erachtens auch jeden Cent wert, denn solche Details tragen ganz entscheidend zur Wahrnehmung eines Ortes bei. Gerade die Stadtmöblierung verramscht unsere Straßen und Plätze wie kaum etwas anderes. Die ewig gleichen, freudlosen Laternen, Telekomkästen, Mülleimer, Straßenschilder usw. usf. ergeben eine Tristesse sondergleichen. Auch das konnte man früher mal besser. Wobei es auch in heutigen Tagen tolle neue Entwürfe gibt, die sich für Gebiete anbieten, die vorrangig durch Neubauten geprägt sind.


    Das konkrete Nürnberger Beispiel kann ich nicht beurteilen, aber die gezeigten Stableuchten sind mir wohlbekannt. Die stehen fast in jeder Stadt herum.

  • Update Umbau Passage U-Bahnhof Lorenzkirche



    Bereits am 18.12. wurde im "Bau- und Vergabeausschuss" der Stadt Nürnberg der Status und die nächsten Schritte bei der Generalsanierung der Passage vorgestellt.


    Zeitrahmen:

    • Eine Teileröffnung ist nun bis zum Christkindlesmarkt 2027 vorgesehen
    • Die Finale Fertigstellung für Oktober 2028

    Kosten:

    • Knapp 22 Mio. EUR, davon etwas 14 Mio. Eigenanteil der Stadt, der Rest über Fördertöpfe

    Umfang:

    • Bei den anfänglich angedachten Optimierungen ist es nicht geblieben, bis auf den Boden bleibt nichts unberührt. Die Technik wird komplett vom Kaufhaus entkoppelt und erneuert, alle Läden werden neu ausgestattet, die Technikräume von VAG und Energie werden erneuert, Kameras werden die Passage überwachen, Brandschutz etc. wird angepasst...


    Mehr ist hier zu lesen:
    SessionNet | Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses<br />- direkt im Anschluss an den Werkausschuss (SUN) - - 18.12.2025 - 10:50-11:54 Uhr


    Visualisierungen:


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    Bilder: Veröffentlicht im Rahmen des Bau- und Vergabeausschuss am 18.12.2025, siehe hier: SessionNet | U-Bahn Nürnberg, U1, Generalsanierung Lorenzer Passage



    Die Pläne wurden nochmal deutlich weiterentwickelt. Kern ist das neue Raster, dass die Richtung des verlegten Bodenbelags aufnimmt und die Beleuchtung sicher stellt. Die vormals hinter der abgehängten Decke befindlichen Flächen werden sichtbar und hell gestrichen. In Summe soll ein großzügigeres Raumgefühl mit deutlich mehr Licht und Transparenz entstehen.


    d.

  • Charakterloser billiger Allerweltsentwurf. Und auch noch kostspielig. Hauptsache neu, steril und hell. Könnte auch ein Flughafenterminal am anderen Ende der Welt sein. Die Passage hätte unter Denkmalschutz gehört. Die Wasserorgel, die hochwertigen Ladeneinbauten etc. Sehr ärgerlich.

    Einmal editiert, zuletzt von Demian ()

  • Oh, Dexter, danke für deinen Bericht, aber das erschreckt mich ja zutiefst. Die ehemals aus einem Guss gestaltete Passage nebst U-Bahnsteige war wirklich einmalig und sehr gut auf die Lorenzkirche, deren Namen sie trägt, abgestimmt. Jetzt wird das alles zerwurschtelt, und ich bin auf den Übergang zum Bahnsteig gespannt, das wird richtig seltsam aussehen. Ich finde es schade, dass man hier so viel Geld ausgibt um einen Ort derart zu ruinieren. In wenigen Jahren wird man sich drüber ärgern, was man hier hingefriemelt hat für das viele Geld.

  • Zur Neuapostolischen Kirche: wirkt für mich wie ein Küchen- oder Sanitärshowroom. Durch die an sich hochwertige Materialwahl fügt sich die leider weder in die 50er Jahre Architektur noch in die Fachwerk- und Gründerzeit Altstadtensembles ein. Sandstein wäre die bessere Wahl gewesen, oder zumindest Sandsteinfarbener Beton. Als Solitärbau, z.B. auf dem Rechenberg fiele mein Urteil anders aus.

    Zum Lorenzer Platz: Ich habe mal Archäologen in einer der neuen Baumgruben rumpinseln sehen, man hat dort Sandstein Reste gefunden von denen man mir sagte, es wäre entweder die vorletzte Stadtmauer oder Reste des alten, glaube allerersten Theaters. Spannend, aber dadurch kam es natürlich zu Verzögerungen. Die 0815 Laternen finde ich hier auch unpassend, ähnlich wie die modernen Mülleimer.

    Zur Lorenzer Passage: Das Raster ist halt ein völlig anderes Gestaltungskonzept als die konzentrischen Kreise vorher. Imo unpassend. Insbesondere auch der U-Bahneingang, der hier richtig banal rüberkommt. Ja, der Verlust der Wasserorgel ist ärgerlich, was ist eigentlich mit dem Ersatzkunstwerk?